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Veröffentlicht am 26.01.2025

Thriller mit mystischen Elementen

LAKE – Das Haus am dunklen Ufer
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Nachdem die Schauspielerin Casey Fletcher stark alkoholisiert ihren letzten Theaterauftritt gecrasht hat, wird sie nun von ihrer Mutter im verlassenen Vermont am Lake Green vor den Paparazzi versteckt. ...

Nachdem die Schauspielerin Casey Fletcher stark alkoholisiert ihren letzten Theaterauftritt gecrasht hat, wird sie nun von ihrer Mutter im verlassenen Vermont am Lake Green vor den Paparazzi versteckt. Ausgerechnet an dem See, der Grund ihrer Alkoholeskapaden ist. In ihrer Lethargie versunken, betrinkt sie sich fast bis zur Besinnungslosigkeit. Bis ihr Interesse an den neuen Nachbarn - den Royces - hängenbleibt. Sie beobachtet einen Streit, und am nächsten Morgen ist Katherine Royce wie vom Erdboden verschwunden. Spielt der Alkohol mit ihren Sinnen, oder ist tatsächlich irgendetwas Schreckliches passiert?

Zitat S. 152:
"Mir wird bewusst, dass ich schon wieder mit einem Fernglas, mit dem man Mondkrater erkennen könnte, das Haus der Royces beobachte. Ein bisschen extrem ist das ja schon. Und obsessiv. Und einfach nur verrückt."

Sager schreibt in abwechselnden Kapiteln im DAVOR und im JETZT. Im JETZT scheint bereits alles aus den Fugen geraten zu sein und man kann die Zusammenhänge noch nicht verstehen. Diese klären sich erst nach und nach im DAVOR.

Der Autor hat eine spannende Erzählweise. Nachdem man den Grund für Caseys Exzesse erfährt, kann man das Verhalten dieser Protagonistin gut nachempfinden. Erst mit Katherines Verschwinden erwachen ihre Lebensgeister und sie fühlt sich verpflichtet, dieser Sache nachzugehen. Es liegt eigentlich auf der Hand, wie dieser Thriller weitergeht. Doch weit gefehlt. Mit einer absolut überraschenden Wendung reißt der Autor alle Erwartungen nieder und präsentiert einen ganz anderen Plot.

Dazu muss ich sagen, dass diese Wendung ins Mystische geht, was nicht jedermann mag. Mich hat es jedoch begeistert und rundete für mich diese Story gekonnt ab. Eine gelungene Abwechslung im Thrillergenre.

Fazit: Ein spannender Thriller mit mystischen Elementen, der mit einer überraschenden Wendung daherkommt und damit die ganze Story auf den Kopf stellt. Grandios.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Blutig, krass, ging mir unter die Haut

Der Jäger
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Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, die zum Teil aus Ermittlern und auch Opfern bestehen. Doch die Autorin lässt zudem den Täter hin und wieder zu Wort kommen, was ich unglaublich interessant ...

Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, die zum Teil aus Ermittlern und auch Opfern bestehen. Doch die Autorin lässt zudem den Täter hin und wieder zu Wort kommen, was ich unglaublich interessant fand. Seine Gedanken und Gefühle gibt er offen preis, und auch wenn ich kein Mitleid mit ihm haben möchte, ging mir seine Geschichte – vor allem seine Mobbingerlebnisse, mit denen der Leser zu Beginn der Story konfrontiert wird - tief unter die Haut.

Generell hat Svenja Diel großen Wert auf die Ausarbeitung ihrer Charaktere gelegt. Man erfährt genau das, was man wissen muss. Obwohl es in dieser Geschichte sehr viele Figuren gibt, kommt man keinesfalls durcheinander. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und die Protagonisten handeln real und sind ebenso authentisch gezeichnet. Die Ausübung der Taten erzählt die Autorin direkt und ohne Umschweife und hat mir damit so manche Gänsehaut beschert.

„Dass jemand dieses Gebiss trägt und damit tatsächlich einen Menschen attackiert und tötet, ist einfach …«, Nova fehlten die Worte. »Es ist eine Sache, einen Menschen zu töten, vielleicht zu erschießen. Aber ihm mit einem Metallgebiss die Sehnen und die Halsschlagader durchzubeißen, ist noch einmal etwas ganz anderes.« (Zitat Kap. 49)

Der Schreibstil von Diel ist düster, fesselnd und unfassbar mitreißend. Ich konnte die angespannte Atmosphäre deutlich spüren und war so sehr in die Story versunken, dass ich alles um mich herum vergessen habe. Dieses Zusammenspiel von kaum auszuhaltender Neugier, wer denn nun der Mörder ist, und gleichzeitiger Schockstarre, über die Grausamkeit der Taten, hat mich enorm fasziniert. Und als sich nach und nach der Nebel lichtet und sich das Puzzle zusammensetzt, habe ich mich von meinen vielen Emotionen einfach nur noch Treiben lassen. Wahnsinn!

