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Veröffentlicht am 05.03.2025

Klüpfel kann es auch allein

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Tommi, ein erfolgloser aber bemühter Schriftsteller, haust aufgrund von Geldmangel in dem alten Wohnmobil, das ihm sein Vater zusammen mit der ukrainischen Putzfrau Svetlana überlassen hat. Eines Abends ...

Tommi, ein erfolgloser aber bemühter Schriftsteller, haust aufgrund von Geldmangel in dem alten Wohnmobil, das ihm sein Vater zusammen mit der ukrainischen Putzfrau Svetlana überlassen hat. Eines Abends lesen sie am Waldrand ein kleines Mädchen auf. Ahnungslos machen sie sich auf die Suche nach der Mutter. Sie kommen dabei einem ungeheuerlichen Verbrechen auf die Spur und bringen sich damit selbst in große Gefahr!

"Wenn Ende gut, dann alles" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Volker Klüpfel. Dieser erste Band macht durch seine sehr unterhaltsame Art schon jetzt Lust auf die Fortsetzung! Das Ermittlerduo ist extrem skurril und ungewöhnlich. Ein junger erfolgloser Schriftsteller und seine ukrainische, Krimis liebende Putzfrau - da ist der Humor vorprogrammiert. Denn so ungewöhnlich wie das Duo sind auch deren Ermittlungsmethoden. Dabei sind Tommi und Svetlana so herrlich beschrieben, daß man eine gute Vorstellung von ihnen bekommt und sie aufgrund ihrer herzlichen Art sofort fest ins Herz schließt. Gerade Svetlana mit ihrer Sprache fällt hier auf und hat Wiedererkennungswert. Sie nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund und macht einen Großteil der Unterhaltung aus. Sie ist einfach unverwechselbar. Aber auch Tommi mit seiner manchmal tolpatschigen Art sorgt hier für humorvolle Szenen. Beide zusammen sind für mich die Idealbesetzung dieses Krimis. Volker Klüpfel hat es perfekt geschafft, trotz des Humores die Spannung nicht zu kurz kommen zu lassen. Die Handlung lädt ein, selbst zu rätseln und fesselt, so daß die Seiten nur so dahinfliegen. Sein Schreibstil ist wie erwartet flüssig und locker-leicht zu lesen, was den Lesespaß noch erhöht.

Dieses Buch bekommt eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Etwas fürs Herz und eine Prise Spannung

Weserleuchten
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Louise Gildemeester ist eine junge Frau in Bremen im Jahr 1890. Sie ist eine talentierte Malerin, doch dies interessiert ihre Familie nicht. Ihr Vater erwartet nur eines von ihr: Sie soll eine lukrative ...

Louise Gildemeester ist eine junge Frau in Bremen im Jahr 1890. Sie ist eine talentierte Malerin, doch dies interessiert ihre Familie nicht. Ihr Vater erwartet nur eines von ihr: Sie soll eine lukrative Ehe eingehen. Louise hat ihr Herz jedoch bereits vergeben. Sie liebt Alexander Ostherloh. Als der aber mit ihrer Cousine Sophie verheiratet wird, bricht für Louise eine Welt zusammen. Im Stadtpark begegnet ihr die Naturforscherin Emilie Nebelthau. Sie erkennt sofort Louises Talent, Pflanzen naturgetreu zu zeichnen. Emilie will, allen Widerständen zum Trotz, eine Forschungsreise nach Australien unternehmen. Als sie Louise davon erzählt, ist diese von der Idee begeistert. Sie will unbedingt mitfahren und Emilie unterstützen, indem sie die seltenen Pflanzen zeichnet. Sie ertrotzt sich die Genehmigung ihres Vaters, aber zahlt dafür einen hohen Preis.

