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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2025

Story gut, Nervenkitzel eher lau

Die Villa
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Diese Art von Büchern hat einen schwierigen Stand, weil man ähnliche Stories einfach schon etliche Male gelesen hat. Muss aber sagen, dass ich diese im Vergleich zu vielen anderen tatsächlich eindrücklicher ...

Diese Art von Büchern hat einen schwierigen Stand, weil man ähnliche Stories einfach schon etliche Male gelesen hat. Muss aber sagen, dass ich diese im Vergleich zu vielen anderen tatsächlich eindrücklicher und interessanter geplottet fand und sie sich dadurch für mich positiv von der Masse abhebt. Vom Spannungslever her aber eher subtil. Statt als Thriller würde ich das Buch eher als Suspense-Roman einstufen.

Zum Inhalt: Vor drei Jahren verstarb Danis beste Freundin bei ihrem eigenen Junggesellinnenabschied und bis heute kann sich Dani an die fragliche nacht nicht erinnern. Gleichzetig plagen sie Schuldgefühle, ihre Freundin so im Stich gelassen zu haben. Aber hätte sie sie überhaupt retten können? Dani fasst den Plan die Nacht

An sich hat mir das Konzept, das Rekonstruieren der Ereignisse und Danis Erinnerungen, die langsam zurückkehren total gut gefallen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass es bei einem Thriller einfach ein bisschen mehr Nervenkitzel, ein paar mehr echte Spannungsmomente gibt. Denn die gesamte aufgebaute Spannung lag ja bereits in der Vergangenheit. Dieser Handlungsstrang rund um den Junggesellenabschied hat mir auch richtig gut gefallen, weil er auch am meisten dazu beiträgt die Figuren aufzubauen. Die Ereignisse in der Gegenwart muten dagegen eher mau an, die Stimmung ist zwar angespannt, was aber der super skurrilen Situation, die Dani da geschaffen hat, entspringt.

Ich weiß nicht, was Bücher dieser Art immer an sich haben, dass Frauengruppen immer derart anstrengend und unsympathisch dargestellt werden. Klar muss es Suspense-Momente geben, aber dafür, dass dem Leser hier suggeriert werden soll es handele sich um eine Freundesgruppe, verhält sich eigentlich niemand besonders freundschaftlich. Es gibt einiges an Revierkämpfen, Missgunst und Rumgezicke , was halt einfach überhaupt nicht meins ist. Für mich war hier keine Sympathieträgerin bei, was es mir manchmal schwer gemacht hat dran zu bleiben, weil man die Frauen eigentlich auch kaum kennenlernt.

Die Geschichte liest sich sehr kurzweilig, durch die verschiedenen Perspektiven und kurzen Kapitel kommt man gut durch die Seiten und es werden abwechslungsreiche Einblicke geboten, wodurch es nie langweilig wird. Die Auflösung hat mir richtig gut gefallen, sie war absolut überraschend und dadurch wirklich catchy. Gleichzeitig wird die Schuldfrage dadurch auch so ein bisschen relativiert, was ich gut geplottet fand.

Für mich jetzt kein absoluter Pageturner, aber ein guter Roman für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Über Freundschaft

Klapper
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Ich liebe ja Stories über Außenseiter und Coming of Age und dieses Buch ist eine coole Mischung, durchzogen mit dem Flair meiner eigenen Jugend. Ich mochte die Alltäglichkeit der Geschichte rund um Pubertät, ...

Ich liebe ja Stories über Außenseiter und Coming of Age und dieses Buch ist eine coole Mischung, durchzogen mit dem Flair meiner eigenen Jugend. Ich mochte die Alltäglichkeit der Geschichte rund um Pubertät, Schule und Freundschaft, die so wunderbar nahbar erzählt wird.

Ich fand die Unsicherheit und das emotionale Chaos, das in Klapper tobt, sehr authentisch geschildert. Er stellt einen harten Kontrast zur nüchtern Bär da, die irgendwie gleichzeitig zu alt und zu jung für ihr eigenes Leben zu sein scheint. Sie ist abgeklärter, aber auch irgendwie verloren- bereits verbraucht, bevor sie überhaupt gelebt hat.

Den Jugendton der Zeit und die Chatnachrichten fand ich gut getroffen, genauso wie das kleinbürgerliche Spießertum. Und grade wenn man denkt man weiß worauf diese Geschichte hinausläuft, zieht sie einem den Boden unter den Füßen weg.

