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Veröffentlicht am 03.03.2025

Ein Haus auf Amrum

Der Duft von Kuchen und Meer
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„Jetzt lag es an mir, eine Verbindung und die Vergangenheit zu finden, die meine Oma aus der Bahn geworfen hatte. Und die doch uns alle betraf.“ (S. 75)
Maren ist überrascht, als ihr ihre Oma Undine erzählt, ...

„Jetzt lag es an mir, eine Verbindung und die Vergangenheit zu finden, die meine Oma aus der Bahn geworfen hatte. Und die doch uns alle betraf.“ (S. 75)
Maren ist überrascht, als ihr ihre Oma Undine erzählt, dass sie vor vielen Jahren von ihrem Vater ein Haus auf Amrum geerbt hat. Doch sie will es nicht, hat die Insel schon mit 21 verlassen und sich geschworen, nie wieder zurückzukehren, auch wegen dem Streit mit ihrem Bruder Ocke, der immer noch dort lebt.
Maren ist seit dem Tod ihres Partners alleinerziehend, soll das Haus für sich und ihre kleine Tochter Leni haben, es vermieten oder verkaufen. Die Sache hat nur einen Haken, noch lebt Undines Tante Gesche darin. Die hat ein lebenslanges Wohnrecht, will jetzt aber zu ihrer Tochter ziehen und erwartet dafür einen monetären Ausgleich. Maren soll mit Leni hinfahren, sich das Haus ansehen, mit Gesche reden und dann entscheiden, was sie damit macht.

Das Buch weckt schon auf den ersten Seiten die Sehnsucht nach Kuchen und Mee(h)r. Maren ist Konditorin und träumt von einer Weiterbildung in Paris, will irgendwann ein eigenes Café eröffnen. Noch geht Leni vor, aber durch das vorgezogene Erbe könnte sie sich diesen Traum vielleicht bald erfüllen, schließlich ist das Haus auf Amrum einiges wert. Doch sobald sie auf der Insel angekommen sind, fühlen sie sich mit ihr verbunden, sind viel entspannter und weniger traurig als zu Hause. Der Verlust ihres Partners bzw. Papas ist plötzlich weiter weg. „Ich fühlte mich freier – und irgendwie auch zu Hause.“ (S. 258). Außerdem treibt sie die Neugier an. Maren will unbedingt ihre Familiengeschichte ergründen, Undine und Ocke aussöhnen. Dabei erfährt sie, dass sie das Backtalent von ihrer Urgroßmutter Hedwig geerbt hat, die 1946 der Liebe wegen nach Amrum gekommen ist.
Zusammen mit Leni erkundet sie die Insel, deren Geschichte, Sitten und Bräuche und versucht Öömrang (Friesisch) zu lernen.

Ich mag die Einbindung der Familiengeschichten und Geheimnisse, die in einer zweiten Zeitebene erzählt werden. Dadurch erfährt man, wie sich das Leben auf Amrum nach dem Krieg entwickelt hat, dass die Frauen die meiste Zeit des Jahren allein waren, weil die Männer zur See fuhren, und wie Marens Uroma Hedwig damit zurechtgekommen ist.

In Anne Barns Büchern erlebt man das Meer und die Inseln immer wieder neu. Ich mag ihren literarischen Schreibstil, den leicht melancholischen Unterton. Trotzdem verbreitet sie aber immer auch Hoffnung und Zuversicht.

Das perfekte Buch für eine Auszeit im Strandkorb oder wenigstens auf der heimischen Couch, um sich mal wieder ans Meer (und in die nächste Konditorei) zu träumen.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Überraschendes Lesehighlight

Von hier aus weiter
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„Der Wunsch, sich permanent zu betäuben, war ihr irgendwie abhandengekommen. Ihre Sehnsucht nach einem barmherzigen Ende hingegen blieb.“ (S. 61)
„𝐕𝐨𝐧 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫“ von Susann Pásztor wäre mir in der ...

