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Veröffentlicht am 20.03.2025

Moderne Fabel mit viel Humor und skurrilen Figuren

Die Flora schlägt zurück
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Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat ...

Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat die Lektüre aber doch sehr viel Spaß und durchaus auch Lust auf mehr gemacht.

Dies ist bereits der dritte Roman des Autors, der im „Kniesel“-Universum angesiedelt ist. Dennoch braucht man hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Büchern, um die Geschichte lesen und verstehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Allerdings wird man dann nicht jede der zahlreichen Anspielungen auf frühere Ereignisse in Gänze nachvollziehen können, bei mir konnte dies den Lesegenuss aber nur unwesentlich schmälern.

Der Autor übernimmt hier selbst die Rolle des Ich-Erzählers und Chronisten der Parallelgesellschaft der Tiere. Eines Tages bittet ihn der baldriansüchtige Sammy Kater um Hilfe. In letzter Zeit hat es einige besorgniserregende Vorfälle gegeben, die den Verdacht nahelegen, dass die Fauna zum Gegenschlag gegen die Menschen und die Tierwelt ausholt und sich für die schlechte Behandlung rächen will. Oder steckt doch eine finstere Verschwörung hinter den Vorfällen ? Carsten und Sammy machen sich auf zu einem irrwitzigen Abenteuertrip, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Mit einem packenden Schreibstil, der aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erschafft dabei mit viel Einfallsreichtum und Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen. Diese bestückt er mit liebevoll gezeichneten Figuren, die bisweilen aber doch ziemlich skurril ausfallen. So entwickelt sich ein wahres Getümmel aus Humor, Situationskomik und überraschenden Wendungen, bei der die eigentliche Geschichte zwischendurch aber doch etwas zu sehr in den Hintergrund rückt. Zum Ende hin bekommt der Autor aber noch so gerade die Kurve und bringt die Geschichte in einem großen Showdown zu einem überzeugenden Ende, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Wer Gefallen an humorvollen Büchern mit einer abgedrehten Geschichte und skurrilen Typen findet, wird hier gut bedient und unterhalten.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2025

Packender Umwelt-Thriller mit einem Szenario, das auf realen Ereignissen beruht

Die Herde
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Mit diesem Buch legt der Autor und Wissenschaftsjournalist Thilo Winter seinen dritten Thriller vor, der sich diese Bezeichnung aber erst spät verdient. Angesiedelt ist die Geschichte hauptsächlich in ...

Mit diesem Buch legt der Autor und Wissenschaftsjournalist Thilo Winter seinen dritten Thriller vor, der sich diese Bezeichnung aber erst spät verdient. Angesiedelt ist die Geschichte hauptsächlich in China und Mexiko, darüber hinaus werden aber auch noch ein paar reizvolle Nebenschauplätze geboten.

Der schwedische Zoologe Peter Danilsson reist nach China, um dort gegen die Errichtung der Drachenmauer, einem riesigen Staudamm mit verheerenden Auswirkungen auf die dortige Tier- und Pflanzenwelt, zu protestieren. Als er vor Ort erfährt, dass eine Herde Elefanten ihr angestammtes Revier verlassen und sich auf den Weg Richtung Norden gemacht hat, beschließt er, dem rätselhaften Verhalten auf den Grund zu gehen, zumal es auch an anderen Orten auf der Welt seltsame Vorkommnisse gibt, an denen Tiere beteiligt sind. Doch die örtlichen Behörden haben längst die Jagd auf die Elefanten eröffnet. Zeitgleich hält sich sein Vater Abel Söneland, zu dem Peter ein ziemlich angespanntes Verhältnis hat, in Mexiko auf, und stößt dort auf ein altes Geheimnis, dass ihn in große Gefahr bringt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie dabei mit einem hohen Erzähltempo auf einen krachenden Showdown zu. Geschickt entwickelt er dabei einige parallele Handlungsstränge, die er im Verlauf der Geschichte immer stärker miteinander verknüpft, bis sich am Ende das Gesamtbild enthüllt und eine gelungene Auflösung bietet, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Echte Thrillerspannung kommt dabei zwar erst spät auf, dennoch konnte mich der Autor von Beginn an in den Bann der atmosphärisch dichten Geschichte ziehen. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Gerade der Hauptbösewicht ist dabei allerdings doch ein wenig überzeichnet und wandelt zuweilen knapp an der Grenze zur Karikatur. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen, auch wenn der gute Gesamteindruck dadurch nur unwesentlich getrübt wird. Ein Nachwort, das aufklärt, was hier Dichtung und was Wahrheit ist, rundet das Ganze am Ende noch hervorragend ab.

