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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2025

Anders als erwartet und doch auf seine ganz eigene Art sehr gut

Das Spiel zwischen Licht und Schatten
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Nachdem mir Tabeas erstes Buch schon so gut gefallen hatte, war ich voller Vorfreude auf ihr neues Werk. Ich erwartete einen spannenden Spionagethriller – mit Nervenkitzel und einer zarten Liebesgeschichte: ...

Nachdem mir Tabeas erstes Buch schon so gut gefallen hatte, war ich voller Vorfreude auf ihr neues Werk. Ich erwartete einen spannenden Spionagethriller – mit Nervenkitzel und einer zarten Liebesgeschichte: Doch ich wurde enttäuscht. Dieses Buch enthält eine ganz andere, aber ebenso spannende Geschichte: Eine in der es um den Glaubenskampf, Heilung und Hoffnung einer gebrochenen und einsamen Frau geht.

Tabea entführte mich lesetechnisch ins Jahr 1945, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Dort begegnete ich Maggie, einer amerikanischer Geheimagentin. Sie wurde von dem britischen MI6 Agenten Craig Brodie, in einem geheimen Gefängnis der Nazis brutal fast zu Tode gefoltert und zum Sterben zurückgelassen, gefunden. Von da an begleitete ich sie auf ihrem Weg der Genesung, der sie durch verschiedene Schauplätze führte. Immer wieder fragte ich mich: Wird Maggie Gerechtigkeit erfahren? Wird sie körperlich und seelisch heilen? Und werden die Menschen die ihr Misstrauen erkennen, dass man sie viel zu schnell aufgegeben hat?
Doch es ging nicht nur um diese Fragen. Maggie steckt tief in einer Glaubenskrise – und genau das hat mich besonders gefesselt. Ihre Wut auf Gott, ihre Zweifel und Zerrissenheit waren so greifbar beschrieben, dass ich mich in sie hineinfühlen konnte.

Es war spannend, Maggie auf ihrer Glaubensreise zu begleiten und mitzuerleben, wie sie langsam wieder auf die Beine kommt. Tabea hat es meiner Meinung nach großartig geschafft, die Abkehr von Gott und den Weg zurück mit all seinen Höhen und Tiefen glaubhaft darzustellen.

Natürlich ist so ein Buch nicht für jeden etwas. Aber ich fand Maggies Entwicklung so nachvollziehbar und berührend. Die ihr verliehene Geschichte fesselte mich und ließ mich einige Zeit nicht los. Das Ende des Buches ist Besonders, denn es gibt einen Reflexionsteil, der den Leser einlädt, über das eigene Glaubensleben nachzudenken. Dieses Buch ist anders – überraschend, tiefgründig und ermutigend. Wer sich auf so eine Geschichte einlässt, wird sicher nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Fremde und eigene Stacheln

Wie überlebe ich schwierige Menschen?
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Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit mir selbst und meiner Persönlichkeit. Was macht mich aus, und warum bin ich, wie ich bin? In diesem Zusammenhang bin ich in der Vorschau des Herbstprogramms ...

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit mir selbst und meiner Persönlichkeit. Was macht mich aus, und warum bin ich, wie ich bin? In diesem Zusammenhang bin ich in der Vorschau des Herbstprogramms von @franckebuch auf dieses Sachbuch gestoßen.

Dieses Buch hat mir geholfen, das Verhalten einiger Menschen, denen ich im Laufe meines Lebens begegnet bin, besser zu verstehen. Aber nicht nur das – es hat mir auch meine eigenen „Stacheln“ vor Augen geführt, an denen ich arbeiten möchte und werde.

Jörg Berger beschreibt sieben verschiedene Persönlichkeitstypen und erklärt diese anschaulich. Die Kapitel sind klar strukturiert: Zuerst stellt er eine Persönlichkeit vor und veranschaulicht sie durch ein realistisches Beispiel. Anschließend zeigt er, wie man den „Stachel“ dieser Person ziehen kann, also wie man mit ihr besser umgehen kann. Daraufhin gibt er den Lesenden konkrete Ratschläge, wie man schwierigen Menschen mit Nächstenliebe begegnen kann. Er betont jedoch auch, dass man manches akzeptieren muss, was sich nicht ändern lässt. Am Ende eines Kapitels zeigt er Wege auf, wie man eine Analyse des schwierigen Verhaltens vornehmen und weiter vorgehen kann.

Die Kapitel empfand ich als informativ, ohne dass diese mit Informationen überladen waren. Der Schreibstil war für mich angenehm zu lesen und gut verständlich. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil geht es um den Umgang mit anderen, im zweiten Teil um die eigenen „Stacheln“. Die Struktur der Kapitel ist in beiden Teilen ähnlich. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass der Autor den moralischen Zeigefinger erhebt. Besonders gut gefiel mir, dass Jörg Berger an passenden Stellen auch Bibelstellen einfließen lässt.

