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Hanne2

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2025

Aufschlussreich und mit einigen Erkenntnissen

Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen
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Nicola Schmidt sagte mir bereits etwas durch ihre artgerecht-Bücher. Dieses war jetzt das erste Buch, dass ich von ihr gelesen habe. In verschiedenen Kapiteln widmet sie sich der Kommunikation zwischen ...

Nicola Schmidt sagte mir bereits etwas durch ihre artgerecht-Bücher. Dieses war jetzt das erste Buch, dass ich von ihr gelesen habe. In verschiedenen Kapiteln widmet sie sich der Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern hinsichtlich besonders herausfordernden Situationen oder Themen, sei es im Kleinkind- oder im Teenageralter. Die Quintessenz lässt sich eigentlich in wenigen Worten zusammenfassen: 1. Kleinkinder in ihren Gefühlen achtsam begleiten. 2. Teenagern aufmerksam zuhören, Fragen stellen, keine Tipps geben. Das klingt jetzt vielleicht etwas vereinfacht, dabei war das Buch beim Lesen tatsächlich sehr bereichernd. Vor allem die lebendigen Beispielsätze helfen sehr, wie bestimmte Themen angesprochen werden können. In den einzelnen Kapiteln geht Nicola Schmidt auf Themen wie Sterben, Sexualität, ungute Freundschaften und noch viele weitere ein. Manche Kapitel waren für mich weniger wichtig, da ich hier meine, doch schon einiges intuitiv umzusetzen. Bei anderen Themen bin ich mir eher unsicher und war sehr dankbar über die einzelnen Formulierungshilfen. Sicherlich gibt es auch mal Beispiele, über die ich eher schmunzeln musste und die bei uns nicht funktionieren würden. Aber hier kann ja jeder für sich schauen, was passt für seine Familie oder eher weniger. Insgesamt ein toller Ratgeber für Familien, um besser mit schwierigen Themen umgehen und darüber kommunizieren zu können.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Autobiografische, gesellschaftliche und theoretische Reflexion zum Thema Missbrauch

Das Lieben danach
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Helene Bracht, selber Psychotherapeutin, schreibt in dem Buch über den eigenen als junges Mädchen erlebten sexuellen Missbrauch und wie dieser ihr späteres Beziehungs- und Liebesleben in ihrem eigenen ...

Helene Bracht, selber Psychotherapeutin, schreibt in dem Buch über den eigenen als junges Mädchen erlebten sexuellen Missbrauch und wie dieser ihr späteres Beziehungs- und Liebesleben in ihrem eigenen Denken, Fühlen und Handeln zum Teil subtil, oft sehr massiv beeinflusst hat. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt - eine wunderschöne und üppige Blüte, möglicherweise eine Pfingstrose, bei der man erst auf den 2.Blick erkennt, da stimmt was nicht, da ist doch etwas beschädigt, abgeknickt. Helene Bracht schreibt lebendig, klug und reflektiert. Großartig wenn man dazu bedenkt, dass es sich um ein Debut handelt. Dabei bleibt es immer ihre Geschichte. Sehr persönlich begibt sie sich auf Spurensuche. Anekdotisch erzählt sie von Liebes- und Beziehungsversuchen, angereichert mit einem enormen Wissen zu sexualisierter Gewalt und deren Auswirkung auf die Psyche der Betroffenen. In der Darstellung des Erlebten hätte ich mir gewünscht, dass es vielleicht stellenweise weniger explizit beschrieben wird. Nicht aus Scham, der Täter hat allen Grund sich zu schämen, auch wenn er vermutlich längst tot ist!! Sondern aus dem Wunsch heraus, die Autorin möge sich etwas mehr selber schützen. Aber möglicherweise versteht man gerade die hochambivalenten Gefühle und Verhaltensweisen im Anschluss nur durch das Vorwissen über das Erlebte besser. Spannend fand ich den Seitenstrang, in dem Helene Bracht über ihre Mutter, deren Bezug zur Sexualität, aber auch deren Befreiung schreibt. Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch, für das zumindest ich immer wieder Pausen gebraucht habe. Vom SRF gibt es in der Philosophieserie "Sternstunde Philosophie" eine Folge mit ihr, die ich ergänzend sehr weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Wunderbare Sprachbilder

Wild wuchern
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Marie flieht aus zu Beginn noch unbekannten Gründen aus Wien in die Berge auf die Alm zu ihrer Cousine Johanna. Atemlos, gehetzt  erzählt die Protagonistin von ihrer Flucht. In kurzen Sätzen, etwas grob ...

