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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2025

Macht betroffen

Sekunden der Gnade
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Obwohl mir das Cover leider überhaupt nicht gefallen hat (es erinnert mich irgendwie ein bisschen zu sehr an Science Fiction oder Dystopien), war der Inhalt dann umso besser.
Der Roman spielt im Boston ...

Obwohl mir das Cover leider überhaupt nicht gefallen hat (es erinnert mich irgendwie ein bisschen zu sehr an Science Fiction oder Dystopien), war der Inhalt dann umso besser.
Der Roman spielt im Boston der 1970er Jahre und ist dennoch so erschreckend aktuell.
Ich hatte so meine Probleme mit den ganzen Namen der Charaktere; es waren so viele, dass ich öfter zurückblättern musste, um wieder zu wissen, wer wer war. Auch die Dialoge waren teilweise etwas anstrengend zu lesen, weil sie sehr abgehackt geschrieben sind.
Dafür hat mich der Inhalt sofort gepackt. Lehane hat es in diesem Roman geschafft, den Rassismus und die Kriminalität in den USA so erschreckend nah zu thematisieren, dass ich das Lesen mehrmals unterbrechen musste.
Es ist ein ehrlicher, ein berührender, ein wachrüttelnder, ein brutaler Roman. Keine leichte Kost, aber definitiv etwas ganz Besonderes.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Spannende, aber komplexe Einblicke

Welt in Aufruhr
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Herfried Münkler hat hier ein Buch geschrieben, das nicht nur umfassend, sondern auch sehr aktuell und gut recherchiert ist.
Es ist durchweg spannend zu lesen, wenn auch sehr komplex und anspruchsvoll ...

Herfried Münkler hat hier ein Buch geschrieben, das nicht nur umfassend, sondern auch sehr aktuell und gut recherchiert ist.
Es ist durchweg spannend zu lesen, wenn auch sehr komplex und anspruchsvoll geschrieben. Für Menschen mit Hintergrundwissen sicher leichter zu lesen, ich habe an manchen Stellen Sachverhalte nachschlagen müssen. Dennoch sehr informativ, warum die aktuelle geopolitische Lage sich so entwickelt, wie sie es derzeit tut. Münklers Analyse ist präzise, mittendrin haben sich die geschichtlichen Kapitel etwas in die Länge gezogen. Münkler legt sehr sachlich die aktuelle SItuation dar und erläutert die Hintergründe und Bezüge.
Ich kann das Buch allen weiterempfehlen, die ihr schon bestehendes Wissen weiter vertiefen möchten. Für den Einstieg in das Thema Geopolitik gibt es sicher einfachere, weil oberflächlichere Bücher.

Veröffentlicht am 02.02.2025

War dringend notwendig!

Das Ende der Unsichtbarkeit
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Hami Nguyen schafft es, persönliche Erfahrungen und geschichtliches Hintergrundwissen miteinander zu verknüpfen. Sie erzählt von ihren Eltern, der Viet-Community in der DDR und später im vereinigten Deutschland. ...

Hami Nguyen schafft es, persönliche Erfahrungen und geschichtliches Hintergrundwissen miteinander zu verknüpfen. Sie erzählt von ihren Eltern, der Viet-Community in der DDR und später im vereinigten Deutschland. Vom Aufwachsen in Deutschland, ihrer Schul- und Studienzeit. Wie es sich anfühlt, immer als fremd und nicht zugehörig angesehen zu werden. Sie berichtet von den rassistischen Anschlägen in Hoyerswerda und Rostock.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen, der Schreibstil war flüssig und es hat mir an vielen Stellen die Augen geöffnet und Informationen zur viet-deutschen Community gegeben, die ich bisher noch nicht kannte.
Nguyens Buch hilft, den Alltagsrassismus noch stärker zu identifizieren und sich der Privilegien, die man als weiß gelesene Person und Teil der Dominanzgesellschaft genießt, weiter bewusst zu werden.
Sollte jede*r gelesen haben!!

Veröffentlicht am 02.02.2025

Feeling Blue

Blue Sisters
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Blue Sisters knüpft sprachlich an Cleopatra & Frankenstein an. Genauso gehaltvoll, schön, sprachgewandt. Der Roman hat mich durchgehend emotional gemacht.
Das Cover ist mindestens genauso schön. Ich hab ...

Blue Sisters knüpft sprachlich an Cleopatra & Frankenstein an. Genauso gehaltvoll, schön, sprachgewandt. Der Roman hat mich durchgehend emotional gemacht.
Das Cover ist mindestens genauso schön. Ich hab mir immer vorgestellt, Nicky dort zu sehen.
Und auch der Titel ist perfekt gewählt: zum einen der Name Blue und zum anderen das englische Idiom "feeling blue", wenn man traurig ist. Einfach sprachlich schön!
Wir begleiten Lucky, Bonny und Avery, wie sie mit dem Verlust ihrer Schweter Nicky umgehen. Gleichzeitig werden Thematiken wie z.b. Suchtverhalten aufgegriffen. Das Buch tat weh beim Lesen und doch war es ein Kunstwerk.
Einzige Kritik ist, dass ich mich nicht so richtig mit den Schwestern identifizieren konnte. Ich konnte sie verstehen und gleichzeitig auch nicht.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie großartig Coco Mellors mit Worten umgehen kann. An manchen Stellen so sacht und zart und dann wieder so bildgewaltig. Mochte ich richtig gerne!

Veröffentlicht am 02.02.2025

Guter Auftakt, aber nicht überragend

Föhnlage
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Erster Fall für Kommissar Jennerwein und der Beginn einer großartigen Alpenkrimireihe.

Nach Rita Falk mein zweiter Alpenkrimi-Autor und so komplett anders als die Eberhofer-Reihe. Spannung und gleichzeitig ...

Erster Fall für Kommissar Jennerwein und der Beginn einer großartigen Alpenkrimireihe.

Nach Rita Falk mein zweiter Alpenkrimi-Autor und so komplett anders als die Eberhofer-Reihe. Spannung und gleichzeitig auch Witz mit einem etwas zynischen und kauzigen Hauptkommissar, den man aber trotzdem oder gerade deswegen sofort ins Herz schließt.

Ein idyllischer und nicht namentlich genannter Kurort in den bayerischen Alpen wird Schauplatz eines grausamen Unfalls. Oder eines Mordes? Oder eines Selbstmordes? Ein Mann stürzt während eines Konzerts von der Decke ins Publikum. Zwei Toten sind die Folge. Zu Beginn des Romans scheint vieles unklar. Doch Kommissar Jennerwein trotzt dem voralpenländischen Föhn und dem häufig etwas unkooperierenden und mafiösen Bestatter-Ehepaar Grasegger. Gemeinsam mit seinem Team, das aus vielen unterschiedlichen Typen besteht, macht er sich an die Lösung des Falls.

Manchmal etwas zu viele Handlungsstränge, was das Lesen teilweise anstrengend macht. Schön dafür ist der bayerische Dialekt und die verschiedenen Charaktere, die die Ermittlung erst richtig realistisch wirken lassen.

Insgesamt manchmal etwas langatmig, aber das Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall. Guter Auftakt für eine Kultreihe aus dem bayerischen Voralpenland.