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Veröffentlicht am 28.12.2017

umorvoll, zeitkritisch und mit russischem Akzent wunderbar stimmig vorgetragen.

Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger
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Die neusten Geschichten von Wladimir Kaminer drehen sich hauptsächlich
um seine Mutter, die seit circa 30 Jahren in Rente ist, aber sich noch
lange im Ruhestand befindet. Ihre Neugier lässt sie aktiv und ...

Die neusten Geschichten von Wladimir Kaminer drehen sich hauptsächlich
um seine Mutter, die seit circa 30 Jahren in Rente ist, aber sich noch
lange im Ruhestand befindet. Ihre Neugier lässt sie aktiv und umtriebig
leben und von ihren Erlebnissen erfährt man in diesem Hörbuch so
allerhand, aber auch von der russischen Politik und Kultur.

Wladimir Kaminers Mutter wohnt mit ihrem Sohn und seiner Familie im
gleichen Haus und nimmt trotz ihrer 84 Jahre noch immer aktiv am Leben
teil. Im Hörbuch geht es um Alltägliches, um Ansichten und Erfahrungen,
aber auch um Erinnerungen an die russische Heimat der Seniorin. Dabei
kommt natürlich auch die Sichtweise von Wladimir nicht zu kurz. Er fügt
den Stories über seine Mutter stets seine eigenen Anmerkungen bei, die
gesellschaftskritisch und aktuell sind oder auch die russische Politik
aus der Vergangenheit betreffen. Beide Kaminers sehen scheinbar die Welt
immer noch durch eine russische Brille. Dabei leben sie schon sehr
lange in Deutschland.

Zuerst erfährt man den Grund für die Englisch-Kurse Frau Kaminers in
der VHS. Dank ihrer Verehrung von John F. Kennedy lernt sie seit Jahren
die englische Sprache. Wie gut sie die Sprache beherrscht, ist dabei
wohl unerheblich, denn ihre erste Reise nach Großbritannien kommt dank
Einreiseproblemen nicht zustande.

Weiterhin geht es um ihre Vorliebe für ihren Roboter-Staubsauger, wir
erfahren dank eines alten Familienrezepts einiges über die politische
Situation zwischen den russischen Staaten und auch die Ausflüge mit den
Oma-Freundinnen bringen erheiternde Einblicke in das Leben von Mutter
Kaminer.

Dieser scheinbar offene Blick auf die Familie, aber auch die Einblicke in die russische Gesellschaft sind nicht nur sehr unterhaltsam, sie erweitern das Verständnis für die politische Situation Russlands beim Hörer.


Ich habe neben den Informationen, der Kritik an russischen Politikern
und dem aktuellen Bezug auf syrische Flüchtlinge auch eine sehr
vergnügliche Zeit beim Hören gehabt. Denn wie immer wird alles mit einem
Augenzwinkern erzählt und Kaminer zeigt auf die ihm eigene witzige und
charmante Art eine philosophische Betrachtung seiner Welt. Wie immer
kommt natürlich die russische Heimat vordergründig vor, aber auch eine
spezielle Logik, mit der er seine Mutter vorstellt. Dies und sein
russischer Akzent machen dieses Hörbuch zu einer interessanten
Unterhaltung, die man nicht so schnell wieder vergisst.

Mir persönlich hat die Geschichte "Kochen für den Frieden", die Aufforderung der Krankenkasse zur Organspende und die Oma-Freundschaften der Mutter am besten gefallen. Hier geht es um Politik, falsch verstandene Post und das Altern an sich.



Für vergnügliche Stunden kommt diese Audio CD auf jeden Fall in Frage. Für Kaminer-Fans ein absolutes Muss!

Veröffentlicht am 26.12.2017

Wer nach den Wolken fischt

Die Wolkenfischerin
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Genau das bist du für mich, Claire. Ein Meer mit mehr als zwanzig Blautönen, und egal, wie oft ich hinsehe, es kommt jedes Mal eine weitere Nuance hinzu, die etwas in mir berührt." Zitat Seite 255


In ...

Genau das bist du für mich, Claire. Ein Meer mit mehr als zwanzig Blautönen, und egal, wie oft ich hinsehe, es kommt jedes Mal eine weitere Nuance hinzu, die etwas in mir berührt." Zitat Seite 255


In diesem Roman hat mich das Zusammenfinden der zwei Schwestern und ihre Suche nach den eigenen Wurzeln und dem wahren Zuhause ihres Herzens am meisten gerührt.

