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Horatia

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Liebenswert und humorvoll

Der kleine Raubdrache (Bd. 1)
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Der kleine Drache sitzt in der Drachenschule im Drachendorf hinter den gewaltigen Drachenbergen und hat so überhaupt keine Lust zu lernen, wie man vorschriftsmäßig Prinzessinnen rauben muß.

Er will das ...

Der kleine Drache sitzt in der Drachenschule im Drachendorf hinter den gewaltigen Drachenbergen und hat so überhaupt keine Lust zu lernen, wie man vorschriftsmäßig Prinzessinnen rauben muß.

Er will das eigentlich gar nicht, hat aber nun mal keine Wahl - schließlich besteht diese Ordnung seit Jahrhunderten.

Die Drachen müssen schließlich ausgebildet werden, Prinzessinnen zu rauben, damit der Prinz kommen kann, sie zu befreien.

Wie sollten Prinz & Prinzessin denn sonst überhaupt zusammen kommen.


Also fügt er sich erst einmal, läßt sich mit der Klasse zeigen, wie der große Drachenlehrer es ihnen vormacht, ihnen eine echte Prinzessinnenrauberei zu präsentieren.

Gemeinsam sitzen sie auf dem Berg, warten auf eine Prinzessinnenkutsche und dann zeigt der alte Drachenlehrer ihnen, wie es funktioniert.

So kommt dann Prinzessin Poppy in das Drachendorf und der kleine Drache bekommt den Prinzessinnenhöhlen Dienst aufgebrummt - muß sich ordnungsgemäß um die Prinzessin kümmern, die, ganz den Vorschriften nach, ihr Taschentuch zerknüllt und gar lieblich schluchzt und auf ihren Prinzen wartet.


So weit, so vorschriftsmäßig.


Allerdings kommen dann langsam Probleme auf die Drachen zu. Der Prinz erscheint nicht am nächsten Tag, zudem muß der kleine Drache auch noch selber seine erste Prinzessin rauben und hat dann ein richtiges Problem. Diese Prinzessin will überhaupt nichtgerettet werden, weil sie nicht daran denkt, zu heiraten und gar noch auf einen Prinzen zu warten.

Ne, das will sie nun überhaupt nicht und die Drachen wissen nicht, wie sie sie wieder loswerden können, ohne Drachengesichtsverlust.


Denn Drachen sind eigentlich ganz liebe und friedliche Wesen, müssen aber natürlich immer sehr böse tun und mit Feuer speien, weil das eben einfach ihre Rolle ist.



Mir hat das Buch einfach sehr gefallen. So humorvoll, mit dem Klischees spielend, einfach herrlich.

Der Schreibstil ist eine Nummer für sich. richtig schön, spritzig und so kindersprachlich - besser kann ich es nicht beschreiben - aber er ist einfach nur witzig und schön zu lesen.


Hinterfragt wird auf sehr humoristische und liebevolle Art, muß denn alles immer und ewig seinen gleichen Gang gehen? Auch wenn das große, jahrhundertealte, Drachenhandbuch das vorschreibt.

Sollte man dich dem Wandel der Zeit verschließen oder vielleicht doch mal gucken, ob ein paar positive Änderungen nicht so ganz verkehrt sind?


Wunderbar wird deutlich, was eigentlich wirklicher Mut ist. Ist es starke Prinz, der sturmvoll auf den Drachenberg hinaufreitet für den Kampf mit den Drachen bereit oder gar doch der vor Angst vor den gefährlichen Drachen schlotternde kleine Prinz?



Ich bin sicher, meine kleinen Damen haben sehr viel Spaß an dem herrlichen Drachenabenteuer. Selber lesen halte ich für 7 Jahre doch noch zu früh, aber so muß halt die große Schwester ran und vorlesen - so bekommt auch sie ein tolles Buch zu lesen.



Fazit

Ein wunderbar humorvolles, fast herzerwärmendes, Buch über das vorschriftsmäßige Rauben von Prinzessinnen und wie kleine Raubdrachen das nach Lehrbuch zu bewältigen haben.

Ein spritzig und lustig geschriebenes Buch über die Probleme jahrhundertealter Traditionen und die Probleme, die diese mit sich bringen können.