„Der Wunsch, sich permanent zu betäuben, war ihr irgendwie abhandengekommen. Ihre Sehnsucht nach einem barmherzigen Ende hingegen blieb.“ (S. 61)
„𝐕𝐨𝐧 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫“ von Susann Pásztor wäre mir in der Buchhandlung wahrscheinlich nicht aufgefallen (Asche auf mein Haupt), auch weil der Klappentext so traurig klingt. Und ja, es ist traurig, wie Marlene nach dem Tod ihres Mannes nicht damit klarkommt, allein weiterzuleben, denn eigentlich war alles anders geplant. „Ich habe mein Leben nie besonders gemocht. Und die Vorstellung, allein alt zu sein, erst recht nicht.“ (S. 115)
Sie hatte sich vorgenommen, nur noch Rolfs Beerdigung hinter sich zu bringen und danach selber abzutreten. Bis dahin ignoriert sie das Klingeln der Haustür und sämtlicher Telefone, beantwortet keine Nachrichten und schottet sich mit Hilfe von Valium ab. Doch dann muss sie einen Klempner rufen, weil ihre Dusche nicht geht und ein junger Mann tritt in ihr Leben, der ähnlich haltlos zu sein scheint wie sie. Jack schläft in seinem Firmenpritschenwagen, kann wahnsinnig gut kochen und bittet seine Kunden, ihre Dusche benutzen zu dürfen. Die beiden bilden für kurze Zeit eine Zweckgemeinschaft. Kann Jack sie davon abhalten, ihren Plan zu vollenden?
Die Geschichte ist berührend, überraschend und traurig, aber auch voller Hoffnung. Ein warmherziges Buch über das Sterben und Über-/Weiterleben, das ich, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Geisterstunde

Haus der Geister
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„Ich weiß, was er gesehen hat, meine Herren. Er sah einen Geist!“ (S. 17)
Als im August 1881 ein Kommerzienrat während einer Séance an einem Herzinfarkt stirbt, sollen Kriminalrat Gustav Heller und Kriminalassistent ...

„Ich weiß, was er gesehen hat, meine Herren. Er sah einen Geist!“ (S. 17)
Als im August 1881 ein Kommerzienrat während einer Séance an einem Herzinfarkt stirbt, sollen Kriminalrat Gustav Heller und Kriminalassistent Adelbert Schrumm den Tod untersuchen. Die Villa, in der es passiert ist, steht in einem verwilderten Garten und hat eindeutig schon bessere Zeiten gesehen, genau wie die Besitzerin Frau Blumfeld, die behauptet, ein Medium zu sein. Heller glaubt ihr keine Sekunde, aber weil Medizinalrat Löbbers den Herztod bestätigt, müssen sie den Fall ein stellen. Wenige Monate später werden sie wieder zu der Villa gerufen, erneut ist die Teilnehmerin einer Séance gestorben. Und das ist erst der Auftakt einer Reihe rätselhafter Todesfälle ...

Ich bin von Frank Goldammer ja schon einiges gewöhnt, aber mit „Haus der Geister“ hat er den Gruselfaktor auf die Spitze getrieben. Da ist zum einen die Blumfeld-Villa, immer komplett verdunkelt, vollgestellt mit uralten Möbeln, überall knarzt es, Türen quietschen plötzlich, in der auch außerhalb der Séancen Geister umzugehen scheinen und Heller bei den Ermittlungen behindern wollen. Der lässt sich davon aber nicht einschüchtern. Er ist überzeugt, dass Frau Blumfeld mit Tricks arbeitet oder ihr Dienstmädchen darin verwickelt ist. Das blutjunge, stumme, durch einen Unfall entstellte Mädchen taucht jedes Mal lautlos wie aus dem Nichts auf, scheint ansonsten aber harmlos. Schrumm hingegen ist leichter zu beeinflussen, fürchtet sich bald vor jedem Knistern oder Rascheln. Doch dann kommen sie der grausamen Gemeinsamkeit auf die Spur, die die Opfer verbindet, und nicht nur den Ermittlern das Blut in den Adern gefrieren lässt. Da wird Heller dann doch unsicher. „Ich beginne selbst, Geister zu sehen, und frage mich: Kann es sein, dass geschundene Seelen wie diese Rache oder Gerechtigkeit verlangen? Ich beginne ernsthaft, an mir zu zweifeln.“ (S. 232)

Frau Blumfeld, das Medium, schart immer mehr Anhänger um sich, vor allem die Frauen einflussreicher Männer. Die Gatten wollen das gern unterbinden und Frau Blumfeld loswerden, aber Heller kann ihr nichts nachweisen. Sie nimmt ja nicht mal Geld für ihre Dienste. Heller verbeißt sich wie ein Pitbull in dem Fall (und Frau Blumfeld), doch sie kommen bei den Nachforschungen einfach nicht weiter, wie sie die Fälle auch drehen und wenden. Selbst, als sie die Verbindung zwischen den Toten entdecken, wissen sie trotzdem nicht, wer hinter allem steckt, bzw. können es Frau Blumfeld nicht beweisen. Liegt Heller doch komplett falsch?!

Ich fand es faszinierend, wie fortschrittlich Heller ist, wie er versucht, Erklärungen und Beweise für die unerklärlichen Phänomene zu finden und sich dafür auch selbst in Gefahr begibt. Zusammen mit Medizinalrat Löbbers treibt er die medizinische Forschung und Kriminalmedizin voran, zieht ihn so oft wie möglich hinzu, damit dieser Daten und Fakten sammelt und z.B. Tabellen über die Ausprägung der Totenstarre zu verschiedenen Zeitpunkten sammelt.

