Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

Lesejury Star
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2025

Es ist nicht alles Gold, was glänzt - Spannend und atmosphärisch

Verlassen
0

Die Autorin hat für ihren neuen Krimi als Schauplatz ein abgelegenes hypermodernes Hotel auf einem Lavafeld in Westisland gewählt. Hier trifft sich die superreiche Familie Snæberg über das Wochenende, ...

Die Autorin hat für ihren neuen Krimi als Schauplatz ein abgelegenes hypermodernes Hotel auf einem Lavafeld in Westisland gewählt. Hier trifft sich die superreiche Familie Snæberg über das Wochenende, um den 100. Geburtstag eines längst verstorbenen Familienmitgliedes zu feiern. Neben den Feierlichkeiten, bei denen auch eine erhebliche Menge an Alkohol fließt, sind auch gemeinsame Unternehmungen geplant. Und schon bereits hier sieht man, dass mehr Schein als Sein vorherrscht.

Ich habe bereits die Vorgängerbände gelesen, doch dieser Band setzt sich in der Erzählweise erheblich von den anderen ab. Anfänglich steht nicht die Ermittlung im Vordergrund, sondern die einzelnen Familienmitglieder, aus deren Sicht, Gedanken- und Gefühlswelt wechselweise erzählt wird. Um eine bessere verwandtschaftliche Übersicht der einzelnen Personen zu bekommen, ist der Stammbaum sehr hilfreich.

Die Kapitel sind kurz und durch die ständigen Personen- und Zeitwechsel, im Jetzt und der vorangegangenen Tage, braucht der Leser eine gewisse Zeit, um sich ganz auf diese Familie und ihre Geheimnisse einzulassen und die Zusammenhänge zu ergründen. Doch je mehr man in diese Geschichte eintaucht, desto spannender werden die Auflösungen, die sich natürlich erst nach und nach ergeben. Dies hält den Spannungsbogen ab dem zweiten Drittel sehr hoch.

Die Beschreibungen sowohl von der Landschaft wie auch von den Witterungsverhältnissen waren sehr szenisch, so dass dieser Hintergrund und die Stimmung innerhalb der Familie mit den einzelnen gut ausgearbeiteten Charakteren eine ganz eigene Atmosphäre gebildet haben.

Die Ermittlungsarbeit ist hier eher zur Nebensache geworden, was ich sehr schade fand. Dieser Band müsste eigentlich der erste sein, da am Ende erst von Elma gesprochen wird und die wiederum erst in Verschwiegen das erste Mal zum Einsatz kommt.

Nichtsdestotrotz hat mich der Krimi gut unterhalten und für Island- und Krimifans ist es wieder eine spannende Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2025

Gesunde Ernährung für ein strahlendes Lächeln

AL Dente
0

Dieses Kochbuch zeigt auf, wie sich die Zahngesundheit durch sechs Prinzipien einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ganz einfach realisieren lässt. Dies wird anschaulich im ersten Kapitel erklärt. ...

Dieses Kochbuch zeigt auf, wie sich die Zahngesundheit durch sechs Prinzipien einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ganz einfach realisieren lässt. Dies wird anschaulich im ersten Kapitel erklärt. So gerüstet kann man sich durch den Tag schlemmen. Angefangen beim Frühstück, über den kleinen Snack für zwischendurch oder unterwegs, Salate, Bowls und Vorspeisen, warme Gerichte und Hauptspeisen bis hin zu Desserts und süßen Gerichten.
Die jeweiligen Rezepte sind immer mit einem sehr ansprechenden Bild dargestellt. Das Auge isst ja schließlich mit. Unter dem Rezept findet man eine Aufstellung, welcher der sechs Prinzipien das Gericht entspricht.
Zwischendurch kommen immer wieder Ernährungsmediziner, Wissenschaftler, Zahnärzte und Köche etc. zu Wort, die sich ausgiebig mit der zahngesunden Ernährung beschäftigt haben. Aufgelockert wird das Kochbuch noch durch kleine Artikel, sogenannte Wissenshappen. Die Kennzeichnung vegetarisch/vegan ist hier auch noch positiv zu bewerten.
Das Cover mit dem perfekt gewählten Titel zeigt ganz offensichtlich, dass Zahngesundheit und Ernährung hier im Vordergrund stehen.
Alles im allem ist es ein gutes Kochbuch mit teils interessanten Gerichten. Dabei haben es mir die Bowls, die ich bereits zubereitet habe, sehr angetan. Ich finde es immer wichtig, dass die Zutaten gut zu besorgen sind und für jeden Geldbeutel etwas dabei ist (außer dem Trüffel).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2024

Entwurzelung des samischen Volkes

Als wir im Schnee Blumen pflückten
0

Bereits das schön gestaltete Cover mit dem eindrücklichen Titel und der Klappentext lassen eine berührende Geschichte von Máriddja und Biera Rijá, die am Rande des Fjälls in einer zerfallenen Hütte leben, ...

Bereits das schön gestaltete Cover mit dem eindrücklichen Titel und der Klappentext lassen eine berührende Geschichte von Máriddja und Biera Rijá, die am Rande des Fjälls in einer zerfallenen Hütte leben, erahnen.

Mariddja ist schwer erkrankt und Biera leidet an Altersdemenz. Bevor Máriddja stirbt, hat sie noch einen einzigen Wunsch, sie möchte ihren Neffen noch einmal wiedersehen. So macht sie sich auf ihre ganz spezielle eigensinnige Art auf eine ungewöhnliche Suche.

