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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2021

Wichtig und intensiv

Drei Kameradinnen
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"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar war für ich ein sehr schweres und aktuelles Buch, das ich nicht so einfach durchlesen konnte. Es ist keine wirklich zusammenhängende Geschichte. Es sind mehr einzeln ...

"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar war für ich ein sehr schweres und aktuelles Buch, das ich nicht so einfach durchlesen konnte. Es ist keine wirklich zusammenhängende Geschichte. Es sind mehr einzeln aneinandergereihte Ausschnitte und Erinnerungen aus aus dem Leben von Kasih und ihren Freundinnen Hani und Saya. Die drei Frauen sind in der gleichen Stadtrandsiedlung aufgewachsen, haben einen Migrationshintergrund und sehen sich ständig mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Ihre Erfahrungen und Geschichten werden von Kashi selbst erzählt. Man merkt häufig ihre Wut und Aggression. Sie unterstellt ihren Lesern oft auch rassistisch zu sein oder alles besser wissen zu wollen und doch nichts zu wissen. Es ist ein Buch, das direkt in die Konfrontation mit den Lesern geht und mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Die Autorin macht mit diesen Geschichten zumindest sehr deutlich in wie weit Vorurteile und Überzeugungen unser Leben lenken und wie der vorhandene Rassismus dadurch sehr häufig noch angefeuert wird bis es zur Eskalation kommt. Das Cover mit der Flamme finde ich daher auch sehr gut gewählt. Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, aber ich hätte mir gerne etwas mitreißenderes gewünscht. Daher dann auch nur 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Spannendes Thema

Ich möchte zurückgehen in der Zeit
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In "Ich möchte zurückkehren in der Zeit" folgt Judith Hermann den Spuren ihres Großvaters. Sie reist ins polnische Radom, wo dieser im Zweiten Weltkrieg als Mitglied der Waffen-SS stationiert war. Im zweiten ...

In "Ich möchte zurückkehren in der Zeit" folgt Judith Hermann den Spuren ihres Großvaters. Sie reist ins polnische Radom, wo dieser im Zweiten Weltkrieg als Mitglied der Waffen-SS stationiert war. Im zweiten Abschnitt reist sie weiter nach Neapel zu ihrer Schwester, die dort als Archäologin arbeitet. Im dritten Abschnitt erzählt sie vom Verschwinden von Cees Eltern in den frühen 2000er Jahren.
So richtig warm wurde ich mit diesem Buch leider nicht. Man kann es auch schlecht mit ihren anderen Romanen vergleichen, aber der unterschiedliche Umgang mit dem Schweigen und Verschwinden in diesem Buch fand ich sehr spannend. Judith Hermann versucht ihrem Großvater und der Verschwiegenheit näher zu kommen. Doch weder der Ort, noch die Mutter halfen ihr. Der Großvater bleibt für sie ein Unbekannter. Ihre Schwester beschäftigt sich mit der Vergangenheit und ist neugierig, möchte dennoch alles Unschöne ausblenden und von ihrer Familie fern halten. Judith Hermann zeigt sehr beeindruckend, wie unterschiedlich Menschen mit den Lücken in der Familiengeschichte umgehen. Also dafür habe Ich es gern gelesen, aber sonst hat dieses Buch sehr wenig mit mir gemacht.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

weiß ich nicht

Juli, August, September
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Olga Grjasnowas Roman "Juli, August, September" lässt mich etwas ratlos zurück. Ich habe dieses Buch gerne gelesen und fand es sehr gut, wie Gjasnowa die Schwierigkeiten, Missgunst, Sticheleien und Meinungsverschiedenenheiten ...

Olga Grjasnowas Roman "Juli, August, September" lässt mich etwas ratlos zurück. Ich habe dieses Buch gerne gelesen und fand es sehr gut, wie Gjasnowa die Schwierigkeiten, Missgunst, Sticheleien und Meinungsverschiedenenheiten einer Familie einfängt, aber nach der Leseprobe hätte ich etwas ganz anderes erwartet. Die ersten Seiten erzählten von der Herausforderung, wie man jüdische Traditionen und Werte an ein Kind weitergibt, wenn man sie selbst kaum noch lebt. Lou lebt mit ihrem Mann Sergej in Berlin. Ihre Tochter Rosa hat noch nie eine Synagoge von innen gesehen, geschweige denn von der jüdischen Geschichte gehört. Er ist Pianist und viel unterwegs und Lou weiß nicht so recht was sie will, noch ob sie noch eine richtige Familie sind. Sie folgt der Einladung ihrer Tante zu ihrem 90. Geburtstag nach Gran Canaria, trifft dort mit ihrer Mutter und Tochter auf den anderen Teil der Familie aus Israel. Schnell treffen dort verschiedene Meinungen aufeinander , Geschichten werden verdreht und ein Unglück bahnt sich an. Lou befindet sich auf einer Sinnsuche, die sie am Ende nach Tel Aviv führt. Nur ob sie dort auch Antworten findet?
Dieser Roman ist sehr aktuell, greift viele Themen mal so kurzzeitig auf, aber so wirklich abgeschlossen fand ich ihn nicht und so wirklich hängen geblieben, ist kaum etwas. Wahrscheinlich habe ich ihn nach den nächsten zwei oder drei Büchern schon wieder vergessen. Ich mochte so einzelne Passagen, habe es gern gelesen, aber so wirklich weiß ich auch nicht. Daher nur 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Mal was anderes

