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Veröffentlicht am 07.03.2025

Neues aus Würzburg

Mainsturm
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„Mainsturm“ von Anja Mäderer ist mein fünfter Frankenkrimi der Autorin, der vierte aus der „Main-Reihe“ um die Kommissare Nadja Gontscharowa und Peter Steiner, den ich mit Freude gelesen habe. Worum geht ...


„Mainsturm“ von Anja Mäderer ist mein fünfter Frankenkrimi der Autorin, der vierte aus der „Main-Reihe“ um die Kommissare Nadja Gontscharowa und Peter Steiner, den ich mit Freude gelesen habe. Worum geht es?
An einem geschichtsträchtigen Ort in der Würzburger Altstadt wird ein weiblicher Leichnam entdeckt, dem schon bald weitere folgen sollen. Schnell steht fest, es handelt sich um Emily, eine Doktorandin der Geschichte.
Das Opfer scheint auf der Suche nach einer verschollenen Figur von Tilman Riemenschneider gewesen zu sein und forschte zu seiner Rolle im Bauernkrieg. In Würzburg fanden die kämpferischen Auseinandersetzungen ab Mai 1525 statt, also vor 500 Jahren. Riemenschneider war damals ein bedeutender Künstler, Bürgermeister und Freiheitskämpfer. Ein faszinierendes Gedankenspiel, denn diesen Fund gibt es natürlich nicht.
Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Der Krimi ist akribisch recherchiert und strotzt vor fachlichen Details. Das geht ein bisschen zu Lasten der Spannung.
Über das Wiedersehen mit Nadja und Peter habe ich mich gefreut. Auch die Rechtsmediziner Lars und Nepomuk, genannt Mukki, sind wieder mit von der Partie.
Schließlich ist die Tatperson überführt und zwei mögliche Epiloge beenden die Geschichte.

Fazit: Fall Nr. 4 für Nadja Gontscharowa und Peter Steiner. Atmosphärischer Krimi mit viel Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Wiedersehen macht Freude, oder?

Der Wolf im dunklen Wald
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„Die Sehenden und die Toten“ von Sia Piontek, der erste Fall für Hauptkommissarin Carla Seidel, habe ich gern gelesen und auch „Der Wolf im dunklen Wald“ überzeugt. Worum geht es?
Heiko von Boenning ist ...


„Die Sehenden und die Toten“ von Sia Piontek, der erste Fall für Hauptkommissarin Carla Seidel, habe ich gern gelesen und auch „Der Wolf im dunklen Wald“ überzeugt. Worum geht es?
Heiko von Boenning ist mit Frau und Sohn ins Wendland zurückgekehrt. Um das Wiedersehen mit seinen alten Schulfreunden zu feiern, hat er zu einer großen Gesellschaftsjagd eingeladen.
Thomas Winkels, einer von den vier alten Freunden, wurde während der Jagd ermordet, mit sieben Messerstichen, quasi hingerichtet.
Carlas Tochter Lana war mit ihrem Freund Fabian ebenfalls in dem Wald, heimlich. Dort haben sie einen Wolf beobachtet. Vielleicht sogar noch mehr?
Ein weiterer Mord geschieht. Hängen die Taten zusammen? Carla und ihr Team ermitteln. Jede Menge Verdächtige. Aber, wer hat ein Motiv?
„Der Wolf im dunklen Wald“ ist spannend und unterhaltsam, herausfordernd und anspruchsvoll. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil mit einer ganz eigenen Atmosphäre.
Über das Wiedersehen mit Carla und ihrer Tochter Lana habe ich mich gefreut. Auch, wenn Carla bei der ersten Gelegenheit wieder zur Flasche greift.
Am Ende fragt man sich, wie es mit Carla und Paul sowie Lana und ihrem Vater weitergeht. Gerne werde ich auch die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Fall Nr. 2 für Carla Seidel. Vielschichtig und spannend!

Veröffentlicht am 21.02.2025

Familia ante omnia

Felsengrund
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„Meeresfriedhof“ von Aslak Nore hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch Band 2 der Trilogie, „Felsengrund“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Die Falcks sind eine ...


