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Veröffentlicht am 09.06.2025

Don't Stop Believin

Das Versprechen eines Sommertags
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„Liebesgeschichten im Alltag haben unterschiedliche Happy Ends. Manche dauern ein ganzes Leben, überstehen jeden Sturm, und andere enden mit Respekt und hoffentlich Freundschaft.“ (S. 419)
Isabelle und ...

„Liebesgeschichten im Alltag haben unterschiedliche Happy Ends. Manche dauern ein ganzes Leben, überstehen jeden Sturm, und andere enden mit Respekt und hoffentlich Freundschaft.“ (S. 419)
Isabelle und Stefan sind seit 15 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, doch seit einiger Zeit kriselt es. Während sich Isa neben der Arbeit im gemeinsamen Immobilienbüro auch um Haushalt und Kinder kümmert, zieht sich Stefan immer mehr zurück. Er will eine Beziehungspause, der Sommerurlaub wird gestrichen. Da laden Isas Eltern zu ihrer vorgezogenen Goldenen Hochzeit auf ihre Finca nach Mallorca ein, in er sie früher jeden Sommer verbracht haben. Natürlich sagen sie ja. Während Stefan hofft, dass sie bei der Gelegenheit Isas Eltern endlich von der Trennung erzählen, denkt die, dass sich alles wieder einrenkt.
Aber dann bringt ihr Bruder Daniel seinen besten Freund Ben mit. Isa hat mit ihm im Sommer vor 15 Jahren einem Roadtrip gemacht, dabei hatten sie sich versprochen, sich nach seinem Jahr im Ausland eine gemeinsame Zukunft aufzubauen ...

„Das Versprechen eines Sommertags“ ist kein so leichter, heiterer Sommerroman, wie es das Cover vermuten lässt. Isas Beziehungskrise, die sie um jeden Preis geheim halten will, spitzt sich immer mehr zu. Stefan sondert sich auf Mallorca weiter von der Familie ab, die Kinder beginnen, Fragen zu stellen. Daniel und Ben springen oft ein, um sie abzulenken. Und Isas Eltern, deren so lange, glückliche Ehe ihr Vorbild ist, scheinen auch etwas zu verheimlichen.

Ich konnte mich gut in Isa hineinversetzen und habe sie für ihren Langmut bewundert. Während sie sich nach Arbeit zu Hause um alles kümmert und dabei oft verzweifelt, lässt sich Stefan höchstens am Wochenende dazu herab, etwas mit ihnen zu unternehmen.
Und nun ist da Ben, immer freundlich, nett und zugewandt. Er macht Isa vorsichtige Komplimente und erinnert sie daran, wie sie sich ihr Leben eigentlich vorgestellt hatte. Sie wollte Künstlerin werden, hatte viel und gut gezeichnet, doch dafür hat sie schon lange keine Zeit mehr. Jetzt stellt sich ihr plötzlich die Frage, ob es mit Anfang 40 wirklich schon zu spät ist, um noch einmal neu anzufangen?!

Elena Sonnberg hat eine berührende, traurig und schöne Geschichte über einen Sommer voller Umbrüche und Entscheidungen geschrieben, die sich um Liebe, Familie, Zusammenhalt und Geheimnisse dreht. Die tolle Kulisse Mallorcas mit Bergen und Meer, sommerlicher Stimmung und köstlicher Kulinarik lädt dabei zum Träumen und Genießen ein.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Wenn auch die beste Medizin nicht mehr helfen kann

Prost, auf den Doktor
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Das Treffen der Hamburger und Traunsteiner Motorradclubs findet ausgerechnet auf einer Wiese vor Brunngries statt. Während die Hamburger Rocker noch echte Handwerker und Arbeiter sind, sind die Traunsteiner ...

