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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2017

Verstehen was uns beeinflusst

Das Buch vom Zeitgeist
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Zeitgeist – was ist das eigentlich? Interessenterweise wird dieses deutsche Wort auch im Englischen benutzt. Es beschreibt die vorherrschende Ideen, Gefühle und Anschauungen einer Zeitepoche.

Die Autorin ...

Zeitgeist – was ist das eigentlich? Interessenterweise wird dieses deutsche Wort auch im Englischen benutzt. Es beschreibt die vorherrschende Ideen, Gefühle und Anschauungen einer Zeitepoche.

Die Autorin dieses Buchs, Kirstine Fratz ist Kulturwissenschaftlerin und Zeitgeist-Expertin. Sie erklärt wo und wie uns der Zeitgeist begegnet. Sie möchte den Leser schulen aufmerksam auf Ungewöhnliches zu achten, denn wer den Zeitgeist versteht, wird nicht so leicht von ihm beeinflusst. Sie erzählt viel aus ihrer Arbeit. Als Zeitgeistexpertin und -forscherin wird sie von großen Firmen beauftragt. Sie soll Empfehlungen abgeben, welche Gefühle und Ideale in den Menschen vorherrschen oder am Kommen sind. Dieses Wissen soll helfen Werbung ansprechender zu gestalten.

Sie erklärt wie verschiedene Trends kommen und gehen. Ohne es zu merken, schwimmen wir oft auf der aktuellen Welle mit, weil wir hoffen, dass dann unser Leben besser gelingen wird; ob mit Bio-Lebensmitteln oder Hygge Kaffee. Nach einer Zeit tritt eine Ermüdung ein, und der Mensch ist bereit für die nächste Welle. So wird zum Beispiel eine Phase, in der möglichst viel erreicht werden soll, von einer Phase abgelöst, in der es mehr um Achtsamkeit geht.

Durch die vielen Beispiele, wird dieses Wissen anschaulich. Der Leser versteht schnell selbst, wie er besser auf aktuelle Trends achten kann. Kirstine Fratz fordert den Leser auf nicht vorschnell zu urteilen, sondern Ungewöhnliches zuerst einmal nur zur Kenntnis zu nehmen. Und, tröstet sie den Leser, sollte einem der aktuelle Zeitgeist gar nicht zusagen, kann man getrost abwarten, denn schon bald wird etwas anderes aktuell sein.

Wer den Zeitgeist versteht, wird nicht so leicht manipuliert; ja, er kann sogar den Zeitgeist für sich nutzen, so würde ich das Hauptanliegen dieses Buchs zusammenfassen. Wer wegen der Verlagsausrichtung eine christliche Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet, wird enttäuscht werden. Manche Themen werden auch, meiner Meinung nach, etwas überstrapaziert, z.B. der Versuch vorherzusagen wohin aktuelle Trends in der Zukunft hinführen werden. Davon abgesehen, habe ich dieses Buch wirklich gerne und mit großem Gewinn gelesen.

Fazit: Eine wertvolle Hilfe, um zu verstehen wie Trends uns beeinflussen. Dieses Wissen entmachtet den Zeitgeist, sodass wir nicht mehr getrieben werden, sondern freier werden unser Leben selbst zu gestalten.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Ja, sie ist vertrauenswürdig!

Glaubwürdig aus guten Gründen
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Dieses Buch ist eine Sammlung von dreizehn, teils sehr unterschiedlichen, Begründungen für die Glaubwürdigkeit der Bibel. Vor allem Professoren und Pastoren kommen hier zu Wort. Sie beschäftigen sich alle ...

Dieses Buch ist eine Sammlung von dreizehn, teils sehr unterschiedlichen, Begründungen für die Glaubwürdigkeit der Bibel. Vor allem Professoren und Pastoren kommen hier zu Wort. Sie beschäftigen sich alle mit der Frage nach der Glaubwürdigkeit der Bibel. Dabei kommen sie alle zu dem Ergebnis, dass die Bibel vertrauenswürdig ist, auch wenn ihre Antworten sehr unterschiedlich sind, und sie sich auch teilweise widersprechen.

Einige Gründe der Bibel zu vertrauen werden immer wieder genannt, z.B. die innere Einheit der vielen biblischen Büchern, die über einen langen Zeitraum von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden. Es spricht auch für die Glaubwürdigkeit der Bibel, dass von Schwächen berichtet wird, denn normalerweise enthielten historische Berichte über Könige oder andere Persönlichkeiten nur Berichte über Heldentaten.

