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Veröffentlicht am 09.03.2025

Ich liebe es!

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Ella (17) ist am Boden zerstört: vor 4 Monaten starb ihre beste Freundin Hayley bei einem Autounfall, bei dem sie am Steuer saß. Sie kann sich an nichts mehr aus dieser Nacht erinnern und fühlt sich nun ...

Ella (17) ist am Boden zerstört: vor 4 Monaten starb ihre beste Freundin Hayley bei einem Autounfall, bei dem sie am Steuer saß. Sie kann sich an nichts mehr aus dieser Nacht erinnern und fühlt sich nun ohne ihre treueste Verbündete völlig allein und zerfressen von Schulgefühlen. Ausgerechnet Swayer, Hayleys Freund ist ihr nun die größte Stütze, er kann ihren Verlust und ihre Verzweiflung am besten verstehen. Nach und nach verliebt sie sich ausgerechnet in ihn und bekommt nur noch mehr Schuldgefühle. Doch irgendetwas stimmt nicht und sie sucht in Hayleys geheimen Tagebuch nach Antworten, auch wenn es für sie ein Tabubruch ist, ausgerechnet das Tagebuch ihrer besten Freundin zu lesen. Aber es bringt ihr nicht die erhoffte Erlösung, denn was sie dort über S., wie Hayley ihn nur nannte, liest lässt sie mehr als nur zweifeln, es versetzt sie geradezu in Panik. Wäre Swayer dazu wirklich fähig? Alles was sie nun sieht, verwirrt sie noch mehr. Wem kann sie sich nun anvertrauen?

Drei Perspektiven, drei Sprecher. Rebecca Veil übernimmt den Part der verzweifelten Ella, die bislang Little Miss Perfekt war, doch nun aus ihrem alten Muster ausbricht, wohl auch, weil ihre ansonsten überbehütende Mutter in ihrem Unvermögen mit Ellas purer Verzweiflung umzugehen, erstmals, die Zügel lockerer lässt. Sie klingt jung, verletztlich, manchmal zerrissen und bisweilen von ihren Gefühlen überwältigt. Das passt perfekt und dennoch hebt sich ihre Stimme ganz deutlich von der ebenso jungen von Christiane Marx ab, die Hayleys Gedanken in ihrem Tagebuch preisgibt. Die völlig ungleiche Freundin, die aus ganz anderen Verhältnisses kommt, eine Naturgewalt ist und Ella stets mit sich riss. Bis zum Schluss, als sie irgendetwas aufzufressen schien, dass sie noch nicht mal Ella anvertraute, dafür aber ihrem geheimen Tagebuch, von dessen Existenz Ella noch nicht einmal was ahnte. Ob Ella darin Antworten findet? Es fühlt sich falsch an, ein fremdes Tagebuch zu lesen, aber sie ist sich sicher, dass Hayley es bei ihr in Sicherheit wüsste, Hauptsache, ihre Mutter Phoebe liest es nicht. Irgendwie ist es tröstlich auch nach dem Tod ihrer besten Freundin so nochmal deren Stimme in ihrem Kopf zu hören. Es soll ihr auch helfen, Swayer besser zu verstehen, der sie absolut anzieht, aber dessen Verhalten sie auch immer wieder voller Fragen zurücklässt, Fragen, die ihr nur Hayley beantworten könnte. Die dritte Perspektive ist daher Swayers, der nach dem tödlichen Unfall nun ebenfalls ohne seine engste Vertraute dasteht. Er spürt die Leere und wird doch magisch von der zerbrechlichen Ella angezogen, mit der er zuvor schon so viel Zeit verbracht hatte. Elmar Börger verkörpert gekonnt den ebenso einfühlsamen, wie irritierenden, als auch sexy Swayer und schickt uns in ein Wechselbad der Gefühle. Richtig gekonnt lenkt er gemeinsam mit Autorin Sloan Harlow unsere Gedanken und Gefühle von Sympathie und Mitgefühl zu... das will ich nicht verraten, aber die drei sind wirklich ein wirklich super eingespieltes Team.

Willkommen in einer Gefühlsachterbahn, die wirklich keine Gefühlsregung auslässt und uns bisweilen ebenso irritiert und verwirrt zurücklässt wie Ella. Wem kann sie eigentlich trauen? Selbst an ihrem eigenen Urteilsvermögen zweifelt sie immerhin, auch wenn langsam Erinnerungsfetzen an die Unfallnacht zurückkommen.

