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Veröffentlicht am 04.02.2025

Leider nur so mittelmässig

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ende des 19 Jahrhunderts verbringt die 19-jährige Inez fast ihr ganzes Leben bei ihrer Tante. Ihre Mutter und ihr Vater sind die meiste Zeit in Ägypten, wo sie mit ihrem Onkel das Land erforschen. Doch ...

Ende des 19 Jahrhunderts verbringt die 19-jährige Inez fast ihr ganzes Leben bei ihrer Tante. Ihre Mutter und ihr Vater sind die meiste Zeit in Ägypten, wo sie mit ihrem Onkel das Land erforschen. Doch eines Tages erhält Inez eine Brief, der sie zutiefst erschüttert: Ihre Eltern sind verschwunden und ihr Onkel ist sich sicher, dass beide tot sind.
Kurzerhand reist Inez nach Ägypten, wo schon der Helfer ihres Onkels Whitford - kurz Whit - auf sie wartet, um sie wieder zurückzuschicken. Doch dieser hat nicht mit Inez und ihrer Sturheit gerechnet. Sie wird erst gehen, wenn sie Antworten hat.

Auf „What the River knows“ habe ich mich sehr gefreut. Schon seit meiner Kindheit war ich vom Alten Ägypten fasziniert UND ich liebe das viktorianische Zeitalter, in dem das Buch angesiedelt ist, passt perfekt. Durch Napoleons Kriege waren die viktorianischen Adeligen besessen von Ägypten - so wie Inez’ Eltern, die die Handlung des Buches in Fahrt bringen. Und was soll ich sagen? Die Handlung plätschert trotz mancher Action Szene vor sich hin. Andauernd läuft Inez davon oder widersetzt sich und da das in der ersten Hälfte des Buches vier oder fünf Mal passiert, war ich schnell gelangweilt. Die Action-Szenen waren dann auch sehr Indiana Jones mäßig (Stichwort: Krokodil) und leider auch seltsam (Stichwort: Erster Kuss).
Inez und Whit sind beides Charaktere, die ich nicht wirklich mochte: Inez macht einfach nichts, was man von ihr verlangt und ist dermaßen hirnlos, dass sie mich genervt hat. Ein bisschen mehr Weitsicht hätte ihr nicht geschadet. Whit ist zu perfekt: Groß, Gutaussehend, Reich, Gebildet und ein guter Kämpfer. Sein einziger „schlechter Charakterzug“: Er ist schon etwas alkoholabhängig, außer wenn Inez es stört, da ist er dann ganz schnell trocken, um dann wieder rückfällig zu werden.
Zwei bzw drei Twists haben mir im Buch gut gefallen und deswegen werde ich auch noch Band 2 lesen.


Und BITTE! Lieber Verlag, Korrigiere die Karte! 
Ich habe schon eine Mail geschrieben, dass Unterägypten praktisch „oben“ ist (am Meer) und Oberägypten unten. Wie kann bei so einer kleinen Karte so ein gravierender Fehler passieren?!

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Schwierig

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin
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Rin ist eine Waisin, die bei einem Vormund aufwächst, der die junge Frau am liebsten gestern gewinnbringend verheiraten würde. Um diesen Schicksal zu entgehen, arbeitet sie hart, damit sie an der Militärakademie ...

Rin ist eine Waisin, die bei einem Vormund aufwächst, der die junge Frau am liebsten gestern gewinnbringend verheiraten würde. Um diesen Schicksal zu entgehen, arbeitet sie hart, damit sie an der Militärakademie aufgenommen wird. Doch damit entkommt sie nur den Heiratsmarkt, nicht abder den Schrecken von Krieg und Zerstörung…

„Im Zeichen der Mohnblume“ ist der erste Teil der Trilogie über die Waisin Rin - und obwohl es ein erster Teil ist, geizt dieser nicht mit extremen Szenen und Gewalt. Ich musste ein paar mal schlucken, da extreme Situationen beschrieben wurde, die ja, passend für eine Erzählung ist, die eine Mischung aus feudalem Asien (nicht direkt China) und den Schrecken des 2. Weltkrieges in sich vereinen will. Der Fantasy-Aspekt ist gegeben, aber sehr gering.

Auch Rin ist eine Protagonistin, die man mag oder nicht. Sie ist ambivalent. Nicht direkt sympathisch, aber auch ein Charakter, deren Handlungen man gut nachvollziehen kann.

Es ist echt schwer eine Empfehlung für so ein Buch auszusprechen. Hier gilt: Einfach lesen und wenn es zu brutal wird, abbrechen.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Zwiegespalten ...

Coven of Bones - Mein Verrat ist dein Schicksal
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Die junge Hexe Willow wurde von ihrem Vater darauf trainiert, den Hexenzirkel zu vernichten, der Schuld am Tod ihrer Tante ist und vor dessen unangemessenen Praktiken ihre Mutter sie beschützen wollte. ...

Die junge Hexe Willow wurde von ihrem Vater darauf trainiert, den Hexenzirkel zu vernichten, der Schuld am Tod ihrer Tante ist und vor dessen unangemessenen Praktiken ihre Mutter sie beschützen wollte. Das weiß der Direktor Alaric Thorne allerdings nicht, als der Untote sie an die Akademie holt, damit sie als Erbin ihren Platz einnimmt. Ebenso wenig, wie sehr ihn die kleine Hexe reizen wird …

„Coven of Bones“ ist eine Dark Romantasy. Das will ich als erstes betonen. Weniger brutal, aber schon mit einigen Sexszenen, die für meinen Geschmack gerade noch im Rahmen von Konsens verliefen.

