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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

Gefährliche Diagnosen auf Social Media

Digitale Diagnosen
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Psychische Erkrankungen als neuer Trend auf Social-Media, befeuert durch Influencerinnen und selbst ernannten Experteninnen und Therapeuten*innen im Bereich psychischer Gesundheit und der Markt, der dahinter ...

Psychische Erkrankungen als neuer Trend auf Social-Media, befeuert durch Influencerinnen und selbst ernannten Experteninnen und Therapeuten*innen im Bereich psychischer Gesundheit und der Markt, der dahinter steckt, genau diese Entwicklung nimmt Laura Wiesböck in ihrem Sachbuch "Digitale Diagnosen" genauer unter die Lupe. Mit Fokus auf die feministische Seite.

Zunächst ist es nichts Schlechtes, dass psychische Erkrankungen enttabuisiert werden, die Zurschaustellung von ebendiesen und der Umgang mit Themen wie z.B. Achtsamkeit und teilweise auch deren Vermarktung, ist durchaus kritisch zu hinterfragen.
Die Autorin zeigt hierbei schlüssig und durchaus überzeugend auf, welche (Markt)mechanismen und Interessen dahinter stecken und dass manches rassistisch konnotiert ist. Sie geht dabei auch auf gesellschaftliche Ursachen ein, die Ansätze für die Erklärung des Phänomens der überhandnehmenden psychischen Diagnosen, liefern können.
Ebenso erklärt sie, was mit Begriffen, wie z.B. "toxic" gemeint ist und was dieser so gefährlich macht.

Wichtig ist, dass man dem Sachbuch mit Offenheit begegnet, sich auf die Argumentationslinie der Autorin einlässt und keine Angst vor Fremd- bzw. Fachwörtern hat. Man wird vielleicht nicht mit allen ihren Schlüssen und Argumenten übereinstimmen, interessant und zum Nachdenken anregend ist es allemal.

Was ihrer Argumentation jedoch etwas fehlt, sind die positiven Aspekte und mögliche Chancen, die das Sichtbarmachen von psychischen Erkrankungen auf Social-Media haben kann.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Persönliche Liebeserklärung an den Libanon

Barfuß in Tetas Garten
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Mit "Barfuß in Tetas Garten" ist Aline Abboud ein kurzweiliges und persönliches Porträt des Libanons und seiner Bevölkerung sowie auch ihrer Familie gelungen, das gleichzeitig auch ein Plädoyer für mehr ...

Mit "Barfuß in Tetas Garten" ist Aline Abboud ein kurzweiliges und persönliches Porträt des Libanons und seiner Bevölkerung sowie auch ihrer Familie gelungen, das gleichzeitig auch ein Plädoyer für mehr Offenheit und Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen ist.

Auf etwas mehr als 200 Seiten und abgerundet mit persönlichen Fotos taucht man in die Kindheits- und Urlaubserinnerungen von Aline im Libanon ein, erfährt wie sich ihr aus dem Libanon stammender Vater und ihre deutsche Mutter kennen und lieben gelernt haben und auch Erinnerungen an das Aufwachsen in der DDR kommen nicht zu kurz.
All dies wird auf spritzige und auch berührende Art und Weise, besonders wenn es um ihre Sorge um ihre Familienangehörigen im Libanon nach der Explosion im Hafen von Beirut im Jahre 2020 geht, beschrieben.

Es macht Spaß, gemeinsam mit Aline eine Seite des Libanons kennenzulernen, die man so aus den Nachrichten nicht kennt.
Die Autorin zeichnet hierbei ein herzliches und warmes Bild einer Gesellschaft, die von Gastfreundschaft und der Liebe zum Essen geprägt ist.
Aber nicht nur die schönen Seiten werden von ihr erwähnt, auch negative Entwicklungen werden angesprochen.

Es finden viele Erinnerungen aus ihrem Leben, sei es privat und beruflich, Eingang in "Barfuß in Tetas Garten", sodass nicht auf alles tiefer eingegangen wird. Manchmal hätte ich mir deshalb eine etwas längere Verweildauer bei der ein oder anderen Thema bzw. einer Erinnerung gewünscht.
Das ändert jedoch nichts am positiven Gesamteindruck des Buches!

Für alle, die gerne in andere Kulturen eintauchen und mehr über Land und Leute im Libanon erfahren wollen, versehen mit einer persönlichen und ehrlichen Note, kommen mit "Barfuß in Tetas Garten" auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Fesselnder Beginn einer neuen Reihe um einen Kriminalpsychologen und einer Ermittlerin

Dorn. Hotel der Angst
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"Dorn" von Jan Beck ist der spannende Auftakt einer neuen Thrillerserie rund um den Kriminalpsychologen Simon Dorn und der jungen Ermittlerin Lea Wagner.

Simon Dorn wohnt in dem verlassenen Hotel "Dornwald" ...

"Dorn" von Jan Beck ist der spannende Auftakt einer neuen Thrillerserie rund um den Kriminalpsychologen Simon Dorn und der jungen Ermittlerin Lea Wagner.

Simon Dorn wohnt in dem verlassenen Hotel "Dornwald" seiner Familie in Bad Gastein und ist nicht gerade beliebt unter den Dorfbewohnern. Zurückgezogen lebt er dort und ermittelt dort hinter verschlossenen Türen heimlich an Kriminalfällen. Unterstützt dabei wurde er von Karla Hofbauer vom österreichischen Bundeskriminalamt.
Als Karla jedoch in Hamburg von einem Serienmörder ermordet wird, muss er sich widerwillig mit Lea auseinandersetzen, die versucht, Karlas Mörder zu finden.