Sehr spannend, sehr dramatisch und sehr gefühlvoll, hat mich dieser Jugendroman echt gepackt. Die Liebesszenen waren gut dosiert, spicy aber nicht zu spicy für die Altersgruppe ab 14 Jahren. Dafür braucht man aber auch ganz gute Nerven, denn hier gibt es einige nicht ganz einfache Themen, neben all den Richtungswechseln und der emotionalen Achterbahnfahrt zu verdauen.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Tödlicher Corps-Geist!

Wer mit den Wölfen heult. Die Canterbury-Fälle
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Lillys Kollege Matt hat gerade einen neuen Krankheitsschub und gibt ihr einen lukrativen Auftrag als beratende Pschotherapeutin ab: Sie soll in maximal 10 Sitzungen ein Gutachten über die mögliche Diensttauglichkeit ...

Lillys Kollege Matt hat gerade einen neuen Krankheitsschub und gibt ihr einen lukrativen Auftrag als beratende Pschotherapeutin ab: Sie soll in maximal 10 Sitzungen ein Gutachten über die mögliche Diensttauglichkeit des PS Martin Gordon erstellen, der im Einsatz einen Kollegen angeschossen hat. Da er nicht zum ersten Mal innerhalb der letzten 6 Monate auffiel, steht für ihn nun alles auf dem Spiel. Während ihrer Sitzungen, wird er ihr immer sympathischer, dort sie spürt auch, dass er etwas verheimlicht, vielmehr als seine extremen Konflikte mit Jeff Clark, den er anschoss. Doch ehe sie ihren Auftrag erfüllen kann, nimmt Martin sich das Leben und fordert in seinem Abschliedsbrief auf, Lilly Brown die Umstände seines Todes zu ermitteln. Ein Auftrag, dem Lilly nur allzu gerne nachkommt und dabei auf eine entsetzliche Entdeckung stößt. Doch auch Sozialarbeiterin Mabel hat ihr einen neue Fall verschafft. Sie soll sich der 22 jährigen Gerry annehmen, die kurz nach dem Verlust ihres ersten Babys durch plötzlichen Kindstod, erneut schwanger ist und von Sorgen geplagt wird, dass es sich wiederholen könnte. Diese Therapie fällt ihr sehr schwer, gerade jetzt wo Jocelyn, die Noch-Ehefreund ihres Partners, des Profilers Dan schwanger ist und ihre Spielchen mit ihm treibt.

Da kommt wieder einiges auf die junge Psychotherapeutin und forensische Fallanalytikerin Lilly Brown zu, sowohl privat, als auch beruflich. Denn Lilly war ja einst selbst Teil der MET und kennt den dortigen Corps-Geist und die Schikanen weiblicher Polizistinnen, die von viel zu vielen ihrer männlichen Kollegen nur verächtlich Flintenweiber genannt werden, nur zu gut. Da kommen wirklich unangenehme Erinnerungen hoch, die Lilly mit ihren neuen Patienten nicht so recht in Einklang bringen kann. Je näher sie den Hintergründen zu Martin Gordons Schüssen auf seinen Kollegen kommt, desto überzeugter ist Lilly, dass da eine ganz große Schweinerei vertuscht wurde und Martins das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Die Einblicke in die Strukturen innerhalb der Polizeibelegschaft sind ebenso erschütternd wie erschreckend. Wer allerdings Presseberichte über den Zustand der MET und anderer Dienststellen in England verfolgt hat (und ich will damit nicht sagen, dass bei uns immer alles perfekt ist), der weiß, dass die Autorin dies nicht an den Haaren herbei gezogen hat, sondern es sich leider an realen Vorfällen orientiert. Das macht diese Thematik aber vielleicht nur umso interessanter!