Marie flieht aus zu Beginn noch unbekannten Gründen aus Wien in die Berge auf die Alm zu ihrer Cousine Johanna. Atemlos, gehetzt  erzählt die Protagonistin von ihrer Flucht. In kurzen Sätzen, etwas grob wirkt anfänglich die Sprache, und dennoch war ich sofort mit allen Sinnen in der Geschichte, habe mit Spannung die weitere Dynamik verfolgt. Es gibt keine Unterteilung in Kapitel, was aber sehr gut zum Fluss der Geschichte passt. Ich mochte die Sprachbilder sehr, z.B. "Wenn einen die Angst mal hat, dann hängt sie dran an einem, als wäre man ins Spinnennetz gerannt. Spinne noch im Nacken, Fäden im Haar"(S.8).  Die Dialoge zwischen den beiden Frauen sind sehr reduziert, keine Rührseligkeit, mehr Skepsis und Herantasten. Die Bilder der Berghütte und der umgebenden Berglandschaft entstehen sehr kontrastreich im Kopf. Gleichzeitig ist der Text weit weg von jeglichem Kitsch, wirkt eher rauh. Immer wieder stolper ich beim Lesen, z.B. "...versteckt sich in der kargen Einöde. Und nach ein paar Tagen geht die geprügelte Frau dann wieder zurück nach Haus und lässt sich weiterprügeln. So machen das doch alle." Achja?  Psychologisch sehr fein zeigt Katharina Köller neben dem Leben auf der Alm und der Annäherung zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen insbesondere Maries kindliche Suche nach Anerkennung in einem Milieu, was von Narzissmus, Abwertung und fehlender Feinfühligkeit geprägt ist. Ihr naiver Glaube, dass wenn sie sich nur genug anpasst und anstrengt, irgendwann wie die Goldmarie belohnt wird. Spannend aber auch wie ihr die Veränderung gelingt ausgelöst durch eine existentielle Not - plötzlich traut sie sich lästig zu sein, hört auf gefallen zu wollen, zeigt einen bisher ungeahnten Willen. Katharina Köller schafft es die Dynamik konstant zu halten und sogar nochmal zu steigern und gerade einige Szenen aus dem letzten Drittel sind mir sehr in Erinnerung geblieben bzw. haben mich berührt. Ein wunderbares Buch, was ich ganz erfüllt und zufrieden beendet habe und das ich von Herzen weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Über ein kleines Hexenmädchen, das fest an sich glaubt

Kleine Hexe Nebel 1: Das Erwachen des Drachen
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Nach einigen Comics, die so "najaa" waren, ist hier die Begeisterung für die kleine Hexe Nebel wirklich übergeschwappt. Unglaublich niedlich, frech und "radikal selbstbewusst", mit ganz viel Sturheit und ...

Nach einigen Comics, die so "najaa" waren, ist hier die Begeisterung für die kleine Hexe Nebel wirklich übergeschwappt. Unglaublich niedlich, frech und "radikal selbstbewusst", mit ganz viel Sturheit und Entdeckerlust präsentiert sich das kleine Hexenmädchen. Dieser Band ist der erste von insgesamt 3 Bänden über die kleine Hexe Nebel, welche das französische Illustratoren-Paar Jérôme Péllisier und Carine Hinder während der Lockdown-Zeit zurückgezogen in einem pittoresken französischen Dorf geschrieben hat. Ein bisschen erinnert die Kulisse und der Aberglaube der Dorfbewohner an die Asterix-und-Obelix-Comics. Nebel lebt als Findelkind bei dem Dorffischer und möchte so gerne eine Hexe sein. Die alte Hexe des Dorfes Naia ist leider seit einiger Zeit verschwunden und irgendwer muss ja den Job machen... An ihrer Seite sind das schlaue Schweinchen Hubert, welches heimlich im Hintergrund die Fäden zieht, sowie ihr bester Freund Hugo, der ihr treu ergeben ist. Wir haben beim Anschauen und Lesen öfters schmunzeln müssen und besonders das Schweinchen sehr ins Herz geschlossen. Durch die witzigen Dialoge lassen sich auch kleine muffelige Leseanfänger gut hinter dem Ofen hervorlocken. Ein wirklich toller und witziger Comic über ein kleines Mädchen, das fest an sich glaubt und ein großes, ehrliches Herz hat. Wir freuen uns schon sehr auf die nächsten beiden Bände.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Sprachlich sehr rauh und direkt

Achtzehnter Stock
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Das Buchcover mit dem Plattenbau vor blauem Himmel mit hellen Wölkchen wirkt fast heiter und harmlos, nahezu wie eine Theaterkulisse. Dabei geht es bereits auf den ersten Seiten für Wanda, die im achtzehnten ...

Das Buchcover mit dem Plattenbau vor blauem Himmel mit hellen Wölkchen wirkt fast heiter und harmlos, nahezu wie eine Theaterkulisse. Dabei geht es bereits auf den ersten Seiten für Wanda, die im achtzehnten Stockwerk eines Berliner Plattenbaus gemeinsam mit ihrer Tochter lebt, um vieles. Einerseits bahnt sich für die erfolglose und alleinerziehende Schauspielerin endlich ein dringend notwendiges Casting an, die finanzielle Situation ist mehr als angespannt. Gleichzeitig ist ihre kleine Tochter Karlie krank. Man spürt von Anfang an den Druck und das Tempo beim Lesen. Die Sprache ist rauh und direkt. Großartig beschreibt Sara Gmuer das Leben mit ihrer Tochter in der Platte, das Eintauchen in die Filmwelt, den Spagat zwischen beiden Welten. Jedem sich am Horizont ankündigenden Stereotyp (Schauspielkollege als Retter und Helfer, Sisterhood unter den in der Platte lebenden Frauen) wird ein Strich durch die Rechnung gemacht. Sara Gmuer zeigt fein beobachtet Figuren mit all ihren Ambivalenzen, mit Ecken und Kanten, die man lieben und an denen man sich als Leser stoßen kann. Es geht um das Träumen vom kleinen und großen Glück, das Dranbleiben, Hoffen und Durchbeißen. Innerhalb von 2 Tagen habe ich die 222 Seiten gelesen und das Buch etwas atemlos beendet. Ein Roman mit einem ganz eigenen Klang, der nachhallt.

„Unerfüllte Träume sind auch Träume. Sie sind bloß viel gefährlicher. Man verbittert, man wird so, wie man niemals sein wollte, man wird wie all die anderen Versager, Verstörten und Vergessenen, man lässt sich gehen und gewöhnt sich an die flirrenden Abgase, die Absagen, den Lärm.“

"Eigentlich ist es ganz einfach, man muss das Schicksal nur lange genug nerven, irgendwann gibt es nach und schmeißt einem das Glück vor die Füße, damit man endlich Ruhe gibt.“

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