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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Aargauer Vergeltung
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Dieser Krimi ist der 12. aus Ina Hallers Reihe rund um Andrina Kaufmann. Andrina, die Lektorin, die inzwischen mit Enrico Bianchi, dem Chef von JuraMed verheiratet, Mutter der kleinen Rebecca und wieder ...

Dieser Krimi ist der 12. aus Ina Hallers Reihe rund um Andrina Kaufmann. Andrina, die Lektorin, die inzwischen mit Enrico Bianchi, dem Chef von JuraMed verheiratet, Mutter der kleinen Rebecca und wieder schwanger ist, gerät wieder einmal in einen Kriminalfall. Enrico ist nach den Ereignissen aus dem vorherigen Fall („Aargauer Grauen“) noch rekonvaleszent und mit sich selbst beschäftigt.

Vor kurzem hat der Aargauer Verlag, in dem Andrina arbeitet, mit dem Debütkrimi von Melissa Sonderegger einen Bestseller gelandet hat. Doch nun soll ein zweiter Band der Krimiautorin herauskommen, an dessen Qualität die Lektorinnen stark zweifeln. Noch bevor eine endgültige Entscheidung fällt, ist Sonderegger tot - vergiftet, wie in ihrem Krimi beschrieben. Zufall?

Wenig später werden die Büros verwüstet, Kollegin Stephanie ist verschwunden und die Verlegerin verhält sich äußerst seltsam. Sie scheint nicht daran interessiert zu sein, dass das Verbrechen aufgeklärt wird. Ihr ist nur wichtig, dass dem Verlag kein Schaden entsteht.

Zudem wird Marco Feller, Polizist und Andrinas Schwager, von diesem Fall abgezogen, was ihn aber nicht hindert mit Andrina, seiner Freundin Gabi und Halbbruder Enrico über die Vorkommnisse zu sprechen.

Natürlich beginnt Andrina auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in den direkten Fokus des Täters.

Meine Meinung:

Ich habe zuvor nur einen Krimi („Verschwunden im Aargau) dieser Reihe gelesen und war nicht restlos begeistert. Auch mit diesem hier bin ich nicht ganz zufrieden. Die komplizierten familiären Strukturen, der Zoff im Verlag, den die schwangere Andrina hat und sie mehrfach an Kündigung denken lässt, wirken auf mich ziemlich chaotisch. Zudem halte ich es für sehr bedenklich, wie sich Andrina trotz Schwangerschaft den Gefahren aussetzt und die kleine Tochter sowie ihren rekonvaleszenten Mann links liegen lässt.

Fazit:

Einen Versuch mit dieser Reihe wage ich noch, denn Band 1 „Tod im Aargau“ habe ich noch auf dem SuB liegen. Vielleicht lösen sich dann meine Vorbehalte. Diesmal gebe ich 3 Sterne.

Veröffentlicht am 07.01.2025

Erinnerungen

Unmöglicher Abschied
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Die Ich-Erzählerin Gyeongha, eine depressive junge Frau, die kaum ihr Bett verlässt, reist nach einem Anruf ihrer langjährigen Freundin Inseon zuliebe, die im Krankenhaus liegt, von Seoul zu deren Haus ...

Die Ich-Erzählerin Gyeongha, eine depressive junge Frau, die kaum ihr Bett verlässt, reist nach einem Anruf ihrer langjährigen Freundin Inseon zuliebe, die im Krankenhaus liegt, von Seoul zu deren Haus auf der Insel Jeju, um ihren Vogel Sama zu versorgen. Auf der beschwerliche Reise durch unwirtliches und winterliches Gebiet, die sie mit Flugzeug, Bus und zuletzt zu Fuß durch die Nacht unternimmt, überfallen sie eigene und erzählte Erinnerungen an das Jeju-Massaker 1948, über das bis heute nicht gesprochen werden darf. Auch Gyeonghas und Inseons Familien sind davon betroffen.

„Sogar die Säuglinge?
Ja, weil es das Ziel war, sie alle auszurotten.
Wen auszulöschen?
Die Roten.“ (S.147)

Nach und nach enthüllt sich eine Geschichte des Grauens.

Meine Meinung:

Wenn ein Autor oder eine Autorin den Literaturnobelpreis erhält, muss sein bzw. ihr Werk nicht immer alltagstauglich sein. Das ist mir beim Lesen dieser Geschichte spontan in den Sinn gekommen.

Han Kang widersetzt sich dem Tabu, dieses Massaker zu verschweigen. Das finde ich zunächst einmal wichtig, obwohl es, wie es scheint, nicht ganz ungefährlich ist. Auch über die Opferzahlen, des von der Regierung als kommunistischer Aufstand deklarierte Massaker, gibt es widersprüchliche Angaben. Man nimmt an, dass zwischen 30.000 und 60.000 der rund 300.000 Einwohner der Insel ermordet worden ist. Dieses unbekannte Kapitel der südkoreanischen Geschichte ist in Han Kangs Roman verpackt, denn im Westen weiß man sehr wenig über Korea. Nordkorea ist wegen seines verhaltensauffälligen Diktators immer wieder in den Schlagzeilen, Südkorea, bislang eine scheinbar stabile wirtschaftliche Größe, erregt aktuell durch seine Turbulenzen in der Regierung Aufmerksamkeit. Aber, das tun andere Nationen auch.

