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Veröffentlicht am 09.05.2025

Highlight

Maikäferjahre
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Wie beginnt man ein neues Leben, wenn alle gegen dich sind? Eine Frage, mit der die Zwillinge Anni und Tristan täglich konfrontiert werden.
In den letzten Kriegstagen befinden sich die Geschwister auf ...

Wie beginnt man ein neues Leben, wenn alle gegen dich sind? Eine Frage, mit der die Zwillinge Anni und Tristan täglich konfrontiert werden.
In den letzten Kriegstagen befinden sich die Geschwister auf verschiedenen Seiten des Ozeans, ohne zu wissen, ob der Andere noch lebt.
Anni verlässt das zerbombte Dresden und versucht, sich zu ihren Verwandten durchzuschlagen. An ihrer Seite ist der jüdische Geiger Adam.
Währenddessen wird Pilot Tristan in England abgeschossen. Im Krankenhaus verliebt er sich in die Krankenschwester Rosalie.

Sarah Höflich ist ein sehr berührender Roman gelungen. Wie geht es weiter, wenn ein Krieg vorbei ist? Sind die harten Jahre plötzlich vorbei? „Maikäferjahre“ schildert eindrücklich, dass auch, wenn die Waffen niedergelegt sind, trotzdem noch eine Menge Hass und Feindschaft besteht.
Tristan ist einfach nur ein junger, verwundeter Mann, der in seiner dunkelsten Stunde seine große Liebe getroffen hat. Doch die Engländer begegnen dem Deutschen aus verständlichen Gründen mit Ablehnung und Wut. Die Beziehung mit Rosalie wird zur Zerreißprobe.

Auch Anni und Adam sehen sich mit Anfeindungen konfrontiert. Zu tief hat sich der Judenhass in den Köpfen der Menschen verankert.

Sarah Höflich beschreibt eindringlich und realistisch die schweren Zeiten nach Kriegsende und den Wunsch der Menschen, irgendwo anzukommen, da die Heimat zerstört ist.
Trotz all der Widrigkeiten versprüht das Buch auch eine Menge Hoffnung, denn Anni, Adam, Tristan und Rosalie treffen immer wieder auf Menschen, die sie unterstützen und sie in ihrem Glauben daran, dass alles gut werden könnte, bestätigen.

Die beiden Liebesgeschichten sind mit viel Fingerspitzengefühl erzählt. Man spürt die Emotionen, ohne dass es dabei kitschig wird. Auch der Aufbau des Buches hat mir gut gefallen. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es einen Überblick über die politische Lage. Danach wird abwechselnd aus Sicht von Anni und Tristan erzählt. Mich haben die „Maikäferjahre“ von Anfang bis Ende in den Bann gezogen. Für mich war der Roman ein Highlight und ich bin froh, ihn gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Sehr originell

Eisiges Glas
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Kurz nachdem Leo Asker in „Stille Falle“ ihren ersten Fall seit der Verletzung gelöst hat, steht sie auch schon vor der nächsten Herausforderung. Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat, ruft ...

Kurz nachdem Leo Asker in „Stille Falle“ ihren ersten Fall seit der Verletzung gelöst hat, steht sie auch schon vor der nächsten Herausforderung. Ihr Vater, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat, ruft sie an und benötigt ihre Hilfe. Trotz ihrer Abneigung gegenüber Per vertieft Leo sich in den Fall und setzt sich dabei manches Mal über Dienstvorschriften hinweg.

In „Eisiges Glas“ entwickelt sich die Kellerabteilung ein Stück weiter und man bekommt Hoffnung, dass aus dieser Sammlung an ausgestoßenen Polizisten tatsächlich ein Team werden könnte.
Ich war überrascht, wie hilfsbereit und engagiert Leos Mitarbeiter sein können, wenn man ihnen eine Chance gibt. Vor allem Rose kann ich gut leiden und dass Leo nun notgedrungen im Polizeichor singt, ist eine witzige Wendung.