Fazit: Ein blutiger Thriller, der mir schier unter die Haut ging und mich bestens unterhalten hat. Eine krasse Story, authentische Charaktere und ein blutrünstiger Mörder machen dieses Buch zu einem echten Pageturner!

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Gut durchdachter psychologischer Thriller

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Sie waren beste Freunde, bis eine von ihnen auf einem Festival spurlos verschwand. Da Maria eine Abschiedsnachricht hinterließ, wurde nie ermittelt - und die Freundschaft der anderen verlor sich. 5 Jahre ...

Sie waren beste Freunde, bis eine von ihnen auf einem Festival spurlos verschwand. Da Maria eine Abschiedsnachricht hinterließ, wurde nie ermittelt - und die Freundschaft der anderen verlor sich. 5 Jahre später laden Jonathan und seine Freundin Lotta die anderen zum ersten Mal wieder in dieser Konstellation zum Krimidinner ein. Doch das läuft völlig aus dem Ruder, als der Fall immer mehr an das Verschwinden ihrer einstigen Freundin erinnert. Was wird hier wirklich gespielt?

Die Kapitel werden aus Sicht jedes einzelnen der fünf Freunde erzählt. Schnell wird klar, dass sie sich alle nicht mehr gut verstehen und sich die letzten Jahre bewusst aus dem Weg gegangen sind. Dennoch sitzen sie nun alle an einem Tisch und machen gute Miene zum bösen Spiel. Als dann jedoch während des Krimidinners erste Parallelen zu Marias Verschwinden auftauchen, werden gegenseitige Vorwürfe laut, dass Maria nicht nur verschwunden ist, sondern ermordet wurde. Und alle fünf Spieler haben Motive.

Zitat S. 11:
"Seit jener Nacht weiß ich, dass mir der Teufel auflauert. Ich glaube, er lauert in uns allen. Darauf wartend, dass wir etwas tun, das ihn vom Fluch des stillen Beobachters befreit und zu dieser bösartigen Stimme in unserem Kopf macht, die uns tagein, tagaus quält."

Man verfolgt gespannt den Schlagabtausch untereinander, die gegenseitigen Vorwürfe und erfährt mit jedem Kapitel mehr Geheimnisse, sodass man gar nicht mehr weiß, wer infrage käme, Maria etwas angetan zu haben. Wie in einem richtigen Krimidinner rätselt man also mit allen Hinweisen mit - nur fürs Essen muss man selbst sorgen. Die Atmosphäre trägt zu einer bedrohlichen Stimmung bei, die sich mit jedem Hinweis verstärkt. Man ahnt, dass dieses Spiel nicht gut ausgehen wird.
Aber das lest selber...

Die Auflösung ist gut durchdacht und konnte mich überraschen. Und zu guter Letzt setzt die Autorin mit einer finalen Wendung noch einen drauf und lässt einen mit offenem Mund zurück.

Fazit: Ein durchweg spannender und gut durchdachter psychologischer Thriller, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Unvergesslicher Horrortrip

One Perfect Couple
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Willkommen im Reality TV! Nico sieht mit der Teilnahme an der Show "One perfect Couple" seinen großen Durchbruch als Schauspieler. Seine Freundin Lyla hat eigentlich keine Lust auf das Format, fügt sich ...

Willkommen im Reality TV! Nico sieht mit der Teilnahme an der Show "One perfect Couple" seinen großen Durchbruch als Schauspieler. Seine Freundin Lyla hat eigentlich keine Lust auf das Format, fügt sich aber Nico zuliebe dann doch. Und erstmal angekommen auf der Paradiesinsel, ist Lyla hin und weg. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn ein Sturm zieht auf und schneidet die Teilnehmer von der Außenwelt ab. Der Kampf ums Überleben beginnt und damit der schlimmste Albtraum aller Teilnehmer ...

Die Story wird in drei Teilen und aus der Sicht von Lyla erzählt, wobei einige Kapitel aus verzweifelten Funknotrufen und Tagebucheinträgen der Teilnehmer bestehen. Die Charaktere hat Ruth Ware sehr detailliert und authentisch dargestellt. Es fiel mir leicht, einen Bezug zu ihnen herzustellen und ich fand sie alle auf ihre Art interessant. Lyla war mir als Hauptprotagonistin sehr sympathisch und ihre Entwicklung war faszinierend. So mausert sie sich von der anfangs noch naiven Schauspieler-Freundin zu einer mutigen und willensstarken Überlebenskämpferin.

