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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2025

Freundschaft, Vergebung und mysteriöse Phänomene

Wenn alles zerfällt
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Zum Inhalt: Jenna zieht von London nach Brighton um dort weiterzustudieren. In ihrer Mitbewohnerin Sherah findet sie schnell eine gute Freundin. Über sie lernt sie weitere Leute kennen, unter anderem Matt, ...

Zum Inhalt: Jenna zieht von London nach Brighton um dort weiterzustudieren. In ihrer Mitbewohnerin Sherah findet sie schnell eine gute Freundin. Über sie lernt sie weitere Leute kennen, unter anderem Matt, den sie sofort sympathisch findet. Doch ganz so einfach bleibt es nicht, denn sowohl Jenna als auch Matt tragen Lasten aus ihrer Vergangenheit mit sich herum. Und was hat es mit den immer wiederkehrenden seltsamen Naturphänomenen auf sich?

Die Protagonisten sind vielfältig, gut dargestellt und haben eine gewisse Tiefe. Zu Beginn fiel es mir schwer, Matt zu verstehen: Mein erster Eindruck passte nicht mit den weiteren Schilderungen zusammen, nach einiger Zeit hatte ich aber auch für ihn ein gutes Gefühl. Insgesamt kann man mit ihnen mitfühlen und erlebt die Reise gemeinsam.
Es hat gedauert, bis ich mit dem Roman warm wurde. Der Beginn hat mir gut gefallen, doch dann kamen viele Rückblenden, gleichzeitig entwickelte sich zaghaft die Geschichte zwischen Jenna und Matt - in der Gegenwart passierte mir zu wenig, durch die Rückblenden fühlte ich mich oft rausgerissen. Dann jedoch hat die Geschichte an Fahrt aufgenommen, bis ich das Buch irgendwann gar nicht mehr aus den Händen legen wollte 🙂
Mae Josiah führt viele christliche Konzepte aus und erläutert sie ausführlich, natürlich immer in die Romanhandlung eingepasst. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, auch wenn das Wahrnehmen hier sehr subjektiv ist und es für einige eventuell zu viel wird.
Das Innenleben der Protagonisten wird häufig und ausführlich geschildert, so weiß man über ihre Gedanken und Gefühle Bescheid und der Roman hat eine große Tiefe. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir stattdessen jedoch mehr Außenhandlung gewünscht. Ich war teilweise so sehr damit beschäftigt, die Gedanken nachzuvollziehen, dass bei mir angesichts der Szenen kaum Gefühle entstanden sind oder es mir schwer fiel, mir alles bildlich vorzustellen.

Fazit: Mae Josiah hat hier einen wunderbaren Roman geschrieben, über Freundschaft, Vergebung, ein Leben mit Gott und Fragen und Zweifel. Der Roman ist sehr vielschichtig, sodass ich hier gar nicht auf alle Themen und Aspekte eingehen kann. Es lohnt sich, ihn zu lesen, ich bin definitiv ein Fan von Jenna, Matt und Co. und auf Band 2 gespannt!

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Spannend!

Sein Wort auf den Lippen
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Das Buch hat mich nicht auf den allerersten Seiten gepackt, aber dafür umso länger nach dem Lesen nicht losgelassen.

Zum Inhalt: Charlotte fühlt sich anders und oft nicht zugehörig: Weder in ihrer Familie, ...

Das Buch hat mich nicht auf den allerersten Seiten gepackt, aber dafür umso länger nach dem Lesen nicht losgelassen.

