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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2025

Ein brandheißer und fesselnder Polit-Thriller

Echokammer
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Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Norwegen gibt es Hinweise für einen terroristischen Anschlag. Ziel des Attentats ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich werden die Terroristen Rizin zum Einsatz ...

Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Norwegen gibt es Hinweise für einen terroristischen Anschlag. Ziel des Attentats ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich werden die Terroristen Rizin zum Einsatz bringen. Rizin ist farblos, geruchlos und es gibt kein Gegengift. Die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen fieberhaft den Anschlag zu verhindern.
Den Politikern und der Bevölkerung wird die Bedrohung vorerst verschwiegen, um keine Panik auszulösen.
Hinter verschlossenen Türen sind die Politiker damit beschäftigt mit allen Mitteln, um die Macht zu kämpfen.


Ich habe selten einen so spannenden und gut verständlichen Polit-Thriller gelesen wie diesen. Die agierenden Politiker werden sehr gut beleuchtet, ihre Vergangenheit sowie ihre Charakter. Die Höhe des Kampfeinsatzes und die fehlende Moralvorstellungen werden intensiv herausgearbeitet. Der fiktive Thriller scheint mir sehr nah an der Realität angesiedelt. Er schockt bzw. enttäuscht mich nur in einer Hinsicht, dass ein junger Politiker, der die Praktiken seiner Kollegen anfänglich ablehnt, sich später selbst ihrer bedient, um seine Macht zu festigen.
Beim drohenden terroristischen Anschlag zeigt sich deutlich, wie hilflos Polizei und Anti-Terror-Einheiten sind. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, mehr Informationen von den Ermittlungen zu erhalten. Die bereits auf dem Cover genannten Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong blieben blass und unbekannt. Einige wenige Erklärungen, warum sie sich erst finden mussten, nichts über ihre Vergangenheit, ist mir zu wenig für das erste Buch einer Trilogie. Außerdem hatte ich fast den Eindruck, dass die Beiden allein an diesem riesigen Fall arbeiten. Da hat mir einiges an Information gefehlt.
Davon abgesehen hat mir der Thriller sehr gut gefallen. Die kurzen und knappen Kapitel und die stetigen Szenenwechsel haben den Thriller schnell zum Page-Turner werden lassen.
Die beiden nächsten Thriller von Ingar Johnsrud werde ich sicher nicht verpassen.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Verzweifelte Rache

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Zur Zeit der traditionellen Sonnwendefeuer im Karwendel Ende Juni entstehen in den Tälern diesseits und jenseits der Grenze mehrere Feuer, die vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen sind.
Während ...

Zur Zeit der traditionellen Sonnwendefeuer im Karwendel Ende Juni entstehen in den Tälern diesseits und jenseits der Grenze mehrere Feuer, die vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen sind.
Während Oberkommissarin Alexa Jahn die genauen Umstände eines Fahrzeugbrandes nach einem Unfall zu klären versucht, kommt es auf der österreichischen Seite zu weiteren Brandanschlägen, die von Chefinspektor Bernhard Krammer untersucht werden.
Vater und Tochter ergreifen dieses Mal schnell die Möglichkeit sich über die Fälle auszutauschen, denn die Fälle könnten zusammenhängen.


Das ist wieder ein spannender und auch etwas gruseliger Grenzfall von Frau Schneider.
Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer sind mittlerweile liebgewordene, wohlbekannte Protagonisten. Es ist fast wie ein Nachhausekommen beim Lesen ihres fünften Falls.
Aufgefallen ist mir dieses Mal, dass die Beiden, Vater und Tochter, sich deutlich näherkommen. Sie vertrauen einander, sind stolz auf ihr Gegenüber und tauschen sich aus, was ihrer Ermittlungsarbeit natürlich sehr entgegenkommt.
Als treue Leserin aller vier Bände, die vier Mal mit Cliffhangern in der Buchreihe zu kämpfen hatte, bin ich jetzt davon verschont geblieben. Vielleicht hat es genützt, dass ich mich letztes Jahr anlässlich der Leipziger Buchmesse mit Frau Schreiber unterhalten konnte und ihr mein Leid geplagt habe.
Auch im fünften Fall erfahren wir viel über die Landschaft, Bräuche und Aberglauben im Grenzgebiet. Die lebendige Schreibweise lässt uns Leser mitten im Geschehen sein. Viel zu schnell hat man das Buch durch und muss wieder ein Jahr auf Neuigkeiten aus dem Grenzland warten. Ich freue mich schon jetzt auf den neuen Fall.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Authentisch

Das Leben fing im Sommer an
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Christoph Kramer beschreibt in seinem ersten Buch das Gefühlsleben des 15-jährigen Chris während der ersten drei Sommerferientage.
Unzufriedenheit mit seinem Aussehen und Auftreten vermischt sich mit seinen ...

Christoph Kramer beschreibt in seinem ersten Buch das Gefühlsleben des 15-jährigen Chris während der ersten drei Sommerferientage.
Unzufriedenheit mit seinem Aussehen und Auftreten vermischt sich mit seinen Träumen zur Fußball-Profi-Karriere, zur ersten Liebe und zur Welterkundung nach dem Abitur.
Das größte Glück und die größte Verzweiflung liegen in dieser Zeit ganz nah beieinander.