Das Treffen der Hamburger und Traunsteiner Motorradclubs findet ausgerechnet auf einer Wiese vor Brunngries statt. Während die Hamburger Rocker noch echte Handwerker und Arbeiter sind, sind die Traunsteiner sonntagsfahrende Besserverdienende, die vor allem ihre teuren Maschinen vorführen wollen. Und weil das Übernachten im Zelt nicht mehr zu ihrem Lebensstil (und Alter) passt, haben der Arzt Sebastian Burgegger und sein Freund, der Anwalt Heiko Fricke, heimlich Gästezimmer im Krause gebucht. Doch das unauffällige Zurückkehren am nächsten Morgen scheitert. Burgegger liegt mit durchgeschnittener Kehle im Bett. Verdächtig sind alle und keiner. Es gab immer wieder Differenzen zwischen den Clubmitgliedern, aber ein schlüssiges Mordmotiv finden Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink nicht. Außerdem lebt Burgegger in Scheidung und auch seine Praxis lief wohl nicht ganz so toll, wie er es nach außen dargestellt hat. Doch seine Fast-Ex-Frau hat ein gutes Alibi und bis auf einen wütenden Patienten, dessen Fall allerdings schon Jahre zurückliegt, ist da auch nicht zu holen.

Tischler und Fink müssen unter erschwerten Bedingungen arbeiten: Tischlers Hightech-Kaffeemaschine ist kaputt und der Herzhafte von Brunello aus Luises Filterkaffeemaschine natürlich keine Alternative. Wenigstens hängt ihnen Polizeioberrat Schwenk diesmal nicht im Nacken, so dass sie in Ruhe „in alle Richtungen“ ermitteln können. Dabei kommen sie einem prekären Geheimnis des Toten auf die Spur. Hat sein Mord etwa damit zu tun?!

Zudem hat sich Tischlers ehemalige Münchner Kollegin, Hauptkommissarin Anne Reusch, nach Traunstein versetzen lassen, und er begrüßt sie mit einem riesigen Blumenstrauß. Wird Britta etwa untreu? Wenigstens seine Liebe zu Dackeldame Resi ist ungeteilt. Inzwischen spottet der Stammtisch im Krause schon, wann sie endgültig zu ihm zieht.

Ich mag, wie es in der Reihe menschelt und sich Beziehungen und Personen weiterentwickeln. Fink gibt Tischler immer mehr Kontra und zeigt, dass er nicht umsonst Polizist geworden, sondern ein richtig guter Ermittler ist, wenn Tischler ihn lässt. Er entdeckt wichtige Hinweise zur Lösung des Falls und überflügelt seinen Chef bei den Verfolgungsjagden. Auch sein Modegeschmack wird besser, ich sage nur: Trachtenjanker ade.
Tereza und Nori köcheln derweil unbehelligt ein ganz spezielles Süppchen. Ob das auf Dauer gut geht?

Friedrich Kalpenstein hat mit „Prost, auf den Doktor“ wieder sehr unterhaltsame und spannende Cosy Crime geschaffen. Ich freue mich auf weitere Bände.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Kontrolle und Vertrauen

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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„Früher war ich ein Student Athlete mit Topnoten. Früher hatte ich alles unter Kontrolle. Früher habe ich nach Spitzenleistungen gestrebt. Jetzt versuche ich nur noch, explosive Misserfolge zu vermeiden.“ ...

„Früher war ich ein Student Athlete mit Topnoten. Früher hatte ich alles unter Kontrolle. Früher habe ich nach Spitzenleistungen gestrebt. Jetzt versuche ich nur noch, explosive Misserfolge zu vermeiden.“ (S. 21)
Scarlett ist im dritten Studienjahr an der Stanford University und Leistungssportlerin im Wasserspringerin. Vor 15 Monaten hat sie sich bei einem Wettkampf schwer verletzt. Körperlich ist sie längst wieder fit, aber ihr Kopf steht ihr im Weg, wenn sie einen Delphinsprung machen soll. Auch ihre schulischen Leistungen lassen zu wünschen übrig, dabei braucht sie braucht Bestnoten für das Medizinstudium. Und ihr Liebesleben liegt schon lange brach. Sie ist in Lukas verliebt, den besten Schwimmer Stanfords, der mit Disziplin und Leichtigkeit sämtliche Rekorde bricht und eine Goldmedaille nach der anderen erringt. Leider ist er der Freund ihrer Teamchefin Pen, aber dann trennen sie sich, weil sie sexuell nicht harmonieren. Als Pen erfährt, dass Scarlett auf die gleichen Kinks wie Lukas steht, kommt sie auf die Idee, sie für unverbindlichen Sex zu verkuppeln.