Ihr Partner Dan ist da ganz anders und sehr viel respektvoller und einfühlsamer. Ehrlich, Lilly? Es gibt einies, woran sie zu knabbern hat, aber irgendwie scheint es sie nie zu stören, dass Dans Ehefrau, von der er sich angeblich getrennt hat, 2 mal von ihm schwanger wird, obwohl er behauptet, da sei nichts mehr und er habe sich nur für sie entschieden.... Also, unter uns... ich wurde nicht durch Windbestäubung schwanger, ich war daran durchaus beteiligt. Ich finde die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet (kein Wunder, immerhin ist die Autorin ja selbst Psychologin), aber dass sich Lilly daran nicht stört, ist mir unbegreiflich. Natürlich ist niemand perfekt, aber Dan ist nicht nur deswegen weit davon entfernt, ein akzeptabler Partner zu sein.

Ansonsten gefällt mir diese Reihe allerdings ausgesprochen gut, gerade wegen der psychologischen Komplexität. Gerade das Thema des plötzlichen Kindstods finde ich interessant, weil ich in meiner Zeit im Jugendamt von Brighton & Hove einen recht ähnlichen Fall hatte. Aber da möchte ich nicht spoilern, ich finde es aber auch jenseits der Schwangerschaft interessant. Dans familiäre Situation ist heftig und ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, dass das Familienrecht in England auch im Sorgerecht so völlig anders ist, als bei uns: bei uns ist es für einen ehelichen Vater schier unmöglich, kein gemeinsames Sorgerecht zu haben. Das muss ihm schon gerichtlich entzogen werden, aufgrund ganz gravierender Umstände zugunsten des Kindeswohls (nee nee, Haft und Sucht reichen da nicht aus, selbst Gewalt nicht zwangsläufig). Die Familienrichter können dort aber wirklich ziemlich frei über Hab und Gut der Eheleute entscheiden.

Nach und nach kommt Lilly einer teuflischen Verbrüderung, die sogar Kapitalverbrechen vertuscht auf die Spur. Dabei geht sie gründlich und detailliert vor, so dass man nie den Faden ihrer Gedanken verliert und alles logisch ist, selbst ganz am Schluss, als Lilly Martins letzten Willen mehr als nur erfüllt.

Sehr geschickt finde ich den perspektivischen Einstieg in Tessa Duncans Erzählweise gewählt, da sie mit den Erwartungen und Vorurteilen der Zuhörenden spielt... Ich bin da echt aufs Glatteis gefhrt worden.

Heike Warmuth übernimmt Lillys Ermittlungen wieder voller Wärme und Entschlossenheit. Man hört ihr aber auch bisweilen ihre Entschlossenheit und ihre Sorge, auch um ihre Katze an. Insgesamt finde ich ihre Interpretation sehr lebendig und absolut überzeugend.

Für Fans anspruchsvoller Krimiunterhaltung mit Brit-Flair und psychologischen Einblicken sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Ein geheimnisvolles Gift, bedroht die Lehrer....

Baskerville Hall – Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente. Teil 2: Das Zeichen der Fünf
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Der junge Arthur Doyle freut sich nach den Ferien bei seiner Familie endlich wieder zurück auf sein ganz besonderes Internat Baskerville Hall zurückzukommen. Doch irgendwie ist es anders als erwartet. ...

Der junge Arthur Doyle freut sich nach den Ferien bei seiner Familie endlich wieder zurück auf sein ganz besonderes Internat Baskerville Hall zurückzukommen. Doch irgendwie ist es anders als erwartet. Sein bester Freund und Zimmergenossen Jimmie Moriarty scheint ihm aus dem Weg zu gehen. Hat er Geheimnisse vor ihm? Statt ihn zu fragen, schnüffelt er hinter ihm her und macht dabei beunruhigende Beobachtungen in der Schule. Das geheimnisvolle „Kleeblatt“ das er hoffte, das nun zerschlagen wäre, scheint weiter sein Unwesen zu treiben und Nachwuchs für die Mächtigen und Reichen, mit bisweilen bitterbösen Absichten zu rekrutieren. Als Arthur dann ausgerechnet zu spät zu einer Verabredung mit Professor Holmes erscheint und diesen dann vergiftet im Koma vorfindet, gehen bei ihm alles Alarmglocken los! Die örtliche Polizei nimmt den Vorfall nicht ernst sondern geht von Selbstmord aus, oder einem Unfall. Doch der schnell auftauchende Detetive Smith von Scottland Yard teilt Arthurs Sorge und hört sich dessen Befürchtungen an. Wer ist dieser ominöse grüne Ritter, der immer wieder erwähnt wird? Und wie soll Arthur eine brauchbare Erfindung für den Ideenwettbewerb entwickeln, wenn er den Täter hinter den Anschlägen auf noch weitere Lehrkräfte ermitteln will?