Sehr empfehlenswert als Vorlesebuch für kleinere und Selbstlesebuch für etwas größere Kinder.

Aber auch ganz große Kinder haben ihren Spaß dabei, so wie ich ihn beim Lesen hatte.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Flucht aus Sicht eines Kindes

Wie ein Foto unser Leben rettete
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Ein sehr kindgerechtes und behutsames Buch über die Judenverfolgung im dritten Reich.

Gavra, ein kleine jugoslawischer jüdischer Junge, lebt mit seiner Schwester Irene, genannt Beba und seinen Eltern ...

Ein sehr kindgerechtes und behutsames Buch über die Judenverfolgung im dritten Reich.

Gavra, ein kleine jugoslawischer jüdischer Junge, lebt mit seiner Schwester Irene, genannt Beba und seinen Eltern in Novi Sad, einer kleinen Stadt in Jugoslawien.

Das Besondere an der Familie ist der Beruf des Vaters, er ist Fotograf, ein sehr guter und vielbeschäftigter. Das liegt in der Familie, denn schon dessen Vater war ein bekannter Fotograf.

Die friedliche Zeit der Kindheit findet ein Ende, als die Deutschen im 2.Weltkrieg in Jugoslawien einmarschieren und die Familie nicht mehr sicher ist, da sie jüdisch ist.

Sie versuchen zu fliehen - erst nach Italien - später weiter Richtung Albanien.

Ein ganz spezielles Foto, das der Vater auf der Flucht dabei hat, rettet der Familie sozusagen das Leben, da es etwas zeigt, daß die Familie als nicht jüdisch, sondern christlich erscheinen läßt.....



Das Buch beschreibt die Flucht der Familie Mandil vor den Deutschen während des Krieges aus Sicht von Gavra, dem kleinen Sohn. Er beschreibt, sozusagen mit seinen Worten, wie die Flucht verlaufen ist, wo sie jeweils landeten und wie sich die Menschen dort jeweils ihnen gegenüber verhalten haben.


Ganz besonders schön ist die Zeit in Albanien beschrieben, wo die Familie später ankommt und die Gastfreundschaft, die ihnen dort von einer muslimischen Familie gewährt wird.

Dort ist es ganz selbstverständlich, Menschen, die auf der Flucht sind, aufzunehmen, sich ihrer anzunehmen und sie vor ihren Verfolgern zu beschützen. Ein - Besa - genannter Ehrenkodex, der in Albanien selbstverständlich ist.


Wie die Familie in die albanische Familie integriert wird, die Kinder alle gemeinsam toben, mithelfen und fast als Familie gelten, wie die Mandils geschützt werden, als auch in das albanische Dorf die Deutschen kommen.


Das Buch ist Hoffnung verbreitend, da sie von guten Menschen in schlimmen Zeiten erzählt. Daß es auch in schrecklichen Zeiten möglich ist, auf Menschen, die sich das menschliche bewahrt haben, zu treffen.


Am Ende ist ein Nachwort, was aus den verschiedenen Personen aus Gavras Geschichte geworden ist.


Der Schreibstil ist einfach und kindgerecht gehalten, so daß es sich auch für Kinder schon gut selber lesen läßt und sie so teilhaben können an Gavras Geschichte.



Fazit

Ein behutsames, hoffnungsvolles, kindgerechtes Buch über eine jugoslawische jüdische Familie, die während der Zeit des zweiten Weltkrieges vor den Deutschen fliehen muß.

Erzählt aus der Sicht des kleinen Gavra, der die Geschichte seiner Familie erzählt.

Für einen Einstieg in die Geschichte des zweiten Weltkrieges gut geeignet.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Luzies Luftballon verändert das Leben

Luzie in den Wolken
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Wieder einmal ist Charlotte Lucas ein schöner, berührender Roman gelungen.


Miriam, lebt mit ihrer Tochter Luzie in Hamburg und betreibt nach dem Tod ihres Mannes einen kleinen Second Hand Laden für Kindermode, ...

Wieder einmal ist Charlotte Lucas ein schöner, berührender Roman gelungen.


