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Veröffentlicht am 13.12.2017

Ein afrikanisches Mädchen auf abenteuerlichen Wegen

Asabi
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Als ich vor einer Weile auf dem Karl’s Erdbeerhof war, fiel mir ein Flyer in die Hände. Er gehörte zu einem Buch, dessen Cover mich ein wenig an Das Dschungelbuch erinnerte und mich sofort ansprach. Ich ...

Als ich vor einer Weile auf dem Karl’s Erdbeerhof war, fiel mir ein Flyer in die Hände. Er gehörte zu einem Buch, dessen Cover mich ein wenig an Das Dschungelbuch erinnerte und mich sofort ansprach. Ich trat mit der Autorin in Kontakt und habe zwei Rezensionsexemplare zu ihren Geschichten über das Mädchen Asabi erhalten. Gemeinsam mit meiner Tochter habe ich Asabis Abenteuern auf dem Mond und im Dschungel beigewohnt.

Constanze Lülsdorf (geboren 1984 in Berlin) studierte Kommunikationsmanagement und ist als Eventmanagerin tätig. Sie lebte bereits in den USA, Madrid und Paris und hat eine Tochter.
Die farbigen und fröhlichen Illustrationen stammen von Kol, einem Grafiker, Illustrator, Mediendesigner und freischaffenden Künstler aus Berlin.

Constanze Lülsdorf: Asabi und das Geheimnis des Mondes. Books on Demand, Norderstedt 2015

Asabi ist ein Mädchen, welches mit ihren Großeltern in einem Leuchtturm an einer afrikanischen Küste wohnt. Sie hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Opa, der ihr bei den gemeinsamen Abenden unter freiem Himmel die schönsten Geschichten über den Mond und die Sterne erzählt. Eines Nachts fliegt Asabi mit einem Sternentaxi zum „Mann im Mond“ und lernt dort einige Sterne und die Sternfeen kennen. Doch die größte Überraschung erwartet sie noch.

Die Autorin erzählt Asabis Geschichte in einem verständlichen und flüssigen Schreibstil. Die farbenprächtigen Illustrationen untermalen die Handlung, weichen aber hin und wieder von den Beschreibungen der Autorin ab. So steht Asabi eigentlich nicht auf dem Sternentaxi, sondern sitzt darauf (Seite 23), der Mann im Mond hat keinen kurzen roten Umgang über den Schultern hängen, sondern „trägt einen langen, weiten Umhang, der in allen Farben schillert, die man sich erträumen kann“ (Seite 27) und das Menschenbaby Clara „schläft [eigentlich] ganz friedlich in den Armen ihrer stolzen Mama“ (Seite 33).
Die Idee um die Traumerfüllung durch die Sterne und die Sternfeen ist originell und wird sehr einfühlsam dargestellt. Meine Tochter und ich fragten uns, ob Asabi wohl ihren eigenen Stern irgend wann einmal kennenlernen wird. Darüber und ob sie ihr Sternentaxi noch häufiger benutzen wird, würden wir sehr gerne mehr lesen.

Ein gelungenes Kinderbuch, welches Mut macht, weiter zu träumen, auch wenn die Träume nicht immer sofort in Erfüllung gehen. Denn manchmal braucht es etwas Zeit, eigenes Handeln und die Hilfe andere Menschen, damit sie in Erfüllung gehen können.
Der Vollmond hat für meine Tochter nun seinen ganz besonderen Reiz. Wer weiß, vielleicht wird sie ja auch eines Nachts von einem Sternentaxi zum „Mann im Mond“ geflogen.

Veröffentlicht am 04.12.2017

Ein kleiner Fratz erobert über Umwegen die Herzen der Menschen

Schabernack - Der kleine Fratz von Hullifatz
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Auf der Buch Berlin 2017 hatte ich ein nettes Gespräch mit Nadin Voß, der Autorin des kleinen Schabernacks und war sehr neugierig auf die Geschichte um den kleinen Fratz von Hullifatz. Schabernack ist ...

Auf der Buch Berlin 2017 hatte ich ein nettes Gespräch mit Nadin Voß, der Autorin des kleinen Schabernacks und war sehr neugierig auf die Geschichte um den kleinen Fratz von Hullifatz. Schabernack ist ein kleines Wesen von dem weit entfernten Stern Hullifatz, der sehr einsam ist und davon träumt einmal die Menschen auf der Erde mit eigenen Augen zu sehen, anstatt nur durch sein Fernrohr.

