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Veröffentlicht am 19.03.2025

Lesenswert

Was wäre, wenn wir mutig sind?
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Luisa Neubauer ist eine Kämpferin für das Klima, ich selbst folge ihr schön länger in den sozialen Medien, und höre mir immer gerne ihre Reden an, in meinen Augen sind sie klug, pointiert und auch fesselnd. ...

Luisa Neubauer ist eine Kämpferin für das Klima, ich selbst folge ihr schön länger in den sozialen Medien, und höre mir immer gerne ihre Reden an, in meinen Augen sind sie klug, pointiert und auch fesselnd. Es wurde Zeit, auch einmal eines ihrer Bücher zu lesen.

Auch hier kann man die oben genannten Eigenschaften schnell feststellen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass sie etwas einfacher schreibt. Ihr Schreibstil ist sehr elaboriert, passt natürlich zu ihrer Person, aber, um jede:n mögliche:n Leser:in anzusprechen, wäre weniger mehr. Natürlich muss ein solches Sachbuch gewisse Kriterien erfüllen, aber es könnte eben auch auf etwas allgemeinverständlichere Weise geschehen.

Das Buch beschäftigt sich mit Fossilität, Luisa Neubauer zeigt auf, wie es historisch zum Siegeszug der fossilen Energien kam, wie sie sich in unser Denken, unsere Sozialisation prägten, und wie schwer es ist, die Menschen umdenken zu lassen, zumal die fossilen Industrien große Macht haben. Die Autorin zeigt aber auch auf, dass es möglich sein kann, sich darüber hinwegzusetzen, es braucht eben auch den Mut, der schon im Titel anklingt. Sie führt auch Beispiele an, wo es schon geklappt hat. Bemerkenswert ist der Ort Duluth am Lake Superior.

Mich hat fasziniert, wie schnell mich Luisa Neubauers Ausführungen gefesselt haben, so viele zitatwürdige Sätze habe ich mir notiert, wie zum Beispiel diesen: „Es gibt kaum eine Menschengruppe, die so viel Einfluss auf die Weltgeschichte hat wie die Gleichgültigen“ (Pos. 437) oder „Gerade aus Respekt vor Erfindungen aus alten Zeiten schleift man sie nicht endlos in die Gegenwart, sondern verabschiedet sie würdevoll“ (Pos. 1429). Sie selbst zitiert natürlich auch, eine ausführliche Liste der Quellen findet man im Anhang des Buches.

2025 ist für mich das Jahr, in dem ich einige sehr lesenswerte und wichtige Sachbücher gelesen habe. Dieses gehört unbestreitbar dazu. Wem unsere Erde nur ein kleines bisschen wichtig ist, sollte es lesen.

Veröffentlicht am 08.03.2025

Wieder ein besonderer Roman

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Ein tödlicher Nebel breitete sich vor Jahrzehnten über die Erde aus und tötete alles. Nur ein kleiner Teil Menschen konnte sich auf eine griechische Insel retten und eine Barriere errichten. Dort lebte ...

Ein tödlicher Nebel breitete sich vor Jahrzehnten über die Erde aus und tötete alles. Nur ein kleiner Teil Menschen konnte sich auf eine griechische Insel retten und eine Barriere errichten. Dort lebte man seitdem sicher und zufrieden, bis ein Mord geschieht.

Stuart Turton ist ein besonderer Autor. Jedes seiner Bücher ist anders, er wandert durch die Genre und schreibt Bücher, die originell und wenig vorhersehbar sind, bisher mochte ich alle, und dieses natürlich auch. Es strotzt, wie von ihm gewohnt, nur so vor Unerwartetem, vor Überraschungen, ist gesellschaftskritisch und hat eine Message, und ist – dennoch – sehr unterhaltsam und spannend. Wieder bin ich sehr gespannt, was Stuart Turton mir als nächstes anbieten wird.

Doch zunächst zurück zu diesem Roman. Ich fühlte mich sofort mittendrin, lernte die Charaktere und die, recht begrenzte Welt, kennen, und wunderte mich auch schon über so manches. Ich werde hier wenig darüber verraten, denn Stuart Turtons Romane muss man von Anfang an auf sich wirken lassen, und ich will keine Überraschung verderben.

