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Veröffentlicht am 09.04.2025

Verschwunden in Skønien

Dark Cinderella
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Sofia Larsson möchte das Verschwinden ihrer besten Freundin Alva aufklären, doch dafür muss sie ins Schloss der Monarchie Skøniens kommen. Denn dort hat Alva sich vor ihrem spurlosen Verschwinden aufgehalten ...

Sofia Larsson möchte das Verschwinden ihrer besten Freundin Alva aufklären, doch dafür muss sie ins Schloss der Monarchie Skøniens kommen. Denn dort hat Alva sich vor ihrem spurlosen Verschwinden aufgehalten und ein mysteriöser Hinweis lässt Sofia aufhorchen. Kurzerhand bewirbt sich Sofia im königlichen Hause, zuerst abgelehnt, spielt ihr das Schicksal in die Hände und bringt ihr einen ganz besonderen Arbeitsplatz, der sie nah an den Prinzen kommen lässt und die königliche Hoheit ist ganz anders als Sofia gedacht hätte. Sofia muss aufpassen, dass sie ihre Suche nach Alva nicht aus den Augen und ihr Herz an Prinz Maximilian verliert.

Dark Cinderella ist der erste Teil der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah. Ich habe bereits zwei Bücher der Autorin gelesen, durch die ich regelrecht geflogen bin. Der Schreibstil ist unfassbar gut, lässt sich super lesen und bietet auch immer wieder eine Prise Humor. Dennoch hat mir zeitweise in der Geschichte etwas das Tempo gefehlt, u.a. weil die Hauptcharaktere zu lange, zu glatt wirkten und kaum Ecken und Kanten bewiesen. Aber auch, weil die Suche nach Alva lange Zeit nicht wirklich im Fokus stand und doch eigentlich ein großer Bestandteil der Geschichte ist. Gegen Ende wurde das Thema wieder aufgenommen und die Story hat direkt ordentlich an Tempo zugenommen.

Der Hintergrund des Königshauses bzw. die familiären Strukturen erinnerten sehr stark an ein sehr bekanntes Königshaus, das hat mich aber keineswegs gestört. Mir gefiel aber sehr gut, dass die Monarchie und das Leben in ihr nicht als besonders erstrebenswert dargestellt wurde und die Schattenseite aufgezeigt wurden, die man mit der Geburt in ein Königshaus (oder gut situiertes Haus) erfährt.

Neben der Lovestory, dessen Chemie mir gut gefallen hat. Find ich besonders die Suche nach Alva interessant, die Sofia aber in einige Situationen gebracht hat, die mir vollkommen unverständlich waren. Ihre Handlungen wirkten viel zu übereilt und unbedacht, wenn man bedenkt, dass sie bereits über ein halbes Jahr nach Alva sucht, ging Sofia mir viel zu große Risiken für wenig Erkenntnisgewinn ein.

Das Ende konnte mich dann leider nicht überzeugen. Ich mag es, wenn auch erste Teile einen Strang besitzen, der abgeschlossen wird und nicht, wie in diesem Fall, nur sehr viele Fragen offen bleiben, die am Ende noch mit einem riesen Cliffhanger getoppt werden, der praktisch aus dem Nichts kommt. Natürlich ist mein Interesse für den nächsten Band nun sehr groß, aber ich habe diesen Band auch komplett enttäuscht abgeschlossen, weil eben keine einzige Frage beantwortet wurde.

Ärgerlich - aber ohne Einfluss auf die Bewertung - finde ich auch einige Flüchtigkeitsfehler wie u.a. die Falschschreibung des Namens der Protagonistin (Sophia statt Sofia), falsche Wort- oder Ziffernennung (Augenpaare statt Augen oder 7 statt 14) oder falsche Uhrzeiten.

Dennoch hat mich Dark Cinderella gut unterhalten und ich freu mich wirklich auf den Abschlussband und darauf, dass dann hoffentlich all meine Fragen beantwortet werden.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Zwischen zwei Welten!

Jo & Jomoto – Das Portal nach Kinko
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Jo geht mit seinem besten Freund Finn in die sechste Klasse einer Hamburger Schule. In seiner Klasse gehört er nicht zu den beliebtesten Schülern, weswegen Jos großes Idol der Mangaheld Jomoto ist. Jomoto ...

Jo geht mit seinem besten Freund Finn in die sechste Klasse einer Hamburger Schule. In seiner Klasse gehört er nicht zu den beliebtesten Schülern, weswegen Jos großes Idol der Mangaheld Jomoto ist. Jomoto beherrscht nicht nur die Elemente, sondern ist auch noch ein super Kampfsportler und mit Sicherheit sehr beliebt in seiner Welt. Doch plötzlich verbinden sich die beiden Welten und Jo entdeckt Jomoto klitschnass in seinem Kleiderschrank. Jo braucht einen Plan, damit Jomoto unentdeckt bleibt und erfindet die Geschichte eines Austauschschülers aus Japan und Jomoto bedankt sich auf seine eigene Weise bei Jo. Doch der Held wird in seiner Welt gebraucht und als seine Freunde auch noch in Hamburg auftauchen, muss Jomoto unbedingt zurück. Nur warum möchte Jomoto ausgerechnet das vermeiden? Jo kommt hinter das Geheimnis seines Helds und reist mit ihm nach Kinko.

