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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2025

Super spannend

Lupus
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Der Thriller "Lupus - Alles Böse kehrt zurück" von Tibor Rode ist, wie nicht anders von dem Spiegel-Bestseller Autoren zu erwarten, sehr spannend und kurzweilig. Einmal angefangen, möchte man das Buch ...

Der Thriller "Lupus - Alles Böse kehrt zurück" von Tibor Rode ist, wie nicht anders von dem Spiegel-Bestseller Autoren zu erwarten, sehr spannend und kurzweilig. Einmal angefangen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Hier treffen ehemalige Nazi-Projekte und eine Gruppe von Wissenschaftlern aus der DDR auf künstliche Intelligenz und gut gehütete Familiengeheimnisse.
Die Tierärztin Jenny begegnet nicht nur Personen aus ihrer Vergangenheit, sondern auch längst tot geglaubten Tieren.
Dem Autor ist die Mischung aus wissenschaftlichen Fakten und Fiktion sehr gut gelungen. Auch der spannende Schreibstil trägt dazu bei, dass man das Buch in einem Stück durchlesen möchte.
Am Ende werden ziemlich viele Fragen auf einmal geklärt, da bis kurz vor Schluss noch einige Zusammenhänge offen bleiben.
Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, das ich jedem wärmstens weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 06.03.2025

Im besten Sinne ein wirres Buch

Russische Spezialitäten
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Wie aktuell kann ein Buch sein? Kapitelmans Roman handelt von seiner Kindheit in Ostdeutschland, das geprägt war von einem osteuropäischen Zusammengehörigkeitsgefühl - ganz unabhängig der nationalen Herkunft.
Gleichzeitig ...

Wie aktuell kann ein Buch sein? Kapitelmans Roman handelt von seiner Kindheit in Ostdeutschland, das geprägt war von einem osteuropäischen Zusammengehörigkeitsgefühl - ganz unabhängig der nationalen Herkunft.
Gleichzeitig ist es ein Buch über die Zerrissenheit. Darüber, was es bedeutet, wenn ein Krieg die eigene Familie teilt. Nicht geografisch, sondern politisch. Es zeigt, was Propaganda mit Menschen machen kann und wie schwer es ist, das zu thematisieren, wenn es Menschen betrifft, die man liebt.

Den Schreibstil muss man mögen. Das ist definitiv kein Roman für jede Person. Das Buch ist wirr, im allerbesten Sinn. Ich jedenfalls habe es geliebt. Dmitrij Kapitelman schreibt so wortgewaltig, so ausschmückend und gleichzeitig so klar.
Durch seine geringe Seitenzahl lässt sich der Roman ganz wunderbar in einem Tag lesen. Ein Buch für Zwischendurch ist es aber auf gar keinen Fall; dafür hallt es viel zu lange nach. Menschen, die gerne Saša Stanišić oder Tijan Sila lesen, dürfte Russische Spezialitäten ganz gut gefallen.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Über Schwesternschaft und Female Rage

Wenn wir lächeln
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Mit "Wenn wir lächeln" ist Mascha Unterlehberg ein so zartes und gleichzeitig so kraftvolles Debüt gelungen. Das Cover spiegelt für mich genau die Gefühle und die Stimmung des Roman wider. So traurig und ...

Mit "Wenn wir lächeln" ist Mascha Unterlehberg ein so zartes und gleichzeitig so kraftvolles Debüt gelungen. Das Cover spiegelt für mich genau die Gefühle und die Stimmung des Roman wider. So traurig und zart und wütend zugleich.

In der ersten Hälfte hatte ich immer wieder das Bedürfnis, Jara in den Arm zu nehmen. Neben Anto wirkte sie so unsicher und zerbrechlich. In der zweiten Hälfte wechseln die Hierarchien ein bisschen und die Figuren entfernen sich etwas vom Leser. Ich konnte Jaras Handlungen dann nicht mehr so nachvollziehen und konnte mich eher in Anto hineinfühlen.

In den Schreibstil muss man sich erst einmal ein wenig einfinden, aber die kurzen Kapitel machen es wirklich leicht, immer weiter zu lesen, und ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen.

