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Veröffentlicht am 16.02.2025

Gute Idee, unbefriedigendes Ende

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
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Nachdem ihre Schwester Nicki vor etwa einem Jahr vermutlich Opfer eines Serienmörders wurde, ermittelt Lucy auf eigene Faust indem sie unter anderem nachts zu fremden Männern ins Auto steigt. Parallel ...

Nachdem ihre Schwester Nicki vor etwa einem Jahr vermutlich Opfer eines Serienmörders wurde, ermittelt Lucy auf eigene Faust indem sie unter anderem nachts zu fremden Männern ins Auto steigt. Parallel verlaufen die Ermittlungen der Polizei eher schleppend.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lucy, den Ermittlerinnen und des Täters erzählt. Die Lesenden erhalten so tiefere Einblicke in die verschiedenen Charaktere. Lucy wirkt irrational und viele ihrer Handlungen sind nicht nachvollziehbar. Die Ermittlerinnen sind clever und ambitioniert. Die Anzahl der Figuren insgesamt ist sehr hoch, wobei sich nicht immer erschließt wozu einzelne Charaktere der Handlung nutzen. Weniger wäre hier wohl mehr gewesen.

Während die Handlung spannend und flüssig beginnt, ist der mittlere Teil eher langatmig. Die Wechsel zwischen Zeiten und Blickwinkeln wirken an manchen Stellen verwirrend. Die Stärke der Autorin liegt definitiv in der Beschreibung einzelner Szenen, die sie so eindringlich schildert, dass sie vor dem inneren Auge lebendig werden. Das Ende ist eher unbefriedigend und lässt zu viele Fragen offen.

"The Trap" hat eine Grundidee mit unheimlich viel Potential und die Fähigkeit der Autorin, Szenen zu beschreiben, ist beeindruckend. Durch den etwas zähen Mittelteil und das unbefriedigende Ende ist das Buch insgesamt ein solider Thriller, bei dem aber viel mehr möglich gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Zwischen Moral und offenen Fragen

Hustle
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In "Hustle" erzählt Julia Bähr die Geschichte von Leonie, einer Biologin, die nach einer Racheaktion ihren Job verliert und in München neu anfängt. Doch mit einem normalen Gehalt ist das Leben dort kaum ...

In "Hustle" erzählt Julia Bähr die Geschichte von Leonie, einer Biologin, die nach einer Racheaktion ihren Job verliert und in München neu anfängt. Doch mit einem normalen Gehalt ist das Leben dort kaum bezahlbar. Sie findet Anschluss an eine Gruppe von Frauen, die sich mit fragwürdigen Methoden über Wasser halten. Gegen Bezahlung beginnt sie, kreative Racheaktionen durchzuführen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und zeitgemäß, teils zynisch und recht humorvoll. Die Grundidee ist originell und die gesellschaftliche Kritik an Kapitalismus, Wohnungsmangel und Erfolgsdruck trifft den Nerv der Zeit. Auch die Frauenfreundschaften sind überzeugend und angenehm frei von Konkurrenzdenken dargestellt.

Gleichzeitig bleibt vieles oberflächlich. Leonies moralische Einstellung und ihre persönliche Entwicklung bleiben für mich schwer greifbar, die Handlung wirkt eher episodisch. Eine Wendung oder ein größeres Dilemma bleiben aus. Das Ende kommt abrupt und lässt viele Fragen offen.

Insgesamt ist "Hustle" eine unterhaltsame Lektüre mit Witz, die ihr Potenzial jedoch nicht vollständig ausschöpft, da sie erzählerisch zu unverbindlich ist, um mich nachhaltig zu überzeugen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Verschenktes Potenzial unter schönem Cover

I Know Where You Buried Your Husband
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"I know where you buried your husband" von Marie O'Hare klang nach genau der Art Buch, die ich gern lese: schwarze Komödie, düstere Geheimnisse, weibliche Freundschaft und ein Hauch Thriller. Die Grundidee ...

"I know where you buried your husband" von Marie O'Hare klang nach genau der Art Buch, die ich gern lese: schwarze Komödie, düstere Geheimnisse, weibliche Freundschaft und ein Hauch Thriller. Die Grundidee ist ohne Frage stark mit den fünf Frauen, dem toten Ehemann, einer gemeinsamen Vertuschung und Jahre später einer Erpressung. Leider konnte mich die Umsetzung nicht wirklich überzeugen.

Der Roman startet unterhaltsam mit der Extremsituation rund um Sophias toten Mann. Auch der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Kapitel wechseln zwischen den fünf Freundinnen, wodurch man Einblicke in ihre Leben erhält. Vielleicht sogar ein wenig zu viele. Denn schnell wird klar, dass der Fokus weniger auf dem Kriminalfall oder der Erpressung liegt, sondern stark auf den Lebenskrisen und Problemen der Frauen. Das ist grundsätzlich interessant, nimmt der Geschichte für mich aber zu viel Tempo und Spannung.

Die Figuren sind nicht nur positiv angelegt, was ich an sich schätze. In diesem Fall blieben sie mir jedoch überwiegend unsympathisch und emotional schwer zugänglich. Zudem werden sehr viele Themen gleichzeitig angefangen (psychische Belastungen, gesellschaftlicher Druck, unglückliche Beziehungen) ohne dass eines davon wirklich die Tiefe bekommt, die es verdient hätte. Auch der angekündigte schwarze Humor ging für mich größtenteils unter oder blieb so dezent, dass er kaum Wirkung entfalten konnte.

Der Krimi- und Thrilleranteil, den Titel und Klappentext suggerieren, spielt letztlich nur eine untergeordnete Rolle. Die Auflösung ist vorhanden, konnte mich aber weder überraschen noch wirklich überzeugen. Schade, denn hier hätte deutlich mehr Spannung entstehen können. Positiv hervorheben möchte ich trotzdem das hübsche Cover und die gute Lesbarkeit, die mich zumindest bis zum Ende getragen hat.

Insgesamt bleibt für mich das Gefühl von verschenkt­em Potenzial. "I know where you buried your husband" hat eine starke Idee und interessante Ansätze, verliert sich aber in zu vielen Baustellen und setzt seine Schwerpunkte unglücklich. Für mich ist es zwar kein Totalausfall, aber auch kein Buch, das mich nachhaltig begeistern konnte.

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