Erzählt aus verschiedenen Perspektiven und anhand von kurzen Kapiteln, nimmt der Thriller schnell an Fahrt auf und sorgt für Spannung, auch wenn er sich am Anfang etwas Zeit nimmt, um die wichtigsten Handlungsstränge und handelnden Personen einzuführen. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit tragen zum Mysterium bei.

Vieles, besonders im privaten sowie beruflichen Leben von Simon und Lea wird nur angedeutet, sodass beide als Charaktere leider nicht richtig greifbar werden. Wenn man in den folgenden Bänden mehr über beide erfährt, wird sich dies jedoch bestimmt ändern, sind beide doch interessante Charaktere.

Nicht nur die Figurenzeichnung ist vielversprechend, auch mit der Lösung des Falles kann der Autor überzeugen.
Zahlreiche Wendungen und eine Handlung, die sich nicht in Nebensächlichkeiten verliert, sorgen für einen gut konstruierten Thriller.

Wer "Dorn" liest, sollte sich auf jeden Fall bewusst sein, dass es ein Auftakt einer neuen Reihe ist und deswegen nicht alles aufgelöst wird und dass der Thriller schnell eine Sogwirkung entfaltet, wodurch es schwerfällt, mit dem Lesen aufzuhören.
Ein Psychologe und eine Ermittlerin, die Lust auf mehr machen!

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Berührende Trauerbewältigung

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
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In "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" schafft die Autorin es auf berührende Art und Weise sich dem schweren Thema, den Tod eines geliebten Menschen zu näheren und mit einem hoffnungsvollen Ende ...

In "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" schafft die Autorin es auf berührende Art und Weise sich dem schweren Thema, den Tod eines geliebten Menschen zu näheren und mit einem hoffnungsvollen Ende abzuschließen.

Vier ungleiche Mitglieder einer Trauergruppe eines Krankenhauses beschließen, einen Road Trip nach Memphis zu machen.
Geschrieben ist der Roman aus Sicht einer dieser, und zwar aus der Sicht von Asher in Form eines Bewusstseinsstroms, wodurch man direkt mit Ashers Gedanken- und Gefühlswelt konfrontiert wird und sich gut in ihn hineinversetzen kann.
Asher will den Unfalltod seiner Mutter rächen, indem er den dafür verantwortlichen LKW-Fahrer ermorden will. Der 80-jährige Henry will Graceland besuchen, Sloane will mit einer Harley die Beale Street hinunterfahren und Will sich der Willkür des Krebses, der ihm seinen Bruder genommen hat, stellen.
Auf dem Weg dorthin lernt die Gruppe, einander zu vertrauen, sich gegenseitig zu helfen und dabei den Schmerz zu überwinden, den sie erleben.
Lustige und unterhaltsame Charaktere, die einem das Herz aufgehen lassen, das sind Asher, Henry, Will und Sloane.

Gut gefallen hat mir im Roman vor allem die taktvolle und liebenswürdige Art und Weise, wie mit der Trauer der Charaktere, allen voran der Hauptperson Asher, umgegangen wurde, und wie die verschiedenen Perspektiven der Charaktere und ihre Art, sie zu verarbeiten, gezeigt wurden.

"Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" von K. J. Reilly ist ein berührendes Jugendbuch, an dem auch Erwachsene Gefallen finden werden!
Es ist eine Geschichte voller Empathie, aufzeigt wie man anderen vergibt und für sich selbst Hoffnung nach dem Tod eines geliebten Menschen gibt.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Winkelmann kann auch Wohlfühlkrimi!

Mord im Himmelreich
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Mit "Mord im Himmelreich" beweist Andreas Winkelmann, dass er nicht nur fesselnde und düstere Thriller schreiben kann, sondern auch, dass er kurzweilige und stimmungsvoll erzählte Wohlfühlkrimis schreiben ...

Mit "Mord im Himmelreich" beweist Andreas Winkelmann, dass er nicht nur fesselnde und düstere Thriller schreiben kann, sondern auch, dass er kurzweilige und stimmungsvoll erzählte Wohlfühlkrimis schreiben kann.

"Mord im Himmelreich" ist der erste Band einer neuen Reihe des bekannten Autors rund um den Hobby-Ermittler und Schauspieler im Ruhestand Björn Kupernikus und der charmanten Künstlerin Annabelle Schäfer.

Björn will eigentlich nur seinen wohlverdienten Ruhestand auf dem Campingplatz "Himmelreich" genießen, doch als er einen einsamen Hund von einem Paddelboot retten will, zieht er nicht nur den Hund vom Wasser, sondern auch auf der Rückseite eine männliche Leiche mit an Land.
Schnell ist es aus mit Ruhe auf dem Campingplatz und gemeinsam mit seiner neu gewonnen Bekanntschaft Annabelle begibt er sich auf Mördersuche, denn die ermittelnden Polizeibeamten scheinen der Aufgabe nicht gerade gewachsen.

Dank kurzer Kapitel und verschiedener Erzählperspektiven fliegt man regelrecht durch den amüsant und kurzweilig erzählten Kriminalroman.
Zum vergnüglichen Lesespaß tragen auch die liebenswerten Charakterzeichnungen bei, allen voran das Ermittlerduo Kupernikus und Schäfer.

Geschickt hält Winkelmann hierbei die Waage zwischen Humor und glaubwürdiger Krimihandlung, sodass der Krimi nicht in Klamauk abdriftet.

Zum Ende hin, geht alles vielleicht ein bisschen zu schnell und löst sich zu einfach bzw. bequem auf, doch tut dies der Lesefreude keinen Abbruch!

Gerne mehr davon!

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