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Veröffentlicht am 24.02.2025

Ein Wettlauf gegen die Zeit

The Twenty
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The Twenty beginnt mit einem Paukenschlag – und mitten in der Nacht. Ein namenloser Protagonist erwacht gefesselt und desorientiert in absoluter Dunkelheit. Holland versteht es meisterhaft, die klaustrophobische ...

The Twenty beginnt mit einem Paukenschlag – und mitten in der Nacht. Ein namenloser Protagonist erwacht gefesselt und desorientiert in absoluter Dunkelheit. Holland versteht es meisterhaft, die klaustrophobische Atmosphäre durch die detaillierte Beschreibung der Sinneswahrnehmungen zu vermitteln. So vermochte ich den kalten Beton unter seinen Füßen zu spüren, den Staub zwischen den Zehen, die klebrige Substanz über seinem Mund. Die kurzen, abgehackten Sätze und die Wiederholungen spiegelten die Panik und Verwirrung des Gefangenen wider und zogen mich tief in die beklemmende Situation hinein. Die Spannung wurde dabei vom Autor geschickt aufgebaut, indem die Informationen nur tröpfchenweise preisgegeben werden. Erst Stück für Stück enthüllt Holland die grausame Wahrheit der Gefangenschaft, bis die Entdeckung des kalten Metalls in Händen und Füßen den Höhepunkt der Angst markiert. Der verzweifelte Versuch des Protagonisten, sich durch Atemtechniken zu beruhigen, wird jäh durch die Erkenntnis seiner Lage zunichte gemacht. Die sich nähernden Schritte und die sich öffnende Tür am Ende des ersten Teils bilden einen perfekten Cliffhanger und ersten Spannungshöhepunkt in diesem Thriller.

Ein Ermittler mit Ecken und Kanten
Im Anschluss daran wird Detective Chief Inspector Adam Bishop eingeführt. Holland stellt ihn in einer lauten, überfüllten Bar vor, wo er die menschliche Natur in all ihren Facetten beobachtet. Das schmierige Ambiente der Bar und die detaillierten Beschreibungen der Gäste zeichnen ein Bild von Bishops Charakter und seiner Welt. Er ist ein scharfer Beobachter, der sich in der Anonymität der Menge wohlfühlt. Der Kontrast zwischen dieser Umgebung und dem kalten, trostlosen Tatort, zu dem er gerufen wird, verstärkt die düstere Stimmung des Romans. Bishops Wunsch nach einem ungestörten Feierabend wird jäh unterbrochen – ein Hinweis auf die Dringlichkeit und Bedeutung des Falls. Die Entdeckung mehrerer Leichen, markiert mit kryptischen Zahlen, hat bei mir schon zu Beginn des Romans den Verdacht auf einen Serienmord aufkommen lassen, wodurch die Spannungskurve für mich weiter angezogen wurde. Gut gefallen hat mir auch die Dynamik zwischen Bishop und seinem Team, insbesondere seinem Detective Sergeant Jamie Hoxton, deren Entwicklungen ich auch über den weiteren Verlauf der Handlung mit Interesse verfolgt habe.

Ein Schatten der Vergangenheit
Parallel zur Einführung des Ermittlungsteams wird Romilly von Holland eingeführt. Ihre nächtliche Routine, geprägt von der Überprüfung von Türen und Fenstern, sowie die Panikattacke aufgrund eines Stromausfalls geben einen Einblick in ihre Psyche. Die Angst, die sie etwa in Dunkelheit erlebt, spiegeln die Eröffnungsszene wider und haben von Anfang an Fragen bei mir nach der Verbindung zwischen ihr und dem unbekannten Gefangenen aufgeworfen. Die Nachricht über den Mordfall weckt in Romilly ein tiefes Unbehagen, als ein Gefühl des Wiedererkennens, das sie seit Jahren verdrängt hat. Diese subtile Vorahnung erzeugte schon zu Beginn des Romans eine beklemmende Atmosphäre für mich, deren Intensität im Verlauf weiter gesteigert wurde, indem zu frühem Zeitpunkt bereits angedeutet wurde, dass Romilly mehr mit dem Fall zu tun haben könnte, als angenommen.

