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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2025

Anspruchsvoller Jugendroman über Freundschaft und Eifersucht

Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen
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"So ist das also dachte ich. Das ist Mut. Sich etwas nicht zu trauen, es dann aber trotzdem zu tun."

„Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen“ von von Herman van de Wijdeven ist ein ...

"So ist das also dachte ich. Das ist Mut. Sich etwas nicht zu trauen, es dann aber trotzdem zu tun."

„Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen“ von von Herman van de Wijdeven ist ein wirklich guter Jugendroman. Er handelt von Juri und Bent, die die besten Freunde sind, in dieselbe Schulklasse gehen und auch in ihrer Freizeit alles gemeinsam machen. Zusammen sind sie doppelt so mutig und denken sich regelmäßig irgendwelche Mutproben füreinander aus.
Nach den Sommerferien kommt ein neuer Schüler, Finn, in ihre Klasse und Bent sieht seine Freundschaft mit Juri in Gefahr. Er ist eifersüchtig, als Juri plötzlich ständig mit Finn herumhängt. Und als Bent dann noch glaubt, Juri hätte Finn sein größtes und peinlichstes Geheimnis verraten, sieht Bent rot. Er fordert Juri zu einer lebensgefährlichen Mutprobe heraus ...

„Ich will das nicht, dachte ich, ich will das wirklich nicht. Ich hätte nie mitgehen sollen. Alles in mir hatte rebelliert, weil das hier eine schlechte Idee war. Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen. Und ich würde es sicher bereuen.“

Ich fand das Buch unheimlich spannend geschrieben, besonders durch die Zeitsprünge in Vorher und Nachher, vor der gefährlichen Mutprobe und danach. Der Schreibstil des Autors und der Aufbau des Buchs haben mir gut gefallen.
Meiner Meinung nach ein wirklich empfehlenswertes und anspruchsvolles Jugendbuch, das sicher noch eine Weile nachhallen wird.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Nicht einfach zu lesen, aber sehr lesenswert

MTTR
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Der Roman „MTTR“ von Julia Friese ist ein Buch, das zwangsläufig polarisieren muss. Es ist weder sprachlich noch inhaltlich leicht zu lesen – aber durchaus lesenswert. Doch hier gehen die Meinungen sicher ...

Der Roman „MTTR“ von Julia Friese ist ein Buch, das zwangsläufig polarisieren muss. Es ist weder sprachlich noch inhaltlich leicht zu lesen – aber durchaus lesenswert. Doch hier gehen die Meinungen sicher auseinander; wie immer ist es Geschmackssache.
Der Roman erzählt Teresas Leben, vom Kinderwunsch über die Schwangerschaft bis hin zur Mutterschaft und der Rückkehr in den Beruf. Auf diese Weise hat das vorher noch niemand geschrieben. Der Schreibstil ist herausfordernd, aber außergewöhnlich (gut).
Sehr authentisch und glaubhaft wurden hier die Gedanken der Protagonistin übermittelt, ihre Zweifel und auch der gesellschaftliche Druck. Man begreift, wie eigene negative Erfahrungen in der Kindheit auch die eigene Mutterschaft und das spätere Leben beeinflussen.
Interesant fand ich auch die Wahl des Titels MTTR, was „Meantime to Recover/Repair“ bedeutet und sehr gut zum Thema Mutterwerden/Muttersein passt.
Schwangeren würde ich das Buch eher nicht empfehlen, aber allen mit Kinderwunsch oder allen, die schon Kinder haben und mal etwas ganz anders geartetes zu dem Thema lesen wollen.
Mein Fazit: eine anspruchsvolle, aber gleichzeitig sehr lesenswerte Lektüre!

"Nicht hochgucken. Auf das Kassenband. Schwangerschaftstests und Folsäure wie Rasierklingen und Schlaftabletten. Waffen.
Für Frauen die sich den Puls nicht auf-, sondern nur ein bisschen anritzen wollen. Die im eigenen Leben zurücktreten wollen Punkt hinter sich. Neben sich. Ganz langsam. Ausbluten und nie wieder wach sein Punkt bleiben, aber verschwinden. Holäutig. Rundwangig. Ein Hologramm mit zwei "m". Mama."

"Und ich war erleichtert. Jedes Mal erleichtert und am Boden zerstört. Ich verstand es nicht. Verstand nicht mal, was ich hier machte. Was war das? Etwas, über das ich nicht redete, das mit mir ausgeführt wurde. Ein Modus, der mit mir ablief. Warum weiß ich nicht. Auch Tage später, wenn ich zu bluten begann, wieder der Modus. Und mit ihm die innere Leere. Mein Blut schien mir zu bestätigen, was das Außen so häufig signalisierte: du nicht. Egal, ob sechs Tage früher oder später. Du bist unbewohnbar. Allein. Mit dir und in dir allein."