Nach und nach lernt man immer mehr immer tiefer kennen, nicht nur die Charaktere, wobei sich der Autor von den über hundert, die es hier gibt, auf nur ein paar wenige beschränkt, was auch gut ist, und diese wenigen sind letztlich die Hauptdarsteller:innen der Geschichte, die hier erzählt wird. Es gibt neben dem Mord viele Geheimnisse, die es zu ergründen gibt, von denen die Leser:innen und auch die Charaktere erst einmal noch gar nichts wissen. Ich habe schnell angefangen, mitzurätseln, aber die Geschichte ist letztlich sehr komplex.

Interessant ist die Erzählstimme in Ich-Form, über die ich aber ebenfalls wenig preisgeben möchte. Sie ist von Anfang an da, und auch über sie kann man sich seine Gedanken machen. Erzählt wird bildhaft, und obwohl die Erzählstimme viel weiß, verrät sie erst einmal wenig. Erst am Ende ergibt sich das gesamte Bild, und das finde ich letztlich gut und logisch hergeleitet. Zwischendurch habe ich mich immer einmal wieder aufgeregt über den einen oder anderen Charakter, vor allem über einen, dessen Motivation ich nicht immer ganz nachvollziehen konnte, den ich am Ende aber doch im wesentlichen verstanden habe.

Die Geschichte ist sehr spannend und hat mich, wie bereits erwähnt, immer wieder überrascht. Manche Geheimnisse werden bereits relativ früh, aber immer der Geschichte geschuldet, enthüllt. Das Buch enthält eine Karte der Insel, ich konnte sie mir aber auch so gut vorstellen.

Stuart Turton ist es auch mit seinem dritten Roman wieder gelungen, mich zu überzeugen. Auch dieser ist wieder besonders, voller Überraschungen, gelungener Charaktere und einer komplexen Geschichte. Chapeau Mister Turton!

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Spannender zweiter Band

We free the Stars
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Leider hat nicht jeder der Gruppe die Insel Sharr verlassen können, einer blieb tot zurück, ein anderer wurde gefangen genommen. Auch konnten sie, was sie sich vorgenommen hatten, nur teilweise erledigen. ...

Leider hat nicht jeder der Gruppe die Insel Sharr verlassen können, einer blieb tot zurück, ein anderer wurde gefangen genommen. Auch konnten sie, was sie sich vorgenommen hatten, nur teilweise erledigen. Nun gilt es, den Löwen endgültig zu besiegen, und die Magie nach Arawiya zurückzubringen.

Der zweite Band der Dilogie schließt direkt an die Ereignisse des ersten an. Er bringt ein paar neue Charaktere ins Spiel, nicht alle werden überleben, und es gilt einige Schlachten zu schlagen, manche auch mit sich selbst.

Ganz so geflasht wie Band 1 hat mich der zweite Band nicht mehr, gerade zu Beginn hatte ich hin und wieder das Gefühl von Länge, doch dann packte es mich wieder sehr, und ich habe erneut atemlos gelesen. Immerhin habe ich die Charaktere des ersten Bandes liebgewonnen, und habe weiterhin um sie gebangt und mit ihnen gelitten. Mir hat gut gefallen, dass Zafiras Schwester Lana hier mehr Raum erhielt, und zeigen konnte, was sie kann.

Dieses Mal kann man die Geschichte aus drei Perspektiven lesen, an Zafiras und Nasirs Seite tritt Altair, den ich zu Beginn des ersten Bandes nicht sehr mochte, der mir dann immer mehr ans Herz wuchs, und der hier erneut zeigen muss, ob man ihm trauen kann.

Die Anziehung zwischen Zafira und Nasir tritt hier mehr in den Fokus, doch man muss lange warten, um zu erfahren, ob aus den beiden wirklich ein Paar wird. Mir hat das Ende gefallen, das allen Raum gibt, so dass man auch ein bisschen danach erfährt.

Gab es im ersten Band Zeichnungen von Nasir und Zafira, findet man hier welche von Altair und Kifah. Auch dieses Mal habe ich mir die beiden allerdings anders vorgestellt. Die Karte findet sich ebenfalls hier wieder, wie auch das Glossar inklusive Personenverzeichnis und Orten.

Ganz so wie der erste Band hat mich der zweite der Dilogie nicht geflasht, doch auch dieser hat mir spannende und unterhaltsame Lesestunden beschert, vor allem, weil mir die Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind. So vergebe ich auch hier am Ende volle Punktzahl und empfehle die Dilogie sehr gerne weiter. Ich bin jetzt neugierig auf weitere Werke der Autorin.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ich bin begeistert!