Hier auf Baskerville Hall trifft man alle Legenden des Baker Street Universums wieder, wenn auch in etwas anderen Funktionen, als üblich. Kein Wunder also, dass auch die Namen von Arthurs Freunden für Fans keine Unbekannten sind und junge Einsteiger lernen so Irene Adler und Jimmie Moriarty mal ganz anders kennen. Dessen Vater James ist hier natürlich auch ein übler Schurke und ganz offensichtlich kein Freund von Professor Holmes. Doch was ist mit Jimmie? Wie der Vater so der Sohn? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm? Arthur bekommt leise Zweifel, gerade weil Jimmie sich so rar macht.... So tritt Grover ins Scheinwerferlicht, worüber Arthur nur mäßig begeistert ist. Umso mehr überrascht es ihn, dass Grovers „Geisterfimmel“ doch etwas für sich hat und keine reine Spinnerei ist. Auch erweist er sich als echter Freund und ist stets da, wenn man ihn braucht. Doch auch Pocket und Irene sind ebenso klug, wie einfallsreich und bräuchte man Pferde, könnte Arthur sie sicherlich auch mit ihnen stehlen. Ali Standish hat mit ihnen für die damalige Zeit sehr fortschrittliche junge Heldinnen erschaffen, die man einfach mögen muss, genau wie den Rest dieser ungewöhnlichen Truppe. Die Geschichte ist wieder sehr einfallsreich und verworren. Na klar, denn wir wissen ja, nur wenn man das Unmögliche ausschließt, finden wir die Lösung, mag sie noch so unwahrscheinlich sein... Also muss man gut zuhören und sollte sich kein Detail entgehen lassen....

Johann von Bülow übernimmt für den Der Audio Verlag auch die Rolle des Sherlock in der fiktiven Hörspielfortsetzung der legendären Romanreihe „Neues aus der Baker Street“ was für mich als Fan der Serie natürlich ein besonderes Hörbonbon ist. So klingt für mich die ganze Geschichte einfach nur nach Holmes und Watson! Auch hier zeigt der Schauspieler sein Talent für lebendige Rollenwechsel, die bisweiligen notwendige „stiff upper lip“ denn einige Schüler von Baskerville Hall sind, ihrer Meinung nach, doch was besseres als andere. Der junge Arthur belehrt sie auch dieses mal eines Besseren und Johann von Bülow lässt uns an Arthurs Triumph elegant teilhaben.

Sehr interessant fand ich, dass am Ende der Geschichte auf Parallelen zur Biografie des echten Sir Arthur Conan Doyle gezogen wurde, der am Ende seines Lebens tatsächlich Erfinder und Spirituist war. Wo dann aber der Adelstitel des legendären Krimiautoren herkommt, habe ich aber noch nicht erfahren...

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Wem kannst Du noch trauen, wenn schon Deine Sinne Dich trügen?

Deep Fake
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Mira (37) ist mit Leib und Seele Lehrerin an einer Berliner Gemeinschaftsschule und arbeitet am liebsten mit den schwierigen Schülern. Zu ihnen findet sie besonders gut Zugang, auch wenn ihre 10. Klasse ...

Mira (37) ist mit Leib und Seele Lehrerin an einer Berliner Gemeinschaftsschule und arbeitet am liebsten mit den schwierigen Schülern. Zu ihnen findet sie besonders gut Zugang, auch wenn ihre 10. Klasse sie gerade richtig fordert! Ausgerechnet Alex, ihr bester Schüler hat auf den Schultablets ein verächtlich machendes Meme von der Klassenbeauty Hanya hochgeladen. Doch hier wieder Ruhe und Vertrauen hineinzubringen ist nichts, im Vergleich zu dem was Hanya ihr am nächsten Tag zeigt: ein Sexvideo von Mira, das expliziter kaum sein könnte! Das muss fake sein! So etwas hat sie nie gemacht! In kürzester Zeit geht es viral und Miras Ruf ist runiert, alles was sie sich bisher aufgebaut hat, sogar um ihre Ehe und ihre Kinder fürchtet sie. Dieses Deep Fake ist so gut gemacht, dass sich die Fälschung mit den gängigen Mitteln nicht nachweisen lässt. Ausgerechnet ihr Schüler Alex hilft ihr dabei und rät ihr, ganz woanders zu suchen, nach einer Person, die sie kennt und brillante Computerkenntnisse hat.
Mira muss sich nun ihren schlimmsten Erinnerungen stellen und kehrt unverzüglich nach Tannwinkl, das bayrische Nest, jenseits sämtlicher Funklöcher zurück, in das sie nie wieder zurück wollte. Können die Sünden ihrer Jugend der Grund für diese Kampagne sein?

