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Veröffentlicht am 28.05.2025

Interessante Idee, wenig überzeugende Umsetzung

Die Schatten der Solaren Union
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Eigentlich hätte „Die Schatten der Solaren Union“ von Eryx Vail richtig gut werden können, denn ein Politthriller im SciFi Setting klang so vielversprechend. Leider konnte mich die Umsetzung aber nicht ...

Eigentlich hätte „Die Schatten der Solaren Union“ von Eryx Vail richtig gut werden können, denn ein Politthriller im SciFi Setting klang so vielversprechend. Leider konnte mich die Umsetzung aber nicht wirklich überzeugen, was gleich mehrere Gründe hat. Zum einen ist mir vieles in dieser zukünftigen Welt einfach nicht neu genug. Letztlich liest sich die Geschichte, abgesehen von den Planetenbesiedelungen, als würde sie heute stattfinden. Nicht nur im Mindset der Charaktere, auch in alltäglichen Details sehe ich einfach keine Science Fiction. Von ganzen Herzen hoffe ich doch, dass die Menschheit in gut 230 Jahren nicht mehr dermaßen queerfeindlich und getrieben von reinem Hass ist. Aber selbst wenn wir davon ausgehen, war mir die Darstellung im Buch doch einfach zu plump. Hier hätte ich mir doch mehr Subtilität und durchdachtere Argumente und Ängste gewünscht, als reine Plattitüden wie etwa "wir müssen unsere Kinder schützen, nicht das diese auch plötzlich schwul oder lesbisch werden". Aber genau so platt argumentieren die Gegner und Gegnerinnen im gesamten Verlauf. Nächster großer Kritikpunkt sind für mich die Figurenzeichnungen, welche ich durchgängig als wenig authentisch erlebt habe. Viele Verhaltensweisen passten für mich nicht zusammen und sorgten für Irritation. Einzig der Schreibstil las sich recht flüssig und auch die politischen Verflechtungen und Intrigen sind doch interessant. Bei „Die Schatten der Solaren Union“ handelt es sich um den ersten Teil einer Dilogie und so bleibt am Ende sehr viel offen. Ehrlicherweise werde ich trotz riesigem Cliffhanger die Reihe aber nicht mehr weiter verfolgen. Ich denke auch der nächste Band wird nicht ausgereifter oder innovativer sein. Insgesamt vergebe ich für ein durchwachsenes Leseerlebnis 2 1/2 Sterne, welche ich auf 3 aufrunde.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Saisonal leider nicht mit Deutschland kompatibel

Hauptsache Salat
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„Hauptsache Salat“ ist ein Kochbuch der italienischen Autorin Valentina Raffaelli Wie der Titel schon verrät geht es um Salate, welche abwechslungsreich und nahrhaft als Hauptgericht ihren Auftritt bekommen. ...

„Hauptsache Salat“ ist ein Kochbuch der italienischen Autorin Valentina Raffaelli Wie der Titel schon verrät geht es um Salate, welche abwechslungsreich und nahrhaft als Hauptgericht ihren Auftritt bekommen. Die 75 Rezepte sind überwiegend vegetarisch, was mir gut gefällt. Ein wichtiges Credo der Autorin ist die Verwendung saisonaler Gemüse, auch deshalb sind die Salate nach Jahreszeiten sortiert. Allerdings merkt man dem Buch deutlich seine Herkunft an, was ich in dieser Form auch das erste Mal als Problem erlebe. Denn was in Italien wohl im Frühling schon Saison hat, ist in Deutschland erst im (Früh)sommer zu ernten. Wenn man also dem Anspruch nach Saisonalität folgen will, hat man es schwer. Viele italienische Spezialitäten und bestimmte Sorten findet man hier auch überhaupt nicht. Ein weiterer Minuspunkt sind für mich deshalb die ausgefallenen Zutaten welche teils gar nicht oder nur schwer zu bekommen sind. Selbst bei den Dressings verwendet Valentina Raffaelli Außergewöhnliches, was sich nicht in meinem gut bestückten Gewürzschrank befand. Letztlich habe ich jetzt im Mai genau ein Rezept zum Ausprobieren gefunden und musste dieses trotzdem noch abwandeln. Geschmacklich hat es leider auch nicht voll überzeugt. Neben den eigentlichen Salaten, gibt es auch einige Rezepte, für eingelegte Salatzutaten. Insgesamt ist „Hauptsache Salat“ für Italien ein inspirierendes und außergewöhnliches Kochbuch. Für Deutschland ist es meiner Meinung nach aber überhaupt nicht geeignet, zumindest wenn man die Zutaten eben nicht aus aller Welt im Supermarkt zusammen suchen möchte.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Vom Wildvogel zum Haushuhn - Einblicke in die lange Geschichte von Mensch und Huhn

Es war einmal das Huhn
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Leider weckt die Aufmachung und Beschreibung von „Es war einmal das Huhn“ eine andere Erwartung, als das Buch letztlich liefern kann. Denn Autorin Astrid Drapela liefert eher eine wissenschaftliche Facharbeit, ...

