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Veröffentlicht am 23.02.2025

Sehr fantasievoll, aber zu viel Durcheinander

Die Bibliothek der Wahren Lügen
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Oskar, ein 14-jähriger Junge, wird von seinen Mitschülern gemobbt und findet weder in der Schule noch zu Hause so richtig Geborgenheit. Er flüchtet sich in Bücher, schreibt eigene Geschichten und erschafft ...

Oskar, ein 14-jähriger Junge, wird von seinen Mitschülern gemobbt und findet weder in der Schule noch zu Hause so richtig Geborgenheit. Er flüchtet sich in Bücher, schreibt eigene Geschichten und erschafft Fanfiction in der Welt seines Lieblingshelden Ozzy Calavera. Als der Autor dieser Bücher, Simon Bruma, einen Schreibwettbewerb ausruft, gewinnt Oskar und darf an einem Schreiblehrgang in Brumas Haus teilnehmen.
Immer wieder verschwimmen in diesem Buch Realität und Fiktion: Während des Schreibens im Haus von Bruma erleben Oskar und November, die Tochter des Autors, die Welt, die er in seinem Notizbuch erschafft. Dieser fantasievolle Roman besticht durch bildhafte Darstellungen und kreative Ideen, lässt aber einige Handlungsstränge offen, die für Verwirrung sorgen. Neben liebevollen Charakteren und spannenden Wendungen gibt es auch düstere, teils grausame Momente, die ich für ein Kinderbuch ab 11 Jahren eher ungeeignet finde.
Jesús Cañadas greift Elemente großer Fantasyautoren auf, doch anstatt eine harmonische Einheit zu bilden, wirkt das Buch stellenweise überfrachtet. Es bleibt für mich ein Werk mit Höhen und Tiefen – weder wirklich gut noch schlecht. Wer düstere Fantasy mag und sich an gelegentlicher Unübersichtlichkeit nicht stört, wird hier dennoch fesselnde Momente finden.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Konnte mich nicht erreichen

Durchs Feuer
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Die Protagonistin, Iris, hat es nicht leicht. Ihre Mutter ist nur an Geld und Markenklamotten interessiert. Wer jemand ist, bemerkt die Frau gar nicht, denn für sie zählt ausschließlich das Äußere. Der ...

Die Protagonistin, Iris, hat es nicht leicht. Ihre Mutter ist nur an Geld und Markenklamotten interessiert. Wer jemand ist, bemerkt die Frau gar nicht, denn für sie zählt ausschließlich das Äußere. Der Stiefvater - wenn man ihn denn so nennen will, denn weder ist er für Iris eine Vaterfigur, noch ist er mit ihrer Mutter verheiratet - sonnt sich nur im eigenen Glanz und überschätzt sich selbst dabei maßlos. Die beiden Figuren werden flach und oberflächlich dargestellt.
Iris hält das alles nicht aus, sie erwartet mehr vom Leben und hat nur einen einzigen Freund, der sie akzeptiert. Das Feuer ist ihr Ventil, wenn sie sich Luft machen muss oder ihr alles mal wieder über die Hutschnur geht.
So jedenfalls habe ich es wahrgenommen. Der für mich einzige wirklich interessante Charakter ist Thurston, Iris' Freund. Aber insgesamt bleiben die Charaktere für mich leblos.
Man muss der Autorin zugute halten, dass sie einen ganz eigenen Schreibstil hat. Das bewundere ich, doch leider hat mich ihr Stil nicht so richtig überzeugt. Normalerweise mag ich Metaphern und die kamen hier häufiger vor, doch habe ich sie entweder nicht verstanden oder sie haben mich einfach nicht erreicht.
Zudem geht mir diese Verharmlosung des Zündelns gegen den Strich. Anfangs heißt es in einem Gespräch zwischen Iris und Thurston, dass sie keine Wohhäuser in Brand steckt, zumindest keine bewohnten...
Na ja, so kann man es auch sehen, aber ihre Feuer richten schon ganz schönen Schaden an und an einer Stelle ist es durchaus nicht selbstverständlich, dass es keinen Personenschaden gibt. Wenn ich auch verstehen kann, dass Iris ein Ventil braucht, um sich irgendwie Luft zu verschaffen, kann ich das doch nicht so einfach hinnehmen. Meine Moralvorstellungen sind da etwas höher gesteckt und ich kann mich nicht genug in Iris einfühlen, um zu ihr zu werden und meine eigenen Vorstellungen zu vergessen.

Das zentrale Thema des Buches soll eigentlich das Kennenlernen zwischen Iris und ihrem leiblichen Vater sein. Doch auch da stieß ich wieder an meine Grenzen. Die beiden haben sich viel über Kunst unterhalten, wovon ich, zugegeben, überhaupt nichts verstehe. Leider konnte es mich da aber auch nicht packen und mein Interesse wecken.

Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass manche Leser von diesem Buch total begeistert sein können, die den Schreibstil mögen, die Metaphern und die Dialoge über Kunst. Und ich bedaure, dass ich nicht zu diesen Lesern gehöre. Für mich ist es ein Buch, das Potenzial hat, denn thematisch finde ich es wirklich interessant, aber es nicht ausschöpft. Als ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen habe, hoffte ich in jedem Abschnitt, dass es mich noch packen würde, doch leider ist das nicht eingetreten.

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