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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2025

Wenn alle die Wahrheit sagen, kann man dann allen trauen?

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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Nach einer großen Pandemie und einem folgendem Krieg herrscht in Sestiby (auf dem Gebiet des alten Deutschlands) vollkommener Frieden und eine allgegenwärtige KI sorgt für die Bevölkerung.

In dieser Welt ...

Nach einer großen Pandemie und einem folgendem Krieg herrscht in Sestiby (auf dem Gebiet des alten Deutschlands) vollkommener Frieden und eine allgegenwärtige KI sorgt für die Bevölkerung.

In dieser Welt lebt Maeander mit ihrer Familie. Doch so ganz scheint das System bei Mae nicht zu funktionieren, denn immer wieder reagiert sie emotional, obwohl sie das eigentlich gar nicht dürfte. Mit Hilfe ihrer Familie und kleinen Hilfsmitteln bekommt sie es aber in den Griff und wird so nicht auffällig. Denn wer auffällig wird, wird untersucht. Dann kommt alles auf einmal - ihr langjähriger Freund trennt sich von ihr und sie wird wie alle heiratsfähigen Jugendlichen in ein Verpartnerungsprogramm gesteckt. Danach geht alles wirklich schnell und Maes ändert sich rapide.



Der Einstieg in das Buch fiel mir irgendwie schwer. Ich kam mit der Welt nicht zurecht, es wurde anfangs wenig erklärt und ja, auch die Sprache, die durchgehend Inklusiv ist (vor allem Proffessierende klingt für mich so schlimm) hat mir den Lesefluss etwas vermiest.

Das Worldbuilding ist super, kommt allerdings spät. Man hat zwar die Karte im Buch, doch warum das ganze in Ringe eingeteilt ist (was sehr an Panem erinnert) erfährt man nicht wirklich. Auch nicht, warum alle bis 21 heiraten müssen. Vielleicht kommt das noch in den Folgebänden, aber das war für mich irgendwie komisch.

Nach ungefähr 100 Seiten nimmt das Buch dann aber an Fahrt auf und wird spannend, ja es hat mich ab da gefesselt und ich konnte mich in der Geschichte vergessen. Und dann: dann wars auch schon wieder vorbei. Der 2. Band liegt schon da und ich freue mich drauf.

Honesty war für mich kein Highlight, aber doch sehr interessant zu lesen und ich bin gespannt, was dann noch kommt.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Lassen sie mich Arzt - ich bin durch

Staying Alive
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"Staying Alive" ist kein Arztroman - nein es ist ein "Ärztinnenroman", denn die Hauptfigur Nicky ist nun mal Ärztin. Das ist aber nur eine kleine Spitzfindigkeit, denn wie ihre männlichen Kollegen auch, ...

"Staying Alive" ist kein Arztroman - nein es ist ein "Ärztinnenroman", denn die Hauptfigur Nicky ist nun mal Ärztin. Das ist aber nur eine kleine Spitzfindigkeit, denn wie ihre männlichen Kollegen auch, hat Nicky in der Rettungsstelle alle Hände voll zu tun und an manchen Tagen hilft einfach nur "am Leben bleiben". Ob das nun für Nickys Patienten gilt, oder für sie selbst muss der Leser entscheiden.



Mit viel Humor, der mich anfangs ein wenig an "Doktors Diary" erinnert hat, begleiten wir Nicky bei ihren ersten Tagen in der Rettungsstelle. Ab und an sogar in ihrem Privatleben, denn das sollen Ärzte angeblich auch noch haben hat man gerüchtehalber gehört.

Das die Autorin selbst der Ärzteschaft angehört, sind die beschriebenen Behandlungen gut und mit einigem Fachchinesisch erklärt. Das Fachchinesisch wiederum wird in Fußnoten für den Otto-Normal-Bürger noch einmal erläutert. An sich eine schön Idee, aber wenn die Fußnoten die Hälfte der Seite einnimmt, fühle ich mich eher in eine Facharbeit versetzt, als in einen Roman.