Wer auf spannende und facettenreiche Umwelt-Thriller steht, wird hier insgesamt sehr gut bedient und spannend unterhalten.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 07.02.2025

Überaus launiger, aber dennoch spannender Kriminalroman aus dem Harz

Harz aber herzlich
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Mit diesem Buch legt das Autoren-Duo Alexandra Kui und Peter Godazgar einen überaus launigen Kriminalroman vor, der die Balance zwischen Humor und Spannung sehr gut austariert.

Ariane Höft von Holten ...

Mit diesem Buch legt das Autoren-Duo Alexandra Kui und Peter Godazgar einen überaus launigen Kriminalroman vor, der die Balance zwischen Humor und Spannung sehr gut austariert.

Ariane Höft von Holten tritt gegen den Willen ihrer Ehefrau Katja eine neue Stelle als Sensitivity-Mannagerin beim Tourismusverband des Ortes Düsterode an. Gleich an ihrem ersten Tag im Harz stößt sie auf die Leiche eines Mannes, der scheinbar einen Abhang heruntergestürzt ist. Oder wurde er doch gestoßen ? Als Ariane die Polizei ruft, erscheint Polizeihauptmeister Andreas Anton mit seiner Hündin Frau Krause auf der Bildfläche. Er ist bei seinen Ermittlungen auf sich allein gestellt, weil die eigentlich zuständige Kriminalpolizei in Magdeburg gerade auf der Jagd nach einem Serienmörder ist, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Ariane und Andreas sind wie Feuer und Wasser, müssen dann aber doch zusammen ermitteln, als es in Düsterode zu weiteren mysteriösen Todesfällen kommt.

Mit einem lockeren Schreibstil, der immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt das Autoren-Duo ihre gut aufgebaute Geschichte voran und spickt das turbulente Geschehen mit reichlich Situationskomik und bissigen Anspielungen auf die Themen Achtsamkeit und Diversity. Dabei erleben wir die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven von Ariane und Andreas und erleben so hautnah mit, wie aus anfänglicher Abneigung immer mehr Respekt voreinander wird. Mit einigen überraschenden Wendungen werden die Ermittlungen immer wieder geschickt in eine neue Richtung gelenkt und am Ende gibt es eine schlüssige und zugleich überraschende Auflösung, bei der ich feststellen musste, mit den meisten meiner zwischenzeitlichen Mutmaßungen doch ziemlich falsch gelegen zu haben. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die teilweise auch durchaus skurril ausfallen.

Wer auf lockere, aber dennoch spannende Kriminalromane mit sympathischen und gut aufeinander abgestimmten Charakteren steht, wird hier bestens bedient. Das Buch ist zugleich der Auftakt einer Reihe, für die die Messlatte gleich ziemlich hoch gehängt wird, es bleibt aber durchaus noch ein wenig Luft nach oben.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Packender Kriminalroman, der durchaus auch Thrillerqualität aufweist

Die Innere Führung
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Mit diesem Buch legt der Autor Lars Sommer aka Lucas Fassnacht einen spannenden Kriminalroman vor, der vor allem im Showdown durchaus auch Thriller-Qualitäten aufweist und mich so gut und spannend unterhalten ...

Mit diesem Buch legt der Autor Lars Sommer aka Lucas Fassnacht einen spannenden Kriminalroman vor, der vor allem im Showdown durchaus auch Thriller-Qualitäten aufweist und mich so gut und spannend unterhalten konnte.