Das Setting, das die Autorin hier geschaffen hat, ist zwar nicht einzigartig, wurde aber dennoch gut gewählt. Eine traumhafte Insel, abgeschieden von der Außenwelt und damit perfekt für eine kleine Auszeit. Ja, da kam Fernweh bei mir auf! Ihr Schreibstil ist mitreißend und greift die angespannte und bedrohliche Atmosphäre gekonnt auf. Mit ihrer bildhaften Beschreibung des Sturms und seiner Folgen hat sie mich an die Handlung fesseln können und mir das Gefühl vermittelt, hautnah dabei zu sein. Einfach grandios!

Da ein Ereignis das nächste jagt, Teilnehmer verschwinden oder tot aufgefunden werden, ist hier permanent Action angesagt, und Ware hält den Spannungsbogen mit ihren unerwarteten Wendungen konstant oben. Bis zum Schluss tappte ich völlig im Dunkeln, wie diese Reise, die sich von Euphorie zu blankem Horror entwickelte, zu Ende gehen würde. Auch wenn ich mir vielleicht ein anderes, schlüssigeres Ende gewünscht hätte, hat mich die Autorin dennoch überrascht.

Fazit: Ruth Ware entführt uns auf eine einsame Insel und lässt uns an einem unvergesslichen Horrortrip teilhaben. Bildhaft und voller Spannung fesselt sie ihre Leser an die Story und sorgt damit für ein mitreißendes Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Rasanter, überraschender Plot

To Die For
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Die Prämisse dieses Romans ist ziemlich einfach: Was wärst du bereit, für eine Million Dollar zu tun? Oder genauer gesagt, um eine Provision im Wert von einer Million Dollar zu erzielen, vorausgesetzt, ...

Die Prämisse dieses Romans ist ziemlich einfach: Was wärst du bereit, für eine Million Dollar zu tun? Oder genauer gesagt, um eine Provision im Wert von einer Million Dollar zu erzielen, vorausgesetzt, du kannst den Verkauf eines exklusiven Strandgrundstücks in Malibu für fünfzig Millionen Dollar sichern. Das ist der Vorschlag, der fünf geldgierigen Immobilienmaklern gemacht wird, als ihre Agentur die einmalige Gelegenheit erhält, ein brandneues Anwesen zu verkaufen. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Grund, dieses Geld zu wollen. Jeder von ihnen würde offenbar alles Mögliche tun, um es zu bekommen.

Lisa Gray hat für dieses Buch eine wunderbar vielfältige und polarisierende Charakterbesetzung geschaffen. Jede Figur ist von eigenen Ambitionen getrieben und mit unterschiedlichem Skandal- oder emotionalem Ausmaß behaftet. Teilweise waren sie echt anstrengend und nervig, dabei dennoch fesselnd. Etwa die Hälfte der Geschichte wird aus ihren unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei ein Großteil der Aufmerksamkeit auf Andi gerichtet ist, die, wie bald klar wird, eine entscheidende Rolle in allem spielt, was sich ereignet.

Der andere Teil der Geschichte, quasi das Danach, folgt den ermittelnden Detectives Jimmy Aribo und seinem Partner Tim Lombardi. Sie haben unzählige Verdächtige, da alle fünf Makler Geheimnisse zu haben scheinen, die sie möglicherweise ins Spiel bringen könnten. Aribo und Lombardi versuchen, dem Unheil auf den Grund zu gehen, das seine Schatten auf das sonst sonnenhelle Malibu wirft. Das Was der Geschichte steht im Fokus und wird bereits im Prolog vollständig offengelegt, sodass man nicht lange auf irgendeine besondere Enthüllung warten muss. Aber die schlussendliche Aufdröselung der Wahrheit ist trotzdem klug konstruiert und hält den Leser daher bei Laune. Gut durchdacht und extrem gut umgesetzt, die Übergänge waren nahtlos, und ich war vollkommen in das Buch vertieft. Mich haben das Tempo und die Wendungen schlichtweg durch die Seiten getrieben. War jede Enthüllung eine große Überraschung? Naja, nicht besonders. Hat mich nicht im Geringsten gestört. Das Ende hat es nämlich geschafft, sowohl zu überraschen als auch zu befriedigen. Und selbst als ich dachte, ich hätte alles durchschaut, hat Lisa Gray diese eine kleine Wendung hingeknallt, die mir ein schiefes Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.

Die kurzen Kapitel verstärkten alle Details und Wendungen hinsichtlich der Untersuchung, indem sie nach und nach Informationen preisgaben, die mir das Gefühl gaben, ich wüsste ganz genau, wer schuld ist - bis zum nächsten Kapitel. Und was das letzte Kapitel betrifft: ein ziemlich perfekter und urkomischer Abschluss. Es schließt sozusagen den Kreis der Geschichte. Toll gemacht!

Fazit: Wer rasante, charaktergeführte Krimis mag, in denen man praktisch jeden hasst, den man trifft, dann ist dies möglicherweise die perfekte Abendlektüre. Einen Abend ... länger braucht es nicht, um den Thriller zu verschlingen.

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