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Veröffentlicht am 31.08.2025

zwischen Freundschaft und Inszenierung

Bestie
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Rezension zu „Bestie“ von Joana June
Joana Junes Roman „Bestie“ ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Der Roman besticht von Beginn an mit einer tollen Sprache. Joana June drückt sich klar und elegant ...

Rezension zu „Bestie“ von Joana June
Joana Junes Roman „Bestie“ ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Der Roman besticht von Beginn an mit einer tollen Sprache. Joana June drückt sich klar und elegant aus.
Sie erzählt die Geschichte von Anouk und Delia/Lilly. Anouk ist Influencerin Immer auf der Suche nach dem perfekten Post und gedanklich bei der nächsten Inszenierung ihres Lebens scheint sie ihre tatsächlichen Wünsche immer mehr zu verlieren. Delia wird ihre neue Mitbewohnerin. Sie ist mit sich selbst und ihrem Leben so unzufrieden, dass sie sich als Lilly vorstellt. Ihr Wunsch: Mit einem neuen Namen auch ein neues Leben, ein perfektes Leben starten zu können. Beide geben also vor jemand zu sein, die sie eigentlich nicht sind. Immer wieder stoßen beide an ihre Grenzen, während sie versuchen ihre Fassade aufrecht zu erhalten und sich gleichzeitig selbst zu finden. Die Freundschaft der beiden wird dabei auch immer wieder thematisiert. Am Ende bleibt die Frage wie viel Ehrlichkeit bzw. Lüge eine Freundschaft verträgt. Clever gewählt ist der Titel. Die beiden Frauen bewegen sich zwischen Bestie und Besti-e. Das ist geschickt gemacht. Insgesamt ein guter Roman bei dem man die Figuren immer wieder schütteln würde, um sie auf einen anderen Weg zu bringen. Zum Ende hin wird es leicht lang, auch aufgrund der vielen Themen, die angeschnitten werden.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

mitreißend

Variation – Für immer oder nie
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Rezension zu „Variation“ von Rebecca Yarros
Mit „Variation“ hat Rebecca Yarros erneut einen mitreißenden Liebesroman geschrieben.
In Cape Cod ist durch die Familie Rousseau Ballett ein großes Thema. Die ...

Rezension zu „Variation“ von Rebecca Yarros
Mit „Variation“ hat Rebecca Yarros erneut einen mitreißenden Liebesroman geschrieben.
In Cape Cod ist durch die Familie Rousseau Ballett ein großes Thema. Die Familie ist reich, die Mutter ehemalige Ballerina und nun Trainerin. Und vor allem ist sie eins: sehr ehrgeizig, weshalb sie von ihren vier Töchtern viel verlangt. Der Roman beginnt in der Jugend der Familie. Zwei der Töchter haben Kontakt zu den Ellis Brüdern, eine der beiden verstirbt bei einem Unfall. Dann folgt ein Zeitsprung. Allie ist mittlerweile eine sehr bekannte Ballerina. Aufgrund einer Verletzung muss sie pausieren. Um sich zu erholen verbringt sie den Sommer in Cape Cod und trifft, wie soll es anders sein, Hudson wieder. Die Chemie zwischen den beiden ist von Beginn an greifbar. Die Autorin beherrscht es, mit ihrem Schreibstil die perfekte Atmosphäre für einen Liebesroman zu schaffen. Die beiden Protagonisten sind starke Persönlichkeiten und sympathisch. Natürlich steht ihre Geschichte im Zentrum, aber nicht nur. Die Geschichte besticht durch die große Frage: Wie beeinflusst der Unfall der ältesten Rousseau-Schwester die Beziehung aller und wer schleppt welches Geheimnis mit sich herum.
Ebenfalls gelungen sind die weiteren Charaktere. Da wäre Allies Schwester Anne, die dem Ballett den Rücken gekehrt hat und sich nun um ihre Schwester kümmert. Sehr wütend macht die Mutter der Rousseaus. Von Ehrgeiz getrieben und später auch von Trauer, handelt sie egoistisch und stehts über den Kopf ihrer Töchter hinweg. Ein Sonnenschein ist dagegen Hudsons Nichte. Clever wie sie ist, mischt sie alle auf. Caroline, ihre Adoptivmutter und Hudsons Schwester hält dagegen den Laden zusammen, auch wenn sie, was ihre Tochter angeht, übervorsichtig ist.
Ein kleiner Makel sind die teilweise sehr expliziten Szenen, die es meiner Meinung nach, nicht gebraucht hätte. Die Chemie zwischen Allie und Hudson ist auch ohne diese Szenen sehr greifbar.
Insgesamt ist „Variation“ ein mitreißender Roman der eine tolle Mischung aus Liebe und Geheimnissen bereit hält.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Schöne Sommergeschichte

Ein Sommer in Salerno
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Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. ...

Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. Eleonore, die Protagonistin, arbeitet an jedem Wochentag bei einem anderen Klienten. Daher sind die Kapitel den Wochentagen und Klienten zugeordnet. Durch die klare Struktur behält man trotz der wechselnden Charaktere den Überblick.
Eleonore ist eine tolle Protagonistin. Sie ist sehr sympathisch und vor allem empathisch. Etwas nervig ist, wie sehr sie an Marco hängt, vor allem aufgrund der Umstände, die ich hier nicht verraten möchte. Großartig sind ihre Kinder. Die hat sie so ungewöhnlich gut erzogen, dass es große Freude macht, von den beiden zu lesen. Eleonores Liebesgeschichte spielte für mich zu Beginn gar keine so große Rolle, was aber der Geschichte keinen Abbruch tat.
Abwechslungsreich wird der Roman durch die unterschiedlichen Klienten, die alle ihren Teil zu der auch immer wieder sehr humorvollen Geschichte beitragen. Es gibt so einige kuriose Situationen, über die zum Schmunzeln einladen.
Zum Ende hin entwickelte sich die Geschichte schon recht schnell. Ich hätte gerne weitere Seiten gelesen und wäre gerne noch etwas länger in Salerno bei Eleonore geblieben.
Insgesamt ein angenehmer Roman und tollen Charakteren und lustigen Situationen, der sich als Ferienlektüre eignet.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

typisch Suter

Wut und Liebe
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Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln ...

Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln daraufhin zwischen Wut und Liebe. Der Titel des Buches ist also Programm. Geschickt zeichnet Martin Suter das Bild eines erfolgslosen Künstlers auf der Suche nach Anerkennung und Liebe. Seine Verzweiflung wird immer wieder zur Wut – denn Camilla kann er einfach nicht vergessen. Er ist wütend auf seine Situation und wird die Liebe zu Camilla nicht los. Dann trifft er Betty, eine alte Dame, die ebenfalls voller Wut ist. Gemeinsam versuchen sie dem ehemaligen Geschäftspartner von Betty zu schaden.
Die Geschichte wird dabei fast schon komisch und kommt mit einem genialen Plottwist daher. Suter schreibt gewohnt ruhig und intelligent. Ein Muss für jeden Suter Fan und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

schöne Coming-of-age Geschichte; teilweise sehr pathetisch

Das Leben fing im Sommer an
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Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. ...

Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. Für ihn begann das Leben im Sommer 2006. Das spürt man während des ganzes Romans. Flüssig lesbar beschreibt er das Erwachsenwerden. Schnell fühlt man sich in die eigene Jugend zurückversetzt. Heiße, gefühlt nie endende Sommerferien. Viel Zeit mit Freunden, Freibadbesuche, die erste Liebe, die ersten Partys. All das beschreibt er wunderbar. Zwar ist klar, dass der Roman stark autobiografisch geprägt ist, das fügt der Geschichte aber keinen Schaden zu. Die Jugend ist so liebevoll und nachvollziehbar beschrieben, dass es sich wie eine sehr authentische Romanidee liest und zwischendurch fast in Vergessenheit gerät, wie stark autobiografisch der Roman tatsächlich ist.
Der Autor selbst spielt die Hauptrolle. Seine Jugend ist typisch Aufwachsen auf dem Land. Seine Figur ist stehts umrahmt von gelungenen Nebencharakteren, die ebenfalls Teil seiner tatsächlichen Biografie sind. Eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen und deshalb so schön zu lesen.
Allein der Schreibstil hat an einigen Stellen gestört. Christoph Kramer wird immer wieder stark pathetisch in seinen Formulierungen, vor allem, wenn es um tiefe Freundschaft oder Liebe geht. Da wäre der ein oder andere Satz weniger angenehmer gewesen.
Gelungen ist, dass der Schwerpunkt auf dem Sommer 2006 liegt, er aber auch einen Ausblick in den Sommer nach seinem Abi und das Jahr 2014 gibt.
Insgesamt gelungen, wenn auch sprachlich noch ausbaufähig. Eine Empfehlung geht an alle, die Coming-of-age Romane mögen.

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