The Twenty überzeugte mich mit einem effektiven, von seinen Rätseln geprägten Spannungsaufbau, einem Ermittler, der mich in seinen Ecken und Kanten interessiert hat, und gelungenen Nebenfiguren, deren Rolle im Roman erst nach und nach enthüllt wurde. Die geschickte Verwendung von Cliffhangern, Kontrasten und Vorahnungen hat dafür gesorgt, dass ich diesen Thriller kaum noch aus der Hand legen konnte.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Über die Kunst des Liebens und Schweigens

In einem Zug
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Eduard Brünhofer, ein erfolgreicher Autor von Liebesromanen, ist seit vielen Jahren glücklich mit seiner Frau Gina verheiratet. Doch auf seiner Zugreise von Wien nach München, sitzt ihm eine Frau im frühen ...

Eduard Brünhofer, ein erfolgreicher Autor von Liebesromanen, ist seit vielen Jahren glücklich mit seiner Frau Gina verheiratet. Doch auf seiner Zugreise von Wien nach München, sitzt ihm eine Frau im frühen mittleren Alter gegenüber. Zunächst hofft Eduard, dass er einer Unterhaltung mit ihr entgehen kann, doch schließlich entwickelt sich ein Gespräch. Die Frau, Catrin Meyr, zeigt großes Interesse an persönlichen Themen. Obwohl sie skeptisch gegenüber Langzeitbeziehungen ist, will sie alles darüber wissen. Diese unerwartete Diskussion bringt Eduard letztlich in eine delikate Lage.

In der Geschichte dieses Romans, selbst wenn diese hauptsächlich in einem Zugabteil stattfindet, entfaltet Glattauer eine beeindruckende Reflexion über menschliche Interaktionen und Eigenwahrnehmung. Dreh- und Angelpunkt ist dabei sein Protagonist Brünhofer, für den auf seiner Reise von Wien nach München die zufällige Begegnung mit einer Frau zu einem Katalysator für tiefgründige Einsichten wird. Diese lassen es auch nicht an humorvollen Betrachtungen mangeln.

Beobachtung der Mitmenschen

Der Erzähler,dessen Beruf als Schriftsteller ihn zum genauen Beobachter macht, schildert seine Eindrücke von den Menschen um ihn herum. Besonders hervorstechend ist seine Analyse des Verhaltens unterschiedlicher Altersgruppen – vom sorglosen Blick auf Kinder bis hin zur kritischen Betrachtung der gramgebeutelten älteren Generationen. Durch diese Schilderungen habe ich nicht nur nur einen Einblick in die Welt des Erzählers gewonnen, sondern diesen haben auch ein Licht auf gesellschaftliche Normen im Umgang miteinander geworfen.

Von Interpersonalität zur Selbstwahrnehmung

Die zentrale Begegnung mit einer Frau im Zug dient als Spiegel für den Protagonisten, um über sich selbst und seine Wirkung auf andere nachzudenken. Der anfängliche Irrtum der Frau, ihn für einen ehemaligen Englischlehrer zu halten, löst bei ihm eine ganze Kaskade von Überlegungen aus: Wie werde ich wahrgenommen? Was sagt das über mich aus? ... Diese Fragen werden von Glattauer humorvoll und das mit einem Hauch von Ironie behandelt, was diesem Roman eine besondere Tiefe verleiht.

Das Dilemma des Schriftstellers

Glattauer nutzt die Situation seines Romans auch, um seinen Erzähler Brünhofer über seinen Beruf nachdenken zu lassen. Die Erwartungen der Leser und das ständige Ringen um Anerkennung werden dabei thematisiert. Der Dialog entwickelt sich zu einer Auseinandersetzung mit seiner Rolle als Autor – zwischen dem Wunsch, ernst genommen zu werden, und der Realität, oft missverstanden zu werden.