Leider weckt die Aufmachung und Beschreibung von „Es war einmal das Huhn“ eine andere Erwartung, als das Buch letztlich liefern kann. Denn Autorin Astrid Drapela liefert eher eine wissenschaftliche Facharbeit, als ein informatives Sachbuch für Hühnerinteressierte. Der Schreibstil ist ziemlich trocken, oft anstrengend zu lesen und passt letztlich zu einer wissenschaftlichen Arbeit. Gerade zu Beginn verliert sich die Autorin zudem in langen Beschreibungen von wissenschaftlichen Methoden, anstatt informatives Hühnerwissen zu vermitteln. In späteren Kapiteln gefiel mir der Fokus dann schon besser. Insgesamt versteckt sich durchaus Interessantes im Buch. Allerdings hätte das Wissen noch anschaulicher aufbereitet werden können. Darüber hinaus erhebt die Autorin keinen Anspruch auf Vollständigkeit und liefert fragmentarisch Einblicke in die historisch gewachsene Mensch-Huhn-Beziehung. So wird unser heutiges Bild vom Huhn als Eier- und Fleischerzeuger ordentlich auf den Kopf gestellt. Insgesamt fand ich den Weg der Domestizierung vom Wildtier zum Haushuhn durchaus lehrreich. Eine Einschätzung, für welche Personen das Buch interessant sein könnte, fällt mir schwer. Letztlich bleibt es als trocken anmutendes Fachbuch doch eher nur für Wenige interessant.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Starker Beginn, dann leider schwächer werdend

Ginsterburg
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Die Idee hinter „Ginsterburg“ von Arno Frank gefiel mir zunächst richtig gut. Ein fiktives Städtchen, stellvertretend für so viele in Deutschland und die Biografien jeder Menge einzelner Figuren. So sollte ...

Die Idee hinter „Ginsterburg“ von Arno Frank gefiel mir zunächst richtig gut. Ein fiktives Städtchen, stellvertretend für so viele in Deutschland und die Biografien jeder Menge einzelner Figuren. So sollte vermittelt werden wie "ganz normale" Menschen zur NS-Zeit gelebt haben. Los geht die Erzählung im Jahr 1935, anschließend springen wir nach 1940 und 1945. Zunächst konnte mich die Handlung durch ihre subtile Spannung und die zahlreichen Perspektiven noch gefangen nehmen. Der weitschweifige und detailreiche Schreibstil las sich allerdings von der ersten Seite an schwerfällig und nur sehr langsam. Im Handlungsverlauf störte mich dann aber zunehmend der gewählte Fokus des Autors. Wirklich alle Figuren schaffen es grandios wegzuschauen, erlebtes schönzureden und wirklich nichts vom Holocaust und weiteren Grauen des Regimes zu wissen. Sich selbst bereichern, etwa wenn es um Aufträge oder den zurückgelassenen Besitz jüdischer Familien geht, können sich hingegen alle Protagonisten wunderbar. Insgesamt bleibt mir die Geschichte in weiten Teilen einfach zu subtil, während die alltäglichen Sorgen der Charaktere einfach zu viel Raum einnehmen. In meinen Augen braucht es nicht noch einen Roman darüber, wie sehr die deutsche Bevölkerung im selbstverschuldeten Krieg gelitten hat. Ein weiteres Problem waren für mich außerdem die dargestellten Charaktere, besonders die Frauen sind bis auf eine Ausnahme überaus kaltherzig und überzeichnet dargestellt. Und auch wenn die Männer facettenreicher daherkamen, fehlte mir oft ein Gefühl der Authentizität. Erzählerisch hat der Autor viel gewollt, genau dieses Bemühen merkt man dem Text leider auch an. Alles in allem konnte mich „Ginsterburg“ nicht überzeugen, weshalb ich nach dem starken Beginn leider nur 3 Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Haarsträubende Geschichte mit ordentlich Thrill

Don't Let Her Stay
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„Don't Let Her Stay“ von Nicola Sanders verdient wirklich die Bezeichnung Psychothriller. Allerdings war es in meinen Augen kein sehr gut gemachter. Ja die Spannung ist hoch und die Autorin versteht es ...

„Don't Let Her Stay“ von Nicola Sanders verdient wirklich die Bezeichnung Psychothriller. Allerdings war es in meinen Augen kein sehr gut gemachter. Ja die Spannung ist hoch und die Autorin versteht es auch für Nervenkitzel und Gänsehaut zu sorgen. Die Handlung weißt aber einige inhaltliche Schwächen auf und Protagonistin Joanne (auf deren Seite man eigentlich sein sollte) verhält sich mitunter so dämlich, dass ich sie ab einem gewissen Punkt nur noch wenig leiden konnte. Darüber hinaus hat die Autorin anscheinend keine Ahnung was vier Monate alte Babys schon alles können oder auch nicht. Für die eigentliche Handlung zwar nicht weiter schlimm, mich als junge Mama hat dies aber richtig gestört. Positiv empfand ich hingegen den Schreibstil, dieser las sich unkompliziert und so kam ich flott durchs Buch. Die angekündigten Plottwists sind für regelmäßige Thrillerleser:innen nicht total überraschend, weshalb ich gerade das Ende etwas vorhersehbar fand. Alles in allem bietet „Don't Let Her Stay“ zwar solide Unterhaltung, durch manche Absurdität und logische Ungereimtheit geht aber doch Lesespaß verloren. Insgesamt bleibt es deshalb bei mir auch nur bei 3 Sternen.

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