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Veröffentlicht am 07.10.2017

Das Leben ist kein Wunschkonzert

Das Geschenk eines Sommers
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Das freundliche Bild auf dem Buchcover wirkt fast wie eine Einladung ins Sommervergnügen. In freundlichen grünen Farbtönen gehalten verspricht es eine unbeschwerte sommerliche Geschichte. Doch das Bild ...

Das freundliche Bild auf dem Buchcover wirkt fast wie eine Einladung ins Sommervergnügen. In freundlichen grünen Farbtönen gehalten verspricht es eine unbeschwerte sommerliche Geschichte. Doch das Bild trügt.

Diese Geschichte ist alles anders als fröhlich. Clara, die bisher ein unbeschwertes Leben geführt hat, abgesehen von den Strapazen ihrer unglücklichen Liebesbeziehungen, erzählt uns davon.

Es war die Nachricht über die unheilbare Krankheit ihrer Mutter, die das Leben von Clara auf den Kopf gestellt hat. Ab sofort ist nichts mehr wie es war. Weder der super wichtige Job, der beliebte Schmusekater Alfred, die treuen Freunde, noch die so scheinbar wichtige Liebesbeziehung mit dem verheirateten Martin – das alles ist nicht mehr wichtig für sie. Clara ist nur noch für ihre Eltern da, sie will ihrer Mutter in der schweren Zeit zur Seite stehen.

Aber die unheilbarkranke Ruth hat noch einen Wunsch, den sie unbedingt erfüllt haben will. Sie möchte mit ihrer Tochter Clara nach Uckermark fahren, in ihre alte Heimat, die sie von vielen Jahren verlassen hat. Was Mutter und Tochter dort erwartet, ist viel mehr als nur ein Wiedersehen mit der Vergangenheit.


Ich kam schnell in die Geschichte rein. Sie wird locker und flüssig aus Sicht von Clara erzählt. Sehr schnell gewann die junge Protagonistin meine Sympathie, obwohl mich ihre Liebesaffäre mit dem verheirateten Martin mehr als gewundert hat. So viel Naivität hätte ich Clara nicht zugetraut.

Aber dann, als Clara von der Krankheit ihrer Mutter erfährt und Ruth für sie ab jetzt am wichtigsten ist, bekommt sie meine volle Bewunderung und Respekt. Die Lage ist sehr dramatisch, man weiß, dass es keine Chance auf Heilung gibt.

Trotzdem ist dieses Buch keine traurige Geschichte über eine todkranke Frau. Man begleitet Ruth in ihrem letzten Sommer auf ihrer Reise in die Vergangenheit. Die Krankheit, obwohl ständig präsent, rückt in den Hintergrund. Dazu kommen neue Handlungsstränge: Freunde und Bekannte aus der Vergangenheit, eine Familientragödie, alte Liebe.

Man lernt Ruht besser kennen, bewundert ihre Tapferkeit und starken Willen. Ruth ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich bis zum Schluss durchsetzen kann. Es gibt hier auch ein paar ergreifende Momente, die auf die Tränendrüsen drücken.

Die ganze Geschichte wurde mit vielen Nebenhandlungen aufgelockert. Und das ist meines Erachtens nicht immer von Vorteil. Vor allem das Liebesleben von Clara nimmt einen enormen Teil der Handlung in Anspruch. Auf mehreren Seiten des Buches wird ihre Affäre mit Martin und dann über ihre Gefühle für Philipp gesprochen. Oft hatte ich das Gefühl, dass es hier viel mehr über eine Liebesgeschichte als um die unheilbare Krankheit geht.

Auch der Ehemann von Ruth bleibt eine Gestalt am Rande des Geschehens. Ich weiß, dass die Menschen sehr verschieden auf solche Schicksalsschläge reagieren, aber gerade deswegen hätte ich mir mehr Platz in dieser Geschichte für ihn gewünscht.

So wirkt alles irgendwie vorausschaubar, fast inszeniert. Vor allem das Ende der Geschichte, das wie ein Märchen wirkt.

Ich habe das schnell ausgelesene Buch mit gemischten Gefühlen zugeklappt. Trotz des tragischen Thema mehr als eine leichte Sommerlektüre war das Buch für mich nicht.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Streitschrift zum Thema Deutschlands Energiepolitik

Die Sicherheitslüge
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Über Deutschlands Abhängigkeit von den Öl- und Gasimporten schreiben Susanne Götze und Annika Joeres in dem Buch „Die Sicherheitslüge“, das Anfang Oktober 2025 im Verlag oekom erschienen ist.

