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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Mit dem Camper durch die Berge

OTTO fährt los – Ein Sommer in den Bergen
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Endlich Sommerferien! Die Zwillinge Luzie und Klara mit ihren Eltern Yurika und Christian fahren mit Campingbus Otto in den Urlaub. Es geht quer durch die Berge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. ...


Endlich Sommerferien! Die Zwillinge Luzie und Klara mit ihren Eltern Yurika und Christian fahren mit Campingbus Otto in den Urlaub. Es geht quer durch die Berge in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Mir hat sehr gut gefallen, wie viel Raum die Natur einnimmt und wie liebevoll die Details gestaltet sind: unter anderem findet man eine Karte, ein Rezept mit Kaiserschmarren und eine detaillierte gezeichnete Packliste. Im Text werden die Lesenden bzw. Zuhörenden immer wieder mit Fragen angesprochen, was ich ebenfalls charmant fand.
Die Illustrationen sind warm und stimmig - bunt, aber eher gedämpft - und passen gut zur entspannten Atmosphäre des Buches. Die Handlung selbst verläuft eher gemächlich und ruhig. Ein großer Spannungsbogen oder ein klarer Höhepunkt fehlen, dafür punktet das Buch mit vielen kleinen, charmanten Abenteuern der Familie.
Die Sprache ist insgesamt gut verständlich, wirkt aber stellenweise etwas holprig. Das kann aber an meiner österreichischen Herkunft liegen. Insgesamt ein schönes Buch für alle, die entschleunigte Geschichten und Natur mögen – mit viel Herz und einer Prise Abenteuer.

Veröffentlicht am 09.04.2025

Sommerliche Identitätssuche

Wenn die Tage länger werden
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Lisa ist Ende dreißig, Lehrerin und alleinerziehende Mutter eines sechsjährigen Kindes. Die Sommerferien stehen bevor, und zum ersten Mal wird ihr Sohn Paul mehrere Wochen am Stück bei seinem Vater verbringen. ...

Lisa ist Ende dreißig, Lehrerin und alleinerziehende Mutter eines sechsjährigen Kindes. Die Sommerferien stehen bevor, und zum ersten Mal wird ihr Sohn Paul mehrere Wochen am Stück bei seinem Vater verbringen. Diese bevorstehende freie Zeit ist für Lisa ein großer Luxus, löst aber auch Ängste aus. Denn wer ist sie eigentlich, wenn sie nicht gerade Mutter, Tochter oder Lehrerin ist?
Anne Stern schreibt sehr ehrlich und feinfühlig über Mutterschaft mit all ihren Konsequenzen. Sie thematisiert Mental Load, die ungleichen Maßstäbe, an denen Väter und Mütter gemessen werden, die Gefahr, sich selbst in der Elternrolle zu verlieren, die gewaltige Liebe, Nähe und manchmal auch Überforderung im Zusammenleben mit einem Kind. Ich habe mir viele Sätze und Seiten markiert.
Neben Lisas Rolle als Mutter wird auch das komplizierte, von Schweigen und Distanz geprägte Verhältnis zu ihrer eigener Mutter beleuchtet. Sie begegnet außerdem der schwer kranken Obstbäuerin Ute – eine interessante Figur, die leider etwas blass bleibt. Ein weiterer Aspekt des Buches ist Lisas Liebe zur Musik und die düstere Geschichte ihrer alten Geige. Trotz der vielen Themen wirkte die Geschichte nicht überladen.
Manche von Lisas Gedankengängen empfand ich nach einer Weile ein wenig redundant, trotzdem hat mir gerade der Teil ihrer Identitätssuche sehr gefallen. Insgesamt ist „Wenn die Tage länger werden“ ein berührendes und gelungenes Buch. Anne Stern schafft eine schöne, sommerliche Atmosphäre und eine gewisse Leichtigkeit. Ein Buch, das ich gern gelesen habe, dessen Eindrücke teilweise jedoch auch schon wieder verblassen. Ich empfehle es als leichten, aber keineswegs seichten Sommerroman mit Tiefgang.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Bewegung macht Spaß!

Bloß nicht bewegen - oder doch?
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Bewegung im Kleinkindalter (und natürlich darüber hinaus) ist sehr wichtig für die Entwicklung, da sind sich Expert*innen einig. Gleichzeitig gibt es immer wieder Hinweise, dass Kinder sich zu wenig bewegen. ...

