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Veröffentlicht am 14.12.2017

Oma, die Nachtcreme ist für 30-jährige

Oma, die Nachtcreme ist für 30-Jährige!
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Oma, die Nachtcreme ist für 30-jährige,
von Anja Fritzsche und Oma Maria (107)

Cover:
Hier erkennt man schon die herzliche Bindung zwischen Oma und Enkelin.

Inhalt:
Anja erzählt von und über ihre phänomenale ...

Oma, die Nachtcreme ist für 30-jährige,
von Anja Fritzsche und Oma Maria (107)

Cover:
Hier erkennt man schon die herzliche Bindung zwischen Oma und Enkelin.

Inhalt:
Anja erzählt von und über ihre phänomenale Oma.
Der Alltag, Urlaub, Krankheit, aber vor allem der alles überstrahlende Optimismus prägen dieses Leben.

Meine Meinung:
Ein wirklich ganz außergewöhnliches Buch.
Ich hatte irgendwie ein Dauergrinsen im Gesicht.

Die Schreibweise ist sehr locker und dem Inhalt angepasst sehr humorvoll.
Besonders die lustigen, unterhaltsamen, manchmal auch weisen Dialoge sind echt super.

Eine solche Oma (und es gibt ja auch noch eine zweite Oma die „nur“ 8 Jahre jünger ist), ist schon was ganz besonderes, nicht nur das Alter von 107 Jahren, sondern auch wie sie alle Situationen und Gegebenheiten des Lebens meistert und annimmt. Es gibt keine direkte Anleitung, oder Geheimnisse die gelüftet werden, die das hohe Alter erklären würden. Aber es gibt doch sehr viele Tipps und Ratschläge, wie man leichter und gesund durchs Leben kommen kann (Musik, Spaß, Bewegung, kalte Duschen etc.) Herrliche Anekdoten schalten das Kopfkino immer wieder ganz spontan ein.
Man könnte beim Lesen schon ganz schön neidisch werden.

Ich könnte mir das Buch sehr gut als Film vorstellen.
Es zeigt wie man mit viel Spaß und Freude am Leben unglaubliche 107 (und vielleicht noch mehr) Jahre alt werden kann.

Und Hut ab vor den Angehörigen, die Oma kann auch ganz schön eifersüchtig, besitzergreifend, Ton angebend und fordernd sein.

Ein Zitat, das man sich vielleicht öfters mal selber sagen sollte:
Nimm das Leben nicht zu ernst, es passiert doch eh, was passieren will.

Autorin:
Maria Fritzsche, geb. 1909 in Essen, hat das erste halbe Jahrhundert dort gelebt und zog als Rentnerin nach Rosenheim.

Anja Fritzsche, geb. in Rosenheim, wuchs im Inntal auf, sie lebt mit ihrem Partner in München.

Mein Fazit:
So ein tolles Buch: Humor, Liebe, Menschlichkeit, aber auch ganz viel zum Nachdenklich werden und reflektieren.
Von mir eine klare Leseempfehlung und wenn es ginge mehr als 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Die Reise zurück zum Glück

Die Reise zurück zum Glück
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Die Reise zurück zum Glück, von Torsten Siekierka

Cover:
Passend zur Geschichte, aber nicht unbedingt ein Eye-Chatcher.

Inhalt:
In einem Fernreisebus treffen Ole und Peter aufeinander.
Beide sind auf ...

Die Reise zurück zum Glück, von Torsten Siekierka

Cover:
Passend zur Geschichte, aber nicht unbedingt ein Eye-Chatcher.

Inhalt:
In einem Fernreisebus treffen Ole und Peter aufeinander.
Beide sind auf der Flucht vor etwas.
Ole vor seinem Leben das er so nicht mehr will, er sucht die Freiheit auf der Straße.
Peter hat gerade eine Bank überfallen und flieht vor dem Leben auf der Straße.

Was ist eigentlich Glück?

Und wer kann hier wem helfen?