Die Autorinnen ...

Über Deutschlands Abhängigkeit von den Öl- und Gasimporten schreiben Susanne Götze und Annika Joeres in dem Buch „Die Sicherheitslüge“, das Anfang Oktober 2025 im Verlag oekom erschienen ist.

Die Autorinnen beschreiben die aktuelle geopolitische Lage Europas und Deutschlands, kritisieren die aktuelle Energiepolitik, die zu Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferanten führt. Dadurch wäre die Deutschlands Sicherheit besonders gefährdet.
In dem Buch wurden die erneuerbaren Energien befürwortet, etwa Energie aus Sonne und Wind: _„Was wir zur Genüge hätten, wären Wind und Sonne“: (Zitat S.(8), behaupten die Autorinnen - was viele Fragen aufwirft und das Land und die Menschen von neuen erheblichen Herausforderungen stellt.

Kritisiert wurde auch die steigende Aufrüstung, die keine Konflikte lösen würde und darüber hinaus enorme Mengen an Rohstoffen und Energie verschlingt. Irrelevant scheint dagegen zu sein, dass wir uns aktuell nicht mal gegen feindliche Drohnen wehren können.

Die Autorinnen deklarieren ihr Buch als eine Streitschrift in Sachen Energieversorgung, Klimaschutz und Politik. Und so ist ihr gut recherchiertes Werk interessant, kritisch, kontrovers und vor allem polemisch. Mich konnte das Buch nicht in allen Punkten überzeugen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Commissario Gallo erster Fall

Riviera Express - Dynamit in der Villa Nobel
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Mit dem Band „Riviera Express – Dynamit in der Villa Nobel“ eröffnet Stephan R. Meier die Krimireihe mit dem Commissario Tomas Gallo.
Ausführlich berichtet der Autor über den Commissario, erläutert ganz ...

Mit dem Band „Riviera Express – Dynamit in der Villa Nobel“ eröffnet Stephan R. Meier die Krimireihe mit dem Commissario Tomas Gallo.
Ausführlich berichtet der Autor über den Commissario, erläutert ganz genau seine Herkunft und den bisherigen Werdegang. Genauso umfangreicht stellt er die übrigen Beamten des Teams vor und da er diese Beschreibungen immer wieder wiederholt, ziehen sich die Seiten des Krimis in die Länge.

Der Mordfall selbst ist spektakulär, doch die Polizei tappt lange im Dunkeln; es fehlen Beweise und Zeugen. Es ist schon bemerkenswert, dass der Commissario den Fall lösen kann.

Interessant erzählt der Autor über das Leben auf der schönen Riviera und ihre Sehenswürdigkeiten. Er vermittelt viel Wissenswertes über die Villa Nobel und das Leben von Alfred Nobel und seiner Familie.

Fazit: ein interessanter Fall, die Handlung nicht zuletzt durch viele Wiederholungen in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Nicht nur über die Mütter und Frauen - zum Nachdenken

Sehr geehrte Frau Ministerin
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Auf der Rückseite des Buchcovers ist der folgende Satz zu lesen:
„Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“
Mein Interesse an dem Roman wurde ...

Auf der Rückseite des Buchcovers ist der folgende Satz zu lesen:
„Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“
Mein Interesse an dem Roman wurde sofort geweckt. Ich wollte mehr darüber lesen, über das Gelesene nachdenken und mit den eigenen Erfahrungen als Mutter vergleichen.

In dem Roman gibt es eigentlich nur zwei solche Beziehungen, davon nur eine, die in der Gegenwart spielt.

Über Philipp, den Sohn von Eva Patarak, lese ich im ersten Teil des Buches, mit dem Titel „Eva“. Philipp hat sein Studium abgebrochen, lebt auf Kosten seiner Mutter, die als Verkäuferin in einem Kräuterladen angestellt ist. Der arbeitslose Sohn verbringt ganze Tage vor dem PC in seinem Zimmer. Er hat keine Zeit für seine Mutter und will nicht mit ihr sprechen.

Gleichzeitig lenkt die Autorin die Aufmerksamkeit des Lesers auf einen anderen Sohn und seine Mutter. Es sind der römische Kaiser Nero und seine Mutter Agrippina, beide kommen in dieses Buch aus der Antike. Agrippina spielte eine bedeutende Rolle in dem Römischen Reich, verhalf ihrem Sohn Nero an die Macht zu kommen, und hat zum Schluss einen hohen Preis dafür bezahlt.

