Profilbild von annamaibach

annamaibach

Lesejury Profi
offline

annamaibach ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit annamaibach über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Viele Gefühle

Ein Herz aus Papier und Sternen
0

Die ersten Seiten des Romans fielen mir zunächst schwer, und ich hatte Zweifel, ob ich das Buch weiterlesen würde. Mit der Zeit jedoch löste die Geschichte eine starke emotionale Wirkung bei mir aus.

Die ...

Die ersten Seiten des Romans fielen mir zunächst schwer, und ich hatte Zweifel, ob ich das Buch weiterlesen würde. Mit der Zeit jedoch löste die Geschichte eine starke emotionale Wirkung bei mir aus.

Die Hauptpersonen Pip und Bella waren mir schnell sympathisch. Besonders bei Pip wünschte ich mir, dass sie sich endlich aus ihrer belastenden Situation befreit, selbst wenn dies nur als Leiterin einer Tankstelle geschieht. In meinen Gedanken hoffte ich, dass sie sich von ihrer Mutter löst, die ihr das Leben erschwert hat.

Mit dem Auftauchen von Bellas Vater gewinnt die Handlung eine neue Dimension, und auch die Figur des Sammy, die negativ dargestellt wird, trägt zur Spannung bei. Ivo hingegen erscheint als eine Art Retter.

Einzig die kleinen Origami-Mädchenverse habe ich übersprungen, da sie mir nicht gefallen haben; ich denke jedoch, dass die Geschichte auch ohne sie auskommt. Dies ist der einzige Grund, weshalb ich einen Stern von der Gesamtbewertung abziehe. Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Leicht und vorhersehbar

Die kleine Inselbibliothek
0



Schon das liebevoll gestaltete Cover hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt – es verspricht Leichtigkeit, Sonne und gute Laune. Auch der Klappentext klang nach genau der Art von Geschichte, die das ...



Schon das liebevoll gestaltete Cover hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt – es verspricht Leichtigkeit, Sonne und gute Laune. Auch der Klappentext klang nach genau der Art von Geschichte, die das Sommerfeeling noch ein wenig verlängert. Ich wollte etwas Entspanntes, das einfach guttut – und genau das habe ich bekommen. Meine Entscheidung, zu diesem Buch zu greifen, war absolut richtig.



Die Geschichte entfaltet sich behutsam, fast unbemerkt zwischen den Zeilen. Es ist eine zarte Liebesgeschichte, die von kleinen Gesten, Missverständnissen und herzerwärmenden Momenten lebt. Besonders schön fand ich, wie sich die Gefühle Schritt für Schritt entwickeln – ganz ohne Kitsch, aber mit spürbarer Emotion.

Obwohl man den Ausgang der Handlung recht früh erahnen kann, bleibt der Weg dorthin unterhaltsam. Dafür sorgen der flüssige Schreibstil, die atmosphärischen Beschreibungen und die charmanten Dialoge der liebenswerten Protagonisten. Man fühlt sich, als würde man ihnen beim Leben – und Lieben – zusehen.



Die Autorin versteht es, mit Worten Bilder zu malen. Besonders gelungen sind die kleinen humorvollen Szenen, die die Geschichte auflockern und für ein dauerhaftes Lächeln sorgen.
Einzig die häufige Erwähnung bestimmter Details – sagen wir: der berühmten „grünen Augen“ – hätte etwas sparsamer eingesetzt werden dürfen. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, denn insgesamt stimmt die Balance zwischen Leichtigkeit und Gefühl.

Dieser Roman ist eine echte Wohlfühllektüre: leicht, unterhaltsam und voller Herz. Er eignet sich perfekt, um nach einem spannenden Thriller oder einem langen Arbeitstag einfach abzuschalten.

Wer Liebesgeschichten mag, die mit Wärme, Humor und einem sicheren Happy-End überzeugen, wird hier wunderbar aufgehoben sein.
Ein Buch wie ein Sommertag – sanft, beschwingt und mit einer Prise Romantik.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2025

Zurück...

Rückkehr nach St. Malo
0

*"Zurück in die Vergangenheit" – das ist das zentrale Thema dieses Romans.*
In ruhigem Ton und ohne große Dramatik wird die Ahnenforschung des Historikers Yann erzählt – eingebettet in die eindrucksvolle ...

*"Zurück in die Vergangenheit" – das ist das zentrale Thema dieses Romans.*
In ruhigem Ton und ohne große Dramatik wird die Ahnenforschung des Historikers Yann erzählt – eingebettet in die eindrucksvolle Kulisse der Bretagne. Diese wird sehr atmosphärisch beschrieben: das Rauschen der Wellen, der Rhythmus der Gezeiten, das Salz in der Luft und das Kreischen der Möwen sind beinahe spürbar.