Miriam, lebt mit ihrer Tochter Luzie in Hamburg und betreibt nach dem Tod ihres Mannes einen kleinen Second Hand Laden für Kindermode, der leider nicht sonderlich gut anläuft.

Eines Tages nimmt die kleine Luzie an einem Luftballonwettbewerb - welcher Ballon fliegt die weiteste Strecke - teil. Ihre Karte mit ihrem größten Wunsch möchte sie niemandem zeigen, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Sie sehnt sich nach einem neuen Vater......


Gabriel, ein ausgebrannter Schriftsteller, der sich in einer depressiven Phase befindet, hadert mit dem Leben.

Als er mal wieder trostlos auf seiner angestammten Bank an der Elbe sitzt, findet er den Luftballon.

Erst kümmert er sich nicht darum, nach einer Nacht aber kommt ihm dank der Karte eine Idee, von der er glaubt, seine "schriftstellerische Leere" wieder anzukurbeln.


Er "kümmert" sich um die Karte und versucht alles, damit die ihm noch unbekannte, ihn aber berührende, Luzie den Wettbewerb gewinnt.


Er schleicht sich sozusagen in das Leben von Luzie und ihrer Mutter Miriam hinein und diverse Verwicklungen und Veränderungen, nehmen ihren Lauf.....



Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, aber da ich die Autorin und ihre Bücher kenne, wundert mich das nicht.


Der gewohnte schöne, flüssige und vor allem humorvolle Schreibstil läßt einen ungern unterbrechen.

Die Kapitel sind kurz gehalten und erzählen sozusagen immer abwechselnd aus Sicht Miriams oder Gabriels.

Das gefällt mir ganz besonders, da so der Blickwinkel immer wechselt und manche Situation aus zweierlei Sicht dargestellt wird.


Die Personen sind richtig schön beschrieben. Besonders Luzie wächst einem schnell ans Herz.

Aber auch Gabriel und Miriam sind sehr sympathisch, ebenso wie Miriams Freundin Rebecca, die für viel Humor sorgt.

Aber auch Jonathan, der Verleger Gabriels, mit seiner Frau haben mir richtig gut gefallen.



Gefühlsmäßig durchläuft der Leser doch einige Facetten und macht das Buch zu einem Genuß.



Fazit

Ein wunderbares Buch von Charlotte Lucas, das die Zutaten eines Wohlfühlromans - gewürzt mit Gefühl , Humor und ernsten Klängen - enthält.


Liebenswerte Charaktere und ein toller Schreibstil, Situationsbeschreibungen aus zwei Perspektiven, sorgen dafür, daß man den Roman richtig genießen und darin abtauchen kann.


Ich kann den Roman sehr empfehlen

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Ausführliche Darstellung gefährlicher Tiere für kleine Leser

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 16 - Gefährliche Tiere
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Ein sehr ausführliches Buch über gefährliche Tiere. Es wird beschrieben, weshalb einige Tiere gefährlich sind, was sie so gefährlich macht.
Ihre Waffen, um Beute zu machen oder sich vor Freßfeinden zu ...


Ein sehr ausführliches Buch über gefährliche Tiere. Es wird beschrieben, weshalb einige Tiere gefährlich sind, was sie so gefährlich macht.
Ihre Waffen, um Beute zu machen oder sich vor Freßfeinden zu schützen.

Tiere aller Kontinente werden vorgestellt, schön dargestellt mit den jeweiligen Bildern der Tiere, sei es als Foto oder als Zeichnung.


Das Buch wird in Abschnitte unterteilt und hinter jedem der Abschnitte, befindet sich ein Rätsel, das das vorher beschriebene auf spielerische Weise abfragt.
Erklärt wird, warum Tiere gefährlich sein können – wie sie sich selber schützen – wo sie leben – was ihren Lebensraum ausmacht –wie der Mensch darauf einwirkt – wie man sich vor gefährlichen Tieren schützen kann.


Manchmal wirkt es schon ein wenig unheimlich für die kleineren Kinder, da genau beschrieben wird, wie Tiere Beute machen, wie sie ihre „Werkzeuge“ dafür einsetzen.
Sehr gut gemacht finde ich daher, eine kleine sozusagen aufheiternde lustige Schlange, die das ganze Buch kommentierend begleitet. Auf humorvolle Weise und so das doch oft ernste Thema etwas abmildert.