Ein weiterer Grund der Bibel zu vertrauen, der immer wieder genannt wird, ist weil die Worte der Bibel Wirkung zeigen. Sie verändern den Leser, weil es nicht nur um das geschriebene Wort geht, sondern um den Geist Gottes, der durch das Wort in das Leben des Lesers hineinspricht. Viele Autoren berichten auch von Durststrecken, Zeiten in denen das Wort nicht zu ihnen spricht, aber sie ermutigen den Leser trotzdem weiterzulesen und diese Zeiten auszuhalten.

Wie das Königskind Jesu in eine billige Krippe gelegt wurde, so ist die Bibel ein großer Schatz in einer unscheinbaren Form; dieses Bild hat mir gefallen. Auch der Gedanke, dass Christus die Mitte der Schrift ist, sowohl im Neuen wie auch im Alten Testament.

Die große Vielfalt der Texte ist die Stärke des Buchs, aber auch ihre Schwäche. Die Aufsätze sind unterschiedlich lang, und auch der Schreibstil ist sehr verschieden. Einige Autoren schreiben vor allem von ihren Erfahrungen im Umgang mit der Bibel, andere Aufsätze setzen sehr viel theologisches Vorwissen voraus. Natürlich gehen auch die Meinungen der Autoren auseinander, wenn es z.B. um Inspiration oder Irrtumslosigkeit der Bibel geht, oder um Nutzen und Gefahr der historisch-kritischen Methode.

Fazit: Ich habe dieses Buch mit großem Gewinn gelesen. Es gibt einen guten Überblick über die vielen Gründe der Bibel zu vertrauen. Natürlich stimme ich nicht allen Beiträgen zu, sie zeigen ja eine große Bandbreite von Meinungen. Ich finde es aber mutig ein Buch mit verschiedenen Standpunkten herauszugeben, sodass der Leser selbst beurteilen kann was ihn überzeugt.

Veröffentlicht am 12.10.2017

Was im Leben zählt

Venus
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Tina Weiss erzählt in diesem Buch aus ihrem schillernden Leben, und sie hat wirklich viel erlebt. Von einer wilden, unangepassten Jugend, zur Arbeit bei der Zeitschrift „Playboy“, einer selbstständigen ...

Tina Weiss erzählt in diesem Buch aus ihrem schillernden Leben, und sie hat wirklich viel erlebt. Von einer wilden, unangepassten Jugend, zur Arbeit bei der Zeitschrift „Playboy“, einer selbstständigen Tätigkeit als Stylistin und Hostessen-Vermittlung, Mitarbeit bei diversen Zeitschriften, bis hin zu Partys mit bekannten Persönlichkeiten und jede Menge Reisen. Es gibt kaum etwas, das sie nicht mitgemacht hat. Es kommt aber zum Burn-Out, und im Anschluss hinterfragt sie mehr und mehr ihr Leben. Auch jetzt probiert sie alles aus, was es im religiösen Bereich auf dem Markt gibt, aber sie findet nicht die Erfüllung ihrer Sehnsucht.

Auf einer Reise nach Indien findet sie dann auf unerwarteter Weise Antworten auf ihre Lebensfragen. Sie erkennt, dass vieles in ihrem Leben eine sinnlose Jagd nach Anerkennung, Wertgefühl, Liebe und Geborgenheit war. Sie staunt über Menschen, die ihr Leben ganz anders gestalten, und ist vor allem von ihrer bedingungslosen Liebe angezogen.

Zurück in der Schweiz, gestaltet sie nun ihr Leben ganz anders. Sie hat neue Ziele und Werte, und zum ersten Mal will sie sich auch für Benachteiligte einsetzen.

Das Buch ist wirklich gut und flüssig geschrieben, aber meiner Meinung nach manchmal zu offen und detailliert, gerade wenn es um Sex geht. Mehr als die Hälfte des Buchs beschreibt ihre vielen Beziehungen und das Leben in der „high society“ der Schweiz. Wen das nicht interessiert, wird diesen Teil vielleicht zu langatmig finden. Es ist aber sehr spannend zu erfahren wie ein Mensch, der ständig auf der Suche nach Erfüllung war und wirklich alles ausprobiert hat, völlig umgekrempelt wird durch Liebe, Annahme und die einfache Botschaft des christlichen Glaubens. Ein beeindruckender Lebensbericht!

