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Veröffentlicht am 10.05.2025

Sundown towns

Swift River
1

Die Autorin greift in ihrem Debüt ein paar sehr wichtige und ergreifende Themen auf und erzählt eine Familiengeschichte, die im frühen 20. Jahrhundert begann und unsere Protagonistin im Heute nachhaltig ...

Die Autorin greift in ihrem Debüt ein paar sehr wichtige und ergreifende Themen auf und erzählt eine Familiengeschichte, die im frühen 20. Jahrhundert begann und unsere Protagonistin im Heute nachhaltig prägt. Es geht um Rassismus und die Geschichte und Auswirkungen der so genannten Sundown Towns in den USA, um Verlust, die Abwesenheit des Vaters und eine einsame und ifast resignierte Jugend.

Der Einstieg in den Roman hat mir super gefallen, die Autorin hat einen sehr schönen Schreibstil, der sich gut und flüssig lesen lässt. Über Briefe werfen wir immer wieder einen Blick in die Vergangenheit und erfahren so mehr über die amerikanische Geschichte und das Schicksal der Schwarzen, was sehr eindrücklich geschildert wird und bewegt.

Leider empfand ich die Protagonistin als sehr passiv und habe sie nicht so richtig zu fassen bekommen. Darüber hinaus gab es immer wieder sehr schleppende Passagen. Das Ende wiederum fand ich zwar inhaltlich gelungen, hatte aber das Gefühl, dass der Autorin hier die Luft ausgegangen ist. Auf einmal gibt es einen Cut und innerhalb weniger Seiten werden zusammenfassend diverse Ereignisse runter erzählt. Das fand ich sehr schade - hier wäre weniger Inhalt aber dafür mit Fokus auf das Wesentliche und ausführlicher ausgearbeitet mehr gewesen.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Frauenschicksale - feministischer Roman

Dream Count
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten 50 Seiten haben sich sehr gezogen, was aber nicht am Stil oder der literarischen Qualität lag sondern eher am Inhalt, der mich zunächst nicht überzeugen konnte. Zum Glück wurde das dann immer besser.

Insgesamt erhalten wir Einblick in das Leben von vier Frauen. Sie sind alle Schwarze und zeigen auf verschiedene Weise auf, wie patriarchale Systeme funktionieren und Frauen auf die eine oder andere Weise unterdrückt, eingeschränkt oder gar verletzt werden. Die Themen sind vielfältig - von toxischen Beziehungen über Verantwortungslosigkeit, Rassismus, Gewalt und Betrug bis hin zu Korruption und Verbrechen. Mit Omelogor wird aber auch eine alleinstehende und starke Frau gezeichnet, die entgegen gesellschaftlicher Konventionen ein selbstbestimmtes Leben führt und es vermag, die patriarchalen Strukturen zum Wohle von Frauen auszunutzen.

Meiner Meinung nach variieren die Schicksale sehr stark in der Stärke ihrer Ausdruckskraft - sie konnten mich nicht alle gleichwertig begeistern. Gerade zu Beginn liegt der Fokus auch sehr stark auf dem „bösen Mann“. Klar gibt es hier einen feministischen Anspruch und es geht der Autorin auch darum, Missstände zu beleuchten, aber etwas mehr Ausgewogenheit bei der Charakterwahl hätte ich mir hier und da gewünscht. So besteht doch die Gefahr in eine Schwarz-Weiß-Sicht zu verfallen.

Hinzu kommt, dass mir der übergreifende Kit gefehlt hat - dieser eine erzählerische rote Faden, der alle vier Frauen verbindet und das Buch zu einem gelungenen Roman formt.

Literarisch ist das Buch aber auf jeden Fall stark geschrieben und die Autorin beweist eine gute Beobachtungsgabe und versteht es, den Finger in die Wunde zu legen. Es werden sehr wichtige Themen aufgegriffen und dazu lernt man auch einiges über Nigeria. Und auch wenn dieser Roman für mich kein Highlight war, werde ich der Autorin definitiv noch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Etwas wirr erzählt

Hinters Licht
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„Hinters Licht“ konnte mich insgesamt ganz gut unterhalten und vermochte es durchaus, mich am Ball bleiben zu lassen. Im Rückblick bin ich aber nicht wirklich überzeugt.

Das Buch spielt in den 1920er ...

„Hinters Licht“ konnte mich insgesamt ganz gut unterhalten und vermochte es durchaus, mich am Ball bleiben zu lassen. Im Rückblick bin ich aber nicht wirklich überzeugt.

Das Buch spielt in den 1920er Jahren und nimmt mit den historischen Persönlichkeiten Thomas Lynn Bradford und seiner Laborassistentin Ruth Doran zwei Forscher und Spiritisten ihrer Zeit in den Fokus. Und hier muss ich auch schon meinen ersten Kritikpunkt anbringen: Es ist sicherlich Geschmacksache, aber ich vertrete die Meinung, dass man sich schon möglichst an die historischen Fakten halten sollte, wenn man über historische Persönlichkeiten spricht. Wenn man ein historisches Setting wählt ist man sicherlich frei, in diesem seine fiktive Geschichte zu platzieren. Aber das Leben von Menschen, die es wirklich gab, komplett umzuschreiben, finde ich komisch und störend.