Nadin Voß (geboren 1976) schrieb schon als Kind gerne Geschichten. Nach langer Schreibpause veröffentlichte sie 2016 ihr erstes Buch Die Sonntagsüberraschung und kurz darauf Schabernack -Der kleine Fratz von Hullifatz. Inzwischen ist das Buch auch als Hörspiel mit bekannten Sprechern zu erwerben.

Der kleine Schabernack beobachtet schon lange von seinem Stern aus die Menschen und erfreut sich an deren Missgeschicken. Irgendwann kommt bei ihm der Wunsch auf, zur Erde zu reisen und selbst für das ein oder andere Missgeschick zu sorgen. So baut er sich sein Schabernackmobil und macht sich auf den Weg zur Erde. Dort richtet er in einem kleinen Dorf allerhand Unfug an und die Bewohner werden immer mürrischer. Bis Schabernack eines Tages dem kleinen Theodor begegnet, dem ersten Menschen, der ihn sehen kann. Von da an ändert sich sein Leben und er erfährt, was es bedeutet Freunde zu haben und geliebt zu werden.

Nadin Voß hat hier eine schöne und tiefgängige Geschichte entworfen, die wichtige Werte unserer Gesellschaft vermittelt. Sei nett zu deinen Mitmenschen, kümmere dich um deine Freunde, entschuldige dich für deine Fehler, verzeihe anderen ihre Fehltritte und behandle andere Menschen immer so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Auch wenn Schabernack einigen Unfrieden gestiftet hat, so bleibt er trotzdem ein liebevoller Charakter. In Einsamkeit aufgewachsen, konnte er nie lernen, was richtig und was falsch ist. Über anderer Menschen Ungeschick zu lachen, brachte ihm eine Form von Freude. Erst bei Theodor und seiner Mutter lernte er, was es bedeutet geliebt zu werden und selbst liebe und Freundschaft zu empfinden.

„Alles ist so friedlich und liebevoll angelegt. Ein wohlig warmes Gefühl überkommt ihn. Das kannte er (Schabernack) bisher noch nicht. Wie angewurzelt steht er mitten in diesem kleinen Paradies und fühlt sich, als würde er schweben.“

Die Illustrationen sind gut auf die Erzählung abgestimmt. Sie sind farbenfroh und großflächig angelegt. Die Illustratorin hat die Bilder liebevoll entworfen und sie haben mir gut gefallen. Allerdings sind sie nicht jedermanns Sache, meine Tochter (6) war nicht so richtig von den Bildern überzeugt.

Schabernack – Der kleine Fratz von Hullifatz ist ein gelungenes Buch über das richtige Miteinander in einer Gesellschaft. Nicht nur Schabernacks Fehltritte werden kritisiert, sondern auch das Verhalten der Dorfbewohner, die den kleinen Schabernack verjagen, nachdem dieser sich bei ihnen entschuldigt hatte.
Ich hoffe die Autorin schreibt noch mehr wertvolle Bücher dieser Art.

Veröffentlicht am 23.11.2017

Mit Kindern auf Zeitreise

Zeitreise auf vier Pfoten, Band 02
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"Zeitreise auf 4 Pfoten - Ein Pony für den König" ist der zweite Band einer neuen Reihe, in welchem eine Hundedame mit ihren Besitzern, dem etwas verrückten Professor Tempus und seiner taffen Enkelin Lia, ...

"Zeitreise auf 4 Pfoten - Ein Pony für den König" ist der zweite Band einer neuen Reihe, in welchem eine Hundedame mit ihren Besitzern, dem etwas verrückten Professor Tempus und seiner taffen Enkelin Lia, in die Vergangenheit reist, um durch die Zeit gereiste Tiere wieder nach Hause zu bringen.

Michael Koglin ist Autor und freier Journalist. Seine Krimis erscheinen im Goldmann und Droemer Knaur Verlag. Außerdem schreibt er Drehbücher und Theaterstücke für Kinder.

Professor Tempus hat ein riesiges Chaos verursacht, als er vergaß, seine Zeitreise-Maschine auszustellen. Sie hat sich selbstständig gemacht und zahlreiche Tiere, wie Ponys, Raben, Dinosaurier und Katzen auf Professor Tempus‘ Bauernhof gebracht. Nun heißt es, die Tiere wieder in ihre Zeit zurück zu bringen, damit die Zeitachse nicht durcheinander gerät. Dieses Mal geht es ins mittelalterliche London, um Ritter Löwenherz sein geliebtes und überaus wichtiges Pony zurück zu bringen. Denn ohne das Pony, kann Löwenherz das Turnier gegen den Schwarzen Ritter nicht gewinnen und so niemals König werden.