Veröffentlicht am 12.10.2017

Ich möchte Ihnen meinen Freund vorstellen...

Der Möglichmacher
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In diesem Buch nimmt Tobias Kley den Leser mit hinein in die wichtigste Beziehung seines Lebens. Mit 17 verschiedenen Wortbildern beschreibt er den „Möglichmacher“. Der Möglichmacher ist für jeden Menschen ...

In diesem Buch nimmt Tobias Kley den Leser mit hinein in die wichtigste Beziehung seines Lebens. Mit 17 verschiedenen Wortbildern beschreibt er den „Möglichmacher“. Der Möglichmacher ist für jeden Menschen da, und er hat grenzenlose Macht. Während Menschen uns immer wieder enttäuschen, ist dem Möglichmacher nichts unmöglich. Er heilt Herzen, ermutigt, versorgt und erweitert Horizonte, und noch viel mehr. Beim Erklären all dieser Eigenschaften, erzählt Tobias Kley auch viel aus seinem eigenen Leben, vor allem von seinen Erfahrungen bei erlebnispädagogischen Freizeiten mit gefährdeten Jugendlichen. In den letzten Kapiteln des Buchs wird dem Leser leicht verständlich und auf logische Weise erklärt warum es so wichtig ist eine Beziehung mit dem Möglichmacher zu haben, und wie das geht.

Im gesamten Buch ersetzt Tobias Kley den Begriff „Gott“ mit „Möglichmacher“. Es werden auch beim Leser keine Grundkenntnisse über den christlichen Glauben vorausgesetzt. Dieses Buch eignet sich darum sehr gut zum Weitergeben an kirchenferne Menschen, die sich vielleicht zum ersten Mal mit dem Glauben auseinandersetzen wollen.

Der Autor versteht es Geschichten zu erzählen und den Leser da abzuholen, wo er ist. Auch Menschen, die Gott schon kennen, finden sicher gute Gedankenanstöße und Ermutigung für ihren Alltag. Mir persönlich ging es allerdings beim Lesen so, dass es mir ein bisschen zu viel wurde mit dem Austausch vom Begriff Gott, gerade bei den Bibelstellen und den Berichten von anderen Menschen. Besonders positiv fand ich, neben den gut passenden Beispielen aus dem Alltag, die leicht verständliche Erklärung, wie man ein Leben mit Gott beginnt. Dieses Buch lädt auf überzeugende Weise dazu ein mit dem Möglichmacher zu leben.

Veröffentlicht am 01.10.2017

Einfach mal abschalten

Stille
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Noch vor dem Aufschlagen dieses Buchs bin ich sehr beeindruckt. Das schlichte Cover macht einen edlen, und auch stillen Eindruck. Unter dem Buchumschlag verbirgt sich eine hektische Straßenszene ...

Noch vor dem Aufschlagen dieses Buchs bin ich sehr beeindruckt. Das schlichte Cover macht einen edlen, und auch stillen Eindruck. Unter dem Buchumschlag verbirgt sich eine hektische Straßenszene - ein gelungener Gegensatz.

Die Aufteilung des Buchs in kurze Leseabschnitte gefällt mir auch sehr gut. Die Bilder lockern den Text auf, aber mich persönlich beeindrucken sie eher weniger.

Der Autor erzählt in jedem dieser kurzen Kapitel über seine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema "Stille". Dabei geht es vielleicht auch oft eher um "Ruhe"- das heißt es geht nicht nur um die äußere Umgebung, sondern auch um das, was in mir passiert.

Erschreckend wahr sind wohl seine Gedanken darüber, dass wir uns oft in Tätigkeiten flüchten, weil es uns schwerfällt Stille auszuhalten. Es geht auch um FOMO (fear of missing out), die Angst nicht immer und sofort jede Nachricht mitzubekommen. Die Technik, die uns Zeit ersparen sollte, raubt uns wieder mehr als die gewonnene Zeit.

Das Lesen wird durch die vielen Anekdoten und Beispiele aus dem Leben des Autors nicht langweilig. Ein weiteres Plus sind die Berichte über seine abenteuerliche Reisen.

Wer eine Schritt-für-Schritt Anleitung erwartet wird enttäuscht sein, aber wer eine Einstimmung und gute Gedankenanstöße zum Thema Stille sucht, wird sicher viel Freude an diesem Buch haben.