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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Geht unter die Haut

Bis ans Meer
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Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren ...

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren Tochter Erika.
Im Januar 1945 muss Frieda mit ihrer kleinen Tochter bei bitterster Kälte aus ihrem Heimatort Brieg in Schlesien vor der Roten Armee fliehen. Karl, ihr Mann, ist an der Front. Doch sie haben geschworen, sich nach dem Krieg wiederzufinden. Doch Frieda wird dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen.
Jahrzehnte später begibt sich Friedas Enkelin auf Spurensuche und stößt auf eine Geschichte voller Dramatik.
Kurze Kapitel mit jeweils wechselnden Zeitsträngen geben der Handlung Spannung, die mit ihrem Fortschreiten immer mehr an Höhe gewinnt. Mit ihrer bildhaften Schreibweise ließ mich die Autorin sehr schnell in die Handlung eintauchen. Dabei hat mich ganz besonders das Schicksal der Hauptprotagonistin Frieda berührt. Wie sehr habe ich mit ihr mitgelitten, mitgebangt und mitgehofft. Und dabei auch so manche kleine Träne vergossen.
Die verschiedenen Charaktere sind eindrucksvoll und detailliert dargestellt. Unvorhersehbare Wendungen und Geschehen ließen mich diesen aufwühlenden Roman kaum aus der Hand legen. Denn schließlich musste ich ja wissen, wie sich die Story weiterentwickelt.
Dieser Debütroman der Autorin hat mir fesselnde und emotionale Lesestunden bereitet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine Lebensgeschichte, ergreifend und dramatisch

Nur ein kurzer Sommer
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Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt ...

Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt Vannes von den Deutschen besetzt. Genau zu dieser Zeit liegt die junge Anne-Marie in den Wehen und es scheint, dass sie die Geburt nicht überleben wird. Da kommt ihr gerade noch rechtzeitig der Wehrmachtarzt Helmut zu Hilfe und rettet Mutter und Kind das Leben. Im Laufe des Sommers kommen sich Anne-Marie und Helmut näher.
Abgelegen auf einer Waldlichtung lebt der 6jährige Emil mit seinen Eltern auf einem Bauernhof im Schwarzwald. Hier ist der Krieg weit entfernt. Er hilft seiner Mutter auf dem Hof und steht seinem blinden Vater zur Seite.
Erzählt wird dieser fesselnde Roman aus der Perspektive der verschiedenen Protagonisten. Dadurch erhielt ich eine breite Sichtweise und konnte mich in die Handlungen und Gedankengänge sehr gut hineinversetzen, zumal die einzelnen Charaktere vielschichtig von der Autorin angelegt und ausgearbeitet wurden. Deren Schicksale sind sehr gut nachvollziehbar und ergreifend. Die Wendungen der Geschichte sind nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung immer mehr steigt. Einmal angefangen, konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ich habe das Buch auf einen Rutsch regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Kapitel sind relativ kurz, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Freunden historischer Romane kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Beeindruckend

Das Vaterland
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Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben ...

Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben von den Ereignissen und Geschehen in Deutschland und der Veränderungen seit dem Regierungsantritt der Nazis im Januar, auf See nichts erfahren. Beschrieben werden die mannigfachen Reaktionen der Besatzung. Da gibt es über die bestehende Gewalt Ungläubigkeit und Widerstand, jedoch auch Sympathie für die Bewegung der Nationalsozialisten.
Ausführlich beschreibt der Autor das Verhalten des Kapitäns und der einzelnen Mitglieder seiner Mannschaft, nachdem sie das Schiff verlassen haben. Wie sie das Verhalten der Nazis und der Bevölkerung mit ihren Ängsten und den allgemeinen Wandel wahrnehmen. Auch wird der Alltag im Konzentrationslager Wittmor bei Hamburg bildhaft geschildert. Der Schreibstil ist dokumentarisch ausgearbeitet. Erschreckende Geschehen, die mir bisher unbekannt waren, werden glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Im Anschluss an den Roman gibt es noch eine interessante Biografie des Schriftstellers.
Dieses Pamphlet, wie Heinz Liepmann dieses Buch bezeichnet, hat mich tief beeindruckt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Ein großartiger Debütroman

Berchtesgaden
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Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der 19-jährigen Sophie Gruber, die im Frühjahr 1945, nach der Machtübernahme der Amerikaner, in Berchtesgaden eine Arbeit beim Military Government ...

Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der 19-jährigen Sophie Gruber, die im Frühjahr 1945, nach der Machtübernahme der Amerikaner, in Berchtesgaden eine Arbeit beim Military Government antritt. Sie arbeitet eng mit ihrem Chef, dem jüdischen Emigranten Frank Rosenzweig, zusammen. Dadurch erhält sie Einblick in die Kriegsgeschehen, die ihr bisher unbekannt waren und sie beginnt, zu hinterfragen. Mit dem schwarzen GI Sam erlebt sie ihre erste große Liebe.
Dieser penibel recherchierte Roman erzählt vom Ende der Naziherrschaft in Berchtesgaden und dem Neuanfang nach der Besetzung der US-Amerikaner. Es treffen hier die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Sieger und Besiegte, Täter und Opfer, sowie Mitläufer und Wendehälse. Realhistorische und fiktive Personen und Ereignisse sind gekonnt miteinander verwoben. Vielschichtig sind die einzelnen Protagonisten ausgearbeitet. Dadurch gelang es mir, in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen zu können.
Die Handlung, durch die Carolin Otto mit einem flüssigen und mitreißenden Schreibstil führt, ist sehr gut aufgebaut und nimmt in ihrem Verlauf kontinuierlich an Spannung zu. Dadurch fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Lediglich der Schluss des Buches ließ viele Fragen offen, bei denen ich sehr gerne gewusst hätte, wie es wohl weitergeht.
Diese fesselnde Geschichte, die teilweise unter die Haut geht, hat mir spannende Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine Frau muss sich behaupten

Wer aus dem Schatten tritt
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Nachdem ich bereits elf Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf das neue Buch dementsprechend groß. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Hochmotiviert tritt ...

Nachdem ich bereits elf Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf das neue Buch dementsprechend groß. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Hochmotiviert tritt die 26jährige Renate im Jahr 1958 ihre erste Stelle als Ärztin in der Hamburger Psychiatrie des Krankenhauses Ochsenzoll an. Doch sehr schnell muss sie feststellen, dass sie nicht überall willkommen ist. Für den Oberarzt Dr. Kleinschmidt sowie den Stationsarzt Dr. Lehmann gehört sie, wie alle Frauen, an den Herd und hat im Berufsleben nichts zu suchen. Beide Ärzte versuchen, Renate das Leben schwer zu machen, in der Hoffnung, sie so loszuwerden. Ein tragisches Ereignis in der Klinik lässt Renate Nachforschungen anstellen, durch das sie den Fußballspieler Matthias kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Wie alle Bücher von Melanie Metzenthin hat mich auch dieses bereits nach den ersten Seiten gefesselt. Mit Spannung habe ich Renates Eintritt in das Berufsleben verfolgt. Die Schikane, denen sie von ihren Kollegen ausgesetzt ist, sind nachvollziehbar und glaubwürdig. Auch die Stellung der Frau in den 1950er Jahren ist überzeugend beschrieben. Interessante Wendungen und Ereignisse machen die Handlung fesselnd, sodass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Frau Metzenthin führt mit einem bildhaften Schreibstil durch die perfekt recherchierte Geschichte.
Mich hat dieser Auftakt der neuen Reihe sehr berührt. Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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