Claire Durant bzw. Gwenaelle, wie sie eigentlich heißt, ist eine Figur, die ihre Karriere auf ein Lügengebilde gebaut hat. Sie ist also keine Person, von der man sofort sympathisch angezogen wird.

Mit ihrem Auftreten in Berlin täuscht sie eine Frau von Welt vor, dabei hat sie Charme und Humor und gar keinen Grund für diese Täuschung.

Die Reise in den Heimat, die Bretagne ändert alles. Dort findet sie wieder den Kontakt zu ihrer Schwester Maelys und auch alte Freunde kommen ihr wieder ganz nah. Schwierig gestaltet es sich allerdings, als ihr Chef aus Berlin auftaucht. Aber auch die Erinnerung und Trauer an ihren verstorbenen Vater macht sich wieder breit.

Mir hat der Schreibstil von Claudia Winter sehr gut gefallen, sie vermag es bildhaft zu erzählen und bringt die landschaftliche Szenerie anschaulich zum Ausdruck.

Auch das Dorfleben mit seinen verschiedenen Charakteren und den Traditionen bringt eine gehörige Portion Flair in die Geschichte, die Rezepte und französischen Besonderheiten im Anhang sorgen für ein bretannisches Stimmungsbild und machen Lust auf ein nachbacken bzw. -kochen.


Durch Claires Lügen konnte ich mit ihr nicht richtig warmwerden. Dennoch habe ich gespannt die Verwicklungen verfolgt. Meine Lieblingsfigur war ihre Tante Valérie und die gehörlose Schwester Maelys, die trotz ihrer Taubheit ihren Lebensweg gefunden hat.


Claudia Winter zeigt eine berührende Geschichte, die sich um gegenseitiges Vertrauen, um Trauer und Lebensziele dreht. Sie lässt Claire mit ihrer Flucht und ihren Lügen vor Problemen fliehen, aber sie macht auch deutlich, dass man mit der Vergangenheit nie ganz abschliessen kann und seine eigenen Wurzeln zum Leben dazugehören. Eine charmante Geschichte, die besonders mit den schönen landschaftlichen Beschreibungen punkten kann.


Dieser Roman zeigt Gefühle, bringt die bretonische Lebensart nahe und unterhält mit lustigen Szenen. Wer die Bretagne liebt, wird auch diesen Roman lieben und gern mitreisen.

Veröffentlicht am 23.12.2017

Island-Thriller mit Charakterstudien

DNA
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Der Thriller beginnt mit einem ergreifenden Prolog, in dem die Trennung von Geschwistern im Jahr 1987 gezeigt wird.
Dann beginnt die Überfallhandlung, bei der die kleine Margrét anwesend ist, als ein gewaltätiger ...

Der Thriller beginnt mit einem ergreifenden Prolog, in dem die Trennung von Geschwistern im Jahr 1987 gezeigt wird.
Dann beginnt die Überfallhandlung, bei der die kleine Margrét anwesend ist, als ein gewaltätiger Mann ihre Mutter grausam ermordet.


Dieser Thriller wird durch den angenehmen Schreibstil zu einem Lesegenuss. Man ist sofort in der Handlung gefangen und versucht die Mordfälle mit dem Prolog in Verbindung zu bringen.


Die Autorin spielt mit häufigen Perspektivwechseln und baut so die verschiedenen Vorgänge und Sichtweisen zu einem Ganzen zusammen.
Sie benutzt Mordmethoden, die in ihrer Art wirklich außerordentlich grausam sind, aber nur ansatzweise beschrieben werden. Die Beschreibungen empfinde ich als erträglich, das Meiste spielt sich dann allerdings in der eigenen gedanklichen Vorstellung ab.

Huldar und Freyja treffen aufeinander und kennen sich von einer gemeinsam verbrachten Nacht. Doch Freyja kennt Huldar nur unter falschem Namen. Für eine Zusammenarbeit nicht gerade gute Voraussetzungen, aber für eine Krimireihe bietet sich viel Entwicklungspotenzial.