Was für ein Banger! Wer Lust auf einen Roman hat, der unbequem und direkt ist, ist hier genau richtig. Für mich bisher mein liebstes Buch 2025.

Veröffentlicht am 02.02.2025

„Ein Meilenstein junger Weltliteratur“

Blauer Hibiskus
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Mit „Blauer Hibiskus“ hat Chimamanda Ngozi Adichie ihren Debütroman geliefert, der schöner, ehrlicher und bewegender nicht sein könnte.

Kambili, ein 15-jähriges Mädchen, erzählt ihre Geschichte in einem ...

Mit „Blauer Hibiskus“ hat Chimamanda Ngozi Adichie ihren Debütroman geliefert, der schöner, ehrlicher und bewegender nicht sein könnte.

Kambili, ein 15-jähriges Mädchen, erzählt ihre Geschichte in einem von Unruhen und Aufständen geprägten Nigeria. Ihr Vater, ein einflussreicher Mann, erwartet stets Höchstleistungen von seinen Kindern. Die zweitbeste Leistung ist ihm nie genug. Er ist streng gläubig und fordert diesen Glauben auch von seiner Familie ein. Doch Kambili hinterfragt das Verhalten ihres Vaters nicht, sondern versucht, ihn stolz zu machen. Sie lebt streng nach dem Plan ihres Vaters. Lernzeit, Familienzeit und Kirchenbesuche sind genau geregelt und Freizeit kennt sie nicht.

Erst als Kambili zu Besuch bei ihrer Tante ist und den dortigen Pater kennenlernt, kann sie sich langsam öffnen, lernt, ihre wahren Gefühle zu zeigen und zu lächeln.

Die Figuren, die Chimamanda Adichie hier erschaffen hat, sind so vielschichtig und zeigen im Verlauf des Romans immer wieder verschiedene Facetten. So lernt man den Vater zum einen als einen autoritären Patriarchen kennen, der seine Kinder körperlich bestraft, zum anderen ist es aber auch ein Mann, der die Missstände der Machthaber aufdecken und seine Mitarbeiter vor dem Militär schützen möchte.

Dieser Roman ist so wundervoll, so unaufgeregt, so ehrlich und berührend geschrieben, dass mir die Tränen kamen. Ein grandioses Buch, das ich jedem nur empfehlen kann!

Veröffentlicht am 02.02.2025

Die Hoffnung auf Freiheit

Der Klang der Freiheit
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Ein bezauberndes kleines Buch mit wundervollen Illustrationen in den Farben dunkelblau und schwarz. Das Buch ist nicht unbedingt für jüngere Kinder geeignet. Ich würde es für Kinder ab 12 empfehlen, da ...

Ein bezauberndes kleines Buch mit wundervollen Illustrationen in den Farben dunkelblau und schwarz. Das Buch ist nicht unbedingt für jüngere Kinder geeignet. Ich würde es für Kinder ab 12 empfehlen, da es schon zum Nachdenken anregt; auch für die Schullektüre kann ich es mir sehr gut vorstellen. Ein Kinderbuch, das von Menschen jeden Alters gelesen werden sollte.

In dem Buch sitzt Rami mit anderen, ihm bisher fremden Menschen in einem Boot auf hoher See. Nur seine Geige konnte er auf der Flucht vor dem Krieg mitnehmen, denn sie ist das Wichtigste, was er besitzt. Denn die Geige erzählt eine Geschichte, sie erzählt viele Geschichten. Sie hilft vor dem Vergessen und sie hilft vor dem Vergessen-Werden. Und Rami teilt die Geschichte über ein Pferd und die Freiheit. So viele unterschiedliche Menschen sitzen in dieser Nacht in diesem Boot; und doch erzählt die Geige die Geschichte jedes Einzelnen. Die Musik verbindet die Menschen, sie verbindet auch die Menschen im Boot mit den Menschen der Geschichte.


Das Buch zeigt, dass es nicht vieler Worte bedarf, um eine Geschichte zu erzählen. Schon mit wenig Text und kurzen Sätzen schafft es „Der Klang der Freiheit“ eine Tiefe zu erzeugen, die noch nach Beenden des Buches nachklingt. Ein kleines Buch mit einer großen Kraft.