Scarlett bleibt gern für sich, ist sehr kopflastig, kann schlecht abschalten und hat neben dem Sprungunfalltrauma auch noch eines aus ihrer Kindheit zu verarbeiten. Sie galt als absolutes Sporttalent, jetzt hat sie Angst, ihren Platz in der Mannschaft zu verlieren.
Lukas ist das genau Gegenteil, der erfolgreichste Sportler der Uni, Mittelpunkt jeder Party, sieht wahnsinnig gut aus, hat viele Freunde – und einen entzückenden schwedischen Akzent, der nicht nur Scarlett schwach werden lässt. Außerdem ist er ein guter Teamführer, nimmt stets auf andere Rücksicht und will, dass sich alle wohl fühlen.
Wider Erwarten werden sie wirklich Sex-Partner. Das Zusammensein nach festen Regeln gibt ihnen die Freiheit und Auszeit von Alltagswahnsinn, die sie brauchen. Doch dann kommt es zu Missverständnissen und ihre Verbindung bleibt nicht ganz so unverbindlich, wie es geplant war.

„Deep End“ verbindet das MINT-Setting mit sehr spicy Sports Romance. Scarlett und ihre MitstudentInnen sind nicht nur hervorragende Sportler, sondern streben auch wissenschaftliche Karrieren an. Dabei die Balance zu halten, fällt ihnen nicht immer leicht und erfordert ausgeklügelte und genau aufeinander abgestimmte Trainings- und Unterrichtspläne. Ich fand es faszinierend, mit welcher Leichtigkeit Ali Hazelwood diese Aspekte in die Handlung einbaut und einen genauen Einblick ins Wasserspringen und die Wettkämpfe gibt. Sie schafft es, dass es trotzdem nie langweilig wird. Ganz im Gegenteil, ich habe die 554 Seiten an nur zwei Tagen inhaliert. Ali Hazelwood schreibt gewohnt witzig, spannend und sehr unterhaltsam. Nur die Sexualpraktiken waren nicht immer meins, aber es müssen ja nicht alle auf das Gleiche stehen.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Der letzte Beweis

Salute - Die letzte Fahrt
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„Tote in Ihrem Café, Sie finden Tote im Wasser… und weil das nicht reicht, kleben Ihre Fingerabdrücke auf Mordwaffen. … Es bleibt stets ein Beigeschmack, ob Sie nicht doch etwas damit zu tun haben.“ (S. ...

„Tote in Ihrem Café, Sie finden Tote im Wasser… und weil das nicht reicht, kleben Ihre Fingerabdrücke auf Mordwaffen. … Es bleibt stets ein Beigeschmack, ob Sie nicht doch etwas damit zu tun haben.“ (S. 292)
Zeitler macht gerade einen gemütlichen Morgenspaziergang als er sieht, wie ein Hundebesitzer in den Gardasee springt, weil jemand im Wasser treibt. Zusammen holen sie den Mann an Land, doch ihre Hilfe kommt zu spät. Der Tote hat eine große Kopfverletzung und jede Menge Bargeld dabei. Ein Raubmord scheint es also nicht gewesen sein. War es ein Unfall? Ist der Mann betrunken von einem Steg oder Boot gefallen? Zeitler ist skeptisch, und auch Commissario Lorenz Lanza, den er seit den Ermittlungen zu dem Toten in seinem Café kennt, tippt, dass da nachgeholfen wurde. Der Tote war für seine ausgeprägte Spielsucht und die horrenden Schulden bekannt, mit der er die Bootsbaufirma, die er mit seinem Bruder hatte, langsam in den Ruin trieb.
Natürlich könnte sich Zeitler zurückhalten und auf sein Café konzentrieren, aber so ganz kann der ehemalige Münchner Kommissar das Ermitteln dann doch nicht lassen.

„Salute – die letzte Fahrt“ ist der zweite Teil der Gardasee-Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und punktet neben der traumhaften Kulisse und den spannenden Ermittlungen auch mit dem Zwischenmenschlichen.