Idol in Flammen
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"Idol in Flammen" von Rin Usami ist ein kurzweiliger Roman über einen exzessiven Fankult. Das Leben der Schülerin Akari ist von ihrem Idol Masaki bestimmt. Alles dreht sich nur um ihn. Jeder Auftritt und ...

"Idol in Flammen" von Rin Usami ist ein kurzweiliger Roman über einen exzessiven Fankult. Das Leben der Schülerin Akari ist von ihrem Idol Masaki bestimmt. Alles dreht sich nur um ihn. Jeder Auftritt und jedes Interview wird analysiert, wichtige Aussagen schriftlich in Ordnern festgehalten und mit anderen Fans diskutiert. Akari betreibt einen Blog über ihn, meint Masaki in und auswendig zu kennen. Jede noch so kleine unvorhersehbare Geste könnte ihre Welt ins Wanken bringen. Jedes Gerücht ebenso. Was ist dran an diesem übertriebenen Fankult? Rin Usami zeigt mit diesem Roman sehr eindringlich wie weit junge Menschen für ihre Idole gehen würden und wie beeinflussbar sie sind, wie sie ihr Leben auf Pop-Band-Sternchen wie Masaki abstimmen und welche Rolle dabei die sozialen Medien spielen. Durch die Ich-Erzählerin dieses Romans bekommt man einen sehr umfassenden Eindruck davon, was echte Fans alles auf sich nehmen um ihren Idolen nahe zu sein und wie dies vielleicht auch von der Industrie ausgenutzt wird. Ich kann nicht sagen, dass ich viel aus diesem Roman mitgenommen habe, denn so wirklich ergreifend war der Inhalt nicht, aber in dieser Kürze war es doch sehr interessant und mal etwas ganz anderes.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

bekannte Lebbensweisheiten

Wenn du schon hundert wirst, kannst du genauso gut auch glücklich sein
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„Wenn du schon hundert wirst, kannst du genauso gut auch glücklich sein“ von Rhee Kun Hoo fand ich sehr enttäuschend. Durch die Leseprobe und das Vorwort habe ich mir einen leichten und humorvollen Ratgeber ...

„Wenn du schon hundert wirst, kannst du genauso gut auch glücklich sein“ von Rhee Kun Hoo fand ich sehr enttäuschend. Durch die Leseprobe und das Vorwort habe ich mir einen leichten und humorvollen Ratgeber vorgestellt, der mir einen neuen Blick aufs Alter und das Glück gibt. Der 87 jährige Psychiater erzählt viele Geschichten aus seinem Leben und leitet daraus leider nur die bekannten Weisheiten ab. Im Vorwort heißt es „Man könnte gar zu dem Schluss kommen, dass das Leben eine traurige Angelegenheit ist. Es ist ein Prozess, in dem man sämtliche Schwächen der eigenen Persönlichkeit kennenlernt.“ Seine Schwächen und Fehler und wie er damit umgeht und Frieden schließt beschreibt er in den folgenden Kapiteln. Ich mochte es sehr, dass er zeigt, dass auch Ärzte nicht unfehlbar sind, aber die schon viel zu oft gehörten Dinge, wie das Hamsterrat, dass man nachgiebig mit sich und anderen sein soll, nichts bereuen soll, da sich an der Vergangenheit nichts mehr ändern lässt oder sich eine gute Gesellschaft suchen soll und auch im Alter die Freude nicht fehlen darf oder die Kraft nachlässt, sodass Dinge Schritt für Schritt erledigt werden sollten, hätte ich nun wirklich nicht mehr gebraucht.
So ist es dann eher ein belangloser Ratgeber mit ganz netten persönlichen Momenten, aber glücklicher fühle ich mich jetzt nicht.

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