Der Roman "Weserleuchten - Aufbruch in eine neue Welt" hat mich positiv überrascht. Was so banal begann, wurde zu einer richtig guten und spannenden Geschichte. Die Autorin Christiane Lind hat darin gekonnt den Geist dieser prüden Zeit beschrieben. Die Zwänge, mit denen die jungen Mädchen und Frauen leben mußten, waren enorm. Da half ihnen auch nicht der Reichtum ihrer Väter und Ehemänner. Doch wie man in diesem Roman lernen muß, erging es auch den Söhnen reicher Väter nicht viel besser. Die Geschichte geht sehr ans Herz, ohne aber kitschig zu werden. Dafür sorgen auch die bodenständigen Figuren von Fisch-Lucie und Hedwig. Ihre Sprache ist zwar etwas schwer zu verstehen, aber macht die Geschichte glaubwürdig. Alle Personen werden wie aus dem echten Leben beschrieben. Egal, ob gut oder bösartig.

Dieser Roman hat mir gute Unterhaltung geboten. So macht lesen Spaß und Lust auf mehr!

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Eine furiose Zeitreise

Himmelsstürmerinnen - Wir leben unsere Träume
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Für die Cousinen Ailis und Donella hat sich ihr Lebenstraum erfüllt. Während Ailis nach Südafrika reist um an der Sternwarte von Johannesburg den Weltraum zu erforschen und neue Sterne zu entdecken, kann ...

Für die Cousinen Ailis und Donella hat sich ihr Lebenstraum erfüllt. Während Ailis nach Südafrika reist um an der Sternwarte von Johannesburg den Weltraum zu erforschen und neue Sterne zu entdecken, kann Donella mit ihrem Mann Armand Heißluftballons und Flugzeuge bauen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, haben sie sich einen Namen als Flugausbilder und Konstrukteure gemacht. Sie reisen deshalb mit der amerikanischen Einheit Lafayette Escadrille nach Frankreich. In all den Jahren wächst Hailys Tochter Mary Ann in einem Waisenhaus in New York auf. Dort lernt sie auch Hoss kennen. Mit ihm zusammen wird sie nach Missouri zu Pflegeeltern geschickt. Doch die beiden Kinder reißen aus und machen sich nur mit einem Foto auf die Suche nach Mary Anns Mutter.

Die Geschichte der "Himmelsstürmerinnen" geht in dem zweiten Buch "Wir leben unsere Träume" furios weiter. Sarah Lark beschreibt darin eine lange Zeit bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Sie hat viele Probleme dieser Zeit darin aufgegriffen. Man erlebt die Rassentrennung in Südafrika genauso hautnah wie die Unruhen in Amerika. Schockierend war der Umgang mit den Waisenkindern in New York, der zum Teil aus der bitteren Armut der Einwanderer entstand. All das wurde aber noch gesteigert mit dem Leiden der Soldaten auf allen Seiten der Front im Ersten Weltkrieg. Sarah Lark hat dieses schonungslos in die Handlung ihres Romanes mit einfließen lassen. Trotzdem wird die Geschichte dadurch nicht düster und schwermüig. Das liegt an den Personen darin, die immer wieder mutig ihren Weg gehen, aber auch an der Erzählkunst der Autorin. Dieses Buch gibt eine Zeit wieder, die trotz aller Rückschläge vom Aufbruch und vom Glauben an den Fortschritt geprägt ist. Eine tolle Geschichte!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Man kann jedem nur vor den Kopf sehen

Küstengeheimnis
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Nadja Wentdorf ist in Sorge. Ihre Tante und ihr Onkel, Lore und Tim Ahlers, sind spurlos verschwunden. Beide lebten auf ihrer Yacht, der White Pearl", im Hafen von Burgstaaken auf Fehmarn. Nadja wendet ...

Nadja Wentdorf ist in Sorge. Ihre Tante und ihr Onkel, Lore und Tim Ahlers, sind spurlos verschwunden. Beide lebten auf ihrer Yacht, der White Pearl", im Hafen von Burgstaaken auf Fehmarn. Nadja wendet sich an die Polizei, jedoch ist der Fall kompliziert. Dirk Westermann und Thomas Hartwig entdecken, daß die Ahlers ihre Yacht erst kürzlich an ein junges Ehepaar verkauft haben. Als jedoch der Hafenmeister tot im Hafenbecken gefunden wird, wirft dies ein anderes Licht auf das Verschwinden der Ahlers. Was steckt wirklich dahinter?