Zeitler ist mit seinem Café inzwischen schon eine echte Institution in Bardolino, wahrscheinlich auch, weil er Stammgästen gegenüber zu freigiebig ist, wie ihn die Vorbesitzerin immer wieder warnt. Außerdem könnte er langsam Hilfe brauchen, es ist doch sehr viel Arbeit für einen allein. Der nächste Tourist, der ihn an einem besonders stressigen Tag nach einer hübschen Verzierung im Cappuccino oder einem warmen Snack fragt, bekommt sicher Hausverbot.
Da ist so eine klitzekleine Ermittlung doch eine schöne Abwechslung, zumal er sich dank seiner Nachbarn, Freunde und Bekannten wieder ein umfangreiches Informationsnetzwerk aufgebaut hat. Zu dem gehört auch die Journalistin Antonia, die längst zu ahnen scheint, dass er nicht immer nur Barista war, und ihn gern für ihre Nachforschungen (aus)nutzt – aber das beruht schließlich auf Gegenseitigkeit.

Die Ermittlungen führen zur Konkurrenz der Brüder, ins Casino und zu den Kredithaien, mit denen sich der Tote eingelassen hatte. Es gibt viele Spuren, aber alle scheinen ins Leere zu führen, bis Zeitler etwas ein- bzw. auffällt.

Auch dieser Fall ist wieder sehr spannend, obwohl ich diesmal etwas eher als Zeitler auf die Lösung gekommen bin, wobei mir der letzte Beweis für meinen Verdacht gefehlt hat. Ich bin sehr gespannt, über wessen Leiche er als nächstes stolpert.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Am richtigen Ort, aber zur falschen Zeit

Seven Years From Now
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„Sie hatte behauptet, die Wohnung sei verzaubert, aber mir kam sie nur einsam vor.“ (S. 40) Nach dem Tod ihrer Tante Analea erbt Clementine deren New Yorker Wohnung. Als eines Morgens ein fremder junger ...

„Sie hatte behauptet, die Wohnung sei verzaubert, aber mir kam sie nur einsam vor.“ (S. 40) Nach dem Tod ihrer Tante Analea erbt Clementine deren New Yorker Wohnung. Als eines Morgens ein fremder junger Mann aus ihrem Schlafzimmer kommt und Clementine auf den Kalender sieht, entdeckt sie, dass Analea recht hatte. Sie ist 7 Jahre in die Vergangenheit „zurückgereist“.
Iwan ist neu in New York, will Sternekoch werden und becirct Clementine dem Zitronenkuchen seines Opas. „Mit Essen kann man Dinge sagen, die man mit Worten manchmal nicht ausdrücken kann.“ (S. 129) Es prickelt zwischen ihnen, aber sie können kein Paar werden, denn sobald sie die Wohnung verlässt, ist sie wieder in der Gegenwart.

„Seven Yeras From Now“ ist eine ungewöhnliche Zeitreise-Rom-Com. Einen Sommer lang weiß Clementine nie, welche Zeit gerade in ihrer Wohnung ist, Gegenwart oder Vergangenheit. Aber sie beginnt schnell, auf die Vergangenheit zu hoffen, weil dann Iwan da ist und Analea noch lebt, auch wenn sie auf Reisen ist.

Ihre Tante war ihr großes Vorbild, wild, junggeblieben, exzentrisch, unberechenbar. Jeden Sommer sind sie spontan zusammen verreist, haben schon die halbe Welt gesehen. Nach ihrem Tod fühlt sich Clementine verloren und einsam, hat die Freude am Reisen verloren und konzentriert sich ganz auf ihren Beruf. Ihre einzige Ablenkung sind die Treffen mit Iwan. Vielleicht kann sie ihn ja in der Gegenwart wiederfinden?

Ich fand das Buch traurig-schön, mit gleich zwei bitterzarten, hinreißenden Liebesgeschichten. Ashley Poston schreibt sehr empathisch über Verlust und Trauer, hat spannende Geheimnisse in die Handlung eingewoben und überrascht mit einem unerwarteten Ende.

Auch das Setting hat mir sehr gut gefallen. Ein Großteil der Handlung spielt in einem charmanten alten Appartementhaus am Central Park mit krimilesendem Portier, wie man es aus Filmen kennt (und wo man auch gern mal leben würde).

4,5 Sterne

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