Zum Inhalt: Charlotte fühlt sich anders und oft nicht zugehörig: Weder in ihrer Familie, noch in den gesellschaftlichen Kreisen, in denen sie verkehren. Als sie ein Geheimnis über ihre Vergangenheit aufgedeckt, ist ein Besuch ihres Patenonkels in Bern genau die richtige Zuflucht. Dort stolpert sie “zufällig” in eine Kirche und kommt Gott näher. Der Roman spielt 1897 in der Schweiz und schildert uns, wie Charlotte nach dem Ruf Gottes ihre Stimme findet und erhebt.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Sie sind sehr unterschiedlich und eindrücklich geschildert. Während des Lesens hat man immer wieder Aha-Momente und begreift, warum die Charaktere sind, wie sie sind und handeln, wie sie handeln.
Zu Beginn passiert zwar erst einiges, aber dann dauert es, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. Die Szenen ähnelten sich und schienen mir eintönig. Doch nach einigen Kapiteln passierte auch wieder mehr.
Die Bekehrung von Charlotte ist zwar gut beschrieben, für mich aber zu schnell, zu plötzlich. Für den Roman durchaus passend und mir ist auch bewusst, dass Bekehrung so geschehen kann. Ist wohl einfach mein persönliches Empfinden an dieser Stelle.
Besonders beeindruckt hat mich, Claudia Dahinden das Gemeindeleben schildert. Sie schafft es sehr gut, die anfängliche Freude und Geborgenheit, die Charlotte empfindet, zu beschreiben. Nach und nach, als Charlotte sich mehr engagiert, bemerkt sie dann auch immer mehr, dass hier nicht immer alles so gut läuft, wie es erscheinen soll. Das ist eine sehr ehrliche und authentische Darstellung von Kirche und Gemeinde und ich bin beeindruckt, wie Claudia all dies beschreibt, ohne zu bewerten, was wie der richtige Weg ist. Hier liegt meiner Meinung nach auch die Stärke des Romans: Im Beschreiben des Gemeindelebens und der Glaubensentwicklung.
Sehr gut gefällt mir außerdem die kleine Liebesgeschichte, der wir beiwohnen dürfen, und die so gar nicht typisch, klischeehaft oder vorhersehbar, sondern einfach ehrlich ist.
Auch sehr spannend finde ich die Frage, ob Frauen in einer Gemeinde predigen dürfen oder nicht. Besonders dieses Thema ist mir danach noch nachgegangen und hat mich dazu angehalten, mir eigene Gedanken zu machen. Auch wenn Claudia eine Seite stärker gewichtet, gefällt mir dennoch sehr, wie sie es offen lässt und auch während des Romans immer verdeutlicht: Alle machen Fehler und alle können sich irren. Total spannend, welche Konflikte es schon vor über 100 Jahren gab, die auch heute noch teilweise genauso auftreten.

Fazit: Ich hatte es so nicht erwartet und zu Beginn des Lesens auch nicht bemerkt, aber der Roman von Claudia Dahinden hat mich stark beeindruckt. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben 😀 Vom Erzählerischen her darf es sich ruhig noch steigern, aber es ist unglaublich, wie viel hier drinsteckt: Elementare Glaubensaussagen, weise Aussagen in Bezug auf Gemeinde, die jeder kennen sollte, die Auseinandersetzung mit Themen wie der Rolle der Frau und natürlich der Aufruf, seine Stimme zu finden und zu erheben.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Einen perfekten Mord gibt's doch nicht

Eifel-Filz
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In “Eifel-Filz” von Jacques Berndorf findet wieder einmal in der Nähe von Siggi Baumeister ein kurioser Mord statt: Ein Pärchen wird tot auf dem Golfplatz aufgefunden - verheiratet sind sie, jedoch nicht ...

In “Eifel-Filz” von Jacques Berndorf findet wieder einmal in der Nähe von Siggi Baumeister ein kurioser Mord statt: Ein Pärchen wird tot auf dem Golfplatz aufgefunden - verheiratet sind sie, jedoch nicht miteinander. Ein Liebesdrama? Alles deutet darauf hin und gleichzeitig auch nicht. Die Mordkommission tappt zunächst im Dunkeln, doch wie gut, dass Baumeister wieder einmal seine eigenen Wege der Recherche geht.

Ein Eifelkrimi (der dritte in der Reihe), wie man ihn kennt und liebt. Tappt man zunächst völlig im Dunkeln, lüftet sich nach und nach mit Baumeister gemeinsam der Vorhang. Ein spannendes Buch, dass einen tiefer in die Landschaft und die Verstrickungen ihrer Bewohner eintauchen lässt.

Dieser Krimi ist stellenweise etwas brutaler. Dennoch schätze ich vor allem die eher nüchterne Darstellungsweise, die einem in der heutigen Zeit (der Krimi ist schon ein paar Jahre alt) gelegentlich ein wenig merkwürdig vorkommen mag. Tatsächlich sind die trockenen Schilderungen, angereichert mit Baumeisters Erlebnissen mit seinen Haustieren und der erzwungenen Zweck-WG gut zu lesen und nehmen einen in die Geschichte mit hinein.