In dem zweiten Teil mit dem Titel „ab ovo“ übernimmt die Rolle der Hauptfigur die Altphilologin Silke Aschauer, eine Latein-Lehrerin, die sich stark für Tacitus „Annalen“ interessiert. Silke kann aufgrund seiner schweren Krankheit keine Kinder bekommen. Womöglich deswegen interessiert sie sich brennend für das Leben von Mutter und Sohn Patarak und, wie Eva Patarak behauptet, spioniert sie die beiden aus.

In dem drittel Teil „als ob“ wurde der arbeitsreiche Tag der Justizministerin geschildert, über ihren steilen Karriereweg und über ihre Familie gesprochen. Der Mann der Justizministerin, ihre Tochter und Sohn freuten sich jedes Mal auf einen gemeinsamen Tag mit der Frau und Mutter.

So viel zu dem literarischen Inhalt des Buches, das von seinem Leser höchste Konzentration verlangt. Denn die Geschichten wurden weder chronologisch noch linear erzählt. Das mehrsträngige Erzählen, in dem ein ständiger Wechsel zwischen Personen und den Zeitebenen stattfindet, macht diese anspruchsvolle Lektüre nicht gerade leseleicht.

Dabei geht es in dem Buch nicht nur um verhängnisvolle Mütter-Sohn-Beziehungen. Drei unterschiedliche Frauenschicksale in der Gegenwart, realistisch dargestellt, machen auf die Rechte der Frau in unserer Gesellschaft aufmerksam.

Die Autorin spricht viele brisante politische Themen an, erwähnt Probleme, die von der Antike bis aktuell existieren. Es sind Probleme, die uns alle beschäftigen und die gelöst werden wollen. Ein Buch mit solch brisanten Thematik dürfte m. E. nicht nur dem ausgewählten Kreis der Liebhaber des „schweren Kosten“ zugänglich sein, es sollte auch gerne und mit größtem Interesse von allen Lesern gelesen werden.

Ich fand das Buch interessant, aber insgesamt sehr schwer zu lesen. Der anspruchsvolle Schreibstil empfand ich an vielen Stellen des Buches als zu kompliziert. Auch der Wechsel zwischen den Personen und Zeitebenen war sehr oft verwirrend.
Fazit: interessant, jedoch schwer zugänglich.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Amberlough – fiktiv oder wahr?

Amberlough – Stadt der Sünde
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Amberlough - eine Stadt, in der die Menschen ihr Leben genießen können, jeder auf seine Art und Weise. So wie Aristide Makricosta, ein gefeierter Star des Bumble Bee Nachtklubs, der seine Connections für ...

Amberlough - eine Stadt, in der die Menschen ihr Leben genießen können, jeder auf seine Art und Weise. So wie Aristide Makricosta, ein gefeierter Star des Bumble Bee Nachtklubs, der seine Connections für Schmuggelgeschäfte nutzt. Cordelia Lehane, die Tänzerin im selben Nachtklub, ist sein Mädchen für alles. Auf Aristides Wunsch spielt sie Cyrils neue Freundin, nicht zuletzt um die beiden Geliebten; Aristide und Cyril; vor den neuen Machthabern zu schützen. Und letztendlich Cyril DePaul, der Geheimagent, der eine waghalsige Entscheidung trifft um sie alle drei in der neuen Welt abzusichern.
Denn die befürchteten Ospies sind auf dem Vormarsch.

Eine faszinierende Geschichte, die in einer fiktiven Stadt spielt und stark an die Geschichte des 1920-er Jahre erinnert. Eigentlich könnte sie überall auf der Welt passieren; überall dort, wo es Umstürze, Revolutionen, Machtkämpfe gab und immer noch gibt. Während ein Teil der Bevölkerung den übermäßigen Wohlstand genießt, versuchen die anderen über die Runden zu kommen. Mit der neuen Macht ändert sich vieles, und das nicht immer zum Besseren. Auf solche radikalen Veränderungen müssen die Protagonisten des Romans vorbereitet sein
Zuerst habe ich mich schwer mit dem Roman getan. Eine fiktive Welt, mit vielen fiktiven Orten und fremd klingenden Namen. Eine gewöhnungsbedürftige Sprache, schockierende Szenen. Viele Charaktere, besonders am Anfang der Geschichte, schwer zuzuordnen. Zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und man fiebert mit den Protagonisten mit.
Eine kürze Einführung in die politische Lage und Geschichte Amberlough wäre bestimmt von Vorteil. Auch ein Personenverzeichnis hätte die Handlung übersichtlicher gemacht.
„Amberlough – Stad der Sünde“ ist der erste Teil der Trilogie von Lara Donelly.

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