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Veröffentlicht am 28.01.2025

Ist der Aberglaube stärker als die Gefühle?

Something Old, Someone New
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Das Cover des Buches mit seinen bunten Streifen ist mir sofort ins Auge gestochen und hat mich neugierig gemacht. Der dazugehörige Klappentext tat dann noch sein Übriges.
Shea Anderson kann es nicht glauben, ...

Das Cover des Buches mit seinen bunten Streifen ist mir sofort ins Auge gestochen und hat mich neugierig gemacht. Der dazugehörige Klappentext tat dann noch sein Übriges.
Shea Anderson kann es nicht glauben, als ihr Freund ihr einen Heiratsantrag mit einem Vintage Ring macht. Weiß er doch eigentlich genau, dass so etwas für sie überhaupt nicht in Frage kommt. Denn der Aberglaube ihrer Nonna, dass der Ring das Karma der vorherigen Ehen in sich trägt, ist tief in ihr verwurzelt. Shea begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und versucht herauszufinden, wer denn Ring vor ihr besessen hat und wie Ehen verlaufen sind. Dabei findet sie nicht nur einiges über die ehemaligen Besitzerinnen heraus, sondern auch über sich selbst.

Bis zum Schluss, war ich mir unklar darüber, was ich von Shea halten soll. Ihren tiefverwurzelten Aberglauben kann ich bis zu einem gewissen Grad noch verstehen, denn auch ich hege und pflege denn einen oder anderen. Mir ist bewusst, dass das meiste davon wahrscheinlich Unsinn ist, aber es ist so tief in die Wolle gefärbt, dass ich es einfach nicht abschütteln kann.
Was mich bei Shea besonders irritiert und gestört hat, war ihre zwiegespaltene Beziehung zu ihrer Schwester Annie und ihrem Verlobten John. Einerseits scheint sie für beide tiefgehende Gefühle zu haben und teilt gerne ihr Leben mit beiden. Andererseits ist sie immer wieder extrem selbstsüchtig und kümmert sich nicht um die Gefühle der beiden.

Genauso komplex wie Sheas Charakter ist auch die Vorgeschichte des Ringes. An manchen Stellen ist mir dies fast ein wenig zu viel geworden, wenn auch jede einzelne Station des Ringes seinen ganz besonderen Charme versprüht hat. Gerade der erste Teil in Italien hat mir besonders gut gefallen, da man hier auch das italienische Lebensgefühl besonders gut gespürt hat. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Italien uns insbesondere Rom gut kenne und mich aufgrund dessen besser in die Geschichte hineinversetzen konnte.

Wie so oft in Büchern und Filmen wird der Grund des Roadtrips im Laufe der Zeit immer mehr zur Nebensache und die Suche nach dem Selbst tritt in den Vordergrund. Dieses Buch ist dabei keine wirkliche Ausnahme, wenn auch hier die Selbstfindung lange Zeit eher unterschwellig passiert.
Der Schreibstil von Autorin Jesse Rosen hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen waren anschaulich, ohne langatmig zu wirken und ihre Personen sehr lebhaft und glaubwürdig. Ich habe schnell in die Geschichte reingefunden und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Der Roman war zwar ein wenig anders als ich es erwartet habe, aber es war alles in allem, ein sehr angenehmes Lesevergnügen. Ein wenig erinnert es mich an die eher tiefsinnigen Liebeskomödien der 90iger Jahre. Ohne Spice und Smut, dafür mit echten tiefgehenden Gefühlen, die nicht immer nur positiv sind.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Authentisch und unterhaltsam

Die Abenteuer der Cluny Brown
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Nach den heutigen Maßstäben klingt es absurd, dass eine Frau gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstößt, nur weil sie allein im Ritz Tee getrunken hat. Doch genau das hat Clover, genannt Cluny, ...

