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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2025

was für ein toller Roman

Die Melodie der Lagune
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„Melodie der Lagune“ erzählt von Anna Maria Della Pieta, einer Begabten Violinistin und Komponistin des 18.Jahrhunderts.

Aufgewachsen in einem von Nonnen betriebenen Waisenhaus, in das ihre Mutter sie ...

„Melodie der Lagune“ erzählt von Anna Maria Della Pieta, einer Begabten Violinistin und Komponistin des 18.Jahrhunderts.

Aufgewachsen in einem von Nonnen betriebenen Waisenhaus, in das ihre Mutter sie aus Finanziellen Gründen gibt, ist es ihr größter Wunsch, Geigerin und Komponistin zu werden.
Man erkennt sehr schnell ihr Talent zur Musik, sodass sie neben schwerer Hausarbeit, die sie neben den täglichen Gebeten verrichten muss, Unterricht bei Antonio Vivaldi erhält.Für ihn komponiert sie auch Stücke, die er später als seine Werke ausgibt.
Ständig muss sie sich patriarchalischen Strukturen erwehren und für ihre Anerkennung als Künstlerin kämpfen.

Die Autorin erzählt in einer wunderbaren Art und Weise von dieser Künstlerin und lässt nebenbei das Venedig des 18. Jahrhunderts vor den Augen der Leser entstehen mit seinen prachtvollen Palästen, aber auch mit den vor Dreckstarrenden Kanälen.
Ein Buch, das einen Indien andere Welt katapultiert, in der ich mich literarisch sehr gerne aufgehalten habe.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

ein intensives Leseerlebnis

Der Gott des Waldes
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"Der Gott des Waldes" von Liz Moore war für mich ein sehr intensives Leseerlebnis.

Während eines Sommercamps in den Adirondack Mountains verschwindet die fünfzehnjährige Barbara, Tochter der wohlhabenden ...

"Der Gott des Waldes" von Liz Moore war für mich ein sehr intensives Leseerlebnis.

Während eines Sommercamps in den Adirondack Mountains verschwindet die fünfzehnjährige Barbara, Tochter der wohlhabenden Besitzer des Camps. Ausgerechnet Barbara, deren Bruder seit 14 Jahren vermist wird.
Die Betreuerin , die für die zuständig war, war anderweitig bschäftigt.
Barabara scheint sehr rebellisch ihren Eltern gegenüber und so fällt bei den Ermittlungen der Verdacht schnell auf die Eltern, die auch schon beim Verschwinden von Bear, Barbaras Bruder wenig Interesse auf Aufklärung zeigten.

Der Roman konnte mich wirklich begeistern . Eine tolle Mischung aus Krimi, Familientragödie und Gesellschaftsroman.

Der Leser folgt hier vielen Personen, vor allem Frauen. Männer haben eher eine Nebenrolle. Dadurch bekomm man als Leser einen sehr guten Einblick ins Geschehen. Auch die leitende Ermittlerin hat eine wichtige Rolle, ihre Stellung ist allerdings schwierig, da in den siebziger Jahren weibliche Ermittler eher weniger vertreten waren.

Das Leben von Barabaras Mutter, einer Freundin von Barabara, der Betreuerin und einigen Zuständigen des Camps werden beleuchtet.

Zum Besseren Verständnis gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit des Vershwindens von Barabaras Bruder Bear , aber auch in die Familienverhältnisse der Familie Van Laars.
Außerdem spielt noch ein Sexualtäter eine Rolle.

Ein Namensverzeichnis erleichtert den Überblick.

Der Roman war nicht nur spannend, sondern teilweise auch sehr berührend, Die Naturbeschreibungen haben mich auch gefangen genommen und waren eine sehr schöne Ergänzung.
Auch der gesellschaftliche Exkurs über gesellschaftliche Strukturen, Machtmißbrauch und die Abgründe sozialer Ungleichheit und seine Auswirkungen, konnten mich begeistern.

Der Schreibstil tat dann sein Übriges. Er war sehr angenehm zu lsen. spannend und eingängig.

Ein toller Roman!!!

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Lebenslinien

Flusslinien
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„Flusslinien“ ist ein sehr emotionaler Roman, der sich den Schicksalen von drei Menschen zuwendet.
Margrit ist schon über 100Jahre und will ihr Leben ordnen. Sie lebt in einer Seniorenresidenz und wird ...

„Flusslinien“ ist ein sehr emotionaler Roman, der sich den Schicksalen von drei Menschen zuwendet.
Margrit ist schon über 100Jahre und will ihr Leben ordnen. Sie lebt in einer Seniorenresidenz und wird unterstützt von Athur,der sie auch fährt und Erledigungen für sie macht. Luzie, die zweite Hauptprotagonistin neben Magrit versteht sich gut mit ihrer Großmutter .Sie arbeitet als Tätowiererin, ihre Art zu kommunizieren.
Alle drei hat das Schicksal nicht gut behandelt und die Narben sind sichtbar. Neben Luzie ist da noch Brisko, Exschwiegertochter, die sich um Margrit kümmert, da ihr Sohn in Australien lebt und dort eine neue Familie gegründet hat.
Luzies Verhältnis zu Magrit wird durch das Tätowieren geprägt, für Luzie nach Verletzungen die einzige Art sich mitzuteilen.