Hellers Privatleben spielt diesmal nur eine Nebenrolle. Doch auch bei ihm zu Hause scheint es zu spuken, eine Weiße Frau wird nachts mehrfach in der Nähe der Kirche und direkt in seinem Gehöft gesehen. Dazu kommen die Sorgen um seine Kinder. Sein Sohn will sich abnabeln und eine eigene (nicht standesgemäße) Familie gründen, die Gesundheit seiner Tochter hängt wie immer am seidenen Faden. Zum Glück hält ihm seine Frau den Rücken frei und rückt ihm den Kopf zurecht, wenn er sich wieder mal im Ton vergreift.

„Haus der Geister“ ist wieder ein extrem spannender Pageturner voller überraschender Wendungen und Tricks. Aber Vorsicht: man sollte sich gern Gruseln oder beim Lesen lieber nicht allein sein …

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Shakespeare statt Sauerstoffmaske

Crime im Heim
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„Wie viele sterben denn in dem Stück?“ „So gut wie alle …“ (S. 20)
Das Seniorenheim Haus Silberblick liegt ruhig in einem Park – zu ruhig, finden einige der Bewohner, die mehr wollen als Bastelnachmittage, ...

„Wie viele sterben denn in dem Stück?“ „So gut wie alle …“ (S. 20)
Das Seniorenheim Haus Silberblick liegt ruhig in einem Park – zu ruhig, finden einige der Bewohner, die mehr wollen als Bastelnachmittage, Akkordeonkonzerte, Spaziergänge und die pünktliche Medikamentenausgabe. Darum will der ehemalige Feuilletonchef Friedhelm mit anderen Theaterbegeisterten Hamlet aufführen. Die Hauptrolle gibt er seiner heimlichen Angebeteten, Katia, und auch die restlichen Rollen verteilt er nicht passend zum Geschlecht, sondern den Eigenschaften der Mitspieler. Doch schon die erste Probe geht schief – Ophelia wurde ermordet! Nein, nicht die Darstellerin, sondern deren Mops. Und tatsächlich hat sie recht, ein ehemaliger Zahnarzt holt mithilfe eines Nagelsets eine Patrone aus der Leiche. Aber hat wirklich einer von ihnen den Hund erschossen? „Ich bitte Sie: Die eine Hälfte ist zu blind, um zu zielen, und die andere zu zittrig, um zu treffen. So oder so hätten sie es alle inzwischen wieder vergessen.“ (S. 40) Als sie dann auch noch eine menschliche Leiche finden und die Polizei den Fall recht schnell einstellt, gehen sie selber auf Mörderjagd.

„Crime im Heim“ ist mein erstes Buch von Ida Tannert (dem Pseudonym von Tessa Korber), aber garantiert nicht mein letztes. Ich hoffe, die „Grauen Stars“ gehen in Serie, denn ich habe mich über ihren trockenen Humor köstlich amüsiert („So hab ich mir die Hölle vorgestellt. Basteln für immer.“ (S. 178)) und extrem spannend war es auch.

Die Pensionäre sind alle etwas eigen und herrlich skurril. Katja, die frühere Yogalehrerin, sorgt dafür, dass sich alle wohlfühlen, während sie ermittelt. Friedhelm, Spitzname Impresario, appelliert an die Eitelkeiten der Schauspieler und nutzt jede Chance, um das Stück voranzubringen. So eignet sich das Vergraben des Hundes doch prima, um die Beerdigungsszene zu proben. Und eine demente Bewohnerin würde die perfekte, dem Wahnsinn verfallende Ophelia abgeben, wenn er ihr nur irgendwie den Text beibringen könnte. Überhaupt interessiert er sich leider viel mehr für Hamlet, als für die Nachforschungen. Doch Katia lässt nicht locker und kommt zusammen mit den anderen Senioren einigen Ungereimtheiten auf die Spur. So klären sie einen jahrzehntealten Bankraub auf und kommen einem Enkeltrick-Erpresser auf die Spur. Aber wer ist der Mörder?! Am Ende versuchen sie, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, denn: „Was hatten sie schon zu verlieren? Nichts als ihre Prothesen und die wenigen Jahre, die ihnen noch blieben.“ (S. 247)

Ein extrem komischer und sehr spannender Krimi, mein Tipp für Fans von Tatjana Kruse.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

12 Namen

Fernwehland
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… hatte die Astoria im Laufe ihres Lebens, „… das älteste noch fahrende Passagierschiff der Welt. …, aber für Simone und Henri würde sie immer die Völkerfreundschaft bleiben, das erste Kreuzschiff der ...