Meine Meinung:
Eine auf den ersten Blick unglaubwürdig/unglaublich anmutenden Geschichte.
Doch dann wachsen mir die beiden Hauptprotagonisten Ole und Peter schnell ans Herz. Wobei ich Ole schon immer mal wieder schütteln könnte und mir denke: also irgendwie ist er ja schon etwas naiv.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen.
Sehr genau wird hier beobachtet und die vielen verschiedenen Reisenden haben alle irgendwo ihre eigenen Macken und Eigenheiten.
Der feine Humor und die Weisheiten zwischen den Zeilen sind gut zu erkennen.

Das Ende ist dann etwas unorthodox, aber genau passend für dieses Buch.

Autor:
Torsten Siekierka wurde 1984 in Potsdam geboren und lebt mit seiner Frau und seinen Töchtern in Berlin.
Torsten Siekierka hält regelmäßig Lesungen im deutschsprachigen Raum. Informationen dazu und vieles mehr gibt es in seinem Blog unter torstensiekierka.blogspot.de.

Mein Fazit:
Mit seinen knapp 130 Seiten (und der doch relativ großen Schrift) ein idealer Begleiter für eine Zug- oder Autofahrt.
Genauso aber auch ein ideales Geschenk um jemanden eine kleine Freude zu machen und evtl. ein bisschen zum Nachdenken zu bringen.
Von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 25.11.2017

Über den wilden Fluss

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
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Über den wilden Fluss, von Philip Pullman

Cover:
Recht mystisch, die ganzen Schatten unter dem Kahn.
Passt zum Buch.

Inhalt:
Die Vorgeschichte zum Weltbestseller : Der Goldene Kompass.

Der 11-jährige ...

Über den wilden Fluss, von Philip Pullman

Cover:
Recht mystisch, die ganzen Schatten unter dem Kahn.
Passt zum Buch.

Inhalt:
Die Vorgeschichte zum Weltbestseller : Der Goldene Kompass.

Der 11-jährige Malcolm geht im Kloster in Oxford ein und aus, als ob er dazugehört. Als die Nonnen ein Baby (Lyra Beacqua) aufnehmen, von dem niemand etwas wissen darf, schließt Malcom es sofort in sein Herz.
Bald darauf gehen unheimliche Dinge vor sich.
So viele erkundigen sich nach dem Baby, und nicht immer sind sie ihm wohlgesonnen.
Als die große Flut hereinbricht, kann Malcom, mit Hilfe von Alice, Lyra im letzten Moment retten.
In seinem Kahn, La Belle Sauvage (Die schöne Wilde, wie auch der Originaltitel im englischen heißt), beginnt für die Drei eine abenteuerliche Reise.

Meine Meinung:
Wer die Trilogie um den Goldenen Kompass kennt und liebt, wird sich auch in diesem Buch wieder verlieren können.

Wir werden in abenteuerliche und utopische Welten entführt. Wenn auch die Welt, in der Malcolm lebt, der unseren sehr ähnlich ist. Es ist eine Mischung aus Mittelalter und modernem Leben.
Überall gibt es Gegensätzlichkeit.
Wir begegnen Wasser-Riesen, Hexen und Feen.
Vieles erinnert an fantastische Märchen und dann ist da doch wieder das ganz normale alltägliche Leben.
Es gibt Gyrokopter, Chokolatl und Schweizer Messer (um nur einige Worte zu nennen).
Jeder Mensch hat einen (Tier-)Begleiter, seinen Dämon (im positiven Sinn) mit dem er untrennbar (bzw. nur unter Schmerzen) verbunden ist.

Malcolm ist ein wunderbarer Protagonist.
Ist er doch noch ein Kind, aber er hat das Gespür für die richtigen und wichtigen Dinge im Leben. Und den unglaublichen Willen und den Mut für etwas einzustehen und zu sorgen, wenn er denkt damit das richtige zu tun.