Michel Koglins Schreibstil ist leicht, fließend und gut verständlich. Das Phänomen der Zeitreise stellt allerdings eine große Herausforderung an den kindlichen Leser. Meine sechs-jährige Tochter hatte hier leichte Verständnisschwierigkeiten, aber das Buch ist ja auch für Kinder ab 8 Jahren konzipiert. Außerdem hat sicherlich auch der ein oder andere Erwachsene seine Schwierigkeiten, wenn man über die Zeitachse und Veränderungen in der Vergangenheit durch Personen aus der Gegenwart nachdenkt.
Außergewöhnlich an diesem Buch ist, dass die Geschichte aus der Sicht der Hundedame Madame Curie (auch genannt Curry) erzählt wird.

Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet. Die Kapitelüberschriften sind passend zum Mittelalter als Banner dargestellt. Die Seitenzahlen stehen in einem kleinen mechanischen Kasten, ähnlich eines alten Fotoapparates. Außerdem sind die schwarz-weiß Zeichnungen recht außergewöhnlich. Gerade die Zeichnung der beiden kämpfenden Ritter sprüht nur so von Spannung und Energie. Fréderic Bertrand hat hier einen ausgezeichneten Job geleistet und man merkt den Bildern an, dass er in seiner Freizeit selbst gerne an „rostigen Maschinen“ (Seite 123) herumschraubt, um damit selbst irgendwann einmal in die Zukunft reisen zu können.

Dieses Buch bereitet ein wenig geschichtliches Wissen für die kleinen ohne dabei zu überfordern oder zu langweilen. Ein Glossar im Anhang hilft auch dem Vorleser, falls er Worte wie Kandelaber oder Plattner selbst nicht so genau kennen sollte.
Die Protagonisten sind etwas klischeehaft dargestellt. So ist die Hundename stets hungrig, der Professor immer wieder verwirrt und Lia das taffe Mädchen, welches sich selbstsicher den Abenteuern stellt.
Der Spannungsbogen ist eher niedrig gehalten. Die Kinder werden also nicht extrem angespannt sein. Nur selten wird es etwas brenzlig aber das ist für die Zielgruppe auch angemessen.
Dieses Buch wird jedem Spaß bereiten, der einmal etwas anderes lesen möchte und sich für die Vergangenheit interessiert.

Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn Frauen die Geschichtsschreiberinnen wären…

Die Frau als Mensch
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Da Geschichte größtenteils von Männern geschrieben wurde, ist unser Blick auf die Vergangenheit stark männlich geprägt. Doch jüngste Forschungen zeigen, dass vieles, was lange als typisch männlich galt ...

Da Geschichte größtenteils von Männern geschrieben wurde, ist unser Blick auf die Vergangenheit stark männlich geprägt. Doch jüngste Forschungen zeigen, dass vieles, was lange als typisch männlich galt – etwa bestimmte Skelette und die daraus abgeleiteten Berufe früherer Menschen –, häufig weiblich war. Dadurch verändert sich unser Verständnis der Geschichte grundlegend. Es stellt sich die Frage: Wie groß war der Einfluss von Frauen seit Anbeginn der Menschheit auf Gesellschaft und Zusammenleben? Wann und wieso verschob sich dieses Gleichgewicht? Genau mit diesen Fragen setzt sich Ulli Lust in ihrem Sachcomic auseinander. Auf anschauliche Weise zeigt sie, was in der Vergangenheit häufig aus einer männlich geprägten Perspektive interpretiert – und mitunter fehlgedeutet – wurde.

Die Autorin und Illustratorin:

Ulli Lust (geboren 1967) ist eine österreichische Comiczeichnerin sowie Illustratorin. Ihr Comic Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ (erschienen im avant-verlag) erhielt international viel Aufmerksamkeit und wurde mit dem Ignatz Award sowie dem Los Angeles Times Book Award ausgezeichnet. Sie illustrierte außerdem "Flughunde" (nach dem Roman von Marcel Beyer) und "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein". 2025 erschien ihr Sachcomic "Die Frau als Mensch: Am Anfang der Geschichte". Als erster Comic überhaupt wurde er mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. 2026 erscheint der Folgeband "Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen". Ulli Lust unterrichtet außerdem Zeichnung und Comic an der Hochschule Hannover.


