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Veröffentlicht am 17.01.2024

Zurück nach Emerald Bay

The waves we catch - Emerald Bay, Band 2
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Lorena Schäfers „The waves we catch“ ist der zweite Teil ihrer Emerald Bay-Reihe, die im namengebenden Küstenort in Australien spielt. Zuvor erschienen ist bereits „The stars we reach“, deren beiden Hauptprotagonisten ...

Lorena Schäfers „The waves we catch“ ist der zweite Teil ihrer Emerald Bay-Reihe, die im namengebenden Küstenort in Australien spielt. Zuvor erschienen ist bereits „The stars we reach“, deren beiden Hauptprotagonisten als Nebencharaktere in der Handlung wieder auftauchen. Da beide Bücher in sich abgeschlossen sind können sie aber unabhängig voneinander gelesen werden.

Die Second-Chance-Story dreht sich um Nathan, der aus Emerald Bay stammt und dort verwurzelt ist, sowie Billie, nach dem Tod Ihrer Eltern verweist, die als Kind in besagtem Ort ein Zuhause bei Phoebe findet. Beide freunden sich in jungen Jahren miteinander an und werden aus der engen Freundschaft heraus zu einem glücklichen Paar, bis Billie Hals über Kopf Emerald Bay verlässt, alle Zelte hinter sich abbricht und einen zunächst verletzten und dann wütenden Nathan zurücklässt. Einzig den Kontakt zu Ihrer „Großmutter“ Phoebe hält sie, was auch der Grund ist, warum sie nun doch wieder zurückkehrt und sich sowohl Nathan aber auch ihren Gefühlen rund um ihn und die Stadt stellen muss.

Es ist eine runde Storyline, die sich nicht in zu vielen Wiederholungen oder Erzählsträngen verliert und in kurzen Kapiteln die Erlebnisse und Gefühlswelt des jeweiligen Protagonisten schön erzählt. Hin und wieder kommt es auch zu Zeitsprüngen, die die Vorgeschichte der beiden und auch später die Hintergründe von Billie’s Flucht erklären. Diese waren an manchen Stellen nicht direkt als „aus der Vergangenheit“ zu erkennen, was den sonst sehr guten Lesefluss etwas gestört hat.

Nichtsdestotrotz hat mir der Roman sehr gut gefallen und ich habe ihn regelrecht inhaliert – was möglicherweise auch daran lag, dass ich kurz zuvor den ersten Teil der Reihe gelesen hatte und mich vom Kopf her noch an der australischen Küste befand.

Auch wenn absehbar war, wie die Geschichte ausgehen wird, fieberte ich den ganzen Weg mit und stellte während des Lesens unterschiedliche Überlegungen an, unter welchen Umständen die beiden wieder zu einander finden. Keine hat sich letztendlich bewahrheitet, aber das tat der Story keinen Abriss.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Lektüre für zwischendurch

Lucky on the Field
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„Lucky on the Field“ von Maya Paeto ist ein Buch, das sich super schnell weg lesen lässt. Der Schreibstil ist angenehm und leicht, sodass man durch die Seiten fliegt. Allerdings war die Handlung ziemlich ...

„Lucky on the Field“ von Maya Paeto ist ein Buch, das sich super schnell weg lesen lässt. Der Schreibstil ist angenehm und leicht, sodass man durch die Seiten fliegt. Allerdings war die Handlung ziemlich vorhersehbar – aber vielleicht liegt das daran, dass ich einfach schon zu viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe

Das Ende kam für mich ziemlich abrupt und hat sich nicht wirklich rund angefühlt. Vor allem das Hauptproblem mit Rick fand ich schwierig. Sein Verhalten ist für mich eine ziemliche Red Flag, aber am Schluss wird das irgendwie einfach so hingenommen. Es fehlt eine richtige Auseinandersetzung oder Verarbeitung, was ich sehr schade fand – möglicherweise auch, weil es keinen Epilog gab, der da den Bogen hätte nehmen können. So wirkt es ein bisschen so, als würde der Konflikt einfach beiseitegeschoben, ohne dass wirklich etwas geklärt wird.

Insgesamt hätte die Geschichte an manchen Stellen mehr Tiefe vertragen können. Entweder, indem bestimmte Themen wirklich ausgearbeitet werden, oder indem man sie weglässt, statt sie nur kurz anzuschneiden.

Trotzdem: Wenn man Lust auf ein leichtes, schnell lesbares Buch mit Wohlfühlcharakter hat, ist „Lucky on the Field“ auf jeden Fall eine schöne Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein Buch über eine spannende Persönlichkeit, jedoch leider ohne Tiefgang

Die Eigensinnige
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"Die Eigensinnige" von Lucca Müller erzählt die Geschichte der Marie von Ebner-Eschenbach, einer Frau, die im 19. Jahrhundert ihren eigenen Weg als Schriftstellerin sucht und sich dabei den gesellschaftlichen ...

"Die Eigensinnige" von Lucca Müller erzählt die Geschichte der Marie von Ebner-Eschenbach, einer Frau, die im 19. Jahrhundert ihren eigenen Weg als Schriftstellerin sucht und sich dabei den gesellschaftlichen Zwängen und Vorstellung entgegensetzt.

Der teils fiktive Roman ist angenehm zu lesen und bietet einen flüssigen Schreibstil, der die historischen Gegebenheiten lebendig werden lässt und die Seiten fliegen lässt. Allerdings bleibt die Erzählung oft an der Oberfläche und dringt nicht tief genug in die inneren Konflikte und Motivationen der Protagonistin ein bzw. werden Themen angeschnitten, dann jedoch nicht weiter thematisiert. Die Handlung plätschert oft dahin, ohne größere Spannungsbögen oder überraschende Wendungen, was dazu führt, dass Ebner-Eschenbachs Karriere am Ende mir mehr wie ein Zufallsprodukt erscheint, anstatt die faszinierende historische Persönlichkeit und Ihren Werdegang widerzuspiegeln.