Nur 40 Sekunden um ihr Leben in Trümmern zu legen und nicht nur ihres, wie sie in ihrem Heimatdorf feststellen muss, den auch ihre Jugendfreunde erhielten Deep Fakes. Sie alle haben damals dem Dorf den Rücken gekehrt, doch nun holt es sie ein. Das Dorf mit all seinen Vorurteilen, seiner Boshaftigkeit und der Bigotterie. Es scheint nicht nur Mira die Luft zum Atmen zu nehmen, umso erstaunter sind sie, dass einer dort geblieben ist und ihnen nur zu gerne behilflich.

Ein atmosphärisch dichter Psychothriller, der umso beklemmender ist, als er reale Bedrohungsszenarien zeigt und die Zuhörenden erkennen lässt, dass es jeden treffen könnte. Warum hat er oder sie getan, was ihnen angetan wurde und warum gerade jetzt?

Je tiefer sie bohren, desto mehr erkennen sie, das Tannwinkl noch schlimmer und verdorbener ist, als sie immer annahmen. Doch wer war ihre damalige Freundin Kat wirklich? Hätte sie ihnen das wirklich angetan?

Mit jeder neuen Erkenntnis steigt auch die, dass sie in noch viel größerer Gefahr sind, als befürchtet. Nicht nur ihr Ruf steht auf dem Spiel, sondern ihr Leben. Nur gemeinsam, haben sie eine Chance, gegen die Technik und die Dorfbewohner.

Immer wenn die Geschichte sich einzugrooven scheint, gibt es eine neue Wendung, eine Erkenntnis oder eine Katastrophe, ein verwirrendes Detail, das alles in Frage stellt, das sie bislang herausgefunden zu haben glaubten. Gewiss ist nur, dass ihr Gegner im Verborgenen agiert und vor keiner Heimtücke zurückschreckt. Auch stellt man sich beim Hören die Frage, ob die Kindheitsfreunde aus dieser Geschichte überhaupt unbeschadet herauskommen können? Sind die Folgen des Deep Fakes wirklich zu beseitigen, oder bleibt etwas für immer? Man denke an Donald Trump und seine Mär von der gestohlenen Wahl....

Cleo Konrad ist ein ausgesprochen dichtes und erschreckendes Szenario gelungen, dass gerade wegen der Hinterwäldlerei von Tannwinkl, wo die Vergangenheit auf die Zukunft treffen, besonders beklemmend wirkt. Das Böse lauert nicht zwangsläufig in der Großstadt... Mir gefällt auch, wie sie zum Schluss wieder einen Haken schlägt und zu Miras Schülern zurückkehrt, wir also erfahren, was aus dem Anfangskonflikt wird. Sie vermag damit auf mehr als einer Ebene zu überraschen.

Daniela-Bette Koch war für mich eine wirklich erfrischende stimmliche Neuentdeckung, die es geschafft hat, sämtliche Charaktere auf Anhieb für mich akustisch erkennbar zu machen, so dass ich mit den Personen nie durcheinander kam. Dabei treiben sich dort im Wald in den Bergen so einige herum, die es nicht gut mit Mira meinen..... Diese Spannung bringt sie wirklich gekonnt und lebendig rüber....

Ein sehr spannender Psychothriller, der schon jetzt möglich sein könnte, sehr gut gelesen.....

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Fesselnd und wendungsreich!

One Perfect Couple
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Lyla (32) ist Virologin in der Forschung an der Uni und steckt in einer beruflichen Sackgasse. Ihr Vertrag läuft in Kürze aus und kein neues Projekt zeigt sich am Horizont. Ihr Freund Nico (28) sieht ...

