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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Ein umfangreicher Plot mit unerwarteten Wendungen.

Jasper Field
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Das Cover zeigt die zwei sehr verschiedenen Hauptfiguren im Porträt, in entgegengesetzte Richtungen blickend, was man verschieden interpretieren könnte. In zwei Teilen auf mächtigen 848 Seiten geht es ...

Das Cover zeigt die zwei sehr verschiedenen Hauptfiguren im Porträt, in entgegengesetzte Richtungen blickend, was man verschieden interpretieren könnte. In zwei Teilen auf mächtigen 848 Seiten geht es um geheimnisvolle Verflechtungen eines Verlagsimperiums in Zürich, um seinen behüteten Erben Max Sandberg in exklusivem Ambiente von Milliardären. Die charakterlich konträre Figur Jasper Field verhilft durch viele spannende Wendungen dem empfindsamen, warmherzigen Max nicht nur zu vielen schlaflosen Nächten. Mit Rückblicken in die jeweilige Kindheit erleben beide jungen Männer viele gefährliche Abenteuer auf ihrer Suche nach Wahrheit, Vergangenheitsbewältigung und Erwachsenwerden. Max, der Ich-Erzähler, gibt dabei tieferen Einblick in seine Empfindungen und Gedanken. Auch verfolgt man die langsame Selbstfindung Jaspers aus seiner krankhaften extremen Gemütsverfassung voller Hass und Rachegefühlen. Thematisiert werden fiktive politische Machenschaften der USA und ihren Geheimdiensten, Finanzgebaren der Börsen international, Pressefreiheit, Loyalität, Vertrauen, Wahrheit und Freundschaft. Der bildhafte Schreibstil erzeugt eine authentische, spannende Atmosphäre im exklusiven Jet-Set-Stil.
Insgesamt fesselnde, mitreißende Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Der Panamakanal - Ein Großprojekt der Amerikaner – interessant

Der große Riss
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Im Cover entdeckt man auf der Landkarte neben dem großen Riss durch Panama links unten französische Kanalbauten, die Panama-Bahn, den Catun-See etc. – wie im Roman erwähnt. Im mittig platzierten, kreisrunden ...

Im Cover entdeckt man auf der Landkarte neben dem großen Riss durch Panama links unten französische Kanalbauten, die Panama-Bahn, den Catun-See etc. – wie im Roman erwähnt. Im mittig platzierten, kreisrunden Button bewundern Zuschauer im Jahr 1913 die Durchfahrt des ersten Schleppers durch den Panama-Kanal bei Inbetriebnahme. Viele historische Fakten über den Bau des Panamakanals, der bis heute den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, sind über mehrere Erzählstränge hier zusammengetragen. Die gesamte atmosphärische Stimmung mit harschen Arbeitsbedingungen, unwirtlichem Klima, der gesundheitlichen Bedrohung durch Malaria über mehr als sechs Jahre bis zur Fertigstellung im Jahre 1913 wird heraufbeschworen, mit Arbeitskräften verschiedenster Nationalität, Charaktere und Gesellschaftsschicht. Neben der bestimmenden, übermächtigen Rolle der Amerikaner finden auch die erfolglosen Aktionen der Einwohner von Gatún nebst Anhänger Beachtung, die gegen ihre Umsiedlung kämpfen. Nicht nur hierbei wird die Rolle der Frauen beleuchtet.
Die Landkarte und die Gesuch der ISTHMISCHEN KANALKOMMISSION aus 1907 zu Anfang des Romans bilden eine sinnvolle Einführung in dieses historische Großprojekt.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Sciencefiction und Krimi – eine interessante Kombination

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Auf 464 Seiten geht es in diesem Sciencefiction-Apokalypse-Roman um die sehr differenzierte Aufklärung eines Mordes durch Emory und ihre Tochter Clara, die mit gesamt nur 122 Inselbewohnern ein stark ...