Das Baby Lyra wird von verschiedenen Personen (oder Institutionen) gesucht und verfolgt. Was daran so erschreckend ist, es wird quasi über Leichen gegangen und schon Kinder werden eingespannt um sich gegenseitig zu bespitzeln und zu denunzieren, in den Schulen und sogar in den Familien. Und hier spielt auch die Kirche mal wieder eine ganz unrühmliche Rolle.

Dies alles wird sehr fantasievoll und wortgewaltig beschrieben.

Autor:
Philip Pullman, geb. 1946 in England, wuchs in Zimbabwe und Wales auf. Viele Jahre arbeitete er als Lehrer, bevor er sich ganz auf das Schreiben konzentrierte. Mit der Trilogie „His Dark Materials“ (Die Trilogie um den Goldenen Kompass), wurde er weltweit bekannt.

Mein Fazit:
Der Autor entführt uns mit diesem Buch wieder in eine unglaubliche Welt, die uns staunen lässt, so bildgewaltig wird uns das ganze erzählt.
Ich kann mir das ganze wieder gut als Film vorstellen.
5 Sterne

Veröffentlicht am 03.11.2017

Die Jahre der Schwalben

Die Jahre der Schwalben
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Die Jahre der Schwalben, von Ulrike Renk

Cover:
Sehr schön der Geschichte angepasst und mit hohem Erkennungswert.

Inhalt:
In der Hochzeitsnacht erfährt Freddy dass ihr Mann Ax schwer an Tuberkulose erkrankt ...

Die Jahre der Schwalben, von Ulrike Renk

Cover:
Sehr schön der Geschichte angepasst und mit hohem Erkennungswert.

Inhalt:
In der Hochzeitsnacht erfährt Freddy dass ihr Mann Ax schwer an Tuberkulose erkrankt ist. Er geht nach Davos in en Sanatorium und sie hoffen auf Genesung.
Doch die lässt auf sich warten und Freddy ist mit knapp 20 Jahren und einem riesigen Gut, auf dem sie niemand ernst nimmt und sie keinerlei Unterstützung hat, alleine.
Jahre der Einsamkeit und Verzweiflung folgen.
Wird es ihr auf Immer versagt bleiben, die Liebe kennen zu lernen und Kinder zu haben oder je Mutter zu sein?
Weitere Schatten wirft die Politik um den an Einfluss und Macht gewinnenden Hitler voraus.
Wird sich Freddy ihre Menschlichkeit bewahren können und gegen die „brauen“ Ansichten handeln können?

Meine Meinung:
Ich kann wieder nur sagen: Ein Buch das mich von der ersten bis zur letzen Seite begeistert hat.

Der Einstig geht nahtlos dort weiter, wo das erste Buch „Das Lied der Störche“ (das mir auch super gefallen hat) aufgehört hat. Doch ich denke man kann es auch ohne Kenntnisse des ersten Buches lesen, wenn ich es auch als ein Versäumnis ansehen würde wenn man das Buch nicht liest.

Der Schreibstil ist wieder brillant, spannend und fesselnd.
Es liest sich absolut flüssig, und die Personen und Handlungen sind genial beschrieben. Ich bin mitten in der Handlung dabei und habe mit gezittert, mit gehofft und mitgelitten.
Glück und Trauer, Bangen und Hoffen, Menschlichkeit sowie die Schatten die die schreckliche Nazizeit vorauswirft, werden berührend und sehr emotional geschildert.
Ich liebe die eingestreuten Dialektpassagen, dadurch wirkt es noch realistischer und diese besondere Wärme kommt zum Ausdruck.

Freddy ist eine Hauptprotagonistin wie man sie sich nicht besser wünschen könnte. Sie ist ein Mensch durch und durch, mit all ihren Problemen, ihren Sehnsüchten und ihren Schwächen. Sie wächst aber an ihren Aufgaben und wird zu einer starken, willensstarken und „modernen“ Frau.

