Originelle Jugend-Fantasy
Die Bibliothek der Wahren LügenOskar lebt in Gedanken viel in einer Fantasy-Welt. Die Geschichten um Ozzy waren die Lieblingsbücher seines verstorbenen Vaters. Ein riesiges Glück also für Oskar, als er von dem Autor der Reihe zu einem ...
Oskar lebt in Gedanken viel in einer Fantasy-Welt. Die Geschichten um Ozzy waren die Lieblingsbücher seines verstorbenen Vaters. Ein riesiges Glück also für Oskar, als er von dem Autor der Reihe zu einem Schreiblehrgang eingeladen wird. Doch was ihn dort erwartet hätte er nicht gedacht und schon bald verschwimmen Realität und Fiktion und er begibt sich auf eine spannende Reise.
Der Stil des Autors ist unfassbar schön - bildgewaltig und sprühend vor Phantasie und Ideenreichtum. Schon zu Beginn versteht er es, die reichhaltige Phantasie Oskars dezent in die Geschichte einzuflechten.
Die Idee hinter dem Roman finde ich sehr originell - es geht um das Schreiben von Fantasy-Romanen. Dabei wird die Romanhandlung immer wieder gewürzt mit kleinen Seitenhieben und Spielereien rund um Textaufbau, typische Merkmale und Handlungselemente von Fantasy-Literatur sowie Textqualität. Es geht aber auch um das gerne von Autoren angeführte Eigenleben von Charakteren. Insgesamt empfand ich das Buch als thematisch sehr dicht und voll von Bezügen zum Schreiben, so dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob all diese Themen tatsächlich schon Kinder ab 11 ansprechen oder ob diese sich eher an bibliophile Erwachsene richten.
Doch auch fernab davon erwarten den Leser zwei Handlungsstränge - in Oskars Realität und in seiner verfassten Geschichte, deren Grenzen gerne mal verschwimmen. Es ist ein intensives Abenteuer, das durchaus auch mit ein paar gruselig-ekligen Szenen aufwartet. Und auch wenn gegen Ende aus allen Kanonen gefeuert wird, bringt der Autor die Geschichte zu einem runden Abschluss.
Aus meiner Sicht ein tolles Buch, das bestens unterhält und viel Spaß macht. Das aber auch durchaus komplex ist und viel Spielraum für eigene Gedanken und Interpretationen lässt.