Für Krimi-Fans oder Eifel-Fans definitiv zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Welchen Spitznamen würden Mitreisende im Zug dir geben?

Das Wunder von Bahnsteig 5
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“Das Wunder von Bahnsteig 5” ist ein ganz besonderer Wohlfühlroman von Clare Pooley.
Neben Iona, ausgestattet mit einer Tasse Tee, im Zug sitzend lernt man all die anderen Protagonisten kennen und erfährt ...

“Das Wunder von Bahnsteig 5” ist ein ganz besonderer Wohlfühlroman von Clare Pooley.
Neben Iona, ausgestattet mit einer Tasse Tee, im Zug sitzend lernt man all die anderen Protagonisten kennen und erfährt mehr über ihr Leben, als Iona eigentlich wollte. Schließlich besagt doch die zweite Pendlerregel, dass man sich allenfalls zunickt, aber bloß nicht anspricht. Als ein Zwischenfalls das jedoch ändert, entstehen in Wagen 3 neue Bekanntschaften. Und Iona, von Beruf “Zeitschriftentherapeutin”, kommt diesem Amt natürlich auch beim Pendeln nach.

Die Protagonisten sind sympathisch und authentisch geschildert, vielfältiger könnten sie gar nicht sein. Das führt dazu, dass man sich mit Sicherheit irgendwo ein Stückchen wiederentdecken kann. Bei der Entwicklung der einzelnen Personen fiebert man mit. Die vielen positiven Statements und Anregungen bleiben haften. Toll finde ich außerdem die Überraschungsmomente, die das Buch nicht langweilig werden lassen. Ein paar mal laut Auflachen musste ich bei der Lektüre auch schon. Zu Beginn fiel es mir zunächst schwer, richtig in das Buch reinzukommen, deshalb würde ich 4,5/5 Punkten vergeben.

Ein schöner Wohlfühlroman mit lustigen Momenten, echter Freundschaft und der ein oder anderen Alltagsweisheit - kann ich nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Mitreißend bis zum Schluss

Die Bourne Identität
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Ohne Gedächtnis, gejagt von Unbekannten, verletzt auf der Flucht gibt es eigentlich keinen richtigen Zeitpunkt, um herauszufinden, wer man ist.
Doch genau das muss Jason Bourne. Nachdem er halbtot aus ...

Ohne Gedächtnis, gejagt von Unbekannten, verletzt auf der Flucht gibt es eigentlich keinen richtigen Zeitpunkt, um herauszufinden, wer man ist.
Doch genau das muss Jason Bourne. Nachdem er halbtot aus dem Wasser an der französischen Südküste gezogen wurde, päppelt ein Arzt ihn wieder auf. Alles kann wiederhergestellt werden - bis auf sein Gedächtnis.
Langsam macht sich Bourne auf die Suche nach seiner Identität und verfolgt Spur für Spur. Schnell merkt er, dass andere ihn verfolgen und entdeckt, dass er über beeindruckende und gleichzeitig beängstigende Fähigkeiten verfügt. Von Unbekannten, die ihn töten wollen, gejagt, kommt er über Zürich nach Paris und entdeckt mit Marie, einer Kanadierin, nach und nach, wer er ist.

Die Idee des Buches, die mir bereits aus dem Film bekannt war, gefällt mir nach wie vor gut. Es ist mal eine andere Art des Agenten-Thrillers.
Die Handlung ist nicht immer leicht, nachzuverfolgen, dennoch lohnt es sich dranzubleiben. Am Ende wird einiges erläutert und klar. Aber was wäre auch ein Buch über Geheimdienste, indem alles sofort leicht verständlich wäre?
Es macht Spaß, mit Jason unterwegs zu sein und zu erleben, wie er seine Fähigkeiten und seinen Intellekt einsetzt, um seine Pläne zu verwirklichen. Natürlich ist nicht alles nur schön. Oft hält man innerlich den Atem an und leidet teilweise sehr mit den Protagonisten mit. Das macht aber wiederum deutlich, dass man die Figuren gut kennenlernt, ihre Handlungen nachvollziehen kann und sie einem sympathisch werden.
Ich freue mich, dass es noch weitere Bücher aus der Reihe gibt und bin gespannt, was Bourne noch alles erleben wird.

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