Ich fand dieses Buch äußerst hilfreich und kann es jedem, der sich mit den verschiedenen menschlichen Persönlichkeiten und vorallem sich selbst beschäftigen möchte, uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Eine Bibliothek, vier Frauen und ein Buchclub

Der Club der Bücherfreundinnen
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Ich möchte euch in das Jahr 1942 in die kleine Stadt Derby entführen. Dort leben vier sehr unterschiedliche Frauen: Louise, Avis, Ginny und Martina. Jede von ihnen trägt ihre eigenen Lasten mit sich. Jede ...

Ich möchte euch in das Jahr 1942 in die kleine Stadt Derby entführen. Dort leben vier sehr unterschiedliche Frauen: Louise, Avis, Ginny und Martina. Jede von ihnen trägt ihre eigenen Lasten mit sich. Jede von ihnen ist einzigartig und sie ergänzen sich alle wunderbar.

Louise ist die Besitzerin einer privaten Bibliothek, die sie von ihrem Vater geerbt hat. Diese möchte sie schließen, um einen Kindergarten für die Kinder arbeitender Frauen zu öffnen.

Avis ist frisch verheiratet und strebt danach, die perfekte Ehefrau zu sein. Notgedrungen übernimmt sie die Stelle der Bibliothekarin, von ihrem Bruder da ihr in den Krieg eingezogen wurde. Um die Schließung der Bibliothek zu verhindern ruft sie kurzerhand einen Bücherclub ins Leben.

Ginny wurde aus ihrer Heimat, einer Insel vor Maine, entwurzelt und sehnt sich danach, nach dem Krieg dorthin zurückzukehren. Bücher mag sie nicht besonders sie kommt zu den Treffen nur wegen der leckeren Keksen.

Martina, eine Mutter von zwei Kindern, sucht in Derby ein neues Zuhause, weit weg von ihrem tyrannischen Ehemann. Von allen Frauen ist sie die Einzige, die Bücher liebt und gerne liest.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive aller vier Frauen erzählt, was mir als Leserin ermöglicht hat, tiefer in das Leben jeder Einzelnen einzutauchen. Amy Lynn Green hat wunderbar herausgearbeitet, wie sich aus dem gemeinsamen Lesen von Büchern eine Liebe zur Literatur und tiefe Freundschaften entwickeln können. Besonders die Protokolle der einzelnen Buchclubtreffen haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.

Auch wenn ich die im Buchclub besprochenen Bücher nicht kannte, war das für mich kein Problem. Was ich mich persönlich überraschte, war, dass der christliche Aspekt nur am Rande erwähnt wurde. Keine der Protagonistinnen hatte eine tiefgehende Glaubensbeziehung zu Gott. Dennoch kann ich dieses Buch, trotz dieser kleinen Anmerkung weiter empfehlen. Ich habe es sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Kloster oder Selbstfindung

Flucht aus dem Kloster
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Klara ist eine lebenslustige junge Frau. Was sie jedoch nicht weiß: Ihre Mutter legte noch vor Klaras Geburt ein Gelübde ab. Wenn sie und das Kind das sie erwartet die Geburt überleben und es ein Mädchen ...

Klara ist eine lebenslustige junge Frau. Was sie jedoch nicht weiß: Ihre Mutter legte noch vor Klaras Geburt ein Gelübde ab. Wenn sie und das Kind das sie erwartet die Geburt überleben und es ein Mädchen sei, würde sie diese sobald sie alt genug wäre, in ein Kloster geben. Als Klara davon erfährt, beschließt sie zunächst, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Agnes geht sie von Tanzfest zu Tanzfest, lernt dabei einen jungen Mann kennen, verliebt sich – und wird zutiefst enttäuscht. Daraufhin erfüllt sie schließlich den Wunsch ihrer Mutter und flieht ins Kloster. Den Zwiespalt ihrer Gefühle, einerseits der Mutter gehorchen, dann der eigene Wille sowie die Lebenswünsche zu unterdrücken konnte ich verstehen, aber nicht nachvollziehen. Umso schöner fand ich das die Äbtistin des Klosters sah das Klara vor der Außenwelt floh.

Roswitha Gruber erzählt den Leserinnen und Lesern eine realistische und nachvollziehbare Geschichte aus dem Leben. Sie macht deutlich, dass sich eine Berufung nicht erzwingen lässt. Ein Gelübde Gott gegenüber kann nur jeder Mensch für sich selbst ablegen – niemals jedoch für andere.

Besonders gut gefallen haben mir die authentischen Charaktere von Klara und Gottfried sowie die bildreiche Beschreibung der Umgebung. Auch der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Sehr gelungen fand ich zudem die Darstellung, dass viele Menschen zwar an Gott glauben, den Glauben aber nicht persönlich sondern oberflächlich ausleben. Auch das bei vielen ein falsches Glaubensverständnis besteht.

Mir hat dieses Buch gut gefallen. Persönlich konnte ich einiges daraus für mich mitnehmen und lernte sogar etwas über das Leben in der Nachkriegszeit. Wer gern Geschichten mitten aus dem Leben liest – vor allem mit historischem Hintergrund – wird mit diesem Buch schöne Lesestunden verbringen. Ich empfehle es gern weiter.

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