Lyla (32) ist Virologin in der Forschung an der Uni und steckt in einer beruflichen Sackgasse. Ihr Vertrag läuft in Kürze aus und kein neues Projekt zeigt sich am Horizont. Ihr Freund Nico (28) sieht gut aus, doch wartet er als Schauspieler noch immer auf seinen großen Durchbruch und auch für ihn tickt die Uhr, als er von einem Produzenten einen Anruf erhält und zur Teilnahme an dem angeblich völlig neuartigen Reality Format „One Perfect Couple“ auf einer Trauminsel im indischen Ozean eingeladen wird. Lyla hat so ihre Zweifel, ob die Teilnahme an diesem Format ihre berufliche Chancen nicht noch mehr schmälert, aber aus Liebe zu Nico willigt sie ein. Neben den anderen 4 Paaren, die hauptsächlich aus Influcencern und Teilzeit-Models bestehen, fühlt sie sich wie das obligatorische Mauerblümchen, doch wie der andere Wissenschaftler unter den Teilnehmern erklärt, ist genau das die Strategie. Die Strategie kommt ihr immer entsetzlicher vor, als sie merkt, dass sie nicht nur völlig abgeschnitten von der Aussenwelt sein sollen, sondern das Traumresort so neu ist, dass es noch unvollendet ist und das Personal fehlt. War es auch eingeplant, dass ein Troßensturm aufzieht,während des Team den ersten Verlierer ausfliegt und sie ohne Strom und Frischwasser, auf der Insel festsetzt? Hier geht es mehr als um den Kampf um Popularität und eine Realitystar-Krone, es geht ums Überleben!

Julia Nachtmann klingt meistens klar, präzise, sachlich, aber auch sympathisch. Die nette Wissenschaftlerin, die nicht so leicht den Kopf verliert und ganz sicher nicht zu Hysterie oder Brust-OPs neigt. Bescheiden, aber intelligent und pragmatisch, lässt sie sich kein X für ein U vormachen. Doch gerade sie erkennt recht schnell die wahre Gefahr ihrer Situation, eigentlich schon direkt nach ihrer Ankunft auf der Insel. Ihr Freund Nico, sieht zwar gut aus und ist für jeden Spaß zu haben, aber reicht das auf Dauer? Bei der Bewerbung müssen sie sich unangenehmen Fragen stellen: wo sehen sie sich in 5 Jahren?

Doch Lyla werden nicht nur einige unangenehme Wahrheiten über sich selbst und Nico klar. Unter der stetig wachsenden Druck zeigen sie alle ihr wahres Gesicht und nicht selten kommen dabei erschreckende Fratzen ans Licht. Natürlich wurden die Paare danach gecastet, dass die Charaktere möglichst ungeschiedlich sind, doch wer hätte gedacht wie unterschiedlich...

Während der Großteil der Geschichte aus Lylas Perspektive geschildert wird, kommen zwischendurch immer wieder Auszüge, aus einer anderen Sicht. Wie Einträge aus einem Tagebuch. Es scheint sich um eine weibliche Verfasserin zu handeln, die wohl diesen Überlebenskampf gewonnen hat, doch wer könnte es sein? Werden sie noch immer beobachtet? Diese Sequenzen, die sich teilweise in wirklich entscheidenden Punkten von der Darstellung Lylas unterscheiden, sind verwirrend und geheimnisvoll. Sie bringen stilistisch noch mal eine besondere Würze in die Spannung. Dieser Kniff der erfolgreichen Thrillerautorin Ruth Ware gefällt mir unglaublich gut. Es gibt einem auch das Gefühl, eine geheime Mitwisserin zu sein, auch wenn diese Schilderungen durchaus für die spätere öffentliche Wahrnehmung geschönt scheinen. Was das ganze soll, erfähren wir fast zum Schluss, als es dann noch einen weiteren Twist gibt und man fast laut aufstöhnen möchte. Dieser Ausflug auf eine scheinbar traumhafte Insel hat das Leben der Überlebenden geprägt. Auch wenn diese Teilnehmenden kaum unterschiedlicher sein könnten, zumindest als sie, wie Lyla zu Beginn denkt, ist dies der Beginn von Freundschaften, die sie wohl ihr Leben lang begleiten werden.

Ein scheinbar traumhaftes Setting, das schon bald in einen Albtraum umschlägt und das nicht nur, weil sie ihre Handys abgeben müssen.

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