Nach den heutigen Maßstäben klingt es absurd, dass eine Frau gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstößt, nur weil sie allein im Ritz Tee getrunken hat. Doch genau das hat Clover, genannt Cluny, Brown getan. Sie hat allein im Ritz Tee getrunken und sich damit Ärger mit ihrem Onkel und gesetzlichen Vormund eingehandelt.
„Die Abenteuer der Cluny Brown“ ist eine charmante und wundervolle Wiederentdeckung des Eisele Verlages. Die Geschichte spielt in England Ende der 30iger Jahre und erschien erstmals 1944. Sowohl die behandelten Themen wie auch der Schreibstil erscheinen an manchen Stellen für unsere heutige Zeit zwar etwas altbacken und verstaubt, versprühen aber auf der anderen Seite einen ganz besonderen Charme.
Heutzutage wäre Cluny Brown wahrscheinlich ein normales, unauffälliges Mädchen. Zu ihrer Zeit aber war ihre Unangepasstheit und ihre Unbeschwertheit fast schon skandalös. Es klingt zwar schwer vorstellbar, doch trotz der unterschiedlichen Moralvorstellung der damaligen und heutigen Zeit, ist Cluny Brown eine Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen kann.
Obwohl Cluny Brown natürlich der unangefochtene Star des Buches ist, gibt es noch einen weiteren Erzählstrang, der sich erst nach und nach mit Clunys Geschichte verbindet. Die Geschichte rund um Andrew, der Sohn von Cluny Browns Arbeitgeber, und Mr. Belinski. Mit diesem Handlungsstrang hatte ich zwischendurch so meine Schwierigkeiten, da er im Vergleich eher düster, getragen und melancholisch daherkommt. Kein Wunder, denn hierbei geht es auch um den zweiten Weltkrieg bzw. die Angst das ein Krieg kommen wird. Faszinierend fand ich hier vor allem, dass obwohl die Vorboten sichtbar waren, viele der Protagonisten die Augen davor verschlossen haben und so etwas für unwahrscheinlich hielten.
Das Buch entsprach im Ganzen nicht ganz meinen Erwartungen, dennoch war es in Summe gesehen ein angenehmes Leseerlebnis. Das Buch und die darin vorkommenden Charaktere sind authentisch, teilweise skurril und überaus unterhaltsam. Ein wunderbarer Blick in eine Zeit, die wir sonst nur aus Geschichtsbüchern kennen.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Gutes Grundlagenbuch

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge
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Leider gilt heutzutage noch immer der Spruch: "Über Geld spricht man nicht". Umso wichtiger sind Bücher wie dieses, die auf einfache und verständliche Art und Weise dem Leser/ der Leserin das Thema Finanzen ...

Leider gilt heutzutage noch immer der Spruch: "Über Geld spricht man nicht". Umso wichtiger sind Bücher wie dieses, die auf einfache und verständliche Art und Weise dem Leser/ der Leserin das Thema Finanzen näherbringen.
Das Buch besticht dabei einerseits mit seiner Übersichtlichkeit und seiner kompakten Art und Weise das Wissen zu vermitteln. Dabei kann das Buch entweder in einem Rutsch durchgelesen werden oder man sucht sich die Themen aus, die einem am meisten interessieren. Auch dies ist aufgrund der sehr guten Einteilung des Buches möglich.
Autor Matthias Kowalski richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an eine Leserschaft, die sich bis jetzt noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hat. Die einzelnen Themen wie Depot, Sparplan, Tagesgeldkonto, ETF etc. werden von Grund auf in leicht verständlichen Worten erklärt. Das Ganze kommt aber logischerweise nicht ohne die branchentypischen Fachbegriffe aus. Aber auch hier muss man keine Berührungsängste haben, denn alles wird im Text sehr gut erläutert. Zusätzlich gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar zum Nachlesen.
Der Fokus des Buches liegt vor allem auf dem Thema Vermögensaufbau und hierbei wird, für mich persönlich wenig überraschen, zu einer Kombination aus Tagesgeldkonto und MSCI Word ETF geraten. Die Bereiche Schuldenabbau und Ausgabenoptimierung werden zwar angeschnitten, aber relativ schnell abgearbeitet.
Einige Kapitel, wie zum Beispiel das über Förderungen, habe ich nur überflogen, da sie sich auf Deutschland beziehen und für mich als Österreicherin nicht relevant sind.
Im Buch sind einige Links aufgeführt, die zu Vergleichen und Tests von Stiftung Warentest führen. Leider sind all diese Dinge kostenpflichtig. Einerseits verständlich, aber andererseits wurde ja bereits Geld für das Buch ausgegeben.
Ich persönlich fand das Buch sehr interessant, konnte aber, da ich mich schon länger mit dem Thema auseinander setze kaum etwas Neues lernen. Schade, dass es dieses Buch nicht gab, als ich mit dem Thema gestartet habe, denn dann wäre mir sicher vieles leichter gefallen.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Gut für Montessori Einsteiger

Ich kann das selber machen
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Autorin Juliane Jakubek gibt in ihrem guten Buch einen sehr guten Überblick in welchen Bereichen man eine Montessori-inspirierte Erziehung anwenden kann. Sie zeigt Ideen und Strategien auf mit denen Eltern ...