Humorvolle Gesellschaftskritik

Durchgehend durchzieht den Text ein feiner Humor gepaart mit satirischer Kritik an gesellschaftlichen Erwartungen und Normen. Besonders das Thema Nichtstun wird geschickt aufgegriffen. Denn in einer Zeit voller Ablenkungen fällt jeder auf, der einfach nur da sitzt und denkt. Das stellt einen fast schon revolutionären Akt in dieser schnelllebigen Welt dar.

Identitätssuche

Zudem bleibt das Motiv der Identität zentral. Dabei wird unter anderem die Frage aufgeworfen, wie viel vom eigenen Ich öffentlich sichtbar ist bzw. wie viel davon man eigentlich preisgeben will. Diese Fragen führten zu Beginn durch die Geschichte des Romans und ließen mich gemeinsam mit dem Erzähler über die Komplexitäten unserer modernen Existenz nachdenken.

Glattauer hat mich einmal mehr mit einem Roman überzeugt. Dabei ist es ihm gelungen, alltägliche Begebenheiten als Bühne für tiefere philosophische Betrachtungen zu nutzen. Die im Roman erzählte Geschichte diente dabei einerseits als Reflexion über das Leben eines Schriftstellers. Andererseits habe ich diese aus Aufforderung begriffen, das eigene selbst auch mal in Frage zu stellen und dadurch vielleicht sogar eine neue Perspektive auf die eigene Umwelt einzunehmen.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Kalifornischer Albtraum

To Die For
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In Los Angeles' umkämpfter Luxusimmobilienbranche wittert Maklerin Andi Hart ihre Chance auf einen Neuanfang. Ein Traumhaus in Malibu lockt mit einer Millionen-Dollar-Provision, doch Andi ist nicht die ...

In Los Angeles' umkämpfter Luxusimmobilienbranche wittert Maklerin Andi Hart ihre Chance auf einen Neuanfang. Ein Traumhaus in Malibu lockt mit einer Millionen-Dollar-Provision, doch Andi ist nicht die Einzige im Team, die das Geld dringend benötigt. Jeder ihrer Kollegen hütet dunkle Geheimnisse, für die eine Million die Lösung sein könnte. Der Kampf um den Deal eskaliert, als beim Tag der offenen Tür eine Leiche entdeckt wird und das Traumhaus zum Tatort wird.

Der perfekte Schein trügt
Die Beschreibung des luxuriösen Strandhauses in Malibu, Schauplatz einer exklusiven Party, erzeugt eine Atmosphäre von Reichtum im Überfluss. Der Kontrast zwischen diesem idyllischen Setting und dem brutalen Mord im Pool erzeugt eine unmittelbare Spannung. Die Partygäste, die Crème de la Crème der Maklerbranche, werden als oberflächlich und wohlhabend dargestellt, was die Frage aufwirft, wer hinter der grausamen Tat steckt. Der Prolog endet mit einem Cliffhanger, der meine Neugier schon am Anfang dieses Thrillers geweckt hat und mich von da an zum stetigen Weiterlesen animiert hat.

Die Protagonisten
Bereits zu Beginn von To Die For werden verschiedene Charaktere in unterschiedlichen Kapiteln eingeführt, die alle potenziell in den Mord verwickelt sein könnten. Andi, die eine ehrgeizige Maklerin mit geheimen Plänen zur Selbstständigkeit ist, steht unter finanziellem Druck und wird durch ihre Anwesenheit in der Nähe des Tatorts zur Tatzeit verdächtig. Hunter, der ebenfalls Makler ist, kämpft mit dem unerfüllten Kinderwunsch seiner Frau und wird gleichzeitig erpresst. Krystal, die gefangen in einer unglücklichen Ehe mit einem untreuen Ehemann, sieht in dem 50-Millionen-Dollar-Haus den Schlüssel zu einem besseren Leben nach der Scheidung. Schließlich wird Detective Aribo eingeführt, dessen Hochzeitstag durch den Mordfall jäh unterbrochen wird, was seine Entschlossenheit zur Aufklärung des Verbrechens verstärkt.