Die Charaktere, so unterschiedlich und speziell sie auch sind, wurden sehr gut ausgearbeitet. Neben den Hauptpersonen, gibt es noch verschiedene Bewohner des Ortes, die einen geeigneten Hintergrund darstellen. Der Text ist fließend und die Kapitellängen sind gut dosiert und fügen sich harmonisch ineinander. Die Autorin hat ihren ganz eigenen Schreibstil und man trifft hier auf humorvolle und etwas skurrile Passagen. Auch wer Metaphern mag, wird hier gut bedient.

Die Handlung hat zwei Erzählstränge, die sich wie Puzzlestücke gut ineinanderfügen und zum Schluss die Geschichte harmonisch abrunden.
Von der Zwangsumsiedlung der Samen aus dem hohen Norden in den Süden des Landes habe ich vorher noch nicht gehört und so hat auch dieses Buch mein Wissen erweitert.

Der Autorin ist es wichtig, mit diesem Buch auf das Leben, die Kultur und die alten Traditionen der Samen hinzuweisen und den Lesern näherzubringen. Ich hätte mir noch einen kleinen Anhang mit der Übersetzung der samischen Wörter gewünscht. Vor der fantastischen Kulisse der schwedischen Landschaft ist hier ein bewegender und lesenswerter Roman entstanden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2024

Emotional und tiefgründig

Mitternachtsschwimmer
0

Ballybrady wird für Evan nach einem Schicksalsschlag und ehelichen Problemen zum Zufluchtsort. Es ist ein kleines Dorf mit speziellen Einwohnern. Eine davon ist die etwas wortkarge und ruppige Grace, die ...

Ballybrady wird für Evan nach einem Schicksalsschlag und ehelichen Problemen zum Zufluchtsort. Es ist ein kleines Dorf mit speziellen Einwohnern. Eine davon ist die etwas wortkarge und ruppige Grace, die Vermieterin des Cottage, dass Evan für seine Auszeit gebucht hat.

Neben der sehr emotionalen Geschichte, die von Verlust, Trauer, Ausweglosigkeit und Hoffnung erzählt, haben mich die atmosphärischen Naturbeschreibungen völlig in den Bann gezogen. Die rauhe felsige Küste Irlands und das unberechenbare Meer mit seinen Strömungen, welches das Cover mit seiner tollen Haptik ganz fantastisch widerspiegelt.

Der rhythmische Schreibstil mit einer Ausgewogenheit an Text und Dialogen hat mich schnell durch das Buch getragen. Hier und da kam etwas Spannung auf, doch letztendlich habe ich das von der Geschichte auch nicht erwartet. Dafür war sie gefühlvoll, bewegend und tiefgehend.

Die Autorin hat den Charakteren mit ihren ganz besonderen Eigenschaften viel Authentizität verliehen, wobei die kleine Dorfgemeinschaft hier den perfekten Hintergrund bildet. Eigentümlich, warmherzig und verlässlich.
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es absolut weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2024

Letztendlich nur die Duchess of Windsor

Wallis Simpson
0

Wallis Simpson war mir als Name im ersten Augenblick nicht geläufig, aber als Geliebte und zukünftige Frau von Edward VIII. ist sie natürlich ein Begriff. Der spätere König, der er ja nie sein wollte, ...

Wallis Simpson war mir als Name im ersten Augenblick nicht geläufig, aber als Geliebte und zukünftige Frau von Edward VIII. ist sie natürlich ein Begriff. Der spätere König, der er ja nie sein wollte, musste auf Druck des Königshauses abdanken, um seine über alles geliebte, zweifach geschiedene Amerikanerin Wallis zu heiraten.

In einfachen bürgerlichen Verhältnissen geboren als Bessie Wallis Warfield wusste sie schon frühzeitig, was sie nie wieder sein wollte, mittellos. Sie hat ihre Ziele nie aus den Augen verloren und mit einer unglaublichen Kontinuität versucht das Größtmögliche zu erreichen. Sie nutzte ihre Ehen, um immer weiter in den Kreis der Reichen und Schönen vorzudringen, natürlich immer mit hinterhältiger berechnender Taktik, um letztendlich dem Prinzen von Wales vorgestellt zu werden. Was sie wirklich perfekt konnte, war planen und organisieren.

Der Prinz hat in ihr anscheinend so etwas wie eine Seelenverwandte gesehen und es war immer die größte Liebe seines Lebens gewesen, was nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Bei Edward hatte wohl maßgeblich die Erziehung zu einer Entwicklungsstörung geführt und Wallis litt unter einer DSD-Veranlagung, was sich auch rein äußerlich bei beiden bemerkbar gemacht hat.

Obwohl die Ehe bis zu Edwards Tod Bestand hatte, war sie nicht wirklich glücklich. Für Wallis eher eine tägliche Herausforderung. Edward war alles andere als ein Mann mit Rückgrat und Autorität. Wird er hier doch, wie Wallis es schon gut formulierte, als Peter Pan dargestellt. Den Beschreibungen der Autorin zufolge, ein kleiner, dünner liebeskranker Mann, der gerne Hand- und Gartenarbeiten macht, Geld zum Fenster rauswirft und durch die Welt reist, mit zu damaliger Zeit u.a. zweifelhaften Besuchen in Nazideutschland. Was wäre auf England zugekommen, wenn er wirklich König geblieben wäre?

Auf jeden Fall ist das Buch durch seine Gestaltung auffällig und es gibt auch das wieder, was der Titel verspricht. In sehr sachlicher Sprache geschrieben, mit reichlich Fotomaterial illustriert, ergibt sich für die Leser*innen eine gute Biographie der Wallis Simpson. Leider fand ich, dass an manchen Stellen die Kapitel nicht chronologisch angeordnet waren und die Sprünge mich im Lese- bzw. Gedankenfluss etwas beeinträchtigt haben. Das Buch hat mir einen Teil der Geschichte Englands nähergebracht, aber Wallis Simpson hat es nicht sympathischer gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere