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Veröffentlicht am 14.02.2025

schöne Coming-of-age Geschichte; teilweise sehr pathetisch

Das Leben fing im Sommer an
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Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. ...

Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. Für ihn begann das Leben im Sommer 2006. Das spürt man während des ganzes Romans. Flüssig lesbar beschreibt er das Erwachsenwerden. Schnell fühlt man sich in die eigene Jugend zurückversetzt. Heiße, gefühlt nie endende Sommerferien. Viel Zeit mit Freunden, Freibadbesuche, die erste Liebe, die ersten Partys. All das beschreibt er wunderbar. Zwar ist klar, dass der Roman stark autobiografisch geprägt ist, das fügt der Geschichte aber keinen Schaden zu. Die Jugend ist so liebevoll und nachvollziehbar beschrieben, dass es sich wie eine sehr authentische Romanidee liest und zwischendurch fast in Vergessenheit gerät, wie stark autobiografisch der Roman tatsächlich ist.
Der Autor selbst spielt die Hauptrolle. Seine Jugend ist typisch Aufwachsen auf dem Land. Seine Figur ist stehts umrahmt von gelungenen Nebencharakteren, die ebenfalls Teil seiner tatsächlichen Biografie sind. Eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen und deshalb so schön zu lesen.
Allein der Schreibstil hat an einigen Stellen gestört. Christoph Kramer wird immer wieder stark pathetisch in seinen Formulierungen, vor allem, wenn es um tiefe Freundschaft oder Liebe geht. Da wäre der ein oder andere Satz weniger angenehmer gewesen.
Gelungen ist, dass der Schwerpunkt auf dem Sommer 2006 liegt, er aber auch einen Ausblick in den Sommer nach seinem Abi und das Jahr 2014 gibt.
Insgesamt gelungen, wenn auch sprachlich noch ausbaufähig. Eine Empfehlung geht an alle, die Coming-of-age Romane mögen.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Vom Erwachsenwerden eines Außenseiters; bedrückende Atmosphäre

Klapper
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Rezension zu „Klapper“ von Kurt Prödel
Kurt Prödel hat mit „Klapper“ einen interessanten Debutroman veröffentlicht. In leicht lesbarem Schreibstil erzählt er von Klapper, der eigentlich Thomas heißt. Klapper ...

Rezension zu „Klapper“ von Kurt Prödel
Kurt Prödel hat mit „Klapper“ einen interessanten Debutroman veröffentlicht. In leicht lesbarem Schreibstil erzählt er von Klapper, der eigentlich Thomas heißt. Klapper ist 16 und ein typischer Außenseite. In der Schule wird er entweder geärgert oder ignoriert, zu Hause verkriecht er sich in die digitale Welt. Wir begleiten ihn in dem Jahr, dass ihn nachhaltig bewegen wird. Bär, die eigentlich Vivi heißt, kommt neu in die Klasse und wird seine Sitznachbarin. Wie er selbst wirkt auch sie im ersten Moment etwas sonderbar, auch wenn sie in der Schule neben Klapper auch andere soziale Kontakte hat. Die beiden verbindet das Interesse an Onlinespielen. Wir begleiten Klapper dabei, wie Bär einen immer größeren Raum einnimmt, bis es zum großen Wendepunkt kommt. Kurt Prödel schafft es, die Geschichte authentisch zu erzählen, auch wenn sie teilweise aufgrund der Charaktere absurd wirkt. Diese Geschichte könnte genau so passieren. So kann sie den Leser sehr für sich einnehmen, trotz einer stetig bedrückenden Atmosphäre. Es geht um das Erwachsenwerden in der Kleinstadt, aber auch die familiären Strukturen regen zum Nachdenken an. Wer das mag, ist mit „Klapper“ gut beraten.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

gute Fortsetzung

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Rezension zu „Still ist die Nacht“ von Sandra Aslund
Sandra Aslund hat mit „Still ist die Nacht“ eine gute Fortsetzung ihrer Schweden-Krimi Reihe rund um Ermittlerin Maya Topelius geschrieben. Durch den ...

Rezension zu „Still ist die Nacht“ von Sandra Aslund
Sandra Aslund hat mit „Still ist die Nacht“ eine gute Fortsetzung ihrer Schweden-Krimi Reihe rund um Ermittlerin Maya Topelius geschrieben. Durch den angenehmen Schreibstil fliegt man durch die Seiten. Das Setting ist lebhaft beschrieben, sodass man sich gedanklich schnell auf der schwedischen Insel befindet. Dabei wechselt sich das typische gemütliche mit unheilvollen Momenten ab.
Der Roman beginnt mit einem Mord, der lange rätselhaft bleibt. Im Fokus steht ein zweiter Mord, der während eines Yoga-Retreats auf einer kleinen Insel geschieht. Schnell weiß kaum jemand, wem zu trauen ist. Der Fall ist spannend aufgebaut. Sandra Aslund wirft ihren Lesern geschickt kleine Brocken hin, bis sich das Gesamtbild ergibt.
Der Krimi besticht außerdem, wie auch schon sein Vorgänger, durch die Figuren. Ermittlerin Maya ist eigentlich im Urlaub als Teilnehmerin des Yoga-Retreats. Durch den Mord wird sie dann aber doch in den Fall eingespannt. Ihr Partner Pär ist natürlich auch involviert. Die zwei sind ein spannendes Team, auch wenn die Dynamik der beiden in diesem Band weniger zum Tragen kommt, als im ersten. Das liegt auch daran, dass die zwei nicht so viel Zeit miteinander verbringen, da Maya auf der Insel ist, Pär aber nicht dauerhaft. Und dann wären da noch Mayas Freundinnen. Emely leitet das Yoga-Retreat, damit steht sie im Beziehungsgeflecht der Frauen im Vordergrund. Zwischen Maya und Emely fällt einiges vor, man lernt alle vier Frauen wieder ein Stück besser kennen. Eine auftauchende Figur, Penelope, war mir etwas zu konstruiert. Sie verhält sich teilweise sehr gruselig. Theoretisch ist das in einem Krimi gut, aber mir war das zu esoterisch angehaucht, sodass ich die Figur nicht so richtig ernst nehmen konnte.
Insgesamt ist „Still ist die Nacht“ aber ein schöner Krimi. Man sollte ein Fan davon sein, dass die Ermittler ein Privatleben haben, dass immer wieder Teil der Geschichte ist. Ist das der Fall, hat man sicherlich seinen Spaß mit dieser Reihe. Der dritte Band wird am Ende fies angeteasert und baut schon Spannung auf. Seit Band 1 frage ich mich, wie die Andeutungen rund um Ingrid zusammenpassen. Das wird hier weiter befeuert.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

mitreißend und mitnehmend

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Rezension zu „Alles, was ich geben kann“ von Rebecca Yarros
Briefe, die zwei Menschen verbinden. Damit legt Rebecca Yarros die Grundlage für eine wundervolle Liebesgeschichte, die sie, passend zum Genre, ...

Rezension zu „Alles, was ich geben kann“ von Rebecca Yarros
Briefe, die zwei Menschen verbinden. Damit legt Rebecca Yarros die Grundlage für eine wundervolle Liebesgeschichte, die sie, passend zum Genre, in einem leicht zu lesenden und mitfühlsamen Ton erzählt.
Protagonistin Ella musste in ihrem Leben schon viel ertragen. Ihre Großeltern und Eltern leben schon nicht mehr und auch ihr Bruder Ryan stirbt im Einsatz. Vorher macht er ihr und seinem besten Freund Beckett aber eine Art Geschenk. Er erzählt Ella von einem Kollegen, der keine Familie hat und bittet sie, diesem Kollegen Briefe zu schreiben. So lernen sich Beckett und Ella über die Briefe kennen.
Nach Ryans Tod trifft Beckett auf Ella, die allerdings nicht weiß, wer er ist. Das sorgt für einen Spannungsbogen. Die Geschichte der beiden ist berührend, mitreißend und durch Becketts unaufgedeckter Identität immer einen Schritt am Abgrund.
Die Charaktere sind toll. Ella ist eine starke junge Frau, die sich durchs Leben kämpft und lernen muss, Dinge aus der Hand zu geben und sich auch auf andere zu verlassen. Beckett ist ein Goldstück. Er ist selbstlos und liebevoll. Durch Ellas Briefe lernt er was „zu Hause“ bedeuten könnte.
Absolut gelungen sind Ellas Kinder. Die Zwillinge Maisie und Colden sind besonders. Sie sind klug und sehr empathisch. Ihre Bindung ist faszinierend. Mit ihrer Art bereichern sie den Roman in jedem Moment.
Neben der Liebesgeschichte zwischen Ella und Beckett geht es vor allem auch um Familie und um das Ankommen an einem Ort bzw. bei Menschen. Es wird deutlich, wie viel besser die Welt ist, wenn Menschen füreinander da sind.
Der Roman rührt zu Tränen, am Ende fast etwas zu sehr. Ellas Schicksalsschläge sind schwer zu ertragen. Zum Schluss hätte es gerne einer weniger sein dürfen. Dennoch kann man am Ende seinen Frieden mit der Geschichte finden.
Insgesamt also ein gelungener Roman, den ich breit empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 26.06.2024

den eigenen Weg finden

Die Sache mit Rachel
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Rezension zu „Die Sache mit Rachel“ von Caroline O´Donoghue

Caroline O´Donoghue erzählt die Geschichte von Rachel. Rachel ist eine junge Frau, die gerade studiert. Ihre Eltern sind in einer finanziell ...

Rezension zu „Die Sache mit Rachel“ von Caroline O´Donoghue

Caroline O´Donoghue erzählt die Geschichte von Rachel. Rachel ist eine junge Frau, die gerade studiert. Ihre Eltern sind in einer finanziell schwierigen Situation. Rachel jobbt daher in einer Buchhandlung. Dort lernt sie James kennen, der ihr bester Freund wird. Schnell beschließen die zwei zusammenzuziehen, obwohl sie sehr verschieden sind. Rachel die Chaotin und James, der ordentliche. Beide gemeinsam haben, dass sie ihren Weg noch finden müssen. Sie haben Träume, an deren Erfüllung sie mal mehr mal weniger glauben. Beide haben mit Tiefpunkten zu kämpfen, rappeln sich aber immer wieder auf. Spannend macht die Geschichte auch James Affäre, die ihn und Rachel in schwierige Situationen bringt. Dieser Teil ist toll erzählt und macht Spaß, ebenso wie Rachels Beziehung, auch wenn sie sich hier und da etwas zu kindisch verhält. In der Mitte bekommt die Geschichte einen kleinen Einbruch.. sie zieht sich hin und beide Figuren scheinen in ihrer Situation gefangen und kommen kaum weiter. Das Ende ist aber überaus gelungen und versöhnt mit den Schwächen in der Mitte. Insgesamt ist „Die Sache mit Rachel“ ein gutes Buch für alle, die junge Protagonisten auf der Suche nach ihrem Weg begleiten möchten und für die Freundschaft in Büchern ein tolles Thema ist. Da es immer wieder Zeitsprünge gibt, wird die Freundschaft der beiden über die Jahre schön deutlich und ist gelungen beschrieben. Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre.

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