Platzhalter für Profilbild

Venatrix

Lesejury Star
offline

Venatrix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Venatrix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2025

Ein gelungener Reihen-Auftakt

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
0

Amy Achterop hat rund um den ehemaligen Polizisten Arie eine besondere Gruppe von Ermittlern zusammengestellt: Neben dem menschlichen Team, das aus Arie, Maddie, Jan, Jack und Elin besteht, gibt es noch ...

Amy Achterop hat rund um den ehemaligen Polizisten Arie eine besondere Gruppe von Ermittlern zusammengestellt: Neben dem menschlichen Team, das aus Arie, Maddie, Jan, Jack und Elin besteht, gibt es noch zwei tierische Mitspieler, die auf ihre Weise die Truppe ergänzen - Fru Gunilla, ein Eichhörnchen und Hund, ein Labrador.

Sowohl die Menschen als auch die Tiere haben ein wechselvolles Schicksal hinter sich. So ist ein Teil der Truppe vorbestraft. Arie, weil er seine damalige Ehefrau mit seinem damaligen besten Freund und Kollegen beim Seitensprung ertappt hat und ihm, Wessel, die Dienstwaffe an die Schläfe gehalten hat, Maddie, die Krav Manga-Trainerin hat einen Mann der ihre behinderte Schwester Isa in Nazi-Manier beleidigt hat, aufs Kreuz gelegt und vor Gericht wenig Reue gezeigt oder der städtische Beamte, der Dokumente gefälscht hat. Deshalb gibt in dieser ungewöhnlichen Detektei einige Grundregeln wie „Die Hausbootdetektive werden nicht wieder straffällig“. Das dieser erste Grundsatz nicht immer ganz leicht zu befolgen ist, zeigt sich schon im ersten Fall, der uns einen Ausflug in das schwer umkämpfte Business der Kulinarik führt.

Für eine Hochzeit in der Amsterdamer High Society sollen zwei Catering-Unternehmer noch nie da gewesene Menüs kreieren. Dabei gehen die beiden Spitzengastronomen, deren Geschäfte doch nicht so rund laufen und jeder Auftrag willkommen ist, nicht zimperlich ans Werk. Man kämpft mit harten Bandagen, um den "dicken Fisch" an Land zu ziehen.

Arie & Co bekommen es ausgerechnet mit Ex-Freund und Hofdcommissaris Wessel de Boer als polizeilichen Ermittler zu tun, der alles daran setzt, den Hausbootdetektiven das Leben schwer zu machen. Aber Wessel hat weder mit dem Einfallsreichtum noch mit dem Willen diesen Fall zu lösen, gerechnet.

Meine Meinung:

Mir hat dieser erste Fall für due Hausbootdetektei sehr gut gefallen. Die Mitglieder sind vom Leben gezeichnet, aber keine schlechten Menschen. In ihrem Eifer, den Fall zu lösen, setzen sie auf Köpfchen und verstoßen gleich mehrmals gegen ihren ersten Grundsatz, der deshalb den Zusatz „nur wenn es nicht anders geht“ erhält.

Die Stars dieser Reihe sind Fru Gunilla und Isa, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Neben humorvollen Szenen wirft Amy Achterop auch ernste Themen auf. So wird Isa wegen ihre Trisomie 21 immer wieder herabgewürdigt. Selbst die Eltern können mit ihren behinderten Tochter wenig anfangen, weshalb Isa und Maddie in einer winzigen Wohnung zusammenleben. Isas Leidenschaft ist das Zeichnen, Malen und das Designen von T-Shirts.

Der Krimi lässt sich flüssig lesen und bringt uns das Flair von Amsterdam mit seinen Grachten näher.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt einer eher unblutigen Krimi-Reihe, der ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein komplexer Krimi

Barbarisches Kreta
0

In diesem 7. Kreta-Krimi wird die Leserschaft mit einigen Mythen rund um die Insel und deren vergangener Hochkultur konfrontiert, die eine ziemlich komplexe Krimihandlung gepresst werden.

Zunächst verschwindet ...

In diesem 7. Kreta-Krimi wird die Leserschaft mit einigen Mythen rund um die Insel und deren vergangener Hochkultur konfrontiert, die eine ziemlich komplexe Krimihandlung gepresst werden.