Heike Meckelmann läßt mit "Küstengeheimnis" wieder ihre bewährten Ermittler Westermann und Hartwig ermitteln. Auch dieser Fall hat es in sich. Zunächst tappen die Ermittler im Dunklen, haben keinerlei Ansatzpunkte und glauben nicht wirklich an einen Mord. Einzig Nichte Nadja und Fehmarns Miss Marple Charlotte Hagedorn sind fest davon überzeugt. Charlotte ermittelt natürlich wieder auf eigene Faust, was immer wieder für besondere Momente sorgt. Ihre Art mag ich sehr. Und um ehrlich zu sein, habe ich das Gefühl, daß ohne sie so mancher Fall nicht aufgeklärt würde. Sie spielt eine große und sympathische Rolle in den Krimis. Überhaupt sind die Hauptcharaktere, die in jedem Band eine Rolle spielen, allesamt absolute Sympathieträger. Ihr Leben zu verfolgen macht richtig Spaß und man hat das Gefühl, die Entwicklung guter Freunde zu verfolgen. Der Fall ist wieder mächtig spannend. Was zunächst ganz einfach wirkt, wird im Laufe der Handlung zu einem handfesten Verbrechen, das seinesgleichen sucht und in seiner Abgebrühtheit unfassbar ist. Heike Meckelmann spürt man übrigens auch hier ihre Liebe zu Fehmarn deutlich an. Liebevoll beschreibt sie ihre Insel so bildhaft, da spürt man fast den Fahrtwind, wenn es über den Kleiderbügel geht, man hört die typischen Hafengeräusche und sieht die stürmisch aufgewühlte See genau vor sich.

Auch dieser Fall hat mich wieder sehr begeistert und die Anspielungen auf Band 11 machen schon jetzt neugierig!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Hochspannung

Die Brandung – Leichenfischer
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Am deutsch-dänischen Grenzgebiet an der Flensburger Förde werden zwei tote Frauen, die seit Tagen vermißt wurden, nach Wikingerart bestattet aufgefunden. Die dänische Polizei und der deutsche Kommissar ...

Am deutsch-dänischen Grenzgebiet an der Flensburger Förde werden zwei tote Frauen, die seit Tagen vermißt wurden, nach Wikingerart bestattet aufgefunden. Die dänische Polizei und der deutsche Kommissar Ohlsen kommen nicht weiter. Mit Hilfe von Archäologin Fria Svensson versuchen sie dem Geheimnis um den Wikinger-Kult auf die Spur zu kommen. Die Zeit drängt, denn es werden weitere junge Frauen vermißt...

"Leichenfischer" ist der zweite Teil der Serie "Die Brandung" von Karen Kliewe. Dieser Fall hat mich sehr begeistert und ist an Spannung kaum zu überbieten. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und kann sich perfekt in die Charaktere versetzen. Dies wird vor allem auch dadurch erzeugt, daß die Handlung aus verschiedenen Handlungssträngen besteht. So ermittelt man mit den Kommissaren, ist im nächsten Moment bei den entführten Frauen in ihrem Verlies, erlebt ihren Kampf und ihre Verzweiflung hautnah mit. Es gibt noch weitere Handlungsstränge, die zunächst keinen Bezug zum Fall zu haben scheinen, jedoch zum Schluß alle ineinander laufen und Sinn ergeben. Durch diese Wechsel wird die Spannung immens hoch gehalten und man kommt von dem Buch nicht mehr los. Karen Kliewe vermittelt hier Wissen über den Wikingerkult und man taucht ein in diese lange vergangene Zeit. Hier merkt man ihre gute Recherchearbeit. Mir gefällt hier besonders die Regionalität. Landschaft und Bewohner werden hier authentisch und bildhaft beschrieben. So fließt immer wieder mal ein Begriff aus der dänischen Sprache mit in die Dialoge, die aber immer gut zu verstehen sind oder der Begriff für Ohlsen erklärt wird. Ich habe mich in diesem Krimi sehr wohl gefühlt und habe gern die vielen Spuren verfolgt. Karen Kliewe hat es dann zum Schluß geschafft, mich zu überraschen!

Dieses Buch (sogar die ganze Serie) bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und ich fiebere jetzt schon Band 3 entgegen!

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