Inhalt:

„Stolze Hüften aus Knochen, Stein, gebranntem Ton. Wir nennen sie Göttinnen, doch wer oder was waren sie wirklich?
In Büchern über die Steinzeit sehen wir vorrangig Männer beim Jagen, Feuerstein schlagen oder Höhlen bemalen. Die meisten Menschenbilder aber, die uns von Eiszeitmenschen selbst hinterlassen wurden, zeigen Frauen. Was waren das für Gesellschaften, die sie und ihr Geschlecht so zentral und ohne Scham darstellten?
Nach Jahren der Recherche kehrt Ulli Lust zurück mit ihrem groß angelegten Sachcomic über die Anfänge der Kunst und die Bedeutung der Empathie für das Überleben unserer Spezies: Rund um die archaisch-weiblichen Figurinen entfaltet sich eine vergessene Welt, in der die Heldenreise Gruppensache war, die nur gemeinsam bestanden werden konnte, von Frauen, Männern, Kindern oder auch nichtbinären Menschen in mitunter reich geschmückter Rolle.“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Sachcomic:

Das Cover zeigt die abstrakte Darstellung einer Vulva und setzt setzt damit bereits visuell den Schwerpunkt auf die Weiblichkeit. Zusätzlich sind zwei Frauen aus der Eiszeit dargestellt, von denen eine ein Kind auf dem Rücken trägt. gemeinsam scheinen sie in die Tiefen einer Höhle zu steigen.

Das Sachcomic besticht durch seine zahlreichen detailreichen Zeichnungen und einer Mischung aus Bildern von archäologischen Artefakten, szenischen Darstellungen der behandelten Themen und eingestreuten Comicsequenzen, die das Leben der Frauen näher beleuchten.

Im Mittelteil hatte ich jedoch über längere Strecken den Eindruck, dass der Fokus auf die Frauen etwas verloren geht. Das mag allerdings auch daran liegen, dass aus diesen frühen Epochen nur begrenzt gesicherte Erkenntnisse vorliegen und vieles interpretiert oder rekonstruiert werden muss.

Das rund 250 Seiten starke Werk ist in zwölf Kapitel gegliedert: Die Scham, Sozialverhalten bei Menschenaffen, Töchter und Söhne der ersten Menschen, Heute ist alles anders, Eine Schlange im Paradies, Die Menschenfarbe, Kaltes Grasland, Die ersten Bildhauer:innen, Menschenknochen, Mammutmütter, Jägerinnen und Jäger, Gezeiten. Ein ausführlicher Anhang mit Anmerkungen ergänzt den Band.

Immer wieder schlägt die Autorin den Bogen in die Gegenwart und zieht Vergleiche zur heutigen Wahrnehmung von Scham, zum Umgang mit Menstruation oder zu Geschlechterrollen im Zusammenleben. So entsteht ein vielschichtiges Bild vergangener Kulturen. Der Band vereint Sachbuch (Biologie, Archäologie, Geschichtswissenschaft, Feminismus, Soziologie), Graphic Novel und Nachschlagewerk, wie man es in Museen erwerben kann. Die enge Verflechtung von Text und Bild macht die Lektüre anspruchsvoll, aber auch erkenntnisreich. Die Illustrationen laden dazu ein, genauer hinzusehen und eigene Hypothesen zu entwickeln.

Fazit:

"Die Frau als Mensch – Am Anfang der Geschichte" ist ein detailreiches und informatives Sachcomic, welches sich intensiv mit der Stellung und Rolle der Frau in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt. Die vielfältigen Illustrationen und der umfangreiche Text eröffnen den Leser:innen eine neue Perspektive auf Geschichte, die lange übersehen wurde, und beleuchten eindrucksvoll die Komplexität von Weiblichkeit und gesellschaftlicher Entwicklung. Demnächst erscheint der zweite Teil der Reihe. "Die Frau als Mensch – Schamaninnen" erforscht die Rolle der Frau in der menschlichen Kunst- und Kulturgeschichte.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Die Schattenseiten von Ruhm und Glamour

Aber so bin ich
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Dass Luca Tortolini und Marco Somà ein super Team sind, haben sie bereits mit dem Buch "Wer weiß, was Glück ist?" gezeigt. Bereits zuvor haben sie ein Buch gemeinsam erschaffen, worauf ich erst vor kurzen ...