Der Schreibstil ist, gemessen an der Tragödie des Massakers, fast zu poetisch und spricht mich persönlich nicht ganz an. Manches ähnelt den Erinnerungen von Überlebenden der Shoa. Nicht immer kann ich unterscheiden, was Traum(a) oder Wirklichkeit der beiden Protagonistinnen ist.

Fazit:

Die Idee, die Geschichte rund um die beiden Frauen, deren Familien Überlebende des Massakers von Jeju sind, ist grundsätzlich interessant. Die Umsetzung hat mir nicht ganz so gut gefallen, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 12.12.2024

Ein wenig schräg

Bad Vöslau in Flammen
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In diesem, ihrem 4. Fall müssen Toni und Willi Polorny den Radius ihrer Ermittlungen beträchtlich erweitern. Das passt dem ziemlich lethargischen, um nicht zu sagen, faulen Willi (@ Biene Maja) zunächst ...

In diesem, ihrem 4. Fall müssen Toni und Willi Polorny den Radius ihrer Ermittlungen beträchtlich erweitern. Das passt dem ziemlich lethargischen, um nicht zu sagen, faulen Willi (@ Biene Maja) zunächst einmal gar nicht. Erst die Aussicht auf steirische Spezialitäten und ein Liebeswochenende in Graz lässt ihn gemeinsam mit Ehefrau Toni und der Katzinger samt Anhang über den Semmering fahren, nur um anschließend einen Abstecher nach München zu machen.

Was ist passiert, dass Willi & Antonia ihr geliebtes Revier verlassen?

Als ein seit längerer Zeit leer stehendes Hotel mitten in den Weinbergen Vöslaus in Flammen aufgeht und ein Toter gefunden wird, liegt es nahe, an „heiß abtragen“ zu denken. Die Freizeitpolizisten, wie Chefinspektorin Olivia Wehli ihre verhasste (und illegale) Konkurrenz nennt, ziehen recht bald die richtigen Schlüsse. Daran sind nicht nur Willis Spezl Sprengnagel (ein echter Polizist), der Ermittlungsergebnisse völlig ungeniert mit den Pokornys teilt, sondern auch Heidrun „Stasi“ Zwatzl schuld. Mit ihrer Spionageausrüstung made in der Ex-DDR spioniert sie ihren Nachbarn hinterher und deckt so manches Komplott auf.

Meine Meinung:

Diesmal haben mich die Pokornys und da vor allem Willi ein wenig genervt. Als Leserin der ersten Stunde kenne ich die diversen Vorlieben des verfressenen Willi nun zur Genüge. Neben gutem Essen und Trinken spielen das Whirlpool und Sextoys eine wichtige Rolle. Angesichts der täglichen Gasthausbesuche frage ich mich, wovon leben die Beiden eigentlich? Denn Willi ist arbeitslos und Toni arbeitet nur wenige Stunden in der Bibliothek. Mag sein, dass sie geerbtes Vermögen unter die Leute bringen. Auch die mehrfache Erwähnung des alten Nokia ist lästig, denn inzwischen ist es hinlänglich bekannt, dass Willi den Telefonierknochen nicht gegen ein modernes Smartphne tauschen will. Aber, vielleicht kann der Ausblick auf die Zukunft, mit der dieser Regional-Krimi schließt, ihn eines Besseren belehren.

Neu ist Sophie Katzinger, die Zwillingsschwester der schrulligen Alten, die nach langen Jahren der schwesterlichen Funkstille todkrank nach Vöslau geholt wird und dank Berties „Kräutertee“ einige gute Tage verbringen kann.

Grundsätzlich mag ich die schrägen Typen, die sich hier tummeln, doch diesmal hat Autor Norbert Ruhrhofer, so finde ich persönlich, ein wenig zu dick aufgetragen.

Fazit:

Für mich persönlich ist der Krimi ein wenig zu gewollt schrill und voll mit Wiederholungen, daher gibt es diesmal nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 25.11.2024

Wenig Neues

Alles klar beim Haar?
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„Alles klar beim Haar?“ ist ein Sachbuch von Hautärztin Dr. med. Alice Martin und Dr. med. Lucia Schmidt. Es ist in vier große Kapitel aufgeteilt.

Anatomie und Vielfalt der Haare
Haarprobleme und deren ...

„Alles klar beim Haar?“ ist ein Sachbuch von Hautärztin Dr. med. Alice Martin und Dr. med. Lucia Schmidt. Es ist in vier große Kapitel aufgeteilt.