Zunächst verschwindet ein deutsches Urlauberpaar, sie ist Historikerin, er Journalist und Fotograf. Wenig später fehlt von einem französischen Taucherehepaar jede Spur. Zufall? Wollen die beiden Paare ungestört Urlaub machen?
Da abgängige Touristen schlecht für das Image der sonnigen Insel als Tourismusziel sind, wird Kommissar Hyeronimos Galavakis gebeten, unauffällig erste Ermittlungen einzuziehen. Vermisste Personen zu suchen, ist ja eigentlich nicht die Kernaufgabe der Mordkommission, aber als ein abgetrennter Arm, der aus dem Meer gefischt wird, kann ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden.

Die Ermittlungen zu den mysteriösen Ereignisse nehmen schnell Fahrt aus, als man herausfindet, dass die beiden Paare einander im selben Appartementhaus gewohnt haben.

Meine Meinung:

Dieser reichlich komplexe Krimi bringt Hyeronimos Galavakis und vor allem Pathologin Penelope Demostaki an ihre Grenzen, denn der gefundene Arm wurde einer lebenden Frau barbarisch abgerissen. Was ist da passiert? Geht das überhaupt? Hätte man sie retten können?

Wie schon in den sechs Vorgängern spielt Hyeronimos Galavakis‘ Aurensichtigkeit eine große Rolle. Er kann dadurch Lügner relativ schnell entlarven.

Nebenbei wird gerne gut gegessen und getrunken. Auch die Schönheit der Insel spielt, wie die historische Vergangenheit eine große Rolle. Ich hätte mir nur mehr Details über die minoische Kultur gewünscht, die an sich sehr fesselnd ist, als über diese „Gottessteine“, die selbst die CIA anlocken. Aber, das ist Jammern auf hohem Niveau.

Zacharis Zentakis, Galavakis‘ Mitarbeiter mit dem Sprachfehler, erhält diesmal eine größere Rolle, was mir sehr gut gefällt. Überhaupt, das Team setzt sich aus höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen, die alle ihre Stärken und Schwächen haben. Der Chef des Geheimdienstes, Dimitris Stefanakis schwebt ein bisschen wie eine schwarze Wolke über Galavakis und seinem Team, unterstützt aber immer wieder, wenn es ihm nützlich ist. Bin schon neugierig, ob in einem der nächsten Fälle aufgelöst wird, wer Stefanakis mit Insiderinformationen versorgt oder, ob er die Truppe einfach und ganz klassisch, abhören lässt.

Fazit:

Wieder ein komplexer Fall für Hyeronimos Galavakis und seine Kollegen, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 28.02.2025

Tödliche Natur

True Crime in Nature
0

Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen. ...

Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen.

Dass das Kuckucksweibchen ihr Ei in ein fremdes Nest legt und das getäuschten Brutpaar das Ausbrüten und die anschließende Brutpflege übernimmt, ist ja wohl hinlänglich bekannt. Darüber hinaus erfahren wir einiges über andere Tiere und Pflanzen, die sich krimineller Machenschaften bedienen, um ihre Art zu erhalten. Ja selbst ein kurzer Ausflug ins Reich der Viren lässt uns staunen.

Die Kapitel sind nicht allzu lang, so dass man das eine oder andere auch mit Kindern lesen kann. Witzig sind die Illustrationen, die den bitterbösen Geschichten eine gewisse Leichtigkeit verleihen.

Fazit:

Lehrreich und regt zum Schmunzeln, daher gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2025

Schmutziges Geld

Der Teufel von Luzern
0

Als Lisa, die in Australien lebende Schweizerin, nach Luzern zurückkommt, um das Erbe ihre Tante Vera anzutreten, weiß sie noch nicht, was sie genau erwartet. Denn neben einem Haus in bester Lage, einem ...

Als Lisa, die in Australien lebende Schweizerin, nach Luzern zurückkommt, um das Erbe ihre Tante Vera anzutreten, weiß sie noch nicht, was sie genau erwartet. Denn neben einem Haus in bester Lage, einem Sparbuch und Goldmünzen, entdeckt sie in einer alten Waschmaschine 2 Millionen Franken mit der kryptischen Nachricht „An diesem Geld klebt Blut“. Paavo Baumgartner, ein Polizist kann hier nicht helfen und verweist sie an den Privatermittler Armand Godel.

Gemeinsam versuchen sie dem Ursprung des Geldes auf die Spur zu kommen und Lisa kommt dabei nicht nur ihrer eigenen dunklen Familiengeschichte nahe, sondern auch einer Gruppe einflussreicher wie skrupelloser Männer und ihren kriminellen Machenschaften.

Meine Meinung:

Dieser Krimi gewährt uns Einblicke in die Geschäfte der Geldwäsche, in der auch zahlreiche (Privat)Banken der Schweiz verwickelt sind. Es wimmelt von Strohmännern, die wie die Marionetten auf dem Filmplakat des „Paten“ an den Fäden ihrer Hintermänner zappeln.