Die Geschichte war für mich nicht emotional im herkömmlichen Sinn, hat mich aber abgeholt und ergriffen. Das Ende und die Aufarbeitung dessen kamen mir vllt ein bisschen zu schnell und zu kurz, gleichzeitig hat das aber auch irgendwie gepasst.

Klingt nach, weil es sehr vertraut ist.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Im Archiv verstecken sich noch weitere Fälle

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Der erste Band rund um das Mörderarchiv und das beschauliche Örtchen Castle Knoll mit all seinen durchtriebenen Geheimnissen hat mich letztes Jahr total begeistert. Daher habe ich mich sehr auf die Fortsetzung ...

Der erste Band rund um das Mörderarchiv und das beschauliche Örtchen Castle Knoll mit all seinen durchtriebenen Geheimnissen hat mich letztes Jahr total begeistert. Daher habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut und war neugierig, was das Archiv wohl noch für uns Leser bereithält. Leider hat mich dieser zweite Fall aber deutlich weniger mitgerissen, als der Erste.

Zum Inhalt: Nachdem sich Annie von den Strapazen rund um Tante Francis Tod erholt und ihr Erbe angetreten hat, könnte das Leben so einfach sein. Doch was will Annie eigentlich mit ihrem neuen Leben anfangen? Als dann auch noch die Leiche der Wahrsagerin des Dorfes in Annies Gewächshaus gefunden wird ist klar: Annie muss erneut das Mörderarchiv konsultieren und den Fall lösen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und generell mag ich die Sprecherin total gerne, die eine angenehme Erzählstimme hat. Aber ich hatte so meine Probleme mit den Übergängen zwischen den Erzählsträngen. Die fand ich manchmal nicht so geschickt, weil sie für mich nicht immer sofort eindeutig waren und ich dadurch immer mal verwirrt war, wenn die einzelnen Informationen und Personen nicht zusammenpassen wollten. Ich weiß nicht, wie das in der gedruckten Version gelöst ist, aber hier hätte ich mir klarere Cuts gewünscht.

Generell geht es wieder viel um die sozialen und amourösen Verstrickungen in Castle Knoll und zwischen den Bewohnern des Ortes. Fand ich das in Band 1 noch sehr charmant und ansprechend neuartig, so war dieser zweite Band für mich fast eine Art Wiederholung des erfolgreichen Konzepts seines Vorgängers: eine Prophezeiung, ein mysteriöser Tod, bürgerliche Geheimnisse. Und Tante Francis als passive Protagonistin ihrer eigenen Geschichte. Mir hat einfach bei diesem Band etwas gefehlt, das ihn von seinem Vorgänger absetzt. Der Fall selbst war wieder nicht schlecht, ich mag weiterhin Setting und Humor, aber ich hätte mir einfach eine spürbare Entwicklung im Vergleich zum ersten Band gewünscht. 

Vielleicht hat mich das Buch auch thematisch ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt, aber irgendwie kam mir das Liebesleben von Francis diesmal zu raumgreifend vor. Dieses anfängliche Schwanken zwischen zwei Männern und dann die fast schon mädchenhafte Verliebtheit- das war irgendwie too much. Dieses ganze Drama rund um das Thema Liebe war einfach überzogen und gar nicht mein Ding. Und dafür, dass Francis ja bereits im letzten Band gestorben ist, nimmt sie hier unglaublich viel Raum ein, wohingegen Annie fast blass auf mich wirkte. Ich glaube, wäre dies der erste Band gewesen, würde ich vielleicht nicht so hart mit ihm ins Gericht gehen, denn es ist wieder eine urige Geschichte voller Geheimnisse und Intrigen, die durchaus kurzweilig gestaltet ist. Aber durch meine hohe Erwartungshaltung nach Band 1, war ich doch etwas ernüchtert. Ich würde einem dritten Band trotzdem eine Chance geben, vllt aber als gedruckte Version, da ich mit der Struktur im Hörbuch ein bisschen gehadert habe.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein dreckiges Geschäft

To Die For
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Ich finde das Cover so einen coolen Eyecatcher und war richtig neugierig auf diesen Thriller, der den Leser in die Welt der Luxusimmobilien entführt. Die Spannung ist hier eher ein subtiles Brodeln unter ...