Für Leserinnen und Leser, die eine leichte Lektüre mit historischem Hintergrund suchen, ist das Buch dennoch geeignet.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Wären Wir Vögel Am Himmel - Toll geschrieben, jedoch mit der einen oder anderen Wendung zu viel

Wären wir Vögel am Himmel
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Erin Litteken’s „Wären Wir Vögel Am Himmel“ schildert in einem thematisch schrecklichen Roman bemerkenswert wunderbaren Erzählweise die Erlebnisse der drei Hauptprotagonistinnen während des zweiten Weltkriegs ...

Erin Litteken’s „Wären Wir Vögel Am Himmel“ schildert in einem thematisch schrecklichen Roman bemerkenswert wunderbaren Erzählweise die Erlebnisse der drei Hauptprotagonistinnen während des zweiten Weltkriegs und lassen einen trotz dem vorhandenen Geschichtswissen beim Lesen der grausamen Repressalien erschaudern, denen die Menschen in dieser Zeit ausgesetzt waren:

Lilija wird als Strafarbeiterin aus der Ukraine nach Deutschland gebracht, wodurch ihre durch den Krieg und Verlust der Familie bereits gebrochene Seele komplett zu vergehen scheint.

Hilya, eigentlich noch Kind, lebt trotz des Krieges ein relativ behütetes Leben. Doch auch sie steht den Grausamkeiten dieser Zeit gegenüber, als sie von ihren Eltern getrennt und ebenfalls nach Deutschland deportiert wird, wo sie Lilija kennenlernt.

Vika ist Lilijas Tante, die sich ihrer annimmt nachdem der Krieg ihr ihre gesamte Familie genommen hat. Als Lilija jedoch gemeinsam mit Vikas Sohn Slavko gefangen genommen und deportiert wird, droht auch sie zunächst daran zu zerbrechen, kämpft jedoch auf der Flucht und dem zeitgleichen Versuch, beide wieder zu finden, für ihre Familie.

Da die Autorin zum Teil durch ihre eigene Familiengeschichte zu diesem Buch inspiriert wurde und viele der beschriebenen Situationen und Ereignisse der schrecklichen, von ihren Verwandten erlebten, Realität entsprechen, ist dieser Roman trotz der erzählerischen Freiheiten und Ergänzungen ein Zeitzeugnis der europäischen, bzw. in diesem Falle vor allem ukrainischen, Geschichte. Ein paar Stellen in der zwischenmenschlichen Erzählung waren mir jedoch zu offensichtlich bis unglaubwürdig, was die Menge der Zufälle angeht.

Das Buch ist definitiv nicht für nebenbei mal ein paar Seiten lesen geeignet, dafür ist das Thema und die beschriebenen Geschehnisse zu schwer. Doch es lohnt sich, denn Erin Litteken schafft es, wie eingangs bereits geschrieben, durch ihren Erzählstil in all den schrecklichen Situation Hoffnung aufschimmern zu lassen und man möchte das Buch trotz der Gräueltaten weiterlesen, weil man so sehr mit den Protagonistinnen bangt und mitfiebert.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Emma - Ein gutgeschriebener Roman, der jedoch zu sehr an der Oberfläche schwimmt

Emma
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"Emma" ist das Debüt des renommierten französischen Schauspielers Jean Reno. Der Roman erzählt die Geschichte der namengebenden Emma, einer Masseurin aus der Bretagne, die die Gelegenheit bekommt, im Oman ...

"Emma" ist das Debüt des renommierten französischen Schauspielers Jean Reno. Der Roman erzählt die Geschichte der namengebenden Emma, einer Masseurin aus der Bretagne, die die Gelegenheit bekommt, im Oman den Spa-Bereich eines neuen Wellness-Resorts mit aufzubauen. Doch schon bald gerät sie in ein Netz aus Spionage, Intrigen und sexueller Anziehung.

Zu Beginn wirkte die Geschichte eher wie eine Romanze als ein Thriller. Zwar entwickelt sich später die Spannung, doch die Handlung bleibt insgesamt sehr sprunghaft und bietet zu wenig Details, um den Leser tiefer einsteigen zu lassen. Viele Themen werden angeschnitten, aber nicht weiter ausgeführt, sodass ich am Ende mit einigen offenen Fragen zurückblieb. Vielleicht waren diese Aspekte als Vorbereitung für einen möglichen Folgeroman gedacht, doch für mich fühlte es sich eher störend bis überflüssig an. Einige dieser Handlungsstränge hätte man weglassen und stattdessen andere Szenen ausführlicher beschreiben können, um der Geschichte mehr Tiefe und Struktur zu verleihen.

Durch die vielen Szenenwechsel, die oft nur oberflächlich erzählt werden, erinnerte mich der Roman mehr an ein Drehbuch als an einen klassischen Thriller. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Geschichte als Film besser funktionieren würde – die visuelle Umsetzung könnte die sprunghaften Elemente ausgleichen und durch Bilder besser erklären.

Ein großer Pluspunkt ist jedoch die atmosphärische Beschreibung. Besonders die exotische Kulisse des Omans wurde lebendig und anschaulich geschildert, sodass man sich die Umgebung gut vorstellen konnte. Auch die Charaktere waren treffend beschrieben und wirkten greifbar.

Letztendlich reicht die interessante Grundidee und die starke Atmosphäre aber leider nicht aus, um die strukturellen Schwächen der Handlung auszugleichen.

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