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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2025

Stimmungslagen sehr gut eingefangen

Alles, was du wolltest
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Die Geschichte einer toxischen Beziehung zwischen Alex und Viktoria wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Interessant finde ich, dass der Erzählstrang nicht zeitlich chronologisch erfolgt, sondern zwischendurch ...

Die Geschichte einer toxischen Beziehung zwischen Alex und Viktoria wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Interessant finde ich, dass der Erzählstrang nicht zeitlich chronologisch erfolgt, sondern zwischendurch immer wieder Rückblenden eingebaut sind. Die unterschiedlichen Stimmungen und Gefühlslagen werden sehr gut eingefangen und ungeschönt geschildert. Am Ende gibt es ein Highlight, indem der Ausgang der Beziehung nicht vorgegeben wird, sondern drei mögliche Szenarien vorgeschlagen werden, wie es in etwa passiert sein könnte. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Varianten, doch die Idee, dass ein vielfältiges Angebot vorgeschlagen wird, finde ich spannend und originell.

Veröffentlicht am 14.03.2025

Dialoge könnten noch dynamischer sein

In einem Zug
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Der Roman beschreibt die Gespräche und Gedanken zwischen einem Autor und seiner Sitznachbarin während einer Zugfahrt von Wien nach München, die auf diese oder ähnliche Weise tatsächlich stattgefunden haben ...

Der Roman beschreibt die Gespräche und Gedanken zwischen einem Autor und seiner Sitznachbarin während einer Zugfahrt von Wien nach München, die auf diese oder ähnliche Weise tatsächlich stattgefunden haben könnte. Zu Beginn gestaltet sich das Gespräch wie zufällig ergeben, noch recht oberflächlich und zurückhaltend, aber Catrin bleibt hartnäckig und fragt ihren Sitznachbarn schon fast unverschämt über sein Privatleben und vor allem über die langjährige, glückliche Liebesbeziehung zu seiner Frau Gina aus. Mit der Zeit wird das Gespräch inhaltlich spannender und lockerer, obwohl ich auf der Seite von Eduard nie eine ehrliche Offenheit gespürt habe. Er gibt nicht gerne etwas von sich preis, in wunden Punkten herumzubohren mag er schon gar nicht und somit bleibt es an manchen Stellen holprig. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Schwung und Dynamik gewünscht, vor allem da ich aus vorigen Romanen weiß, dass der Autor sehr gute Dialoge schreiben kann. Spannender als die Dialoge sind die Überlegungen dahinter, warum etwas wie ausgedrückt wird, was gesagt wird oder was besser ungesagt bleibt. Es werden auch unangenehmere Themen angesprochen, wie der Konsum von Alkohol oder die Schreibblockade sowie finanzielle Probleme. An diesen Stellen wirkt das Gespräch für mich authentisch und ehrlich. Am Ende der Zugfahrt gibt es ein Überraschungsmoment, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.

Veröffentlicht am 12.03.2025

Zahltag

The Twenty
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Der Thriller konnte mich nicht sofort fesseln. Er war zwar temporeich und hatte gleich zu Beginn ein paar Schreckmomente und Leichen parat, allerdings fehlte mir noch „das Besondere“. Ab dem Zeitpunkt, ...

Der Thriller konnte mich nicht sofort fesseln. Er war zwar temporeich und hatte gleich zu Beginn ein paar Schreckmomente und Leichen parat, allerdings fehlte mir noch „das Besondere“. Ab dem Zeitpunkt, als auch die Privatleben der Ermittlerinnen mit dem Fall verwoben wurden und der Fall persönlich wurde, hat er mich gecatcht und es blieb spannend bis zur letzten Seite. Sprachlich wird viel mit brutalen Mordmethoden, mit Blut, mit Folter, psychologischen Triggern gespielt, sodass man als Leserin entweder fasziniert ist oder diejenigen, die das nicht mögen, abbrechen. Mit der Zeit wurden auch die Familienverhältnisse von Romilly klarer und auch wie sie in Zusammenhang mit den weiteren verwickelten Personen steht. Die Charaktere werden mit der Zeit, je mehr man über sie weiß, vielschichtiger und interessanter. Zu Beginn waren sie mir zu oberflächlich. Es sind viele Cliffhanger eingebaut, aber auch ein paar Klischees, somit hebt sich dies wieder etwas auf. Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt, auch wenn manche Situationen etwas unerwartet auftreten und die Motive etwas weit hergeholt erscheinen mögen.

Veröffentlicht am 10.03.2025

Schicksale aus dem Alltag

Dünne Wände
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Der Roman macht zuerst mit dem auffälligen und treffenden Cover aufmerksam. Es zeigt die Fensterfront einer Hochhaussiedlung, bei der alle Fenster geschlossen und verdunkelt sind, nur bei einem einzigen ...

Der Roman macht zuerst mit dem auffälligen und treffenden Cover aufmerksam. Es zeigt die Fensterfront einer Hochhaussiedlung, bei der alle Fenster geschlossen und verdunkelt sind, nur bei einem einzigen erkennt man einen kleinen Spalt, der den Blick zur Außenwelt herstellt. Ich finde es sehr gelungen.
Sprachlich wechselt der Roman zwischen literarischem Stil und im nächsten Satz plötzlich Alltagssprache aus dem Leben gegriffen. In unterschiedlichen Geschichten werden die Bewohnerinnen der Siedlung vorgestellt, mit ihren Ängsten und Nöten, aber auch mit ihren Träumen und Hoffnungen. Die Schilderungen sind bildhaft und authentisch, sodass man sich sofort in die unterschiedlichen Lebenswelten hineinversetzen kann. Es sind Einzelschicksale, die auch anderswo spielen könnten und die jedem von uns in gewisser Weise bekannt vorkommen und vielleicht bewegen sie auch gerade dadurch die Leserinnen. Mich haben die Geschichten berührt!

Veröffentlicht am 05.03.2025

second chance

Luzie in den Wolken
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Der Roman startet etwas holprig, wird dann aber immer flüssiger zu lesen. Vor allem Luzie und ihr Aufwachsen ohne Papa haben mich sehr berührt. Von Ben alias Gabriel war ich lange Zeit nicht überzeugt, ...

Der Roman startet etwas holprig, wird dann aber immer flüssiger zu lesen. Vor allem Luzie und ihr Aufwachsen ohne Papa haben mich sehr berührt. Von Ben alias Gabriel war ich lange Zeit nicht überzeugt, da er zu Beginn nicht authentisch rüberkommt, eher oberflächlich und irgendwie unausgereift, mit der Zeit wurde es aber immer stimmiger. Das Lügenkonstrukt, das er sich aufgebaut hat, wurde immer größer, sodass es für ihn keinen leichten Ausstieg mehr gab und er irgendwann aufgedeckt werden wird, das war schon sehr schnell klar. Die Hintergrundgeschichte an sich war nicht neu, aber trotzdem gut interpretiert und schön zu lesen. Gewisse Situationen waren für meinen Geschmack zu stark ausgeschmückt oder wiederholend, da hätte man etwas abkürzen können. Am Schluss hingegen überschlagen sich die Ereignisse und man kommt als Leser*in kaum noch hinterher. Die Idee mit Second Chance – Geschichten, die Kleidungsstücke erzählen und was sie vielleicht noch erleben werden, finde ich genial.