Ein Thriller mit Stärken und Schwächen
Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?Das Buch beginnt eher zäh und braucht eine Weile, um Fahrt aufzunehmen. Besonders der erste Abschnitt zieht sich, doch mit der Zeit entwickelt sich eine durchaus fesselnde Geschichte. Gerade wenn man denkt, ...
Das Buch beginnt eher zäh und braucht eine Weile, um Fahrt aufzunehmen. Besonders der erste Abschnitt zieht sich, doch mit der Zeit entwickelt sich eine durchaus fesselnde Geschichte. Gerade wenn man denkt, man hätte die Wahrheit durchschaut, nimmt die Handlung eine neue Richtung.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, kommt es naturgemäß zu Wiederholungen, was einerseits spannend sein kann, weil man neue Details entdeckt, andererseits aber manchmal die Dynamik ausbremst. Trotzdem gelingt es der Autorin, eine düstere Atmosphäre zu erschaffen, die zur Geschichte passt.
Die Charaktere sind durchaus vielschichtig, aber nicht unbedingt sympathisch. Besonders einige ihrer Entscheidungen sind schwer nachzuvollziehen, was zwar für Unberechenbarkeit sorgt, aber es gleichzeitig schwierig macht, wirklich mit ihnen mitzufühlen. Die weiblichen Figuren sind interessant ausgearbeitet, während einige männliche Charaktere recht stereotyp wirken.
Obwohl es nicht viele überraschende Wendungen gibt, gibt es einige Momente, die das Geschehen nochmal in eine andere Richtung lenken. Der Thriller lebt weniger von Schockmomenten als von psychologischer Spannung und den undurchsichtigen Beziehungen zwischen den Figuren. Allerdings gibt es einige Längen, und manche Entwicklungen wirken etwas konstruiert.
Ein Psychothriller, der erst langsam startet, dann aber durchaus Spannung aufbaut. Wer düstere Geschichten mit vielschichtigen, aber nicht immer nahbaren Figuren mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Allerdings sollte man sich auf einige Längen und polarisierende Charaktere einstellen. Insgesamt solide, aber mit Schwächen.