Die Handlung ist interessant, aber es dauert ein wenig, bis sie so richtig in Gang kommt. Beinahe wäre der Krimi ohne Leichen ausgekommen. Letztendlich gibt es dann doch zwei Tote.

Die Charaktere wie oder Armand haben so manche Ecke und Kante, die sie interessant und sympathisch machen. Das schweizerische Flair wird durch Streifzüge in der Stadt Luzern und die typischen Schweizer Ausdrücke wie parkieren und Gipfeli vermittelt- Schmunzeln musste ich über Armand Godel Auto, den Oldtimer De Soto, den er vor Jahren aus Kuba importiert hat.

Patrick Greiner räumt mit der Mär der ach so sauberen und gesetzestreuen Schweiz ziemlich auf. Überall dort, wo viel Geld zu lukrieren ist, ist das Verbrechen nicht weit. Der Autor weiß, worüber er schreibt, ist er doch Jurist und hat Erfahrung sowohl als Anwalt, Notar und Berater in der Finanzindustrie als auch als Untersuchungsrichter bei der Staatsanwaltschaft in Luzern.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi 4 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2025

Vom Erwachsen werden in der Baby-Boomer-Generation

Schwimmen im Glas
0

Verlagstext:

„Lore ist zehn Jahre alt und wächst behütet auf dem Land auf. Ihr Vater ist Bürgermeister, ihre Mutter Sekretärin im Pfarramt, die beiden älteren Brüder interessieren sich hauptsächlich für ...

Verlagstext:

„Lore ist zehn Jahre alt und wächst behütet auf dem Land auf. Ihr Vater ist Bürgermeister, ihre Mutter Sekretärin im Pfarramt, die beiden älteren Brüder interessieren sich hauptsächlich für sich selbst. Lores engste Bezugspersonen sind die Großeltern. Und dann gibt es noch Tante Ursula. Die lebt in der Stadt, kommt nur zu Besuch aufs Land und sorgt mit ihren Ansichten regelmäßig für hitzige Diskussionen im Familienkreis. Außerdem erwartet sie ein Kind – dabei hat sie keinen Mann. Lore findet Ursula faszinierend und besucht sie regelmäßig in der Stadt, wo sie eine ganz neue Welt kennenlernt.

Die erwachsene Lore von heute steht mit beiden Beinen im Leben, als sie unerwartet mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird …“

Meine Meinung:

Eva Lugbauer hat mit diesem Roman die Kindheit der sogenannten Baby-Boomer-Generation trefflich beschrieben. Da ich selbst dazugehöre, habe ich die eine oder andere Situation ähnlich erlebt. Ich bin zwar in der Großstadt Wien aufgewachsen, aber viele der Stehsätze wie „Das verstehst du nicht“ usw. kommen mir sehr bekannt vor. Besonders die Sprachlosigkeit der Großväter, was den Krieg betrifft, ist vermutlich in jeder Familie anzutreffen. Großmütter, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen durften, sondern sich ausschließlich auf die drei Ks (Kinder, Küche, Kirche) jeweils in unterschiedlicher Ausprägung und Reihenfolge gekümmert haben.

Die Eltern der kleinen Lore sind im Dorf ein wenig privilegiert, da der Vater als Bürgermeister und die Mutter als Pfarramtssekretärin durchaus als Respektspersonen gelten. Allerdings macht das Stadt/Landgefälle wenig Unterschied in der patriarchalischen Ordnung in der überkommene Geschlechterrollen nach wie vor präsent sind.

Sehr gut hat mir Lore und ihre scheinbare Unsichtbarkeit gefallen. Sie hört und sieht viel mehr, als ihr die Erwachsenen zutrauen und zubilligen. Das trägt mitunter zu noch mehr Unsicherheit bei. Schade, dass sie sich nicht öfter mit Tante Ursula, dem Enfant Terrible der Familie treffen durfte. Die hätte ihr schon ein wenig mehr vom Leben erzählen können, als nur die neueste Nagellackfarbe.

„Schwimmen im Glas“ ist mein erstes Buch von Eva Lugbauer. Der Schreibstil ist unverkennbar und gefällt mir recht gut. Lores Geschichte rund um ihr Leben/Aufwachsen im Dorf inmitten ihrer Familie wechselt sich mit dem Mädchen und erwachsenen Frau ab.

Fazit:

Ein einfühlsames Buch vom Erwachsen werden in der Baby-Boomer-Generation, dem ich gerne 4 Sterne gebe.