Und die besagten Rätsel, die die Kinder anregen, das gelesene noch einmal zu verarbeiten.
Zusätzlich beinhaltet das Buch am Ende die Lösungen der Rätsel, ein Quiz und – richtig schön – ein Leselotto mit Kärtchen zum ausschneiden und spielen.

Große Schrift und einfache Sätze machen es kleinen Erstlesen – eher schon der 2. Klasse – leicht, das Buch selber zu lesen.

Das Buch eignet sich auch hervorragend, um es eine Art Lexikon zu nutzen und immer wieder nachzulesen, was welches Tier gefährlich machen kann und wie es sich bei Gefahr verhält.

Anfangs würde ich es aber gemeinsam mit den Kindern lesen, da, wie gesagt, manches doch ein wenig unheimlich wirken kann.


Fazit
Ein ausführliches Buch über gefährliche Tiere, das genau beschreibt, wie gefährlich einige Tiere sein könne, wie sie sich gegen Feine wehren und wo sie vorkommen.
Schön aufgelockert mit Zeichnungen und vielen Rätseln.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Unterschiede können zum Zusammenhalt führen

Drei kleine Handschuhe
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Ein schönes Bilderbuch für die Kleinsten, das Mut zur Individualität macht. Jeder ist auf seine Weise gut so, wie er ist.

Drei Handschuhe werden vorgestellt.
Ein zusammengehöriges Paar namens Pünktchen ...

Ein schönes Bilderbuch für die Kleinsten, das Mut zur Individualität macht. Jeder ist auf seine Weise gut so, wie er ist.

Drei Handschuhe werden vorgestellt.
Ein zusammengehöriges Paar namens Pünktchen und Pünktchen. Dazu noch Streifi, ein einzelner Handschuh, dessen Partner von dem kleinen Mädchen verloren wurde.
Das Pünktchen-Paar ist ziemlich hochnäsig und macht dem Einzelgänger Streifi gehässig klar, daß er nicht dazugehören würde, da er ja nicht paßt.
Kein kleines Mädchen würde einen einzeln Handschuh tragen wollen.

Dann verliert sich plötzlich einer der Pünktchen, das Mädchen möchte Schneebälle formen und zieht notgedungen einen Streifi und einen Pünktchen an.
Die beiden streiten miteinander, müssen aber notgedrungen zusammenarbeiten.
Langsam gewöhnen sie sich aneinander, lernen sich kennen und werden ein eingespieltes Team.

Dann wird auf einmal der zweite Streifi unter dem Sofa wiederentdeckt und auf einmal ist Streifi als Paar vorhanden und Pünktchen der Einzelgänger.

Kurz flammt der alter Streit auf, nur andersherum, bis das kleine Mädchen sich einmischt und fragt - warum denn die Handschuhe immer zusammenpassen müssen.
Das Mädchen greift letztlich ein, hat es doch noch eine ganze Schublade voller einzelner Handschuhe, beginnt jeden Tag verschiedene zu tragen.
So entwickelt es sich, daß all die einzelnen Handschuhe in immer unterschiedlichen Paarungen getragen werden, sich dadurch untereinander besser kennenlernen, merken, daß sich eigentlich gut verstehen und anfreunden und es zudem noch spannend finden, mit wem sie den nächsten Tag verbringen werden.

Sehr schön wird so ein Beispiel gegeben, daß miteinander reden, die Unterschiedlichkeiten als Chance zu nutzen und dabei zu entdecken, wie sich so wunderbare Freundschaften entwickeln können, wenn man sich darauf einläßt, etwas anfangs fremdes, unbefangen kennenzulernen.
Alle zusammen können etwas Schönes erreichen und niemand muß ausgeschlossen werden.

Die Seiten sind jeweils neben dem Text mit schönen Zeichnungen versehen, die das geschriebene unterstützen.


Fazit
Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, daß die Individualität und das Verschiedensein als etwas Positives darstellt, das für alle Beteiligten Vorteile und neue Freundschaften bieten kann.

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