Das ist ein Coming of Age-Roman wie ich ihn mir vorstelle.
Ich kenne Christoph Kramer von Fußballspielen und als TV-Experte. Die Verletzlichkeit, die Emotionen, eine gewisse Schüchternheit und seine Zurückhaltung, die er noch als Erwachsener hier und da ausstrahlt, die finden sich in seiner Beschreibung des entscheidenden Sommers bebildert.
Bei aller Jungendlichkeit und Verträumtheit des 15-jährigen vermittelt er dabei das Bild des zurückhaltenden, nachdenklichen und disziplinierten jungen Mannes.
Sein Erzählstil bzw. Schreibstil ist so locker und lebendig, wie er auch seine Kommentare und Expertisen im TV vermittelt. Beim Lesen des Buches hatte ich manchmal das Gefühl mit Christoph Kramer und einigen Freunden am Kamin zu sitzen und Christoph aus seiner Kindheit und Teen-Ager-Zeit erzählen zu hören.
Ich glaube, dass seine Geschichte, zwar teilweise mit geänderten Namen, trotzdem autobiographisch ist. Auch wenn der Verlag, wahrscheinlich zur rechtlichen Absicherung, darauf verweist, dass fiktive Personen durch reale Personen angeregt wurden, aber nicht mit ihnen identisch sind.
Sorry, aber so einen tollen, unterhaltsamen und auch humorvollen Roman habe ich Christoph Kramer nicht zugetraut. Dieser Roman wirkt auf mich so echt und ehrlich, dass ich ihn eigentlich jedem verunsicherten und träumenden Jugendlichen empfehlen würde.
Ich bin gespannt, ob wir noch weiter Bücher von Christoph Kramer erwarten dürfen.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Emotional, geradezu liebevoll geschrieben

Zwei Leben
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Roberta kehrt nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Schneiderin in ihr Heimatdorf auf den Hof der Eltern zurück. Sie fühlt sich wieder zu Hause angekommen. Trotz ihrer Träume als Modedesignerin in ...

Roberta kehrt nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Schneiderin in ihr Heimatdorf auf den Hof der Eltern zurück. Sie fühlt sich wieder zu Hause angekommen. Trotz ihrer Träume als Modedesignerin in Paris zu arbeiten, genießt sie ihre Rückkehr.
Die Mutter ihrer heimlichen Liebe Wilhelm, die Frau des Pfarrers, sieht das dörfliche Leben mit anderen Augen. Sie hat nie ins Dorfleben hineingefunden, fühlt sich fremd und möchte der Enge entfliehen. Beide Frauen lieben Wilhelm, aber schwere Entscheidungen fordern ihren Tribut.

Zwei Leben ist ein Roman, zum Hineingleiten in eine andere Welt.
Wir Stadtmenschen erleben hier das Dorfleben, sowie das Leben auf einem Bauernhof aus einer neuen Perspektive. Man hört von der Flucht aus den Dörfern und davon, dass junge Menschen nicht mehr auf den Bauernhöfen arbeiten wollen. Aber Ewald Arenz beschreibt eine junge Frau, die es trotz ihrer Träume liebt, auf dem Hof zu arbeiten, die Äcker zu pflügen und die Kühe zu melken. Wahrscheinlich hat Ewald Arenz Roberta, ihren Großvater und die übrige Dorfjugend sehr romantisiert dargestellt, aber es hat immensen Spaß gemacht das Buch zu lesen. Er beschreibt nicht nur die Romantik, sondern auch Konflikte und Probleme, die es zu lösen gibt.
Fesselnd daran waren für mich nicht nur die Bilder, die er erschaffen hat, sondern ganz besonders die Sprache und Erzählweise.
Das Buch war mein erstes Buch von Ewald Arenz, aber mit Sicherheit nicht das letzte.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Ein echter Strobel !

Stalker – Er will dein Leben.
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Nach seinem ersehnten Durchbruch in einer emotionalen Tatort-Rolle erlebt der Schauspieler Eric Sanders einen niederschmetternden Social Media Fake. Während er sich an steigenden Followerzahlen seiner ...

Nach seinem ersehnten Durchbruch in einer emotionalen Tatort-Rolle erlebt der Schauspieler Eric Sanders einen niederschmetternden Social Media Fake. Während er sich an steigenden Followerzahlen seiner verschiedenen Accounts erfreut, drängelt sich jemand in seine Seiten und übernimmt seine Identität als Eric Sanders Actor.
Eric wehrt sich, fühlt sich aber massiv bedroht, als er von einer Person beobachtet und verfolgt wird.
Dann wird ihm eine Nachricht zugespielt. „Gestehe, du bist ein Mörder“


Das ist mal wieder ein spannender, fesselnder Thriller von Arno Strobel. Es ist faszinierend, dass Arno Strobel immer wieder neue Themen findet, aus denen sich ein packender Thriller entwickeln lässt. Sein Schreibstil ist lebendig und mitreißend.
Die Verzweiflung von Eric Sanders ist so überzeugend dargestellt, dass man mitfiebert und Lösungen sucht. Das Verhalten seiner Frau und seines Freundes habe ich skeptisch beobachtet und sie schon als mögliche Täter in Verdacht gehabt.
Bei den Behandlungsmethoden in der Kinderpsychiatrie war ich schon skeptisch, aber es war doch nachvollziehbar und passte zu der Story. Sanders fieberhafte Suche nach seiner Kindheit hält den Spannungsbogen permanent hoch, so dass sich der Thriller schnell zum Pageturner entwickelt.
Die Arno-Strobel-Thriller sind für mich ein leuchtendes Beispiel dafür, dass spannende und fesselnde Thriller nicht literweise Blut vergießen und Serienmörder fabrizieren müssen.
Für diesen Thriller gebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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