Als der KSK-Soldat Hossam Said und seine Frau Clarissa Werker auf ihrer Hochzeitsfeier einer Autobombe zum Opfer fallen, übernehmen der erfahrene Hauptkommissar Kleinrädl und seine junge Kollegin Schlanghain die Ermittlungen. Dabei gerät vor allem Inka Minden, die Ex-Freundin von Hossam, in ihr Visier. Doch ist der Täter wirklich im privaten Umfeld der Opfer zu finden oder war die Bundeswehr das eigentliche Ziel des Anschlags ? Und welche Rolle spielt der zwielichtige und scheinbar unantastbare BKA-Beamte Jonathan von Holt, ein ehemaliger Scharfschütze und Kamerad von Hossam ?

Mit einem packenden, aber zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, einem hohen Erzähltempo und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und steuert sie konsequent auf einen krachenden Showdown zu. Dort präsentiert er dann auch eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir das Geschehen aus den wechselnden Perspektiven von Inka, Jonathan und Erich Kleinrädl, die allesamt etwas sperrige Charaktere sind und es einem auch nicht unbedingt leicht zu machen, sie zu mögen. Während es Inka und Erich im Laufe der Geschichte durchaus gelingt, bei mir zu punkten, bleibt Jonathan bis zum Ende ziemlich undurchsichtig.

Wer auf spannende Kriminalromane zu aktuellen Themen steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Das gut aufeinander abgestimmte Ermittlerduo Kleinrädl und Schlanghain empfiehlt sich dabei durchaus für weitere Auftritte.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Packender und komplexer Kriminalroman aus Hamburg

Alstergrab
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Mit diesem komplexen und ziemlich aktuellen Kriminalroman legt der Autor Leo Hansen den dritten Band seiner Reihe um den Privatdetektiv Dr. Elias Hopp, die Ex-Soldatin Janne Bakken und den LKA-Profiler ...

Mit diesem komplexen und ziemlich aktuellen Kriminalroman legt der Autor Leo Hansen den dritten Band seiner Reihe um den Privatdetektiv Dr. Elias Hopp, die Ex-Soldatin Janne Bakken und den LKA-Profiler Heiner „Zille“ Zillinski vor. Auch diesmal konnte mich das ungewöhnliche Ermittler-Trio wieder auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Zudem wird hier neben den aktuellen Ermittlungen auch der Nebenstrang um den leiblichen Vater und den Adoptivvater von Elias Hopp weitergeführt und zu Ende gebracht.

Als es im Umfeld eines kurz bevorstehenden Zukunftskongresses zu einigen Entführungen und Todesfällen unter den Teilnehmern kommt, zieht die Hamburger Kriminalpolizei um Kriminalhauptkommissar Pöppelmann auf Vorschlag von Zille erneut den Privatdetektiv Elias und seine Mitarbeiterin Janne zu den Ermittlungen hinzu. Die Suche nach den Hintergründen zu diesen Verbrechen führt zu einer mysteriösen Gruppierung, die aus Angst vor einem apokalyptischen Zukunftsszenario zu drastischen Maßnahmen greift, um sich dagegen zu wappnen, und vor nichts zurückschreckt, um dieses Ziel auch zu erreichen.

Mit einem packenden Schreibstil und viel Lokalkolorit aus Hamburg treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und baut dabei schnell Spannung auf, die auch bis zum Schluss hält. Am Ende des Spannungsbogens wartet dann ein krachender Showdown mit einer überzeugenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Das Personenaufgebot ist dabei doch ziemlich groß, so dass man hier gerade zu Beginn schon sehr aufmerksam lesen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Allerdings sind viele der Figuren bereits aus den ersten beiden Bänden bekannt und die neuen Charaktere fügen sich perfekt in das gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein, so dass sich diese Anfangsprobleme schnell legen und man sich danach voll und ganz auf die komplexe Geschichte voller Überraschungen und Abgründe einlassen kann.

Wer auf packende Kriminalromane zu aktuellen Themen steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

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