Ich habe einen relativ kleinen Garten und bin eigentlich immer recht planlos bei der Gestaltung. Viele Pflanzen landen einfach da wo Platz ist und entweder gehen sie mir ein, oder überwuchern nach kurzer ...
Ich habe einen relativ kleinen Garten und bin eigentlich immer recht planlos bei der Gestaltung. Viele Pflanzen landen einfach da wo Platz ist und entweder gehen sie mir ein, oder überwuchern nach kurzer Zeit alles und sind so einfach nicht mehr schön, sondern nur noch störend. Mir fehlen ein paar Anregungen, die ich mir in diesem Buch holen wollte.
Britta Telhar zeigt hier auf wunderschönen Bildern verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten, oft aus ihrem eigenen Garten. Unter verschiedenen Gesichtspunkten, wie zb Sichtschutz, oder Schaffung von Gartenräumen erläutert sie, welche Pflanzen geeignet sind, wie man mit bauliche Besonderheiten umgeht, was gut miteinander harmoniert und wie der Garten in jeder Jahreszeit schön aussieht. Unter jedem Kapitel gibt sie nochmal einen ganz persönlichen Tipp an den Leser weiter, zum direkten nachpflanzen nennet sie ihre Top Fünf verschiedener Pflanzengruppen, wie zb Gräser.
Das Buch ist schnell durchgeblättert und bietet viele Inspirationen, aus denen man sich das passende heraussuchen kann. Was ich allerdings vermisst habe, sind konkrete Pflanzpläne für verschiedenen Gartensituationen, diese hätten das Buch nochmal abgerundet.
Eine Reise von Peking nach Moskau ist schon allein durch die Entfernung ein Abenteuer, wenn es dann aber auch noch durch eine lebensfeindliche Ödnis geht und nur die Wände des Zuges den Reisenden vor den ...
Eine Reise von Peking nach Moskau ist schon allein durch die Entfernung ein Abenteuer, wenn es dann aber auch noch durch eine lebensfeindliche Ödnis geht und nur die Wände des Zuges den Reisenden vor den lauernden Gefahren draußen schützen, wird es ein noch Größeres. Im Zug eine interessante Mischung aus Passagieren und Personal, eine junge Frau auf der Suche nach der Wahrheit, ein alternder Professor, ein manischer Forscher, ein blinder Passagier, eine Zugwaise, die allgegenwärtigen Vertreter der Kompanie und nicht zuletzt der Captain, die die Verantwortung dafür trägt, das der Zug sicher durch das Ödland kommt.
Der Schreibstil von Sarah Brooks hat mich vom ersten Satz an gefangen. In der Szene zu Beginn, am Bahnhof habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass Hercule Poirot um die Ecke kommt um den Mord im Orientexpress aufzuklären. Diese ganze Stimmung, die beschriebene Szenerie hat mich total daran erinnert und das fand ich nicht unbedingt schlecht. Im Verlauf der Geschichte wandelt sich diese Stimmung vom Anfang dann sehr und nimmt eine komplett andere Richtung, die vielleicht nicht jeder Leser mag und erwartet hat. Am ehesten fühlte ich mich jetzt an den Film und die Serie Snowpiercer, oder auch Shadow and Bone erinnert, viele Beschreibungen nehmen hier, fast etwas zu plakativ, Bezug. Wenn etwa beschrieben wird wie Weiwei, das im Zug geborene Mädchen durch ihre Größe überall reinpasst und dadurch Arbeiten an unzugänglichen Stellen erledigen konnte, wenn man ihr durch die verschiedenen Waggons folgt, oder bei der Beschreibung des Ödlandes an sich. Hier kommen doch einige Parallelen zum Vorschein. An sich mag ich es durchaus, wenn man beim Lesen Anklänge erkennt und die Inspiration des Autors/der Autorin durchscheint, hier war es aber manchmal etwas zu viel.