Huldar leitet die Ermittlungen und Freyja hat als Psychologin die Aufgabe, die Befragung von Margrét durchzuführen. Sie geht sensibel auf das Kind ein und erhält nach und nach wichtige Informationen über den Täter. Freyja ist mir durchweg sympathisch, was ich von Huldar nicht sagen kann. Er wirkt auf mich ständig müde und macht Fehler und ist ohne Gewissensbisse hinter vielen Frauen her, achtet dabei nicht mal die Frauen von Kollegen. Ein echter Unsympath, der sich erst noch seine Lorbeeren verdienen muss.

Bei den Ermittlungen laufen die Spuren ins Leere. Etliche Personen geraten in den Kreis der Verdächtigen und die gefunkten Zahlencodes bringen dem Leser nicht die gewünschten Informationen. Hier gibt es einige Längen, auch das Umfeld der Personen wird mir zu ausführlich behandelt.

Der Titel und die drei getrennten Geschwister haben mir dann Anhaltspunkte zum Täter gegeben, ich ahnte die Zusammenhänge, konnte ihn jedoch nicht namentlich benennen. Das ist eine besondere Finte der Autorin und machte für mich den eigentlichen Spannungsmoment aus.

Die Autorin beweist in diesem Buch bei ihren Charakterdarstellungen eine einfühlsame Menschenkenntnis. Das zeigt sich besonders in der Ansicht der kleinen Margrét. Aber auch die anderen Personen sind lebensnah gezeichnet.



Letztendlich hat mir bei diesem Thrillerauftakt die Idee hinter der Handlung und der ansprechende Schreibstil gut gefallen, obwohl mir wie gesagt zwischendurch die Hochspannung fehlte.

Veröffentlicht am 19.12.2017

Schwedische Millieustudie mit Krimianteilen

Der Fall Kallmann
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In einer schwedischen Kleinstadt: Eugen Kallmann war ein beliebter Lehrer, als er stirbt, wirft sein Tod einige Fragen auf. Die Polizei macht es als Unfall fest. Als Leon Berger Kallmanns Nachfolge im ...

In einer schwedischen Kleinstadt: Eugen Kallmann war ein beliebter Lehrer, als er stirbt, wirft sein Tod einige Fragen auf. Die Polizei macht es als Unfall fest. Als Leon Berger Kallmanns Nachfolge im Schwedischunterricht antritt, findet er dessen Tagebücher. Er liest sie und kann sich daraus keinen Reim machen, denn Kallmann spricht in Rätseln. Er behauptet sogar, einem ungesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. War das eventuell ein Motiv für seinen eigenen Todesfall? Leon Bergers Interesse ist geweckt und mit zwei Kollegen versucht er das Rätsel zu lösen.


Der Aufhänger dieses Romans ist die Person Eugen Kallmann, einem eigenbrötlerischen Lehrer, der sich für Kriminalfälle interessiert und behauptet, er könne es einem Menschen ansehen, ob er einen Mord begangen hat. Sein Nachfolger Leon Berger versucht, sich aus Kallmanns Tagebüchern und Befragungen ein genaues Bild von Tod seines Vorgängers zu machen.


In diesem Roman erfährt der Leser aus unterschiedlichen Ich-Perspektiven die gesamte Geschichte, es sind der Lehrer Leon, Ludmilla, Igor und Schülerin Andrea. Die Kapitel erscheinen wie Tagebuchseiten der Personen, sie sind zeitlich strukturiert und daher kann man sie auch gut zuordnen. Man bekommt einen tiefen Einblick in die Figuren und erfährt von ihren inneren Konflikten und kann dadurch die verschieden angelegten Charaktere gut einschätzen.

Wie allerdings der Fall Kallmann mit den Personen zusammenhängt, kristallisiert sich erst allmählich wie bei einem Puzzle heraus.
Håkan Nessers Schreibstil ist flüssig zu lesen, erscheint in einem ruhigen Tonfall und leicht melancholisch. Dabei gelingt es ihm, die Charaktere lebendig und unverwechselbar mit verschiedenen Stimmen reden zu lassen und das macht den eigentlichen Reiz des Romans aus. Der Krimifall tritt nicht in den Vordergrund, es geht mehr um die Figuren, ihnen wird viel Raum gegeben und dadurch bleibt die Ermittlungsarbeit und Spannung mehr oder weniger auf der Strecke. Es ist dennoch interessant, wie sich die Fäden bis zum Ende zusammenfügen und eine schlüssige Lösung präsentiert wird. Man benötigt dafür allerdings einen langen Leseatem.

