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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2025

Spannend, düster, klaustrophobisch

Die Kammer
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„Die Kammer“ von Will Dean, habe ich mit großer Freude gelesen. Denn so viele Romane, die Tauchen thematisieren, gibt es nicht. Der Thriller überzeugt mit einem ungewöhnlichen Setting und vielen grausigen ...


„Die Kammer“ von Will Dean, habe ich mit großer Freude gelesen. Denn so viele Romane, die Tauchen thematisieren, gibt es nicht. Der Thriller überzeugt mit einem ungewöhnlichen Setting und vielen grausigen Einfällen. Worum geht es?
Irgendwo in der Nordsee: Eine Gruppe von Tiefseetauchern - fünf Männer und eine Frau -, müssen während ihres Einsatzes in hundert Metern Tiefe einen Monat lang in einer engen Kammer unter demselben Druck leben wie auf dem Meeresboden.
Alles läuft nach Plan, bis es plötzlich einen verdächtigen Todesfall gibt, dem weitere folgen. Zitat: „Einer könnte ein Unfall sein. Zwei sind ein Verbrechen.“ Besonders perfide, das Öffnen der Luke oder ein zu schneller Aufstieg würde für alle Insassen den sofortigen Tod bedeuten.
Also ein Locked-Room Mystery? Weit gefehlt! Denn die Taucher werden von einer etwa neunzigköpfigen Crew versorgt. Offiziere, Ingenieure, Köche, Sanitäter und und und. Während des Wartens erzählen sie sich ihre Lebensgeschichten…
„Die Kammer“ ist ein sehr ruhig angelegter Roman, der sich ausführlich dem Seelenleben seiner Protagonisten widmet und punktet mit einem langsamen, aber intensiven Erzählstil. Der Thriller verknüpft Spannung nicht mit unbändiger Action, sondern mit psychologischer Tiefe.
Will Dean überzeugt mit einer dichten, düsteren Atmosphäre. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ellen Brooke. In der Mitte gibt es eine überraschende Wendung. Holla, die Waldfee! Damit hatte ich nicht gerechnet. Am Ende ist alles stimmig aufgelöst.
Für mich als Taucherin ist dieses Buch ein absolutes Muss. Die Druckkammerfahrt ist sehr realistisch beschrieben. Zudem gibt es im Anhang ein Glossar. Ich habe im Rahmen meiner Tauchlehrer-Ausbildung auch mal eine Tieftauchsimulation in einer Druckkammer mitgemacht. Micky Maus-Stimme und Tiefenrausch inklusive.

Fazit: Das Buch hat mich echt umgehauen. Hammer!

Veröffentlicht am 23.01.2025

Wo ist Morgan?

Schmerz
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SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. ...


SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. Worum geht es?
Als im Thingvellir-Nationalpark Morgan, ein 16-jähriger Teenager, verschwindet, wird Dora mit den Ermittlungen betraut. Obwohl sie sich seit Jahren hinter ihrem Schreibtisch versteckt, weil sie bei einem Einsatz ein Auge verlor.
Aber die Kollegen sind mit einer riskanten Razzia beschäftigt. Dora zur Seite gestellt wird Rado, Sohn serbischer Einwanderer. Er ist bei der Durchsuchung nicht dabei, weil er wegen seiner Familie als befangen gilt.
Mit SCHMERZ hat der Autor einen fesselnden, unterhaltsamen Krimi über ein heikles Thema geschrieben. Spannung gepaart mit Gesellschaftskritik und trockenem Humor.
Die Figurenzeichnung ist gelungen: Dora und Rado, die sich noch zusammenraufen müssen. Zwei Protagonisten scheinbar von der Resterampe. Beide haben nichts zu verlieren, weil sie schon alles verloren haben. Zwei allseits unterschätzte Polizisten, die letztlich über sich hinauswachsen.
Gut gefallen hat mir, wie der Autor die verschiedenen Geschichten miteinander verknüpft und wie am Ende alles irgendwie zusammenpasst. Ich fand dieses Buch in vielerlei Hinsicht frisch und innovativ.
Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger. Und so bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung, GIFT, die im Herbst dieses Jahres erscheinen soll.

Fazit: Spannender Island-Krimi. Ein absolutes Muss für Nordic Noir-Fans und solche, die es werden wollen.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Ein Buch mit Wow-Faktor

To Die For
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Ein Haus in Malibu zum Sterben schön. Aber, wer ist die Leiche im Pool? Wer ist die Tatperson und wo liegt das Motiv? Diese und andere Fragen werden in dem fesselnden Thriller „To Die For“ von Lisa Gray ...