Dieses Buch hallt nach. Es behandelt wichtige Themen wie den zweiten Weltkrieg, aber auch die Rolle der Frau und das eigene Selbstverständnis.
Da das Buch in Hamburg spielt, nimmt auch die Elbe einen Platz in diesem Roman ein, wie der Titel zeigt.
Die Schicksalsbeschreibungen waren sehr berührend und trotzdem findet sich auch Humor in diesem Roman, was mir sehr gefallen hat.
Meine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.02.2025

eine Frauenfreundschaft vor politischer Kulisse

Rückkehr nach Budapest
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„Rückkehr nach Budapest“ist ein Roman, der bei mir eine Sogwirkung hervorrief.
Angesiedelt in der Zeit vor der Wende in Berlin und Badapest, erzählt er von zwei jungen Frauen, Marta und Theresa, die in ...

„Rückkehr nach Budapest“ist ein Roman, der bei mir eine Sogwirkung hervorrief.
Angesiedelt in der Zeit vor der Wende in Berlin und Badapest, erzählt er von zwei jungen Frauen, Marta und Theresa, die in den selben Mann verliebt sind.
Marta verlässt ihr Elternhaus in Budapest, weil sie sich mit dem trunksüchtigen Vater nicht mehr wohlfühlt zuhause.Ihre Cousine Theresa lebt in Ostberlin und dorthin fährt Marta. Die beiden tauchen in die Literaturszene ein und lernen den geheimnisvollen Konstantin kennen und verlieben sich beide in ihn.

Die Autorin versteht es fantastisch die Freundschaft der beiden Frauen in die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit einzubinden.Auch die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere, Marta von Selbstzweifeln geplagt und eher zurückhaltend und Theresa, manchmal rücksichtslos gegenüber Anderen und strotzend vor Selbstbewußtsein, gelingt ihr sehr gut.
Durch Konstantin entsteht eine Dreierkonstellation, die natürlich zu Konflikten führt.

Man kann sich gut in die verschiedenen Charaktere hineinversetzen und es macht Spaß ihnen und den politischen Verhältnissen beizuwohnen.

Dicke Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.02.2025

ein Buch das unter die Haut geht

Im Namen der Barmherzigkeit
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" Im Namen der Barmherzigkeit" von Hera Lind , ist ein Buch, das sich mit den Konsequenzen misshandelter Pflegekinder beschäftigt und zeigt, dass Misshandlungen ein Leben lang nachhallen.

Steffi kommt ...

" Im Namen der Barmherzigkeit" von Hera Lind , ist ein Buch, das sich mit den Konsequenzen misshandelter Pflegekinder beschäftigt und zeigt, dass Misshandlungen ein Leben lang nachhallen.

Steffi kommt mit 3 Jahren in eine Pflegefamilie auf einen Bauernhof in der Steiermark.
Ihr Leben ist geprägt von Lieblosigkeit und harter Arbeit schon im Kindesalter.
Hausarbeit, aber auch Feld,- und Stallarbeit, mit 5 Jahren melkt sie schon 40 Kühe früh um 5, werden von ihr verlangt. Zurück bekommt sie nichts. Sie muss barfuss laufen und das Essen ist karg und nicht ausreichend.
Auch körperliche Züchtigung und psychische Gewalt gehören zu ihrem Alltag, sodass sie zu einem ängstlichen und angepassten Menschen wird, der sich selbst als wertlos ansieht.
Als ihr Pflegevater sie sexuell missbraucht, stirbt auch ihr letzter Überlebenswille.

Her Lind ist bekannt dafür, dass sie Unterhaltungsliteratur schreibt, aber in den letzten Jahren hat sie immer wieder reale Lebensgeschichten in ihren Büchern verarbeiten , so auch in diesem Buch.
Es ist schon schwer zu ertragen mitzuerleben, wie Steffi in ihrer Pflegefamilie behandelt wird und dies mit dem schwiegenden Einverständnis des Jugendamtes.
Der Roman spielt in den siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, wo diese Verhältnisse sicherlich auch in Deutschland passiert sind, wie viele Berichte belegen.

Dass ein Mensch, der so etwas in seiner Jugend erlebt hat, für sein Leben geprägt ist, scheint nachvollziehbar und es war für mich schwer zu ertragen zu lesen, wie sehr Steffi unter ihren Erfahrungen in der Pflegefamilie, aber auch in der Ursprungsfamilie , gelitten hat.

Ein Buch das unter die Haut geht.

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