So konzentriert sich das Buch überwiegend auf eine erfundene und eher schon obsessive Liebesgeschichte, anstatt die spannende Zeit des Spiritusmus im Detail zu beleuchten. Zwar werden auch Experimente zum Beweis von Telepathie und der Kontaktaufnahme mit Geistern geschildert - dies geschieht aber sehr oberflächlich.

Sprachlich lässt das Buch sich sehr gut und zügig lesen. Allerdings fehlte mir erzählerisch der rote Faden. So springt das Buch nicht nur zeitlich wild hin und her - was immer wieder dazu führt, dass Elemente zur Erinnerung wiederholt werden - sondern auch zwischen Fokus auf Ruth, Fokus auf Thomas und eingeschobenen Kommentaren des Erzählers. Diese ließen mich zeitweise sogar an den Stil eines Sachtextes denken.

Ich kann das Buch also nicht uneingeschränkt empfehlen. Wer sich ein historisch gut recherchiertes Buch wünscht, welches die Arbeit und das Leben von Bradford und Doran auch im gesellschaftlichen Kontext einordnet, wird enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Konnte mich nicht überzeugen

Gazing into the Stars
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„Gazing into the Stars“ ist so schön aufgemacht - die Covergestaltung ist so schön poetisch und auch von dem Klappentext habe ich mir viel versprochen. Leider hat die Geschichte mich nicht gepackt - ich ...

„Gazing into the Stars“ ist so schön aufgemacht - die Covergestaltung ist so schön poetisch und auch von dem Klappentext habe ich mir viel versprochen. Leider hat die Geschichte mich nicht gepackt - ich hatte ehrlich gesagt etwas ganz anderes erwartet.

Ich hatte mir eine magisch-poetische Geschichte mit Tiefgang erhofft. Eine Geschichte, die Gedankenanstöße liefert und einen mit fast schon philosophischen Fragen auf eine Reise zur Selbstfindung mitnimmt. Irgendwie ein bisschen so wie ein moderner Fantasy-Roman mit Elementen von „Der kleine Prinz“.

Ich fühlte mich zunächst aber eher an eine skurrile Version von „Alice im Wunderland“ erinnert. Der Junge mit den Hasenohren begibt sich auf eine Reise ins Unbekannte, stürzt durch einen Brunnen in eine andere Welt und macht Bekanntschaft mit Drogen und einer Reihe verrückter Menschen/Wesen. Zwar klingen immer mal wieder auch schöne Gedankengänge an, aber aufgrund des gerne auch mal flachen Humors wurde diesen die Ernsthaftigkeit genommen.

Nach hinten raus wurde zumindest die Story interessanter und es kam auch etwas Spannung auf, aber da hatte mich das Buch schon verloren. Schade, denn schreiben kann die Autorin.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Konnte mich leider nicht überzeugen

Niemand hört dich (Grenzland 1)
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„Niemand hört Dich“ spielt im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland. Hier wird der dänische Ermittler Mads Lindstrøm von grausamen Mädchenmorden auf Trapp gehalten.

Aus meiner Sicht liegt der Fokus ...

„Niemand hört Dich“ spielt im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland. Hier wird der dänische Ermittler Mads Lindstrøm von grausamen Mädchenmorden auf Trapp gehalten.

Aus meiner Sicht liegt der Fokus hierbei auf der Ermittlerarbeit. Diese ist durchaus authentisch und spannend dargestellt. Auch die Schwierigkeit der grenzüberschreitenden Ermittlung wird angeschnitten und mit dem deutschen Ermittler Thomas Beckmann eine grummelige Figur eingeführt, von der ich vermute, dass sie in geplanten Folgebänden vielleicht noch eine größere Rolle spielen wird. Insgesamt haben die Figuren Potential - auch was ihren Hintergrund anbelangt. Hier merkt man, dass mit dem Band eine Reihe startet und bei der Charakterentwicklung noch etwas an der Oberfläche gekratzt wird.

Was mir an dem Buch gefehlt hat, ist die Aufklärung des Tätermotivs und der Symbolik, die bei den Taten durchaus zum Tragen kommt. Ich war am Ende echt enttäuscht, dass diese Aspekte übergangen wurden. Ein grausamer Psychopath, der möglichst gewalttätig quält und tötet, reicht mir persönlich für einen gelungenen Krimi/Thriller leider nicht.

Der Sprecher des Hörbuchs hat mir wiederum sehr gut gefallen - seine tiefe, angenehme Stimme hat dem Buch die richtige Armosphäre verpasst.

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