Dass Luca Tortolini und Marco Somà ein super Team sind, haben sie bereits mit dem Buch "Wer weiß, was Glück ist?" gezeigt. Bereits zuvor haben sie ein Buch gemeinsam erschaffen, worauf ich erst vor kurzen gestoßen bin. "Aber so bin ich" ist ein Bilderbuch über gesellschaftliche Erwartungen und den Ausbruch aus festgefahrenen Situationen. Nicht die Arbeit ist das, wofür man Leben sollte, sondern sein eigenes Glück und Wohlbefinden.

Der Autor und der Illustrator:

Luca Tortolini lebt in einer kleinen Gemeinde in Italien. Er ist Schriftsteller sowie Drehbuchautor. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit beschäftigt er sich mit Bildung und Leseförderung.

Marco Somà studierte Malerei und Illustration. Danach unterrichtete er Techniken der Malerei und Comiczeichnung an einer italienischen Kunsthochschule. Nun arbeitet er freiberuflich als Illustrator.

Inhalt:

„Der Affe lebt als Filmstar in einer großen Stadt. Geld, Ansehen und Bewunderer hat er reichlich. Aber was ihm fehlt, sind wahre Freunde, seine Familie und all die kleinen Dinge, die er in seiner Heimat unbedacht tun konnte, doch die nun in der städtischen Welt keinen Platz mehr haben. Und so macht er das einzig Richtige: Er lässt den ganzen Ruhm hinter sich und kehrt in seine Heimat zurück – dort kann er endlich wieder ganz er selbst sein. Die Geschichte erzählt davon, welch unschätzbaren Wert es hat, wenn man fernab von gesellschaftlichen Erwartungen seinen ganz eigenen Sinn im Leben gefunden hat.“ (Produktbescheibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover ist in gedeckten Brauntönen gehalten, mit einzelnen Akzenten in Blau und Rot.Es zeigt den Hauptprotagonisten des Buches – einen Affen, vollständig in Menschenkleidung gehüllt – der auf einem Sofa sitzt und Zeitung liest. Die Schlagzeile handelt von King Kong. Der Hintergrund wirkt ursprünglich, wild und dschungelähnlich. Bereits hier werden die zentralen Aspekte – der Verlust der Heimat und das Leben als Superstar – eindrucksvoll dargestellt.

Luca Tortolini beginnt damit, die Geschichte des Affen zu erzählen. Zunächst beschreibt er, wie es dem Affen im Rampenlicht ergeht: was er alles ertragen muss, dass er keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann und sein Management sein Leben bestimmt. Dann erinnert sich der Affe an seine Anfänge – an das Leben mit seiner Familie im Urwald, bevor er von dort weggelockt und in die vermeintlich glanzvolle Welt Hollywoods gebracht wird. Doch hier ist mehr Schein als Sein. Nichts ist, wie es nach außen dargestellt wird.

Begleitet wird die Geschichte von zauberhaften Illustrationen, die mit zahlreichen Details und fantasievollen Umsetzungen überzeugen. Auch die Farbgebung, die sich bereits auf dem Cover zeigt, ist stimmig und einzigartig. Der Weg des Affen – vom traurigen Hollywoodstar zum glücklichen Affen in seiner Heimat – spiegelt sich deutlich in den Bildern wider.

Schon die jüngsten Leserinnen und Leser werden hier behutsam darauf aufmerksam gemacht, dass vieles, was in den Medien erzählt wird, wenig mit dem wahren Leben zu tun hat. Dass berühmte Menschen nicht zwangsläufig ein erfüllteres Leben führen als „wir Normalos“ – wie man vielleicht vermuten könnte – und dass Erfolg und Reichtum auch große Schattenseiten mit sich bringen. Manchmal ist der einzig richtige Schritt der zurück zu den eigenen Wurzeln, um das Leben wieder genießen zu können.

Man kann sogar einen weiteren Interpretationsansatz erkennen und Parallelen zum Thema Ausbeutung ziehen. Der Affe wird entwurzelt, um für die Belange der Menschen zu leben, für sie zu arbeiten und das zu tun, was sie von ihm verlangen.

Fazit:

"Aber so bin ich" ist ein ganz besonderes Bilderbuch, das vom Verlag ab 3 Jahren empfohlen wird, jedoch definitiv auch für ältere Kinder und Erwachsene geeignet ist. Es behandelt auf tiefgründige Weise das Leben der Stars mit all seinen Höhen – und noch mehr Tiefen. Letztlich geht es darum, zu erkennen, was für einen selbst wirklich wichtig ist, was uns glücklich macht, und den Mut zu finden, den eigenen Weg zu gehen.

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