We hunt the Flame
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Früher gab es in Arawiya Magie, doch dann verschwand diese und verschiedene Flüche kamen über die Kalifate. Gleichzeitig entstand der Arz, ein Wald, in dem Finsternis herrscht, wer in ihn geht, kommt normalerweise ...

Früher gab es in Arawiya Magie, doch dann verschwand diese und verschiedene Flüche kamen über die Kalifate. Gleichzeitig entstand der Arz, ein Wald, in dem Finsternis herrscht, wer in ihn geht, kommt normalerweise nicht mehr heraus.

Das Kalifat Demenhur ist die Heimat Zafiras, hier herrscht nun Kälte und Schnee. Zafira gelingt es als einzige, den Arz zu betreten und ihn heil wieder zu verlassen. So wurde sie zum Jäger, der seine Leute mit im Arz gejagtem Wild versorgt. Dass sie eine Frau ist, muss sie verheimlichen, denn Frauen sind in diesem Kalifat wenig wert.

Nasir ist der Kronprinz von Sarasin, aber auch der Prinz des Todes, denn er wurde zum Haschaschinen, zum Meuchelmörder ausgebildet, und wird von seinem Vater, dem Sultan, auf dessen Feinde angesetzt.

Beide, Zafira und Nasir, erhalten jeweils den Auftrag ein Buch von der Insel Sharr zu holen, eine Insel voller Monster. Nasirs Auftrag enthält außerdem den Tod Zafiras.

Der Roman spielt in einem orientalischen Setting und erzählt die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven Nasirs und Zafiras. Die Autorin geht dabei tief in beider Gedanken und Emotionen, so dass man ihnen sehr nahe kommt, auch Nasir, denn hinter ihm steckt mehr als nur ein Mörder.

Neben den beiden gibt es weitere Charaktere, über die man ebenfalls viel erfährt, und die durchaus auch Überraschungen zu bieten haben. Im Laufe der Geschichte habe ich immer mehr gehofft, dass alle das Geschehen heil überstehen. Haben sie das? Nun, am besten lest ihr selbst die Geschichte.

Eine Geschichte übrigens, die sehr spannend ist, hatte mich zunächst vor allem das Setting gepackt, war es auch bald die Entwicklung, die die Erzählung nimmt. Es handelt sich hier übrigens um den ersten Band einer Dilogie, so dass die Geschichte am Ende noch nicht auserzählt ist. Zum Glück ist der zweite Band ebenfalls schon erschienen, so dass man direkt weiterlesen kann.

Neben den einführenden Charakterillustrationen zu Zafira und Nasir gibt es eine Karte, und im Anhang ein Glossar, in dem auch die Personen und die Orte aufgeführt sind. Die Illustrationen hatte ich schnell vergessen, und mir die Charaktere selbst anders vorgestellt. Das Glossar kann hilfreich sein, im Text gibt es zum Beispiel immer wieder orientalische Worte. Allerdings werden diese entweder direkt erklärt, ihre Bedeutungen ergeben sich aus dem Kontext oder können leicht erraten werden.

Der erste Band der Dilogie punktet mit einem interessanten Setting, gelungenen Charakteren und einer spannenden Geschichte. Ich bin begeistert!

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Wunderschön

Das letzte Einhorn
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Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, ...

Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, mehrfach gesehen, immer sehr gemocht, auch wenn er manchmal bedrückend ist, aber auch einfach schön. Auch die Animation an sich mochte ich immer sehr. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, wird aber sicher nicht mehr lange dauern, denn nun bin ich wieder einmal sehr neugierig auf ihn.

Auch diese Graphic Novel ist wirklich wunderschön, die Zeichnungen erinnern an den Film, haben aber auch ihren eigenen Charme. Schnell haben sie mich gefangen genommen, und viele Panele würde ich mir so direkt an die Wand hängen. Die Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark, und vor allem das Einhorn, in seinen zwei Formen, wunderschön. Auch wenn man die Geschichte ja schon kennt, liest und schaut man hier sehr gerne.

Über die Geschichte muss man wohl nichts mehr sagen, sie ist einfach schön und geht ans Herz, das wird hier auch noch einmal deutlich.

Am Ende gibt es ein paar Extras: Zeichnungen und Interviews mit Peter S. Beagle und Peter Gilis.

Die Graphic Novel zu Peter S. Beagles Geschichte um das letzte Einhorn ist wunderbar gelungen, schöne, ausdrucksstarke Zeichnungen machen sie zu einem wahren Schmuckstück.

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