Kürzlich war ich im Planetarium und der beeindruckende Film über das Weltall hängt mir noch nach. Deswegen war ich in genau der richtigen Stimmung, um mich auf „Eisiges Glas“ einzulassen.Vermeintliche UFO Sichtungen, ein Meteorit, sowie Forschungen, die genauso in einem Sci-Fi Roman vorkommen könnten, spielen nämlich eine große Rolle.
Der Krimi war thematisch etwas komplett anderes ich könnte keine Ähnlichkeit zu einem anderen Buch benennen.
Die Kapitel sind kurz und neben der Geschichte um Asker und ihren Vater treffen wir ein weiteres Mal auf Martin Hill. Dieser arbeitet gerade an der Biografie über eine Unternehmerfamilie. Was erst wie die Erfüllung eines Herzenswunsches klingt, entwickelt sich immer mehr zum Alptraum, denn die Regeln auf dem Familienanwesen sind sehr streng, gepaart mit permanenter Überwachung, so dass Martin sich bald mehr wie ein Gefangener als wie ein Gast fühlt.
Ich habe mich lange gefragt, ob diese beiden Handlungsstränge etwas miteinander zu tun haben, da die Schnittmenge erst spät ersichtlich wird, dafür aber umso krasser ist.
Wenn man darauf verzichtet, zu hinterfragen, ob das was hier passiert überhaupt möglich ist, ist die Aufklärung wirklich „jaw dropping“ und wenn man sich gedanklich darauf einlässt, hat es durchaus etwas gruseliges.
Ich fand „Eisiges Glas“ ausgesprochen originell. Vom Aufbau her vielleicht ein wenig zu ähnlich zu „Stille Falle“. Wieder geraten Leo und Martin in Lebensgefahr und wieder gibt es Kapitel aus Sicht eines Täters, der ein Pseudonym trägt. Am Anfang dachte ich, es wäre klar, wer der „gläserne Mann“ ist, aber nach einer Weile stellte sich heraus, dass meine erste Theorie falsch war. Alles bezüglich des Täters, seine Vorgehensweise, seine Motivation, sein Auftreten... ist einfach nur heftig.
Also ich fand den zweiten Band dieser Reihe mega gut und originell.
Die Leo Asker Krimis lohnen sich total und ich freue mich jetzt schon auf Band 3.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Diese Flut reißt mit

Nachtflut
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Es ist erst Januar und ich habe bereits ein erstes Highlight gelesen. Stina Westerkamps Thriller „Nachtflut“ hat mich ab der ersten Seite mitgerissen und ich war völlig in der Geschichte versunken.

Elsa ...

Es ist erst Januar und ich habe bereits ein erstes Highlight gelesen. Stina Westerkamps Thriller „Nachtflut“ hat mich ab der ersten Seite mitgerissen und ich war völlig in der Geschichte versunken.

Elsa leidet an Panikattacken und ist stark medikamentensüchtig. Ihre Gedanken kreisen permanent um die nächste Dosis oder um den tragischen Unfalltod ihrer Schwester. Als eine Sturmflut angekündigt wird, wartet sie viel zu lange mit der Evakuierung, so dass sie letztendlich gemeinsam mit ihren undurchsichtigen Nachbarn auf Rettung wartet. Der vermeintliche Retter, ihr Ex-Mann Max ist auf dem Weg. Außerdem ist ihre Ex-Affäre Paul aus dem Gefängnis entflohen.
Wer ist Freund und wer ist Feind? Eine Frage, die Elsa möglichst schnell beantworten muss, wenn sie überleben will.

Die Geschichte konzentriert sich auf eine handvoll Charaktere. Tatsächlich waren mir die beiden Männer Max und Paul am sympathischsten und dass, obwohl Paul wegen Totschlag im Gefängnis sitzt. Bei seiner Flucht geht es teilweise nicht zimperlich zu, aber die meiste Zeit wirkte er viel zu rücksichtsvoll und freundlich, so dass ich mir nicht richtig vorstellen konnte, dass er ein Krimineller ist.
Elisa hat mir leid getan. Sie hat ihre Eltern und ihre Schwester verloren. Ihre Ehe ist zerbrochen. Sie führt ein Leben hinter dicken Mauern und verbringt ihre Tage zugedröhnt. Obwohl ich ihr Schicksal ohne Frage schlimm fand, fand ich ihre Art und ihr Auftreten nervig. An ihrer Notlage war sie im Grunde selber Schuld, denn es war ja lange bekannt, dass der Deich mit hoher Wahrscheinlichkeit brechen wird. Deswegen hielt sich mein Mitleid in Grenzen, zumal sie von ihrem Ex erwartet, dass er ins Überflutungsgebiet kommt und sein Leben aufs Spiel setzt.

Die Nachbarn fand ich sehr interessante Charaktere. Es war mir schnell klar, dass diese beiden nicht sind, was sie nach außen suggerieren. Sie geben eine Menge Anlass zu Spekulationen. Am Ende war ich etwas enttäuscht, dass die Handlung mit den Nachbarn letztendlich keinen Bezug zur restlichen Geschichte hatte. In meiner Vorstellung war die Verschwörung viel größer. Das ist aber mein einziger Mini-Kritikpunkt. Ansonsten fand ich „Nachtflut“ einfach mega fesselnd. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich das steigende Wasser. Die Vorstellung, dass das eigene Haus mit eisigem Wasser und Schlamm überflutet werden könnte ist schrecklich und beängstigend. Durch den hohen Spannungsfaktor bin ich in einen richtigen Leserausch geraten. Erst auf den letzten Seiten hat man alles durchschaut und das Ende war in dieser Form so nicht vorhersehbar.
Von mir gibt es eine große Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen kurzweiligen Thriller haben.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Sehr lesenswert

Verlassen
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„Verlassen“ erscheint als 4. Band der Island-Reihe, chronologisch ist es allerdings Band 1 – ein Prequel zu den bisher erschienenen Krimis, denn dieses Buch spielt bevor Elma bei der Polizeistation in ...