Autorin Juliane Jakubek gibt in ihrem guten Buch einen sehr guten Überblick in welchen Bereichen man eine Montessori-inspirierte Erziehung anwenden kann. Sie zeigt Ideen und Strategien auf mit denen Eltern ihren Kindern helfen können selbstständig und selbstbestimmt aufzuwachsen. Hier bei hält sie sich an den Montessori Grundsatz „Hilf mir es selbst zu tun“.
Im Vordergrund stehen natürlich die Bedürfnisse des Kindes, trotzdem werden auch die Bedürfnisse der Eltern berücksichtigt. Im Vergleich zu anderen Büchern erwähnt Juliane Jakubek immer wieder, dass es normal und natürlich ist, dass man die Strategien nicht immer zur vollsten Zufriedenheit umsetzen kann. Es gibt Situationen, in denen man keine Zeit für lange Erklärungen hat und auch mal über dem Kopf des Kindes hinweg entscheidet.
Auf Altersangaben verzichtet die Autorin bei ihren Ideen und Strategien ganz bewusst. Für mich im ersten Augenblick ein wenig irritierend und ungewohnt. Die Herangehensweise finde ich aber eigentlich sehr gut, denn Kinder sind eben individuell in ihrer Entwicklung und nicht jeder zweijährige hat die gleichen Fähigkeiten und Bedürfnisse.
Da ich bereits mehrere Bücher zum Thema Montessori gelesen habe, konnte ich in diesem Buch kaum Neues für mich entdecken. Für Neulinge in dem Bereich gibt das Buch aber einen sehr guten Überblick und ist meiner Meinung der perfekte Einstieg.
Viele der gezeigten Ideen sind bei begrenztem Wohnraum nur schwer umsetzbar. Das schöne ist aber, dass jeder für sich entscheiden kann, was passend ist und was nicht.
Einzig das letzte Kapitel zum Thema außer Haus Betreuung hat mich nicht überzeugt. Hier kommt dann doch noch der erhobene Zeigefinger Vorschein und zerstört ein klein wenig den guten Gesamteindruck.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Kaum Zeit zum Verschnaufen

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine ...

Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine berühmten Bücher. Ich denke aber, dass sich das in Zukunft ändern wird. Denn eines gleich vorweg, mir gefällt der Stil des Autors sehr gut.

Das Tempo des Buches ist von Anfang an sehr hoch. Dies zeigt sich einerseits an einer Fülle von handelnden Personen, die innerhalb weniger Kapitel eingeführt werden. Und natürlich befindet sich so ziemlich jede Person an einem anderen Ort. Daher springt die Geschichte von Kapitel zu Kapitel von einem Ort zum nächsten. Zu Beginn war dies für mich sehr irritierend und auch die Masse an Namen hat mich fast ein wenig Erschlagen. Glücklicherweise konnte ich mich dann aber ziemlich schnell in den etwas ungewöhnlichen Erzählstil einlesen und den Überblick bewahren.
Neben dem großen Haupterzählstrang gibt es sehr viele Nebenstränge, die eine Zeit lang einfach, wie lose Fäden herumflattern. Erst nach und nach finden die Fäden zusammen und ergeben ein großes ganzes. Das Tempo bleibt fast das gesamte Buch über hoch. Nur im Mittelteil, wie bei so vielen Büchern, flacht die Spannungskurve ab.

Ausnahmsweise war ich gar nicht sonderlich böse darüber, denn es wurde weder besonders langatmig noch langweilig. Viel mehr konnte man diesen Teil nutzen, um ein wenig zu Verschnaufen und die Gedanken zu sortieren.
Das Dreiergespann, Personenschützerin Amy Wheeler, ihr Schwiegervater Steve Wheeler und Autorin Rosie D'Antonio habe ich mehr oder weniger sofort ins Herz geschlossen. Vor allem Steve und Rosie finde ich auf ihre skurrile und schrullige Art wirklich zum Schießen. Bei Amy bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Sie ist nicht wirklich unsympathisch, aber für mich noch immer ein wenig unnahbar. Ich hoffe aber, dass sich dieses Gefühl bei den nächsten Büchern ein wenig mildern wird, wenn man vielleicht auch mehr über Amys Vergangenheit erfährt.

Wie bereits anfangs erwähnt, gefällt mir der etwas ungewöhnliche Erzählstil des Autors sehr gut. Sein Witz und seine Komik sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und an manchen Stellen vielleicht unerwartet und ein klein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen hat Richard Osman aber einen Nerv bei mir getroffen und ich habe mich sehr gut amüsiert.
Überraschend war für mich auch die hohe Anzahl an Kapiteln und den damit eingehenden ständigen Wechseln der Perspektive und des Ortes. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob dies wirklich notwendig ist und auch bei diesem Punkt bin ich gespannt, ob sich das im Laufe der Serie ändern wird oder nicht. Andererseits finde ich die oft sehr kurzen Kapitel auch sehr angenehm, da ich ungern mitten in einem Kapitel zu lesen aufhöre.

Für mich ist das Buch ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Reihe und ich freue mich schon darauf wieder mit Amy, Steve und Rosie auf Mörderjagd zu gehen.

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