Trotzdem hat mich diese fantastische Geschichte erreicht, bei der Beschreibung der Gefahren des Ödlandes hat die Autorin aus dem Vollen geschöpft und auch die Stimmung im Zug konnte mich überzeugen, die bangen Erwartungen, die Ängste angesichts der Vorkommnisse auf der letzten Durchquerung, die allmähliche Entspannung die sich einstellt, das Gefühl einer trügerischen Sicherheit gestützt auf die verstärkte Metallhülle des Zuges. Die Figuren sind vielschichtig, bleiben bis auf Weiwei und Maria aber eher blass, so erschließt sich dem Leser nicht unbedingt die Manie, mit der der Naturforscher unbedingt seinen Ruf wiederherstellen will und dafür sogar sein Leben riskiert und auch der Captain spielt eher eine Nebenrolle, obwohl sie für das Leben aller Insassen verantwortlich ist. Mysteriös und verschwommen bleibt auch Weiweis blinder Passagier, hier allerdings mit voller Absicht.
Die Durchquerung des Ödlandes ist etwas auf das sich der Leser einlassen muss, ungeachtet der Gefahren, die hinter den Zugfenstern lauern. Das fantastische an der Geschichte ist dabei nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen und könnte manchen Leser vergraulen, mir hat es unglaublich gut gefallen und so sehe ich auch über ein paar klitzekleine Längen im Mittelteil hinweg. Was mich tatsächlich etwas mit dem Buch hadern lässt (meckern auf hohem Niveau) ist, dass ich leider nicht ganz hinter die Botschaft, die Moral der Geschichte komme. Am ehesten ist dies wohl - das Leben findet einen Weg, oder das der Mensch, allein durch seine Anwesenheit, seine Umgebung verändert, das eine Erforschung ohne Einflussnahme nicht möglich ist, oder ich interpretiere hier etwas hinein, das gar nicht da ist. Wer weiss, vielleicht erbarmt sich ja mal ein angesehener Literaturprofessor und analysiert das Buch. Bis dahin empfehle ich es gern weiter, denn durch seinen Genremix aus Fantasy, Dystopie, Reisebericht und Steampunk, angereichert mit ein paar Gruselelementen und ein wenig Klimathematik, ist das Buch sehr facettenreich und spannend.
Eigentlich ist Kryptologe Arne Stiller zur Feier des Ruhestandes seiner Kollegin Inge eingeladen, aber natürlich hat er vergessen sich dafür frei zunehmen und so hat er Rufbereitschaft, als die Meldung ...
Eigentlich ist Kryptologe Arne Stiller zur Feier des Ruhestandes seiner Kollegin Inge eingeladen, aber natürlich hat er vergessen sich dafür frei zunehmen und so hat er Rufbereitschaft, als die Meldung zu einem Überfall auf einen Bauarbeiter im Dresdner Zwinger eingeht. Was als tätlicher Angriff beginnt, zeigt allerdings schnell Hinweise auf ein unaufgeklärtes Verbrechen aus der Vergangenheit, das spurlose Verschwinden eines Säuglings. Der verletzte Bauarbeiter hat etwas ausgegraben, etwas, das menschliche Knochen enthält, offensichtlich die des verschwundenen Babys von damals.
In seinem mittlerweile siebten Fall bekommt es Arne Stiller mit einem kniffligen Fall zu tun. Sein Können als Kryptologe ist gefordert, gibt es doch verschlüsselte Botschaften auf der Zeitkapsel, in der die Knochen gefunden wurden und in einer damals erschienenen mysteriösen Todesanzeige. Lange weiß Stiller hier nicht weiter und das man ihm nach dem Weggang seines Alter Egos Inge direkt eine Praktikantin vor die Nase setzt macht das Ganze nicht unbedingt leichter. Hier kommt dann auch direkt Stillers muffelige, eigenbrötlerische Art zum Vorschein, die die Zusammenarbeit mit ihm nicht unbedingt leicht macht. Aber Stiller ist, wie er eben ist und wer die Bücher von Elias Haller kennt, kennt auch seine Vorliebe für besondere Charaktere.