Bewegung im Kleinkindalter (und natürlich darüber hinaus) ist sehr wichtig für die Entwicklung, da sind sich Expert*innen einig. Gleichzeitig gibt es immer wieder Hinweise, dass Kinder sich zu wenig bewegen. Dieses Buch kann Abhilfe schaffen. „Bloß nicht bewegen – oder doch?“ ist ein gelungenes Mitmachbuch, das sich nicht nur durch das Thema (Bewegung im Kleinkindalter), sondern auch durch die Art und Weise, Kinder anzusprechen, auszeichnet. Durch die Geschichte im Buch werden Lesende bzw. Zuhörende dazu animiert, mitzuturnen. So kann das Buch zu einer lebendigen und unterhaltsamen Erfahrung für Kinder und Eltern oder Betreuende werden. Die Illustrationen sind kindgerecht und süß, die Charaktere bieten Raum zur Identifikation. Bewegung spielt auch eine wichtige Rolle beim Spracherwerb, so dass das Buch sich durch die Kombi von Sprache, Bewegung und Spaß zur Sprachförderung einsetzen lässt. Ich habe den Eindruck, dass das Buch sich auch gut für Gruppen eigenen würde.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Erste Freundschaften und Erinnerungen

Die Sendung mit dem Elefanten - Meine Kindergartenfreunde
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"Meine Kindergartenfreunde" ist ein schönes, durchdachtes Ausfüllbuch für jüngere Kinder mit einem ansprechenden Design. Die Möglichkeit, etwas anzukreuzen oder auszumalen finde ich sehr gelungen, da Kinder ...

"Meine Kindergartenfreunde" ist ein schönes, durchdachtes Ausfüllbuch für jüngere Kinder mit einem ansprechenden Design. Die Möglichkeit, etwas anzukreuzen oder auszumalen finde ich sehr gelungen, da Kinder so selbst zum Einsatz kommen und nicht nur den Eltern diktieren, was sie schreiben sollen. Ich hätte mir noch zwei oder drei Punkte mehr zum Ausfüllen gewünscht, beispielsweise "Das mache ich gern", "Meine Lieblingsfarbe" oder "Mein Lieblingstier", um die Steckbriefe noch etwas runder zu machen.
Zwischendrin gib es immer wieder Seiten mit Ausmalbildern oder mit kleinen Rätseln, außerdem einen Geburtstagskalender. Diese Seiten gefallen mir grundsätzlich gut, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die ausfüllenden Kinder und Eltern diese Seiten ohne zusätzlichen Hinweis nicht finden und nicht bearbeiten werden.
Insgesamt ein gelungenes erstes Freunde-Buch, das schöne Erinnerungen an den Kindergarten auf unkomplizierte Art und Weise festhalten kann.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Mit Kindern über Geschlechterrollen sprechen

Du bist du ... und wunderbar
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Du bist du... und wunderbar ist ein Buch mit einer wunderbaren Botschaft. Es soll Kinder in ihrer Individualität bestärken und für Diversität sensibilisieren. Der Schutzumschlag kann auch als Poster verwendet ...

Du bist du... und wunderbar ist ein Buch mit einer wunderbaren Botschaft. Es soll Kinder in ihrer Individualität bestärken und für Diversität sensibilisieren. Der Schutzumschlag kann auch als Poster verwendet werden.
Ich mag die Illustrationen und die Farbgestaltung. Die Seiten sind nicht überfrachtet.
Es ist ein gutes Buch, um mit Kindern zu den Themen Geschlechtsidentität, Geschlechterrollen und diesbezüglichen Vorurteilen ins Gespräch zu kommen. Dabei finde ich schön, dass es viele Fragen und kleine Aufgaben für die Kinder gibt, so dass diese nicht nur passive Zuhörende sind. Dabei ist es trotz teilweise schwerer Thematik humorvoll gehalten.
Das Buch ist empfohlen für Kinder zwischen vier und sieben Jahren. Ich könnte mir vorstellen, dass manche Vierjährige mit dem Inhalt eventuell überfordert sind, wobei das ja immer sehr individuell ist.
Bei manchen Sätzen gefiel mir die Formulierung nicht so gut. Möglicherweise liegt das an der Übersetzung.
Insgesamt definitiv ein sehr wertvoller Beitrag zu Geschlechterrollen und -identität.