Generell finde ich das Buch aber sehr schwierig zu bewerten: Einerseits ist die Stimmung genau das, was ich mir wünsche und seitenweise war ich richtig angefixt, dann gab es aber wieder Szenen, die ich unpassend oder unlogisch fand. Grey (der meisten Direktor Thorne, aber dann auch wieder Alaric genannt wird) taumelt konstant zwischen erregt wie ein Teenie, eiskalt, besessen und beschützend umher. Hier hätte ich mir einfach gewünscht, dass er eine Charakterentwicklung durchmacht und nicht einfach von Szene zu Szene eine andere Persönlichkeit besitzt.
Apropos: Willow ist da nicht ähnlich, zudem verliert sie immer praktisch dann ihre immensen Kräfte, damit Thorne sie dominieren kann. Ich hätte so gerne gesehen, wie sie mit ihm den Boden aufwischt. Das hätte der Love. Story doch keinen Abbruch getan, sondern ihr noch mehr Tiefe verliehen. Verpasstes Potential …

Das Worldbuilding mit Hexen und Hüllen (Dämonen in „menschlicher“ Form, die sie praktisch zu Vampiren macht) und dem untoten Covenant von Skeletten fand ich interessant, auch wenn es mir zu den verschiedenen Hexenstämmen zu wenig Information gab. Hier MUSS Band 2 nachlegen!

Mein Fazit: Das Buch war ab und zu sehr verwirrend, aber die Stimmung und das Worldbuilding waren interessant. Letzteres, aber auch der Love Interest müssen unbedingt im zweiten Teil ausgebaut werden.

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Lang lebe die Schurkin

Long Live Evil
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Ich mag Isekai.
Was Isekai sind? 
Das ist ein Anime/Manga/Manhwa etc Genre, in dem die handelnde Person von unserer Welt in eine fremde Welt geworfen wird. Inu Yasha ist ein sehr bekanntes Beispiel, aber ...

Ich mag Isekai.
Was Isekai sind? 
Das ist ein Anime/Manga/Manhwa etc Genre, in dem die handelnde Person von unserer Welt in eine fremde Welt geworfen wird. Inu Yasha ist ein sehr bekanntes Beispiel, aber auch Sword Art Online, Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt oder Re:Zero. Ein Subgenre, was sich immer mehr auftut, sind die Isekai, in denen besagte Person als Bösewicht wiedergeboren wird: Overlord, My Next Life as A Villainess oder Eminence in the Shadows.
Und genau dieses Subgrenre liebe ich am meisten - und jaaa, es ist wohl offensichtlich, dass Long Live Evil auch dazuzählt, denn die krebskranke Rae wacht als Schurkin Rahella in dem Lieblingsbuch ihrer Schwester auf. Ganz kurz vor deren Exekution. Ab nun muss Rae lügen, betrügen und verführen, um zurück - und geheilt! - zu ihrer Schwester gelangen.

Die Prämisse ist also ganz nach meinem Geschmack, an der Ausführung hapert es etwas.
Wenn ich sage, dass es den Roman nicht geschadet hätte, wenn er New Adult gewesen wäre, dann meine ich nicht, dass Spice dem ganzen gut getan hätte, sondern eine etwas erwachsenere Protagonistin.
(Anmerkung nach Schreiben der Rezension: Ich habe auf der Seite der Autorin rausgefunden, dass das Buch als Adult vermarktet wird. Das finde ich doch sehr seltsam, weil Rae einfach wie ein Teenager wirkt. Aufgrund ihrer Krankheit hängt sie sehr an ihrem Teeanger-Cheerleader-Ich, welches sie nostalgisch verklärt. Aber auch ihre Sprache und Handlung sind sehr teeniehaft - und deshalb musste ich soooo oft mit den Augen rollen.)

Auch fühlt sich das Buch „veraltet“ an. Bei einer Rezi, die ich auf Goodreads gelesen habe, um meine Eindrücke besser in Worte zu fassen, meinte jemand, dass es wie 2012 wirkt. Die feministischen und queeren Ansätze sind da, aber noch sehr zahm, ebenso die Kritik am Purity Cult. Ich hätte mir da Rage gewünscht!

ABER moment!
Eines muss ich sagen: Auch wenn der Start sehr holprig war, habe ich die Geschichte nach ein paar hundert Seiten dann doch gerne gelesen. Die Charaktere sind interessant und ich will einfach wissen, ob und wie Rae es schafft in dieser Welt zu leben.


Von mir gibt es gerade noch 3 von 5 Sternen und ich werde weiterlesen.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Zwiegespalten

Psyche und Eros
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Eigentlich bin ich ein großer Fan von Greek Mythology Retellings, aber dieses hat es mir echt schwer gemacht, obwohl ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Doch von vorne:

Psyche und Eros Geschichte ...

Eigentlich bin ich ein großer Fan von Greek Mythology Retellings, aber dieses hat es mir echt schwer gemacht, obwohl ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Doch von vorne:

Psyche und Eros Geschichte geht meist etwas unter, obwohl sie großes Potential hat: Sie die Sterbliche, er der Gott. Ihre Liebe ist nicht nur verboten, sondern auch unmöglich.

Weder Eros, noch Psyche hatten viel Persönlichkeit, obwohl die Geschichte aus beiden Sichten erzählt wird. Es war sehr unpersönlich. Hinzu kommt, dass die Geschichte groooooße Zeitsprünge macht und deshalb Beziehungen überstürzt und unausgereift wirken.

Ein anderer Kritikpunkt war, dass sehr viel am den anderen Mythen und Figuren der griechischen Mythologie geändert wurde und ich ständig das Gefühl hatte, mich an Mythen falsch zu erinnern. Sehr schade.

Alles in allem ein guter Roman, aber nicht meins ...

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