Das Portal nach Kinko ist der erste Band der neuen Jo&Jomoto-Serie von Frauke Scheuermann. Der Einstieg in das Buch fiel nicht ganz so leicht, weil zu Beginn Realität und Fiktion schwer voneinander zu trennen waren. Sobald diese aber eindeutig eingegrenzt bzw. zuzuordnen waren, hat das Abenteuer von Jo&Jomoto eine Menge Spaß geboten. Insgesamt kommt der erste Band zwar noch ruhig daher, dennoch wurden die Figuren schön eingeführt, sodass man Sympathien (aber auch Antipathien) entwickeln konnte. Das Ende verspricht eine spannende Fortsetzung. Ganz gespannt sind wir auf die Welt Kinko, die im ersten Band noch relativ blass bleibt.

Besonders gut gefallen haben uns die Zeichnungen des Illustrators Heige Vogt, die trotz der schwarz-weiß-Optik eine unglaubliche Tiefe besitzen und wunderschön anzuschauen sind. Auch das Einbetten von Manga-Abschnitten fanden wir besonders ansprechend und wir sind sehr gespannt, ob der zweite Band noch mehr dieser Abschnitte bereit hält.
Außerdem fanden wir es toll, wie selbstverständlich und vorbildlich Jo auf Jomotos Geheimnis reagiert!

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Familiendrama

Stromlinien
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Enna und Jale wohnen bei ihrer Oma Ehmi in den Elbmarschen und lieben es mit ihrem Boot über die Elbe zu fahren und mit der Umgebung zu verschmelzen. Die siebzehnjährigen Zwillinge zählen die Tage bis ...

Enna und Jale wohnen bei ihrer Oma Ehmi in den Elbmarschen und lieben es mit ihrem Boot über die Elbe zu fahren und mit der Umgebung zu verschmelzen. Die siebzehnjährigen Zwillinge zählen die Tage bis ihre Mutter Alea endlich aus ihrer jahrelangen Haft entlassen wird. Doch am Entlassungstag verschwindet nicht nur Alea, sondern auch Jale. Enna macht sich auf die Suche nach den beiden, ohne zu Wissen, dass diese ihr Leben komplett verändern wird.

Stromlinien von Rebekka Frank verbindet die Genres Coming-of-Age und den historischen Roman zu einem spannenden Drama, das ein paar Längen aufweist und doch durch eine spannungsgeladene Atmosphäre und dem authentischen, nordischen Setting zu überzeugen weiß.

Der Roman wird au verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen erzählt, welche sich über hundert Jahre erstrecken (1923-2023). Die meiste Zeit verbringen wir im Jahr 2023, bei der 17-jährigen Enna, die am liebsten nur mit ihrer Schwester in den Tag leben würde und andere Menschen/Freunde nicht benötigt. Ihre Entwicklung war durchaus interessant. Ebenso interessant fand ich die Verbindungen zwischen den einzelnen Jahren und das Ausmaß, das vergangene Ereignisse bis hin in die Gegenwart/Zukunft und über Generationen haben können.

Ich mochte auch die Atmosphäre, welche die Autorin erschaffen hat. Man merkte dem Roman deutlich an, dass Rebekka Frank sich mit der Umgebung auseinandergesetzt hat und das auch einige Ereignisse an wahre Gegebenheiten angelehnt sind. In diesem Hinblick fand ich auch das Nachwort sehr informativ.

Obwohl ich den Roman insgesamt sehr interessant fand, konnte ich die gegenwärtigen Handlungen der fünf Frauen nicht wirklich nachvollziehen und fand es fast schon erschreckend wie unreflektiert und kurzgedacht teilweise gehandelt wurde. Das war mir etwas zu viel unnötiges/vermeidbares Drama.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Kämpferin!

Tausend Splitter zu dir – Based on Lena's True Story
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Elena ‚Ellie‘ arbeitet als Journalisten und möchte denen eine Stimme geben, die meistens keine bekommen. Obwohl ihr dies bereits einmal den Job gekostet hat, heftet Ellie sich wieder an einen brisanten ...

Elena ‚Ellie‘ arbeitet als Journalisten und möchte denen eine Stimme geben, die meistens keine bekommen. Obwohl ihr dies bereits einmal den Job gekostet hat, heftet Ellie sich wieder an einen brisanten Fall über Machtmissbrauch und ausgerechnet dort trifft sie auf ihre Jugendliebe Louis. Derjenige, der Ellies Vergangenheit kennt und weiß, dass ihr als Kind sexualisierte Gewalt angetan wurde, der für sie an dunklen Tagen da war und von dem sie sich abrupt getrennt hat.