… hatte die Astoria im Laufe ihres Lebens, „… das älteste noch fahrende Passagierschiff der Welt. …, aber für Simone und Henri würde sie immer die Völkerfreundschaft bleiben, das erste Kreuzschiff der Deutschen Demokratischen Republik. Vor über vierzig Jahren hatten sie sich darauf kennen gelernt. Es war ihr Schiff. Und es hat ihr Schicksal bestimmt.“ (S. 9).
Jahrelang hat Henri gespart, um noch einmal mitfahren zu können, jetzt ermöglicht ihnen das der Tod seines Vaters Erwin und das damit verbundene Erbe. Erwin und dessen Mutter Dora hatten Henri auch den Wunsch, zur See zu fahren, in die Wiege gelegt. Im Gegensatz zu ihnen hatte er es geschafft und die Welt hinter dem Eisernen Vorhang bereist. Doch dann ist etwas passiert, und er durfte nicht mehr zur See fahren. Simone hofft, dass er sich jetzt endlich mit der Vergangenheit aussöhnt.
Auf der Fahrt lernen sie die Schwedin Frida kennen, die 1946 bei der Schiffstaufe dabei war und jetzt zum 20. Mal mitfährt. Auch sie hat eine sehr emotionale Verbindung zur Astoria.
Und dann stößt Elli zu ihnen. Sie ist erst 19, interessiert sich aber sehr für die Geschichten, die Simone, Frida und vor allem Henri von früher erzählen.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich „Fernwehland“ von Anfang an so mitnimmt und so viele Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend in der DDR und das Dresden von früher weckt. Ich wohne nur wenige Kilometer von Kötzschenbroda entfernt, wo ein großer Teil der Handlung spielt, und bin schon mit der Diesbar gefahren, auf der Dora viele Jahre gearbeitet hat. Nur von der Völkerfreundschaft hatte ich bisher noch nicht gehört, dabei war sie berühmt und berüchtigt, weil es fast unmöglich war, einen Urlaubsplatz auf ihr zu bekommen.
Kati Naumann erzählt auch die Geschichte der Seehandelsflotte und Überseefahrt der DDR, die sich die Bevölkerung damals mit Planübererfüllungen und unzähligen unbezahlten Überstunden erkämpft und verdient hat.

„Manchmal müssen alte Wunden aufgerissen werden, damit sie endlich heilen können.“ (S. 378)
Neben den Erinnerungen haben mich auch die Biographien ihrer Protagonisten gefesselt und mitfiebern lassen. Frida erlebt auf ihrer Hochzeitsreise etwas, was sie für den Rest ihres Lebens an dieses Schiff bindet. Sie reist nie woanders hin oder mit einem anderen Schiff, es muss das Astoria sein.
Dora, mit der alles beginnt, hat ihre Wünsche und Träume nie verwirklichen können, darum gibt sie diese an Henri weiter. Der tut alles, um Matrose zu werden und weiß auch, wie privilegiert er ist. Er bringt seiner Familie, vor allem seiner Schwester Karin, von jeder Fahrt Geschenke mit. Aber das reicht dieser irgendwann nicht mehr. „Manchmal habe ich das Gefühl, blind zu sein. Und du bist mein Blindenführer, der mir von der Welt erzählt, die ich niemals sehen werde.“ (S. 338)
Simone musste sich um ihre jüngeren Brüder und den Haushalt kümmern, wenn ihre Eltern arbeiten waren. Auch sie träumt seit der Kindheit davon, zur See zu fahren, und erkämpft sich das gegen den Willen ihrer Eltern.
Und Elli? Die gibt sich nicht ohne Grund sehr geheimnisvoll …

Ich war fasziniert, als Henri, Simone und Frida rückblickend entdecken, dass sie mehrfach zur selben Zeit am gleichen Ort waren (nicht nur auf dem Schiff). Das schafft eine besondere Verbindung, einen Gleichklang zwischen ihnen. Sie wachsen zu einer Einheit zusammen, und Frida und Henri beschäftigen sich endlich auch mit ihren Traumata.

Geschickt bindet Kati Naumann dramatische Ereignisse ein, welche die Völkerfreundschaft bei den Fahrten erlebt hat. Sie geriet in gefährliche Stürme, fuhr durch die Blockade während Kuba-Krise und wurde von anderen Schiffen gerammt – im Gegensatz zur Titanic ist zum Glück wirklich unsinkbar.

„Fernwehland“ ist ein sehr mitreißender und bewegender Roman über Familie, Freundschaft, Sehnsucht und Freiheit, der ein spannendes Kapitel DDR-Geschichte wieder lebendig werden lässt. Ein echtes #lesehighlight

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