„Meeresfriedhof“ von Aslak Nore hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch Band 2 der Trilogie, „Felsengrund“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Die Falcks sind eine der mächtigsten Familien Norwegens. Jetzt geht die Falck-Saga in die zweite Runde. Neuer, geopolitisch wichtiger Schauplatz ist Spitzbergen.
Norwegen 2016: Longyearbyen auf Spitzbergen. Ein Russe wurde vergiftet. Seine letzten Worte: »Wir haben jemanden innerhalb der SAGA.« Ein Maulwurf in der Falck-Familie?
Kurz darauf ist Sasha Falck als SAGA-Direktorin Geschichte. Auch ihr Anwesen auf Rederhaugen, Oslo, muss die Familie räumen. Denn Hans Falck, vom Bergenser Zweig der Familie, kann beweisen, dass Sasha das Testament ihrer Großmutter verbrannt hat. Veras Sohn Olav, Sashas Vater, stammt nicht in direkter Linie von Store-Thor ab, ist somit nicht erbberechtigt.
Sasha sinnt auf Rache. Um die Aktienmehrheit an SAGA zurück zu gewinnen, will sie Connie, eine entfernte Cousine, ihren Grundbesitz auf Spitzbergen abkaufen. Der Verkauf soll laut Vereinbarung in Aktienanteile an SAGA gewandelt werden. Fünfzig Aktien, 5 Prozent. Damit hätte der Osloer Zweig die Mehrheit.
„Felsengrund“ ist spannend und unterhaltsam. Wie schon in „Meeresfriedhof“ geht es um politische Machenschaften, geheimdienstliche Aktivitäten. Macht und Geld. Sehr viel Geld. Verbotene Liebe. Intrigen und Verrat. Und am Ende wird auch wieder ein Familiengeheimnis gelüftet. Felsengrund ist hochpolitisch und brandaktuell, geht es doch auch um den Libanon und Gaza.
Und so freue ich mich schon auf »Schattenfjord«, der dritte Teil der Falck-Saga, der im Frühjahr 2026 erscheinen soll.

Fazit: Fesselnde Fortsetzung einer Trilogie aus Norwegen. Fast so gut wie der Vorgänger, aber eben nur fast.

Veröffentlicht am 03.02.2025

Gerechtigkeit durch Mord?

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Die Krimis und Thriller von Arno Strobel haben mal mehr mal weniger überzeugt. „Mörderfinder - Das Muster des Bösen“ ist bereits der fünfte Fall für Fallanalytiker Max Bischoff. Dennoch handelt es sich ...


Die Krimis und Thriller von Arno Strobel haben mal mehr mal weniger überzeugt. „Mörderfinder - Das Muster des Bösen“ ist bereits der fünfte Fall für Fallanalytiker Max Bischoff. Dennoch handelt es sich um einen eigenständigen Roman, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Worum geht es?
Max und Handschriftenexperte Marvin Wagner stehen vor der Eröffnung ihrer gemeinsamen Detektei WaBi Investigations, als in Düsseldorf ein kleiner Junge entführt und tot aufgefunden wird. Sein Vater, ein Richter, hatte einen Täter, der Kinder sexuell belästigt hat, mit einer Bewährungsstrafe davonkommen lassen.
„Mörderfinder 5“ ist spannend und unterhaltsam Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Der Täter scheint religiös verblendet und findet seine Opfer auf einer Website im Darknet, die Richterinnen und Richter an den Pranger stellt.
Schuldig an der Gesellschaft! Es geht um Gerechtigkeit und wie sozialromantische Richter damit umgehen. Arno Strobel spart in seinem Thriller nicht mit Gesellschaftskritik: Viel zu oft kümmert sich der Staat mehr um die Täter, als um die Opfer.
Triggerwarnung: „Mörderfinder - Das Muster des Bösen“, ist auch ein Buch, das Gewalt und Missbrauch thematisiert.

Fazit: Fesselnder Thriller, der lange nachhallt.

Veröffentlicht am 03.02.2025

Schuldig oder nicht schuldig?

Der zweite Verdächtige
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„Der zweite Verdächtige“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker, der fünfte und vermutlich letzte Justiz-Krimi um den Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer, habe ich gern ...


„Der zweite Verdächtige“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker, der fünfte und vermutlich letzte Justiz-Krimi um den Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer, habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Rocco steht vor einem Rätsel: Sein Mandant Jan Staiger soll in einem Berliner Nachtclub einen Bekannten mit Liquid Ecstasy umgebracht haben. Staiger beteuert seine Unschuld, und auch für Jarmer deutet nichts auf eine vorsätzliche Tat hin. Also ein Unfall?
Als es ein weiteres Opfer mit demselben Modus Operandi gibt, liegen plötzlich belastende Beweise gegen Staiger vor. Hat da jemand nachgeholfen, Zeugen zu einer Falschaussage genötigt und Beweise gefälscht?
Das Buch gliedert sich in vier Teile. Der Schwerpunkt liegt auf dem Prozess. Dieser Teil hat mich am meisten gefesselt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Nichts ist, wie es scheint.
Florian Schwiecker präsentiert als ehemaliger Strafverteidiger wieder interessante Einblicke in die Tätigkeit eines Rechtsanwalts und in seine Arbeit vor Gericht. Vor allem Zeugenvernehmungen stellt der Autor realistisch dar.
„Der zweite Verdächtige“ ist ein Buch, das queere Schicksale und korrupte Ermittler thematisiert. Einige Abschnitte und Fakten machen den Leser stutzig. Auch, wenn vieles vorhersehbar ist, ist das Buch interessant. Das Ende hat mich schockiert.

Fazit: Fall Nr. 5 für Eberhardt & Jarmer. Spannend!