An besonderen Charakteren mangelt es nicht. Während Inge auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst eine Nebenrolle zugewiesen bekommt, spielt Stillers Praktikantin eine etwas größere. Haller bedient sich hier einiger Klischees, wenn er die Neue direkt in ein paar Fettnäpfchen treten lässt, oder sie in der Pathologie erstmal schwächelt. Ihr ganzes Auftreten und ihr Äußeres wirkt ein bisschen überdreht und übertrieben. Bei den starken Frauenfiguren, die der Autor sonst im Repertoire hat, hätte ich das eigentlich nicht gebraucht.
Der Fall wird spannend erzählt, wie ich finde fast etwas zahm für Hallers Verhältnisse, aber das passt gut zur Geschichte. Diese besticht weniger durch Brutalität, sondern erzeugt Gänsehaut einfach durch den Umstand, dass es sich bei den Opfern um Säuglinge handelt. Ein Horrorszenario für alle Eltern. Der Leser folgt Stiller bei seinen Ermittlungen und erlebt dazwischen immer wieder Episoden, in denen der Täter, immer nur als "die Person" betitelt auftritt und Einblick in sein Seelenleben gibt. Haller macht es hier besonders spannend, denn dadurch, dass man nicht genau weiß, ob "die Person" männlich, oder weiblich ist, ist die Auswahl an möglichen Verdächtigen größer. Ich war bis zuletzt auf der falschen Spur und wurde von der Auflösung komplett überrumpelt, die vielleicht ein bisschen sehr konstruiert ist. Trotzdem hat mich der Fall wieder sehr gefesselt und ich habe das Buch ziemlich schnell weggelesen. Ein Fall, der sich auch gut für Neulinge im hallerschen Universum eignet und durchaus eigenständig gelesen werden kann.
Die Mythologie der Maya fasziniert Tyler Drake, seines Zeichens reicher Abenteurer, sehr, besonders der Kult um die Sagenumwobene Unterwelt Xibalba. Mit einem kleinen Team macht er sich auf den Weg nach ...
Die Mythologie der Maya fasziniert Tyler Drake, seines Zeichens reicher Abenteurer, sehr, besonders der Kult um die Sagenumwobene Unterwelt Xibalba. Mit einem kleinen Team macht er sich auf den Weg nach Mexiko, um dort einen Tempel zu suchen, in dem er einen Zugang dorthin vermutet. Der Tempel liegt in einer längst überschwemmten Höhle und ist nur mit Hilfe eines einheimischen Tauchers zu finden, hier kommt Höhlentaucherin Adriana ins Spiel, die den Auftrag zwar dringend bräuchte, ihn aber trozdem ablehnt. Die Neugier auf das, was der reiche Amerikaner dort treibt bleibt allerdings und so beschließt sie der Gruppe zu folgen.
Dieses Buch entstand durch eine Zusammenarbeit zwischen Timo Leibig, von dem ich bisher noch nichts gelesen habe und Brandon Q. Morris, den ich bereits durch die Tachyon-Reihe kenne. Morris Bücher zählen, genau wie dieses auch, zum Genre Hard Science Fiction und fokussieren sich sehr stark auf den Wissenschafts-, bzw Technikaspekt in der Geschichte. Manchmal habe ich damit so meine Schwierigkeiten, hier habe ich das aber überhaupt nicht so wahrgenommen.
Die Geschichte beginnt erstmal recht klassisch, schließlich wird antiken Zivilisationen wie den Maya schon länger unterstellt, Kontakt zu Außerirdischen gehabt zu haben, sie sollen Besucher von anderen Planeten gar als Götter verehrt und durch ihre Hilfe ihre Kulturen begründet haben. Zeugnisse hierfür finden sich bei entsprechender Deutung in vielen archäologischen Funden. An ein solches Szenario kann man nun glauben, oder nicht, die Autoren nehmen es hier als Ausgangspunkt für die gefährliche Reise ihrer Protagonisten. Diese aktivieren ein Portal, dass die Maya für ihre Rituale benutzt haben und landen auf einem fremden und exotischen Planeten.