Ansonsten hat sich die Autorin mit einem Berliner Krankenhaus natürlich schon den Super-Gau an Schauplatz ausgesucht. In einem Provinzkrankenhaus hätte Nicky nicht annähernd so viel erlebt. Es gab auch eine Szene bei der ich dann gezweifelt habe, ob es wirklich so geht, aber das sei dahin gestellt und gestört hat es mich nicht, nur kurz überlegen lassen.

Ansonsten ist es ein sehr humoristisches Buch, das auch einige tiefgründigere Themen anreißt, denn die gehören zum Leben dazu, sind aber nicht bis ins letzte beleuchtet, was mir gefallen hat.



Alles in allem ist das Buch eine tolle Lektüre, bei der man schmunzeln kann und ab und an sogar was lernt. Ein paar kleine Schwächen gibt es, aber über die kann man hinwegsehen. Ich würde das Buch gern weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Ruhiges Buch

Der kleine Laden des Herrn Takarada
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Der Schreibwarenladen "Shihodo" im Tokioter Stadtteil Ginza wird von Ken Takarada geführt. Neben allerlei Schreibutensilien gibt es außerdem einen Raum, indem die Kunden ihre Schriftstücke verfassen können ...

Der Schreibwarenladen "Shihodo" im Tokioter Stadtteil Ginza wird von Ken Takarada geführt. Neben allerlei Schreibutensilien gibt es außerdem einen Raum, indem die Kunden ihre Schriftstücke verfassen können und die ein oder andere Hilfestellung des Inhabers bekommen.
Das Buch ist in 5 Geschichten unterteilt, die sich jeweils mit einem Kunden und einer besonderen Schreibware beschäftigen. Man erfährt viel über die jeweilige Person, die Herrn Takarada viel über die Vergangenheit erzählt.
Ich muss gestehen, mit fiel der Einstieg ziemlich schwer, da der Schreibwarenladen schon etwas kurz kam - ich hatte etwas anderes erwartet. Die Geschichten an sich sind interessant und zeigen ein breites Spektrum an Traditionen in Japan, die wir hier nicht kennen. Natürlich kommen auch das Zwischenmenschliche und natürlich das Essen.
Die Figuren und wie sie handeln sind für europäische Leser vielleicht an manchen Stellen komisch, weil wir es anders oder gar nicht kennen, man merkt aber auch da bereits den Einfluss aus westlichen Ländern und sei es nur beim Essen.
Dieses Buch ist der erste Band einer Reihe, die in Japan bereits 5 Bände umfasst und ich hoffe, dass man in den Folgebänden etwas mehr über den Ladeninhaber erfahren wird. Das kam mir hier ein wenig zu kurz - es fehlte mir an Tiefe der wiederkehrenden Figuren - vor allem der Ladenbesitzer - der Titelgebend ist, kommt für mich ziemlich kurz. Das hatte ich irgendwie anders erwartet. Auch die Katze auf dem Cover taucht leider nicht auf.
Alles in allem ein wirklich ruhiges Buch für Zwischendurch. Es liest sich gut und gibt interessante Einblicke, aber irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas. 4 von 5 Sternen gebe ich dennoch sehr gern.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Was wäre wenn

Allein gegen die Lüge
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Matt Pines Bruder sitzt im Gefängnis - er hat seine damalige Schulfreundin ermordet und büßt nun dafür. Doch als eine Netflix Serie über die Straftat Fragen aufwirft, wird alles noch einmal aufgewirbelt.



Matt ...

Matt Pines Bruder sitzt im Gefängnis - er hat seine damalige Schulfreundin ermordet und büßt nun dafür. Doch als eine Netflix Serie über die Straftat Fragen aufwirft, wird alles noch einmal aufgewirbelt.