Schon diese landschaftlichen Schilderungen tragen wesentlich zur Wirkung des Buches bei und machen es zu einem besonderen Leseerlebnis. Man kann sich die Bretagne bildhaft vorstellen – beinahe wünscht man sich, selbst dort zu sein.

Ergänzt wird diese Stimmung durch die Familiengeschichte, die weit in die Vergangenheit zurückreicht und das zentrale Motiv des Romans bildet.

Für meinen Geschmack hätte der Roman etwas kürzer und an einigen Stellen spannungsreicher sein dürfen. Ein strafferer Erzählstil und ein wenig mehr Dynamik hätten das Buch für mich zu einem Fünf-Sterne-Titel gemacht. Dennoch vergebe ich vier Sterne – wohlüberlegt, aber verdient. Ausschlaggebend für meinen kleinen Vorbehalt ist letztlich die Länge und die insgesamt sehr ruhige Erzählweise.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2025

Wie schlimm

Der Sommer am Ende der Welt
0

Wie schlimm muss diese Zeit für die Kinder auf der sonst so idyllischen Insel Borkum gewesen sein? Man kann es beim Lesen erahnen und mitfühlen. Allein der Gedanke, dass Vorschulkinder ganz allein in den ...

Wie schlimm muss diese Zeit für die Kinder auf der sonst so idyllischen Insel Borkum gewesen sein? Man kann es beim Lesen erahnen und mitfühlen. Allein der Gedanke, dass Vorschulkinder ganz allein in den Zug gesetzt und quer durch Deutschland geschickt wurden, ist erschütternd.

Hinzu kommen die strengen, fast gefühllosen „Tanten“, die die Kinder betreuten – uniformiert, unnahbar und ohne Verständnis für die Ängste und Bedürfnisse kleiner Kinder. Die Tatsache, dass sie den Kindern nicht einmal erlaubten, ihre eigene Kleidung zu tragen, dass sie sie mit Nummern versahen und ihnen kaum kindgerechtes Essen gaben, ist schwer zu ertragen – und doch leider wahr.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Erlebnisse der Kinder selbst noch stärker im Mittelpunkt stehen. Dieses Thema kam mir insgesamt etwas zu kurz und rückte besonders gegen Ende zu sehr in den Hintergrund. Stattdessen nehmen die persönlichen Verstrickungen der Erwachsenen zu viel Raum ein. Auch bin ich mir unsicher, ob die Themen Konzentrationslager und Judentum in dieser Geschichte unbedingt Platz finden mussten – das wirkte auf mich etwas überladen.

Trotzdem hat mich das Buch bewegt, auch wenn ich mir mehr Tiefe in Bezug auf die Erfahrungen der Kinder gewünscht hätte. Ich bin etwas enttäuscht – aber nur ein wenig

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2025

Aberglaube

Something Old, Someone New
0

In diesem Roman wird thematisiert, wie stark ein Aberglaube das Leben bestimmen kann.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen, da es durch die zarten Farben und den modernen Schriftzug jugendlich wirkt.

Zum ...

In diesem Roman wird thematisiert, wie stark ein Aberglaube das Leben bestimmen kann.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen, da es durch die zarten Farben und den modernen Schriftzug jugendlich wirkt.

Zum Buch: Leider konnte ich keine echte Sympathie für die Hauptfiguren entwickeln. Normalerweise spüre ich bereits zu Beginn einer Geschichte eine gewisse Verbindung zu den Charakteren, doch hier blieb dieses Gefühl aus. Besonders Shea tat mir leid – gefangen in den strengen Überzeugungen ihrer verstorbenen Nonna.

Der Bräutigam war für mich hingegen äußerst unsympathisch. Die Handlung verlor an Glaubwürdigkeit, weil er trotz seines Wissens um Sheas Ängste genau diese bewusst ignoriert. Ein Beispiel: Shea fürchtet sich vor gebrauchten Ringen, und dennoch kauft er ihr einen aus einem Vintageladen. Das empfand ich als rücksichtslos und wenig liebevoll. Mehr Einfühlungsvermögen in der Darstellung der Beziehung hätte der Geschichte gutgetan.

Trotz dieser Kritik liest sich das Buch flüssig und eignet sich gut für gemütliche Lesestunden, sei es auf dem Sofa oder im Urlaub, wenn man leichte Lektüre sucht.

Ich vergebe 4 Sterne, die ich dennoch wohlwollend meine.