Gier, Lügen und Verzweiflung
Die im Roman etablierten Motive kreisen um Neid, daraus resultierender Gier sowie der Diskrepanz zwischen Schein und Sein. Das luxuriöse Haus und die Aussicht auf die hohe Courtage wecken Begehrlichkeiten. Dadurch werden Spannungen zwischen den Maklern erzeugt. Fast jeder Charakter verbirgt Geheimnisse. Dazu zählen Andis geplante Kündigung, Hunters Erpressung, Krystals Nachforschungen über ihren Ehemann. Der Kontrast zwischen der perfekten Fassade des Hauses und der brutalen Realität des Mordes spiegelt sich auch in den Charakteren wider, die nach außen hin Erfolg repräsentieren, während sie innerlich mit ihren Problemen zu kämpfen haben.

Rückblenden und Perspektivwechsel
Die Geschichte entfaltet sich durch Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Charakteren. Darüber hinaus arbeitet Gray mit Rückblenden, die mit Davor überschrieben sind. Diese Rückblenden geben Einblick in die Hintergründe und Motivationen der Protagonisten und tragen zum Verständnis ihrer Handlungen bei. Der Prolog, der zeitlich im Danach angesiedelt ist, hat gleich zu Beginn verdeutlicht, dass die Erzählung auf den Mord hinführt und die Aufklärung des Verbrechens im Zentrum der Handlung stehen wird.

Der Schreibstil
Der bildhafte Schreibstil der Autorin trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Romans bei. Durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung sowie der Charaktere wird Spannung erzeugt, die mich fesseln konnte. Die vielen offenen Fragen, die Gray bereits am Anfang ihres Romans aufgeworfen hat, haben mich da schon neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte werden lassen.

To Die for hat mich mit einem starken Einstieg überzeugt, als es Gray in ihrem Thriller gelungen ist, schon in dessen ersten Kapiteln eine fesselnde Handlung mit vielschichtigen Charakteren zu etablieren. Dabei diente der Prolog dient als Hook, der mich mitten ins Geschehen hinein katapultiert und gefangen genommen hat. Im weiteren Verlauf haben mich die miteinander verwobenen Handlungsstränge interessiert und natürlich die Beantwortung der zu Beginn aufgeworfenen Fragen, die ich an dieser Stelle nicht in unnötiger Weise spoilern möchte.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Eisige Familiengeheimnisse

Verlassen
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Inmitten der unwirtlichen Lavafelder Islands trifft sich der wohlhabende Snæberg-Clan zu einer Familienfeier in einem modernen Hotel. Was als harmonisches Treffen beginnt, entwickelt sich schnell zu einem ...

Inmitten der unwirtlichen Lavafelder Islands trifft sich der wohlhabende Snæberg-Clan zu einer Familienfeier in einem modernen Hotel. Was als harmonisches Treffen beginnt, entwickelt sich schnell zu einem bedrohlichen Szenario. Das Verschwinden eines Gastes während eines heftigen Schneesturms legt die tiefen Risse und dunklen Geheimnisse dieser scheinbar perfekten Familie offen. Jeder wird zum Verdächtigen, während die Vergangenheit der Snæbergs Schicht für Schicht enthüllt wird – bis die schockierende Wahrheit ans Licht kommt.

In Verlassen von Ægisdóttir ist der Untertitel Mörderisches Island Programm. Dabei hat mich die Autorin durch den geschickten Einsatz von Perspektivwechseln wie Zeitsprüngen, die von Anfang an Spannung aus dem Rätselhaften erzeugt haben, mich sofort in ihren Bann gezogen.