Ich habe jede der gut 500 Seiten genossen und hätte gerne noch 200 mehr gelesen. Ich fiebere jetzt schon dem 3. Teil „Die Zeit der Kraniche“ entgegen.

Autorin:
Ulrike Renk, geb. 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld.

Mein Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen:
So berührend, so bewegend, so emotional, so mitreißend, so lebendig, so wunderbar.
Ein tolles Buch, das auf wahren Begebenheiten beruht und bei dem der historische Hintergrund (tolle Recherche) perfekt zu einer spannende Familiensaga verknüpft wird.
Von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung und von mir 5 Sterne, wenn ich könnte noch mit * zusätzlich.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Thors Hammer

Herrscher des Nordens - Thors Hammer
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Thors Hammer, von Ulf Schiewe

Cover:
Mit diesem Bild kann man sich sofort in die Geschichte hineinversetzten.

Inhalt.
Band 1 der Saga um die Geschichte des großen Wikingerkönigs Harald Hardrada.
Es ...

Thors Hammer, von Ulf Schiewe

Cover:
Mit diesem Bild kann man sich sofort in die Geschichte hineinversetzten.

Inhalt.
Band 1 der Saga um die Geschichte des großen Wikingerkönigs Harald Hardrada.
Es beginnt 1027, Harald ist zwölf Jahre alt, er will Krieger werden und seinem Halbbruder Olaf nacheifern und Kriegsherr und König von Norwegen werden.
Wir erleben ihn in seiner Familie, mit seinen Freunden, in der Schlacht als Olaf stirbt, Harald schwer verwundet wird und nur knapp dem Tod entkommt.
In dieser Zeit wird aus dem Knaben ein junger Mann und Kriegsherr und er trifft auf die Sklavin Aila, die für ihn mehr wird als nur eine Sklavin.

Meine Meinung:
Wieder ein brillantes Buch aus der Feder von dem Erfolgsautor Ulf Schiewe.
Ob er von den Normannen in Italien erzählt, vonPiraten an exotischen Orten in der Neuen Welt, oder wie hier von den Nordmännern um den Wikingerkönig
Harald, seine Geschichten sind immer akribisch recherchiert und deshalb voller Lebendigkeit, Tiefe und …..

Auch hier wieder wird eine tolle Spannung aufgebaut. Die Geschichte ist in der Ich-Form aus der Sicht von Harald erzählt, deshalb sind wir hautnah und sofort mitten in der Story selber dabei.
Die Männerrunde Rund um Harald wird sehr sympathisch, mit vielen Ecken und Kanten und ganz eigenen Charakteren aufgebaut.
Die nötigen Kampfszenen gehören dazu, werden aber nicht reißerisch ausgeschlachtet, sie sind grausam, aber nicht unnötig hässlich.
Auch die Liebe und Romantik findet ihren Platz und fügt sich ganz automatisch in das Geschehen ein.

Sehr gut gefallen haben mir die Überlegungen und Gegenüberstellungen die zum neuen Glauben (Christianisierung) und den alten Göttern immer wieder eingeflochten wurde.

Auch die Darstellung der damaligen Lebensweise sowie die herrliche Landschaft, machen das Buch zu einem Leseerlebnis und Lesegenuss.

Eine tolle Ergänzung ist die Landkarte vorne im Buch und die Anmerkungen des Autors, das Namensregister sowie das Glossar hinten.

Autor:
Ulf Schiewe, geb. 1947, war als Software-Entwickler und später Marketingmager tätig. Seit frühester Jugend war er eine Leseratte. Im Lauf der Jahre erwuchs daraus der Wunsch, selber große historische Romane zu schreiben.
Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München.

Mein Fazit:
Der meisterhafte Beginn der Trilogie um den Wikingerkönig Harald.
Faszinierend, spannend, mitreißend.
Ich fiebere jetzt schon auf den nächsten Band zu, der zum Glück schon im Dezember erscheint: „Odins Blutraben“.
Von mir eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl – 5 Sterne.