Ein Haus in Malibu zum Sterben schön. Aber, wer ist die Leiche im Pool? Wer ist die Tatperson und wo liegt das Motiv? Diese und andere Fragen werden in dem fesselnden Thriller „To Die For“ von Lisa Gray erst im Finale beantwortet.
Es geht um ein Maklerteam, dessen Mitglieder versuchen, einander die Käufer wegzuschnappen und gleichzeitig ihre Jobs zu behalten. Und es geht um Geld. Sehr viel Geld. Ein 50-Millionen-Dollar-Haus. Mit einer Millionen-Dollar-Provision. Interessante Charaktere, atemberaubende Schauplätze, Skandale, Glamour - und Mord.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven aus Sicht der fünf Makler, Andi, Hunter, Krystal, Verona, Myles und auf verschiedenen Zeitebenen, Davor und Danach. Das sorgt für Dynamik. Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Detective Jimmy Aribo und sein Partner Tim Lombardi vom Los Angeles County Sheriff’s Department ermitteln…
„To Die For“ ist spannend und unterhaltsam. Der Plot ist wahnsinnig clever konstruiert. Eine Wendung jagt die nächste. Unerbittlich nähert sich die Geschichte dem Höhepunkt. Eine Geschichte, die Erinnerungen weckt. Denn in Kalifornien war ich selbst schon mal. Los Angeles und Malibu kenne ich auch.

Fazit: Spannender und wendungsreicher Whodunit. Unbedingt Lesen!

Veröffentlicht am 10.12.2024

Wo ist Keira?

Stirb für uns
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Seit 2014 bin ich ein Fan von J.P. Conrad und habe (fast) alles von ihm mit großer Freude gelesen. Zwölf Bücher in zehn Jahren. Auch sein neuer Thriller, „Stirb für uns“, überzeugt mit einem originellen ...


Seit 2014 bin ich ein Fan von J.P. Conrad und habe (fast) alles von ihm mit großer Freude gelesen. Zwölf Bücher in zehn Jahren. Auch sein neuer Thriller, „Stirb für uns“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Der Alte, DCI Hubert Macintosh, ist tot. In seinen Unterlagen stößt Skandalreporter Jack Calhey auf einen ungelösten Fall: Keira, die Stiefschwester von Aiden Benham, dem Managing Director von Human Medical Research, einem bedeutenden Pharmakonzern, war drei Jahre zuvor spurlos verschwunden. Ihre Leiche wurde nie gefunden.
Jack wittert einen Scoop und will Keiras Verschwinden aufklären - für Hubert. Doch damit setzt er eine Kette von fatalen Ereignissen in Gang, die nicht nur sein eigenes Leben in tödliche Gefahr bringen...
„Stirb für uns“ ist ein Buch, das illegale medizinische Experimente thematisiert und der fünfte Roman mit Jack Calhey. Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Die Handlung ist komplex gestaltet, wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für Dynamik.
Durch die verschiedenen Erzählstränge sind wir Lesende dem Reporter stets einige Schritte voraus. Über das Wiedersehen mit Jack und seiner Frau Grace habe ich mich sehr gefreut. Auch, wenn Jack seit „totreich“ etwas in die Jahre gekommen ist.
Gefallen hat mir, dass es wie in „InVitro“ einen Song zum Buch gibt: „Where Darkness Leads“.

Fazit: Spannender Thriller mit einem hohen Gruselfaktor. Für alle J.P. Conrad-Fans ein Muss, aber auch für Neueinsteiger zu empfehlen!

Veröffentlicht am 19.11.2024

Serienkillerthriller 2.0

The Twenty
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Wow, die englische Autorin Sam Holland hat den Serienkillerthriller neu erfunden. Anfangs mehr Krimi als Thriller. Aber dann geht die Post ab: Fünf Leichen werden gefunden. Sie sind mit römischen Ziffern ...


Wow, die englische Autorin Sam Holland hat den Serienkillerthriller neu erfunden. Anfangs mehr Krimi als Thriller. Aber dann geht die Post ab: Fünf Leichen werden gefunden. Sie sind mit römischen Ziffern von 12 bis 16 durchnummeriert.
Der Modus Operandi: Tod durch Ausbluten. Das Muster einer Serie, die vor dreißig Jahren begann. Doch der Täter sitzt im Gefängnis. Handelt es sich um einen Nachahmer, einen Trittbrettfahrer? Wird er die Zwanzig vollmachen?
Detective Chief Inspector Adam Bishop und sein Freund und Partner, Detective Sergeant Jamie Hoxton, ermitteln. Unterstützt werden sie von Dr. Romilly Cole, Adams Ex-Frau. Ihr Vater ist der Mörder von damals und hatte natürlich eine verkorkste Kindheit.
„The Twenty“ ist blutig und brutal. Die Handlung voller Verwicklungen und ungeahnter Wendungen. Spannend, keine Frage. Dazu leicht zu lesen. Immer mal wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie sind tragen den Titel „Damals“.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Jamie kommt sympathisch rüber, Adam eher nicht. Er raucht und trinkt zu viel. Außerdem hat er eine Spritzenphobie. Romilly hat eine traumatische Vergangenheit und immer noch Probleme. Ich mochte sie nicht.
„The Twenty“ ist der zweite Roman der Autorin. Der Vorgänger, „The Echo Man“, wurde wohl nicht übersetzt. Schade…

Fazit: Blutiger Serienkillerthriller. Spannend, wendungsreich und nicht vorhersehbar.