Ein dramatischer Auftakt
Der Roman beginnt mitten im Geschehen: In einer kalten Nacht irrt eine unbekannte Frau durch eine fremde Gegend. Die Kälte, die ihr bis in die Knochen kriecht, und die bedrohliche Atmosphäre, verstärkt durch eine Bewegung im Augenwinkel und Schritte hinter ihr, lassen Schlimmes erahnen. Die Begegnung mit einem wütenden Mann steigert die Spannung zusätzlich und wirft Fragen nach der Identität der Frau und dem Grund ihrer nächtlichen Wanderung auf. Der spätere Fund einer Leiche durch den Kriminalpolizisten Sævar vertieft das Mysterium.

Komplexe Erzählweise durch Zeitsprünge wie verschiedene Blickwinkel
Die nicht-chronologische Erzählweise, die zwischen "In der Nacht auf Sonntag", "Zwei Tage vorher" und "Jetzt" springt, hält die Spannung aufrecht und hat mir erst nach und nach relevante Informationen enthüllt. Gleichzeitig wechselt die Perspektive zwischen der namenlosen Frau, Irma, der Hotelangestellten, Sævar, dem Polizisten, Petra Snæberg und Tryggvi, Oddnýs Partner. Jeder dieser Charaktere bietet einen einzigartigen Blickwinkel auf die Ereignisse und die Familie Snæberg. So entsteht ein vielschichtiges Bild der Situation.

Die Familie Snæberg im Fokus
Im Zentrum der Geschichte steht die wohlhabende und einflussreiche Familie Snæberg. Irma, die Hotelangestellte, ist fasziniert von ihrem Reichtum und Glamour, gleichzeitig aber auch neidisch und auf der Suche nach Makeln hinter der perfekten Fassade. Tryggvi, der mit Oddný, einem Mitglied der Familie, liiert ist, beobachtet das Geschehen mit einer Mischung aus Unbehagen und Misstrauen. Petra Snæberg, ein weiteres Familienmitglied, kämpft mit dem Druck, die Kontrolle über ihr Leben und ihre Familie zu behalten, während im Hintergrund ein Konflikt mit ihrem Mann Gestur angedeutet wird.

Die zentralen Themen
Von Anfang an ist es Ægisdóttir in ihrem Kriminalroman gelungen, unterschiedliche Fragen aufzuwerfen. Dazu zählen einerseits die Diskrepanz zwischen Reichtum und dadurch bedingtem Status sowie andererseits den Konflikten innerhalb der Familie Snæberg. Die Geschichte thematisiert den schmalen Grat zwischen Faszination und Neid, den ein solcher glamouröser Lebensstil auslösen kann. Gleichzeitig werden die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie beleuchtet, die von Rivalitäten, aber auch Geheimnissen geprägt sind. Das Bedürfnis nach Kontrolle, verkörpert durch Petra, steht im Kontrast zum drohenden Chaos. Und schließlich wird die Frage nach Schein und Sein aufgeworfen: Wie perfekt ist die Fassade der Snæbergs wirklich, und welche dunklen Geheimnisse verbergen sich wohl dahinter?

Fazit
Verlassen hat mich von Beginn an durch die vielen offenen Fragen, mit denen ich konfrontiert wurde, in seinen Bann gezogen. Spannung wurde etwa durch die Frage nach der Frau in der Kälte und dem Zusammenhang ihres Schicksal mit der Familie Snæberg erzeugt. Dabei hat mich dieser Krimi nicht allein durch die Auflösung des Falls interessiert, sondern auch durch das darin integrierte Familiendrama. Das hat die im Roman erzählte Geschichte zu einer vielschichtigen Enträtselung der Geheimnisse, die die Familie Snæberg umgeben, für mich werden lassen.

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