"Ich sagte, ich weiß es nicht, ob das so eine gute Idee ist. Ein Kind. Ist das nicht das Naivste, was man nur wollen kann? Ein Kind. Was will man eigentlich, wenn man sagt, man will ein Kind. Das ist überhaupt nichts Konkretes. Und man sagt doch bewusst ein Kind. Denn man kennt das Kind nicht. Kann es nicht kennen. Noch nicht. Falls man es je kennt. Erkennt. So oder so lässt man sich auf etwas Unbekanntes ein. Man sagt: ich will, dass etwas Unbekanntes mit mir passiert. Mit uns. Das ist der Anfang."

"Es ist doch das Schönste, sagt meine Mutter. Das Mutterglück, sagt sie. Und ich schaue sie an und weiß nicht, wer da durch sie spricht. Mutterglück. Ich - will ich sagen - bin deine Tochter. Ich weiß doch, dass du nie glücklich warst. Dass dich das überfordert hat. Das Muttersein. Dass du daran verzweifelt bist. Dass das überhaupt nichts für dich war. Wie kann das sein. Dass du sagst, Kinder kriegen ist das Schönste. Wie passt das."

"Wenn man etwas machen kann, ist es immer weniger attraktiv, als es schien, während man es nicht machen konnte. Im Nichtkönnen liegt Sehnsucht, im Alleskönnen nur Lethargie."

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2025

Nicht einfach zu lesen, aber sehr lesenswert

MTTR
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Der Roman „MTTR“ von Julia Friese ist ein Buch, das zwangsläufig polarisieren muss. Es ist weder sprachlich noch inhaltlich leicht zu lesen – aber durchaus lesenswert. Doch hier gehen die Meinungen sicher ...

Der Roman „MTTR“ von Julia Friese ist ein Buch, das zwangsläufig polarisieren muss. Es ist weder sprachlich noch inhaltlich leicht zu lesen – aber durchaus lesenswert. Doch hier gehen die Meinungen sicher auseinander; wie immer ist es Geschmackssache.
Der Roman erzählt Teresas Leben, vom Kinderwunsch über die Schwangerschaft bis hin zur Mutterschaft und der Rückkehr in den Beruf. Auf diese Weise hat das vorher noch niemand geschrieben. Der Schreibstil ist herausfordernd, aber außergewöhnlich (gut).
Sehr authentisch und glaubhaft wurden hier die Gedanken der Protagonistin übermittelt, ihre Zweifel und auch der gesellschaftliche Druck. Man begreift, wie eigene negative Erfahrungen in der Kindheit auch die eigene Mutterschaft und das spätere Leben beeinflussen.
Interesant fand ich auch die Wahl des Titels MTTR, was „Meantime to Recover/Repair“ bedeutet und sehr gut zum Thema Mutterwerden/Muttersein passt.
Schwangeren würde ich das Buch eher nicht empfehlen, aber allen mit Kinderwunsch oder allen, die schon Kinder haben und mal etwas ganz anders geartetes zu dem Thema lesen wollen.
Mein Fazit: eine anspruchsvolle, aber gleichzeitig sehr lesenswerte Lektüre!

"Nicht hochgucken. Auf das Kassenband. Schwangerschaftstests und Folsäure wie Rasierklingen und Schlaftabletten. Waffen.
Für Frauen die sich den Puls nicht auf-, sondern nur ein bisschen anritzen wollen. Die im eigenen Leben zurücktreten wollen Punkt hinter sich. Neben sich. Ganz langsam. Ausbluten und nie wieder wach sein Punkt bleiben, aber verschwinden. Holäutig. Rundwangig. Ein Hologramm mit zwei "m". Mama."

"Und ich war erleichtert. Jedes Mal erleichtert und am Boden zerstört. Ich verstand es nicht. Verstand nicht mal, was ich hier machte. Was war das? Etwas, über das ich nicht redete, das mit mir ausgeführt wurde. Ein Modus, der mit mir ablief. Warum weiß ich nicht. Auch Tage später, wenn ich zu bluten begann, wieder der Modus. Und mit ihm die innere Leere. Mein Blut schien mir zu bestätigen, was das Außen so häufig signalisierte: du nicht. Egal, ob sechs Tage früher oder später. Du bist unbewohnbar. Allein. Mit dir und in dir allein."