Auf 464 Seiten geht es in diesem Sciencefiction-Apokalypse-Roman um die sehr differenzierte Aufklärung eines Mordes durch Emory und ihre Tochter Clara, die mit gesamt nur 122 Inselbewohnern ein stark strukturiertes, friedliches Zusammenleben führen. Drei Wissenschaftler wie Niema Mandripilias, 173 Jahre alt und ihr Sohn Hephaistos neben Thea Sinclair, 110 Jahr alt, überwachen nicht nur die Landwirtschaft, die Einhaltung von Regeln wie die Sperrstunde, sondern auch die Gedanken der willenlosen, manipulierten Dorfbewohner. Die Erschaffung einer Welt ohne Selbstsucht, Gier und Gewalt schwebt Niema vor mit dem Ziel der Gleichheit der Menschheit. Mit der Möglichkeit, Zugang zu den Gedanken jedes Einzelnen in dieser Gemeinschaft zu haben durch ABI - artifizielle biologische Intelligenz, werden auch Experimente hinsichtlich einer Welt ohne Leid versucht. Ein giftiger Nebel in sichtbarer Entfernung beginnt diese bewohnte Insel zu bedrohen und zum Aussterben der Menschheit zu führen, sollte nach einem Mord der Mörder nicht in 107 Stunden überführt sein. In sieben Kapiteln werden unter diesem Zeitdruck Geheimnisse, Erinnerungslücken und ausgeklügelte Spannungsmomente beschrieben, die die kritische Ermittlerin Emory mit Clara zu sinnvollen Puzzlestücken zusammenführen will. Die bedrohliche Atmosphäre und die verschiedenen Charaktere der Wissenschaftler, Familie und wichtigen Dorfbewohner sind gut skizziert. Diese Sciencefiction-Welt rund um das Labor des Blackheath Instituts mit Wachstumshülsen z.B., aber auch Weltuntergangsszenarien in einem ruinierten Inseldorf wird mit vielen kreativen Gedanken zu Kontrolle, Macht, Manipulation, Egozentrik stimmungsvoll bereichert.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Das Böse lauert hier unter der Wasseroberfläche

Kummersee
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Das Cover zeigt Wasser im Vordergrund, während im Hintergrund Wald bei spätherbstlichem Sonnenuntergang in klarem Rot eine kalte, blutige Atmosphäre entstehen lässt. Der Buchtitel benennt den spannungsgeladenen ...

Das Cover zeigt Wasser im Vordergrund, während im Hintergrund Wald bei spätherbstlichem Sonnenuntergang in klarem Rot eine kalte, blutige Atmosphäre entstehen lässt. Der Buchtitel benennt den spannungsgeladenen Tatort Kummersee in ebenso blutroten, mittig platzierten Lettern. Zunächst erfolgt eine Schauergeschichten-Einführung mit der Hauptfigur Lena als Neunjährige im Jahr 1990, die durch Ertrinken ihres älteren Bruders Tom im Kummersee traumatisiert ist. Dieser eingezäunte See nahe dem abgelegenen Dorf Horlow im Wendland nahe der Zonengrenze bildet größenteils den teils historischen, teils mystischen Schauplatz für allerlei gefährliche Geheimnisse. Nach 30 Jahren kehrt Lena als Kommissarin dorthin zurück, als Begleitschutz für Vermesser unterirdischer Salzlager im und am Kummersee, auf der Suche nach einem Atommüllendlager. Proteste wie in Gorleben werden erwartet sowohl von Anwohnern als auch von Umweltorganisationen, was realistisch und gut nachvollziehbar spannend beschrieben wird. Aus der Perspektive der Protagonistin Lena werden auch vier weitere Rückblicke über ihren Freund Andi und über ihren arbeitslosen Vater und dem Wegfall der Zonenrandgebietsförderung und Hilfsgeldern aus Bonn durch den Mauerfall eingeflochten. Mit slawischen Sagengestalten, Gruselgeschichten und bizarren, kreativen Horror-Elementen wird durchgängig für unvorhersehbare Spannung auf 531 Seiten gesorgt.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Ein bemerkenswertes , vielschichtiges Werk im Universitätsmilieu.

Der Fall Miriam Behrmann
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Die Professorin der Philosophie Miriam Behrmann, Leiterin des Instituts THACT an der Universität Wien, rekapituliert als Ich-Erzählerin den gesamten Vorgang ihrer erwarteten Suspendierung aufgrund von ...

Die Professorin der Philosophie Miriam Behrmann, Leiterin des Instituts THACT an der Universität Wien, rekapituliert als Ich-Erzählerin den gesamten Vorgang ihrer erwarteten Suspendierung aufgrund von Anschuldigungen ihrer Promotionsstudentin Selina Aksoy, aus einfachen, türkischen Verhältnissen stammend. Während Miriam ebenso wie Selina emigrierte und nur durch eigenen Leistungsanspruch ihr diese Karriere gelingt, wird diese Erwartungshaltung von Selina als psychischer Missbrauch ihrer Mentorin empfunden. In der nächsten Generation wird quasi diese Wahrheit durch kaum greifbare Anschuldigungen torpediert, nur weil nun die Work-Life-Balance und andere Interessen Vorrang haben. Die Zusammenarbeit im Institut beleuchtet Situationen, passend zu Selinas Vorwürfen, greift aber auch zurück auf Erinnerungen der Ich-Erzählerin über ihre Familie in Polen, ihr Leben in Princeton und mit ihrer kleinen Familie. Der Schreibstil zeigt philosophisch tiefe Gedankengänge, auch im universitären Gefecht der Geschlechter. Darüber hinaus bieten die Einblicke in Miriams Privatleben liebevoll beschriebene Szenen als Ausgleich für ihre harte Existenzbedrohung. Schließlich regt das Romanende sehr zum Nachdenken an, denn unausgesprochen bleibt das zu erwartende Urteil. Ein Lesevergnügen!

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