Wie es bei skandinavischen Autoren häufig der Fall ist, hat auch Nesser als Grundlage seines Romans den Blick auf die gesellschaftspolitische Ebene gelenkt. Damit ergibt sich auch die Erklärung, warum wir hier von einem Roman ausgehen müssen, auch wenn ein Mordfall zur Aufklärung kommen soll.


Diesen Roman empfehle ich den Fans des Autors, aber auch literarisch interessierten Lesern, die einen zwar ruhig, aber brillant erzählten Roman zu schätzen wissen.

Veröffentlicht am 18.12.2017

Zauberhafte Lovestory gegen den Winterblues

Weihnachten in Briar Creek
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"Weihnachten in Briar Creek" ist der fünfte Teil der Briar-Creek-Buchreihe von Olivia Miles und gleichzeitig der Abschluss. Die Reihe erscheint im LYX Verlag.



In der idyllischen Kleinstadt Briar Creek ...

"Weihnachten in Briar Creek" ist der fünfte Teil der Briar-Creek-Buchreihe von Olivia Miles und gleichzeitig der Abschluss. Die Reihe erscheint im LYX Verlag.



In der idyllischen Kleinstadt Briar Creek geht es noch beschaulich zu und man kennt sich untereinander. Wie jedes Jahr sorgt der alljährliche Dekowettbewerb für Aufregung. Dieses Mal möchte Kara Hastings ebenfalls mitmachen, denn finanziell steht ihre kleine Bäckerei nicht gerade rosig dar. Der Großstädter Nate Griffin besucht seine Tante Molly, auch wenn ihm Weihnachten eher zuwider ist. Dass er sie beim Wettbewerb unterstützt, sorgt bei Kara nicht nur für sportliche Herausforderung, sondern auch für Herzrasen, denn er ist trotz seiner arroganten Art ein gutaussehender junger Mann.

Dieser Teil der Buchreihe liest sich wundervoll romantisch und man taucht sofort in die idyllische weihnachtliche Atmosphäre des kleinen Städtchen ein. Hier wird Weihnachten ganz groß gelebt, mit schönen Dekorationen, gemütlichen Treffen bei Scones, Tee und Kerzenschein und mit jeder Menge Cookies aus der Bäckerei von Kara Hastings.
Auch wenn man das Ende vorhersehen kann, lässt man sich gern durch die Handlung treiben und genießt die gemütliche Weihnachtsstimmung, die allgegenwärtigen Backwaren und die vielfältigen Dorfbewohner und Besucher. Hier macht sich eine heimelige Stimmung breit, der man sich kaum entziehen kann. Auch wenn ich gar nicht so gern Cookies mag, so habe ich doch ständig die Schneeflockencookies mit ihren traumhaften Verzierungen vor Augen gehabt und dabei den Wunsch verspürt, selbst Weihnachtsgebäck herzustellen.

Tante Molly genießt den Besuch ihres Neffen Nate und spannt ihn schnell in den Dekowettbewerb ein, der diesjährige Sieg würde ihr viel bedeuten. Nate ist gar kein arroganter Schnösel, sondern eher ein hilfbereiter junger Mann und so legt er in der kleinen Pension von Molly bei der Deko Hand an.

Der Schreibstil ist schön zu lesen und man sieht die bunten Verzierungen und blitzenden Lichterketten bildhaft vor Augen und hat fast den Duft der leckeren Cookies in der Nase. Auch die detaillierten Beschreibungen der geschmückten Häuser, Wohnungseinrichtungen und der Figuren mochte ich gern, etwas mehr charakterliche Tiefe hätte den Personen jedoch gut getan und das wäre für mich das I-Tüpfelchen gewesen.

Gut gefallen hat mir, dass sich beide, Kara und Nate, für ihre Ideen ins Zeug legen. Die beiden Protagonisten fühlen sich zueinander hingezogen, aber beide sehen keine Zukunft für eine gemeinsame Beziehung, denn ihre Lebensmittelpunkte sind örtlich einfach zu weit voneinander entfernt. Das steigert die Spannung und die Hoffnung auf ein glückliches Ende.


Ich wurde gut und sehr stimmungsvoll unterhalten, man darf keine tiefschürfende Handlung erwarten, aber einen Roman, der mit dem weihnachtlich, romantischen Rahmen einfach für Wohlbefinden sorgt. Das richtige Buch für verschneite Winterabende zum lockeren Entspannen.

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