„Verlassen“ erscheint als 4. Band der Island-Reihe, chronologisch ist es allerdings Band 1 – ein Prequel zu den bisher erschienenen Krimis, denn dieses Buch spielt bevor Elma bei der Polizeistation in Akranes beginnt. Im Grunde hat „Verlassen“ überhaupt nichts mit der Reihe zu tun und ist ein Stand-Alone. Vom Aufbau und Erzählweise her ist es nämlich komplett anders. Dies ist kein Ermittlerkrimi. Die Polizei kommt hier nur in sehr kurzen Kapiteln von jeweils 2-3 Seiten Länge vor und spielt weder beim Fall, noch bei der Auflösung eine besondere Rolle.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von vier verschieden Personen. Petra und Lea Snaeberg, Irma einer Hotelangestellten und Tryggvi, der Lebensgefährte von Oddny aus dem Snaeberg Clan.
Die Snaebergs sind eine riesige Familie, der Stammbaum am Anfang des Buches ist auf jeden Fall sinnvoll, um die Orientierung zu behalten.
Anlässlich eines 100. Geburtstags haben sich sämtliche Geschwister, Cousins, deren Nachkommen und Partner versammelt. Nach außen tun alle so, als hätten sie mächtig Spaß. Tatsächlich sind die zwischenmenschlichen Beziehungen allerdings geprägt von einer Menge Spannungen. Es werden ordentlich Alkohol und andere Rauschmittel konsumiert und so kommen Themen auf den Tisch, über die seit Jahren geschwiegen wurde.

Ich fand den Aufbau und die Handlung ausgesprochen fesselnd. „Verlassen“ ist eine Art Kammerspiel, bei dem man lange Zeit nicht genau weiß, wohin die Reise gehen wird.
Es wird zwar von Anfang an gesagt, dass jemand von einer Klippe stürzt, aber wer genau das ist, bleibt bis kurz vor Schluss im Dunkeln.
Zwischendurch kam die ein oder andere Tendenz auf, aber erst in den letzten Kapiteln setzt sich das Puzzle logisch zusammen.
Besonders gefallen hat mir der Charakter Irma, zunächst eine pflichtbewusste Angestellt, die mit der Zeit immer zwielichtiger erschien.

Ich würde sagen, dies war bisher mein Lieblingsband aus der Reihe. Eher ein Thriller als ein Krimi. Das war richtig gute Unterhaltung. 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Spannender Survival-Thriller

One Perfect Couple
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Mit „One perfect couple“ habe ich seit langem mal wieder ein 5 Sterne Buch gelesen. Von Ruth Ware kenne ich bereits ein paar Thriller und dieser hier ist bis jetzt der Beste für mich!

Die Wissenschaftlerin ...

Mit „One perfect couple“ habe ich seit langem mal wieder ein 5 Sterne Buch gelesen. Von Ruth Ware kenne ich bereits ein paar Thriller und dieser hier ist bis jetzt der Beste für mich!

Die Wissenschaftlerin Lyla steht mit beiden Beinen im Leben. Von Reality-TV hält sie nichts, aber ihrem Freund Nico zu liebe erklärt sie sich bereit, an dem neuen Format „One perfect couple“ teilzunehmen, bei dem mehrere Paare auf einer einsamen Insel um ein Preisgeld kämpfen.
Doch schon in der ersten Nacht richtet ein Sturm verheerende Schäden an, von der Film-Crew, die sich zu der Zeit auf dem Meer befand, fehlt jede Spur und der Kampf ums Überleben beginnt.

Der Thriller hat mich sehr schnell abgeholt und konnte meine Aufmerksamkeit über 400 Seiten halten.
Die Grundidee ist ja nicht neu, der Klappentext erinnert stark an „Die Insel“ von Sarah Goodwin. Aber mir hat Ruth Wares Umsetzung sehr gefallen. Insbesondere die weiblichen Charaktere Lyla, Angel, Santana und Zana sind sehr facettenreiche und interessante Protagonistinnen. Mir waren alle Frauen sympathisch und ich fand es spannend, mit welchem Einfallsreichtum und Überlebenswillen sie sich den Herausforderungen stellen. Die männlichen Charaktere wirken im Vergleich ziemlich blass und vermischen sich rückblickend zu Einheitsbrei. Connor ist der Bösewicht der Geschichte aber die anderen Männer dienen nur dazu, die Handlung und die dramatische Situation immer wieder aufs Neue zu befeuern.
Wie in so einer Situation zu erwarten, lässt der Kampf um die Nahrungsvorräte nicht lange auf sich warten.
Ich konnte so gut in die Geschichte eintauchen, dass ich richtig mitgefiebert habe. Zana konnte ich bis zum Schluss nicht genau einschätzen und habe immer wieder gezweifelt, ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehört.
Das Ende fand ich rund und es bietet nachvollziehbare Erklärungen. Persönlich hatte ich noch mit irgendeinem Twist gerechnet und war war überrascht, wie plötzlich und ruhig alles zu Ende ging.

Alles in Allem hat mir dieser Thriller ausgesprochen gut gefallen und ich empfehle ihn gerne Lesern weiter, die Lust auf eine Survival Geschichte haben.

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