Matt selbst ist inzwischen im College und ganz weit weg von seiner Heimatstadt und wird erneut mit allem konfrontiert, als seine Familie nicht von einer Mexikoreise zurück kommt und sich das FBI einschaltet. Was dann passiert könnte aus einem von Matts Albträumen kommen, aber das müsst ihr selbst lesen.



Der Roman selbst ist aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben: Matts, der der FBI Agentin und als Rückblick aus der Sicht von Matts Familie vor ihrem Mexiko Urlaub. Es liest sich trotz der vielen Erzähler sehr gut und flüssig und verliert auch nicht an Spannung. Wie kam das Mädchen nun ums Leben? Und Matts Familie? Wieviel hatte sie wirklich damit zu tun?

Es gibt viele Fragen, die nach und nach beantwortet werden. Eins ist jedenfalls klar: Mit Matt möchte ich definitiv nicht tauschen. Durch den Perspektivwechsel bekommt man als Leser ziemlich viele Informationen, die aber gut verarbeitet sind und man trotzdem auf einige falsche Spuren gelenkt wird.

Ein richtig guter Thriller, der für mich gern noch etwas mehr in der Vergangenheit hätte spielen können. Er ist spannend bis zum Schluss und wirklich gut, aber das i-Tüpfelchen fehlte dennoch. 4 von 5 Sternen gibt es aber auf jeden Fall und gerne eine Leseempfehlung, wenn der Thriller nicht allzu blutig sein darf.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Lasst euch nach Seoul entführen

Seoulicious – Fake Me, Real You
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Bereits auf dem Cover wird man nach Seoul entführt - es wirkt durch die Farbgebung sehr cozy und man ist gespannt, wie es weiter geht. Das Buch selbst erzählt uns Suki. Suki und ihre Zwillingsschwester ...

Bereits auf dem Cover wird man nach Seoul entführt - es wirkt durch die Farbgebung sehr cozy und man ist gespannt, wie es weiter geht. Das Buch selbst erzählt uns Suki. Suki und ihre Zwillingsschwester Yoona sind Zwillinge, koreanischer Abstammung und leben in Hamburg. Während Yoona das nutzt und TikTok unsicher macht, leidet Suki vor allem unter den blöden Bemerkungen. Irgendwann brennen ihr die Sicherungen durch und sie geht quasi zur Selbstfindung zu ihren Großeltern nach Korea. Doch anders als erwartet wird das Leben dort nicht einfacher, sondern durch einen Rollentausch und eine Fernsehshow ganz anders.

Der Schreibstil ist unkompliziert und mit koreanischen Wörtern durchzogen (die alle am Ende erklärt werden). Das macht es sehr authentisch. Trotzdem hatte ich anfangs Probleme mich in die Geschichte einzufinden. Sukis Wut auf die Welt und auch die Gendersternchen haben mir das Ankommen erschwert. Ins Buch richtig eingetaucht bin ich dann wirklich erst, als Suki nach Korea kam. Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Buch verzaubert und in eine andere sie passt wunderbar in die Show. Auch die Romanze ist sehr gelungen, wird für mich aber auch von Sukis Wut überlagert. Ich war froh, dass das gegen Ende besser wurde. Auf der einen Seite kann ich sie verstehen, auf der anderen Seite habe ich die Augen verdreht - so viel Wut in einem einzigen Menschen.... Und obwohl ich zum Glück wenig mit dem Thema in Berührung komme - auch als Mama muss man sich einiges anhören, aber da sollte man drüber stehen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen - die Geschichte hat mich ab Korea richtig gefangen genommen, sie ist wunderbar und fast wie ein moderne Märchen. Nur der Anfang und die Gendersternchen (sie stören einfach den Lesefluss - ich liebe das generische Maskulinum und fühle mich dadurch nicht ansatzweise gestört) waren für mich irgendwie nicht rund. Ansonsten aber ein tolles Buch, das ich gern weiter empfehle.

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