Auftaktbände sind Anna Bennings Spezialität!
To Tempt a GodIn Auroras Stadt „Silver City“ herrscht einmal im Jahr große Angst, nämlich dann, wenn die Götter neue Diener, genannt Valets, unter den Menschen auswählen. Diese Valets werden in einem Ritual an ihren ...
In Auroras Stadt „Silver City“ herrscht einmal im Jahr große Angst, nämlich dann, wenn die Götter neue Diener, genannt Valets, unter den Menschen auswählen. Diese Valets werden in einem Ritual an ihren Gott gebunden und können sich daher räumlich nicht sehr weit voneinander entfernen, ohne dass der Valet Schmerzen erleidet oder im schlimmsten Fall sogar stirbt. Aurora selbst hält sich in diesen Wochen meist versteckt, sodass sie den Sentinals, den roboterähnlichen Soldaten der Götter, gar nicht erst auffällt. Doch dieses Mal muss sie das Risiko eingehen, denn ihr Bruder liegt seit einem Sturz vor einem Jahr im Koma und benötigt für die Heilung dringend Götterlicht, welches Aurora auf den höchsten Dächern der Stadt einfängt. In der darauffolgenden Nacht bricht ein junger Mann in das Antiquitätengeschäft ihres Ziehvaters Julien ein. Er ist jedoch nicht auf Geld aus, sondern er bemächtigt sich eines leeren Buches und einiger Gläser Götterlicht. Am nächsten Tag geschieht, wovor Aurora sich ihr Leben lang gefürchtet hat: Sie wird als Valet berufen. Und kein geringerer als der Einbrecher der Vornacht kauft sie, denn er ist der Sohn des Exarchon, des Herrschers der Götter. Ob Aurora in der Hölle oder dem Himmel gelandet ist, muss sich erst noch zeigen, denn beide verbergen Geheimnisse voreinander…
Anna Benning ist die ungeschlagene Meisterin der Auftaktbände! In allen drei Reihen ist es ihr bisher anstandslos gelungen, mich sofort für ihre Geschichte und die darin erschaffene neue dystopische Welt zu vereinnahmen! Ich konnte mich sehr gut in die Welt der Götter und Valets hineinfinden und hatte Silver City als eine Stadt vor Augen, die wohl Coruscant bzw. Galactic City aus Star Wars sehr ähneln dürfte mit seinen verschiedenen Ebenen und dem damit einhergehenden gesellschaftlichen Gefälle.
Ja, diese Welt ist brutal. Sklaverei, Misshandlungen, Verstümmelungen und der Tod sind ständig präsente Themen in dieser Geschichte. Wer damit ein Problem hat, der sollte sie besser meiden. Es ist emotional sehr aufwühlend; einige Szenen haben mich doch ganz schön mitgenommen. Aber gerade diese Gefühlskälte der Götter macht diese Dystopie so menschlich nachvollziehbar.
Die Protagonistin Aurora gefiel mir sehr. Sie handelt nicht kopflos, ist eher überlegt und reflektiert, ihrer Familie gegenüber sehr loyal und eine echte Sympathieträgerin. Colden bleibt bis zum Schluss etwas mysteriös, janusgesichtig, wenn auch Aurora gegenüber immer ehrlich und bedacht.
Der doppelte Cliffhanger dieses ersten Bandes war vielversprechend und gibt einen kleinen Ausblick in das, was uns im nächsten Teil erwartet: Weitere Kämpfe, mehr Herzschmerz und ein weiterer, unbekannter Gegner! Ich freu mich drauf und blicke dem Herbst gespannt entgegen!