Bis zu diesem Punkt könnte sich die Geschichte in verschiedene Richtungen entwickeln, Brandon Q. Morris ist sich hier aber treu geblieben und nimmt den Leser mit in den Weltraum, bzw auf einen anderen Planeten. Hier muss man sich dann ein bisschen auf die Geschichte einlassen, denn es wird sehr fremdartig und exotisch, die Autoren haben hier aus dem Vollen geschöpft. Dürfen sie aber auch, denn der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, schließlich kann niemand sagen, wie sich Leben, auch intelligentes Leben auf anderen Planeten entwickelt haben könnte, wie es auf einem Gasplaneten aussieht, oder eben auf einem, der fast ausschließlich aus Wasser besteht. Die Figuren machen hier einige faszinierende, aber auch verstörende Entdeckungen.
Die Figuren sind sehr sympatisch, allen voran Adriana, die die Mutterrolle für ihren jüngeren Bruder übernommen hat. Hier wäre durchaus Potential für weitere Abenteuer, gerade im Bezug auf einige offene Fragen, die am Ende Bleiben. An erster Stelle natürlich die zum Verbleib von Adrianas Mutter, aber eben auch speziell im Bezug auf den Planeten und eben das Titelgebende Portal. Hier fehlen mir so ein paar Hintergründe, etwa wie die Maya es entdeckt haben und ob sie sich bewusst waren wohin es führt, Dinge, die im Rahmen der vorliegenden Geschichte nicht geklärt werden konnten, die aber wie gesagt Stoff für weitere Bücher liefern könnten.
Die Zusammenarbeit der beiden Autoren hat für mich hier gut funktioniert, die Geschichte ist stimmig erzählt und ich könnte nicht sagen welcher Abschnitt von wem geschrieben wurde. Gern mehr davon.
Ganz allein lebt das Einhorn in seinem Wald und beschützt dort die Pflanzen und Tiere, bis es eines Tages das Gespräch zwischen zwei Jägern belauscht, die über den Verbleib der Einhörner in der Welt philosophieren. ...
Ganz allein lebt das Einhorn in seinem Wald und beschützt dort die Pflanzen und Tiere, bis es eines Tages das Gespräch zwischen zwei Jägern belauscht, die über den Verbleib der Einhörner in der Welt philosophieren. Ist es tatsächlich das Letzte? Sind alle anderen Einhörner verschwunden? Das Einhorn entscheidet sich seinen Wald zu verlassen und die Anderen zu suchen, was es außerhalb seiner verwunschenen Welt findet macht aber wenig Hoffnung.
Der Roman, ursprünglich aus dem Jahr 1968, ist zweifellos ein Klassiker der Fantasy, obwohl den Meisten wohl eher der gleichnamige Film ein Begriff sein wird. Auch mir ging es so und zu meiner Schande muss ich gestehen, ich wusste gar nicht, dass es eine Romanvorlage gibt. Der Film hält sich eng an die Originalgeschichte und beim Lesen hatte ich direkt die Figuren vor Augen und die dazugehörigen Stimmen im Kopf, das hat für ein ganz besonderes Leseerlebnis gesorgt. Natürlich sind alle bekannten Figuren vorhanden, wobei man hier im Buch doch einige Unterschiede zu der Filmfassung findet. So ist der Zauberer Schmendrick gar kein so leicht verträumter Schussel, der mit seiner Magie nicht umzugehen versteht, sondern eher ein desillusioniert, fast etwas kalter, berechnender Charakter und auch das Einhorn selbst ist bei weitem nicht so romantisch verklärt, wie man es aus dem Film erinnert. Das Buch geht hier etwas tiefer.
Der Schreibstil des Autors hat mich manchmal etwas verwirrt, etwa wenn das Einhorn sich zu Beginn seiner Reise mit dem Schmetterling unterhält, teilweise ist er sehr ausschweifend und hüpft von einem Gedanken zum Andern. Da man den Fortgang der Geschichte ja aus dem Film kennt wartet man immer auf etwas und wird so ein bisschen durch die Erzählweise ausgebremst, aber da muss man sich wohl auch etwas von seiner Erwartungshaltung trennen und auf die Geschichte einlassen.
Für mich ein wirklich schönes Buch, für Fans des Film definitiv ein Muss, aber auch generell gut geeignet für Fantasy-Anfänger und auch für ältere Kinder, die sich für klassische Märchen zu alt fühlen.