"Ich sagte, ich weiß es nicht, ob das so eine gute Idee ist. Ein Kind. Ist das nicht das Naivste, was man nur wollen kann? Ein Kind. Was will man eigentlich, wenn man sagt, man will ein Kind. Das ist überhaupt nichts Konkretes. Und man sagt doch bewusst ein Kind. Denn man kennt das Kind nicht. Kann es nicht kennen. Noch nicht. Falls man es je kennt. Erkennt. So oder so lässt man sich auf etwas Unbekanntes ein. Man sagt: ich will, dass etwas Unbekanntes mit mir passiert. Mit uns. Das ist der Anfang."

"Es ist doch das Schönste, sagt meine Mutter. Das Mutterglück, sagt sie. Und ich schaue sie an und weiß nicht, wer da durch sie spricht. Mutterglück. Ich - will ich sagen - bin deine Tochter. Ich weiß doch, dass du nie glücklich warst. Dass dich das überfordert hat. Das Muttersein. Dass du daran verzweifelt bist. Dass das überhaupt nichts für dich war. Wie kann das sein. Dass du sagst, Kinder kriegen ist das Schönste. Wie passt das."

"Wenn man etwas machen kann, ist es immer weniger attraktiv, als es schien, während man es nicht machen konnte. Im Nichtkönnen liegt Sehnsucht, im Alleskönnen nur Lethargie."

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

Sehr lesenswerte Biografie: Für mehr Diversität

Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund
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Ich habe bereits mit großer Begeisterung verschiedene Beiträge in Anthologien sowie seinen Roman „Sonne in Scherben“ von Jayrôme C. Robinet gelesen, daher war ich auf neugierig auf seine Biografie namens ...

Ich habe bereits mit großer Begeisterung verschiedene Beiträge in Anthologien sowie seinen Roman „Sonne in Scherben“ von Jayrôme C. Robinet gelesen, daher war ich auf neugierig auf seine Biografie namens "Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund".
Jayrôme hat früher als weiße, französische Frau gelebt. Doch dann zieht er nach Berlin, so sein Leben als trans Mann beginnt.
Er nimmt Testosteron und erlebt eine Art zweite Pubertät, ihm wächst ein Bart und plötzlich wird er als „Mann mit Migrationshintergrund“ gesehen. Er bemerkt in verschiedenen Alltagssituationen, dass sich nicht nur seine Identität, sondern auch das Verhalten seiner Mitmenschen ihm gegenüber stark geändert hat.
Sein Vorteil ist, dass Jayrôme es vergleichen kann, wie er als Mann bzw. als Frau behandelt wurde/wird.
Das Buch ist sehr persönlich und unterhaltsam gleichermaßen geschrieben. Es geht hier nicht nur um die generellen Probleme queerer und trans Menschen, gesellschaftliche Wahrnehmungen und Zuordnungen, sondern auch das Thema Rassismus wird behandelt.
Ich finde das Buch sehr lesens- und empfehlenswert für alle, die sich mit dem Thema Diversität beschäftigen möchten.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

Sehr lesenswerte Biografie: Für mehr Diversität

Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund
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Ich habe bereits mit großer Begeisterung verschiedene Beiträge in Anthologien sowie seinen Roman „Sonne in Scherben“ von Jayrôme C. Robinet gelesen, daher war ich auf neugierig auf seine Biografie namens ...

Ich habe bereits mit großer Begeisterung verschiedene Beiträge in Anthologien sowie seinen Roman „Sonne in Scherben“ von Jayrôme C. Robinet gelesen, daher war ich auf neugierig auf seine Biografie namens "Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund".
Jayrôme hat früher als weiße, französische Frau gelebt. Doch dann zieht er nach Berlin, so sein Leben als trans Mann beginnt.
Er nimmt Testosteron und erlebt eine Art zweite Pubertät, ihm wächst ein Bart und plötzlich wird er als „Mann mit Migrationshintergrund“ gesehen. Er bemerkt in verschiedenen Alltagssituationen, dass sich nicht nur seine Identität, sondern auch das Verhalten seiner Mitmenschen ihm gegenüber stark geändert hat.
Sein Vorteil ist, dass Jayrôme es vergleichen kann, wie er als Mann bzw. als Frau behandelt wurde/wird.
Das Buch ist sehr persönlich und unterhaltsam gleichermaßen geschrieben. Es geht hier nicht nur um die generellen Probleme queerer und trans Menschen, gesellschaftliche Wahrnehmungen und Zuordnungen, sondern auch das Thema Rassismus wird behandelt.
Ich finde das Buch sehr lesens- und empfehlenswert für alle, die sich mit dem Thema Diversität beschäftigen möchten.

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