Anatomie und Vielfalt der Haare
Haarprobleme und deren Therapie
Haarpflege und Kosmetik
Ernährung für die Haare

Zunächst gibt es einen kleinen Theorieteil, bevor sich die Autorin mit haarigen Problemen beschäftigt. Interessant finde ich das Kapitel Haarpflege und Kosmetik, das im Anhang durch eine Liste mit Zusatzstoffen in Haarpflegemitteln ergänzt wird. In all diesen Kapiteln wird mit einigen Mythen und Legenden aufgeräumt.

Fazit:

Für mich persönlich ist hier wenig Neues zu erfahren gewesen, daher gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.11.2024

Hat mich diesmal nicht ganz überzeugt

Wiener Künstlermord
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In seinem dritten Kriminalroman lässt Michael Ritter im Dunstkreis der Wiener Secession ermitteln. Man schreibt das Jahr 1917 und der Erste Weltkrieg wird trotz der (halbherzigen) Bemühungen von Kaiser ...

In seinem dritten Kriminalroman lässt Michael Ritter im Dunstkreis der Wiener Secession ermitteln. Man schreibt das Jahr 1917 und der Erste Weltkrieg wird trotz der (halbherzigen) Bemühungen von Kaiser Karl, der nach dem Tod von Franz Joseph nun regiert, Frieden zu schließen, noch ein Jahr weitergehen und Tausende Opfer fordern.

Michael Sterner, einer der Künstler wird erstochen aufgefunden und eines seiner Kunstwerke, die Plastik einer bronzenen Gänse ist verschwunden. Blöderweise haben Sterner kurz zuvor mit dem Präsidenten der Secession lautstark gestritten, daher zählt er für den jungen Kommissar Hechter zu den Hauptverdächtigen.

Nun soll Kriminaloberinspektor Dr. Otto Fried, auf Drängen seines ehemaligen Schulfreundes und nunmehrigen Präsidenten der Wiener Künstlervereinigung Secession, Ferdinand Schmutzer, nur ungern nach. Zum einem ist er auf Urlaub und zum anderen hat sein junger Kollege Hechter den Fall als leitender Ermittler übertragen bekommen. Allerdings ist Dr. Fried schon ein wenig neugierig und stellt gemeinsam mit seinem ebenfalls beurlaubten Assistenten Novak, die eine oder andere Nachforschung auf eigene Faust an.

Gleichzeitig plagen ihn private Sorgen, denn Max, sein Schwiegersohn, ist eben aus dem Lazarett entlassen worden und zieht bei Dr. Fried und seiner Tochter Amalia ein. Im Schlepptau hat er Josef Wurmer, der ihm angeblich das Leben gerettet hat und sich dabei die Hände schwer verletzt hat. Dabei sind seine Hände sein größtes Kapital ist der ebenso Künstler wie der Tote.

Als Wurmer dann noch in einer Branntweinlaune erklärt, dass er und Sterner ein homosexuelles Verhältnis hatten, lenkt dies Dr. Frieds Überlegungen in eine ganz andere Richtung. Doch Hechter will von seinem Hauptverdächtigen nicht abrücken ...

Meine Meinung:

Dieser dritte Fall für Dr. Otto Fried hat mir nicht ganz so gut gefallen wie die beiden Vorgänger („Wiener Hochzeitsmord“ und „Wiener Machenschaften“).

Mir ist nicht ganz klar, warum Fried und Novak ihren Urlaub nicht abbrechen können. Die aktuell gültige Regelung, dass nicht konsumierte Urlaubstage mit Jahresende verfallen, wird es wohl nicht sein.

Bei ihren privaten Recherchen stolpern Fried und Novak ein bisschen durch die Geschichte. Tja, so ganz ohne die Helferleins im Büro, die für Akteneinsicht etc. geht es eben doch nicht. Hechter, zuvor noch ein sympathischer Kerl, zeigt nun Ehrgeiz und Ambitionen für höhere Weihen. Ob die Zusammenarbeit in Zukunft gut gehen wird?

Der zweite Handlungsstrang rund um Schwiegersohn Max, der ja schon im ersten Fall eine Rolle gespielt hat, sowie um Josef Wurmer hat mich da fast mehr interessiert. Die mehrfache Erwähnung der sauberen Verbände an seinen Händen hat mich auf seine Spur gelockt. Wurmer ist das, was man in Wien einen Strizzi nennt. Immer wieder in Geldnöten, ist er für Kartenspiel und Branntwein gerne zu haben. Rücksichtslos manipuliert er Max und nützt dessen Naivität und Vertrauen aus. Und ja, der Krieg bringt bei den meisten das Schlechteste zum Vorschein.

Ich bin schon neugierig, ob und wie es mit Dr. Otto Fried, seiner Tochter Amalia und Schwiegersohn Max weitergeht. Die nächsten Herausforderungen mit der Niederlage im Krieg, dem Zerfall der Donaumonarchie und der Spanischen Grippe stehen schon vor den Toren.

Fazit:

Nicht ganz so eloquent wie die beiden anderen Fälle, daher nur 3 Sterne.