Tausend Splitter zu Dir von Antonia Wesseling basiert auf der wahren Geschichte von @lenajensen, die über ihre Geschichte als „Überlebende von Kindesmissbrauch“ auch auf Instagram berichtet und dafür sorgt, dass die Menschen (auch für Anzeichen) sensibilisiert werden.

Diese Basis der Geschichte macht für mich auch die Rezension schwieriger, deswegen möchte ich vorab erwähnen, dass meine Bewertung sich nicht auf das echte Leben bezieht und auch nicht auf das Thema, denn ich finde es wichtig, dass dieses Thema sichtbar gemacht wird und wir Kinder schützen, dazu gehört es auch, dass Täter bestraft werden.

Wahnsinnig emotional waren für mich der erste Teil von Tausend Splitter zu Dir, die Rückblicke ins ‚damals‘ waren traurig und am liebsten wäre man in die Geschichte reingesprungen, um Elena zu schützen. Dann die neun Jahre davor, die so viel mitgeben. Sowohl eine unendliche Wärme für Louis, der Ellie versteht, ohne das darüber gesprochen werden muss. Für Ellies Mutter, die textlich zwar wenig auftaucht, aber genau dadurch auch eine Akzeptanz für Ellies Verhalten darstellt und nicht als ‚drängender Faktor‘ agiert und vor allem für Ellie, die auch in ihren scheinbar schwachen Momenten eine unfassbare Stärke besitzt. Die Akzeptanz von Depressionen und ihre Ausmaße, fand ich sehr wichtig. Jede:r der es selbst schon mal erlebt hat, dass es einem körperlich zwar gut geht und das aus dem Bett steigen, dennoch scheinbar unmöglich ist, wird hier nicht nur ein Verständnis aufbringen können, sondern auch erkennen, dass es okay ist, wenn man mal nicht okay ist.

Die Gegenwart konnte mich emotional dann leider nicht mehr richtig überzeugen. Dieses Band zwischen Louis und Ellie war etwas ganz besonderes, deren Magie ich in der Gegenwart nicht mehr auf diese Weise gespürt habe. Außerdem kam es dann leider zu ein paar Unstimmigkeiten - Bsp. Louis vier Jahre jüngere Schwester ist trotz zwei Semestern Medizin, bereits am Ende ihres Refs, das ist mit 23 sehr sportlich - und Logikfehlern - Ellie hält ihr Handy in der Hand und schreibt ihrer Schwester (S.237), möchte ihr Handy aber wenig später bei ihrer Freundin Carla abholen (S.242), die mich immer etwas aus einer Story rausbringen und auch wenn der Fokus berechtigterweise Ellie gehört, hätte ich mir noch eine kleine Auflösung zu Louis Hintergrundgeschichte (Gefühlslage in der Vergangenheit) gewünscht, die man zwar erahnen kann, aber für mich nicht richtig aufgelöst wird.

Gefallen hat mir jedoch Louis Entwicklung und Erkenntnis und den Dingen, die man aus ihm und seinem Verhalten ziehen kann. Zu Recht wird auch das Rechtssystem hinterfragt.

Tausend Splitter zu Dir ist ein wichtiges Werk, das traurige Themen anspricht, dessen Präsenz aber wichtig ist.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Mitmachbuch

Mach mit, Mausi Maus!
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Mach mit, Mausi Maus ist ein Vorlese- und Bilderbuch von Simone Sommerland. Der sehr präsente Name der Autorin auf dem Cover hat mich zu Beginn doch stark irritiert, ich bin kein Fan davon, wenn der Titel ...

Mach mit, Mausi Maus ist ein Vorlese- und Bilderbuch von Simone Sommerland. Der sehr präsente Name der Autorin auf dem Cover hat mich zu Beginn doch stark irritiert, ich bin kein Fan davon, wenn der Titel des Buches weniger Aufmerksamkeit bekommt als (in diesem Fall) die Autorin. Aus diesem Grund dachte ich zu Beginn auch, dass „Simone Sommerland“ der Titelname ist und die Maus so heißt.

Mach mit, Mausi Maus! animiert nicht nur den Protagonisten Mausi zum mitmachen, sondern auch die kleinen Mitleser:innen. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Stimme animiert wird, sondern der ganze Körper und das Buch so ein Erlebnis für den ganzen Körper wird. Neben der Mitmachfunktion übermittelt das Buch aber auch den Wert einer Freundschaft und welche Hürden man zusammen überwinden kann.

Etwas schade fand ich, dass stimmlich nur kurze und voneinander unabhängige Einzeiler eingeläutet werden. Schön hätte ich es gefunden, wenn am Ende eine Strophe entstanden wäre, zu der man sich entsprechenden bewegen könnte.
Dennoch ist Mach mit, Mausi Maus! ein schönes Bilderbuch, das auch durch die Zeichnungen der Illustratorin Tina Nagel viel zum Entdecken bietet.

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