Ich finde das Cover so einen coolen Eyecatcher und war richtig neugierig auf diesen Thriller, der den Leser in die Welt der Luxusimmobilien entführt. Die Spannung ist hier eher ein subtiles Brodeln unter der Oberfläche und man fragt sich dadurch unwillkürlich, was die einzelnen Figuren zu verbergen haben.

Zum Inhalt: Immobilienmaklerin Angie ist gerade dabei sich mit einem eigenen Büro selbstständig zu machen, als ihr Boss einen Superdeal an Land zieht: eine 50-Millionen-Dollar-Villa in bester Strandlage. Und seine Makler sollen um den Verkauf und die begehrte Provision kämpfen, mit allen schmutzigen Tricks, die ihnen zur Verfügung stehen. Doch dann geschieht ein Mord.

Ich fand es einen spannenden Erzählansatz, dass man zwar von Beginn an weiß, dass es einen Mord gab, der Leser aber sehr lange im Dunkeln darüber gelassen wird, um wen es sich bei der Leiche handelt. Und da zum entsprechenden Zeitpunkt verschiedene Leute nicht auffindbar sind, kommen einige von ihnen infrage und somit gibt es auch diverse potentielle Mörder. So werden der Fall und die eventuellen Motive nach und nach aufgearbeitet.

Die Handlung wird dabei aus den verschiedene Perspektiven der einzelnen Makler vor und nach dem Mord erzählt, sodass man die potentiellen Verdächtigen einigermaßen gut kennenlernt. Schnell wird dabei klar, dass so ziemlich alle von ihnen Geheimnisse haben, wobei einige schwerer wiegen als andere. Es werden dadurch ziemlich viele falsche Fährten ausgelegt und nicht alles ist tatsächlich für die Handlung relevant, wobei aber nie Längen aufkommen. Das fand ich an sich gut geplottet und stimmig erzählt.

Trotzdem fand ich die Geschichte einfach nicht so richtig packend. Das Buch liest sich gut und auch das Ende fand ich durchaus gelungen, aber es ist eher auf subtile, psychologische Art spannend und nicht wirklich mitreißend.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Authentisch chaotisch

Only Margo
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Only Fans war ja in der jüngsten Zeit immer mal wieder in den Medien, weshalb ich das Thema als Basis für einen Roman aktuell und interessant finde. Das Buch wirft einen ehrlichen Blick auf das Business ...

Only Fans war ja in der jüngsten Zeit immer mal wieder in den Medien, weshalb ich das Thema als Basis für einen Roman aktuell und interessant finde. Das Buch wirft einen ehrlichen Blick auf das Business mit dem eigenen Körper. Eine Geschichte für Beziehungen, Freundschaften, Familie und die Frage was man mit dem eigenen Leben anfangen will.

Zum Inhalt: als Margot ungewollt während einer Affäre mit ihrem Dozenten schwanger wird, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Nicht nur will er, dass Margit abtreibt und die Uni verlässt, auch aus ihrer Familien und ihrem Bekanntenkreis hat sie keine Unterstützung zu erwarten. Also beschließt Margo das Kind zu bekommen und mit der Platform OnlyFans ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Chaos und Vorurteile vorprogrammiert.

Anfangs fand ich die Geschichte gar nicht mal so spektakulär und bis zu Bodhis Geburt auch sehr übers Knie gebrochen. Aber dann wird das Erzähltempo gemächlicher und die Story gewinnt an Tiefe. Es geht viel um Außenwahrnehmung, aber Margo wächst auch an ihrem Leben und ihren Aufgaben, sodass es auch einiges an Innenreflektion gibt.

Was mich völlig aus der Bhan geworfen hat war der psychologische Blick auf Margos Leben und ihre Tätigkeit bei Only Fans. Ich kann nicht beurteilen, wie realistätsnah das dargestellte Gutachten war, aber mich hat das schwer beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Denn es wirft nochmal eine völlig andere Perspektive auf die Arbeit mit dieser Platform.
Ich glaube ich ich mochte am meisten wie nahbar und menschlich es die Personen hinter den Bildschirmen gemacht hat.

Für mich ein ganz toller Roman über eine starke junge Frau, die ihren Weg findet. Coole Mischung aus Coming-Of-Age und Female Empowerment.

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